

S2F09 Vom eigenen Verlust zur Landesstelle – Sabina Tiedemann-Zöller über frühen Kindstod
Send us Fan Mail Was geschieht, wenn aus einer persönlichen Verlusterfahrung der Wunsch entsteht, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere etwas zu verändern? Sabina Tiedemann-Zöller ist eigentlich Lehrerin. Heute leitet sie die Landesstelle Früher Kindstod Baden-Württemberg – die erste ihrer Art in Deutschland. Der Ausgangspunkt für diesen ungewöhnlichen Weg war der Tod ihres Sohnes Tristan, der 2023 in der 17. Schwangerschaftswoche starb. Aus der eigenen Erfahrung mangelnder Begleitung entstand zunächst die Initiative „Sternenkinder Ettlingen“. Doch schnell zeigte sich: Es gibt viele engagierte Menschen und qualifizierte Fachpersonen – gleichzeitig fehlt es häufig an Vernetzung, gemeinsamen Standards, professionellen Strukturen und Wissen über bestehende Angebote. Seit Juni 2025 arbeitet deshalb die Landesstelle Früher Kindstod Baden-Württemberg daran, genau diese Lücken zu schließen. Sie vernetzt Fachpersonen und Initiativen, bietet Fortbildungen an, unterstützt beim Aufbau von Selbsthilfeangeboten, schafft Öffentlichkeit und begleitet auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Versorgung nach frühem Kindstod. Im Gespräch erzählt Sabina, wie aus ihrer eigenen Trauer ein immer größer werdendes Engagement entstanden ist, weshalb professionelle Strukturen das Ehrenamt nicht ersetzen, sondern stärken müssen – und warum früher Kindstod noch immer viel zu häufig ein gesellschaftliches Tabuthema ist. Gleichzeitig steht die Landesstelle an einem entscheidenden Punkt: Die derzeitige Projektfinanzierung endet Ende 2026. Ob die Arbeit danach fortgeführt werden kann, ist noch offen. Ein Gespräch über Verlust und Trauer, über Engagement und Professionalisierung – und über die Frage, welche Verantwortung eine Gesellschaft übernimmt, wenn Familien ihr Kind verlieren. Sabina auf LinkedIn zur Landesstelle Früher Kindstod Baden-Würtemberg


















