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WDR Zeitzeichen

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#34 in History this week

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George Washington bis Rosa Luxemburg, vom Büstenhalter bis Breaking Bad.

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  • 73 episodes
  • daily
  • Avg 14 min
  • German
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  • Today · 14 min

    Paracelsus: Wie der "Luther der Medizin" das Heilen reformiert

    Paracelsus stellt die Medizin auf den Kopf. Statt auf die Lehren der Antike setzt er auf Erfahrung - und gerät so bis zu seinem Tod am 24.9.1541 ständig in Konflikte. In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp: warum an der Echtheit der überlieferten Paracelsus-Texte Zweifel bestehen, wie Paracelsus vom Vater viel über Berufskrankheiten lernt, wie der 15-jährige Paracelsus sich auf seinen Streifzügen eine neue, ganzheitliche Medizin in die Welt bringt, welches Paracelsus-Zitat in den Volksmund übergegangen ist. Vermutlich 1493 oder 1494 im schweizerischen Einsiedeln als Theophrastus von Hohenheim geboren, nennt er sich später selbst Paracelsus. Er kommt aus einer verarmten Adelsfamilie. Sein Vater ist Arzt und zieht mit dem etwa Achtjährigen nach Kärnten. Später bereist er zu Fuß, zu Pferd, auf alten Lastkähnen übers Wasser viele fremde Länder. Stets steckt er Augen, Nase, Ohren und seinen Kopf tief in die Landschaft, Kultur und sozialen Umstände. Sicher besucht er auch die ein oder andere medizinische Fakultät am Wegesrand, bleibt aber vermutlich ohne akademischen Titel. Paracelsus hält es nirgendwo lange aus und ist wohl auch für andere keine angenehme Gesellschaft. Er ist ein schwieriger Mensch, der es auf Konflikt anlegt. Trotzdem sorgt seine Anhängerschaft, die er schon zu Lebzeiten hat, für einen glorreichen Nachruf. Viele Apotheken, Krankenhäuser, Heilkundliche Schulen schmücken sich bis heute mit seinem Namen. Der Rebell unter den Ärzten lenkt vor fast 600 Jahren den Blick auf den ganzen Menschen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Tillmann Taape, Medizinhistoriker am medizinhistorischen Institut der Charité in Berlin Udo Benzenhöfer: Paracelsus.Reinbeck 1997 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Doris Arp Redaktion: Caroline Rückl und Matti Hesse

  • Yesterday · 13 min

    Wie eine Expedition die USA erweitern sollte

    Durchschlagen bis zum Pazifik: Das war das Ziel der Lewis-und-Clark-Expedition, die am 23.9.1806 zu Ende ging. Die Crew sollte den Westen der USA erkunden und stieß dabei auf einige Probleme. In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger: wie eine schwangere Shoshone-Frau eine wichtige und gleichzeitig bedauernswerte Teilnehmerin der Expedition ist, warum die Expedition sich einen Monat lang an einer Strecke abarbeitet, für die Google Maps heute acht Stunden zu Fuß veranschlagt, unter welch widrigen Umständen die Expedition im November 1805 den Pazifik erreicht, warum die Lewis- und Clark-Expedition noch heute für viele indigene Stämme als große Katastrophe gilt. US-Präsident Thomas Jefferson möchte Anfang des 19. Jahrhunderts expandieren. Im April 1803 bekommt er die Gelegenheit dazu. Frankreich braucht Geld für den Krieg in Europa und möchte das sogenannte Louisiana-Territorium verkaufen. Ein riesiges Gebiet, mit dem sich die Fläche der jungen USA verdoppelt. Jefferson schlägt zu und will den Kontinent erkunden lassen. Er beauftragt seinen Privatsekretär Meriwether Lewis und den ehemaligen Artillerie-Offizier William Clark mit einer Expedition, die den gesamten Lauf des Missouri erkunden soll. Ziel ist herauszufinden, ob es einen Wasserweg quer durch den Kontinent zum Pazifischen Ozean gibt, auf dem sich Handel treiben lässt. Die Expedition ist mehr als zwei Jahre unterwegs und kehrt am 23. September 1806 zum Ausgangspunkt St. Louis zurück. Man findet zwar keine durchgehende Wasserroute zum Pazifik - die existiert halt auch nicht - knüpft aber viele Kontakte zu Indigenen, fertigt eine detaillierte Karte und sammelt unzählige wissenschaftliche Notizen über Tier- und Pflanzenwelt. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Craig Fehrman, US-Historiker Craig Fehrman: This Vast Enterprise: A New History of Lewis & Clark. New York 2026. William Clark/Meriwether Lewis: Journals of 1804-1806. In: Reuben Gold Thwaites (Hrsg.): Original Journals of the Lewis & Clark Expedition. Scituate, Massachusetts 2001 (Band 1-5) Richard Stinshoff (Hrsg": Mit dem Boot über die Rocky Mountains - Unter Wölfen, Büffeln, Bären und Indianern. Die Reise von Lewis und Clark. (Landesmuseum für Natur und Mensch: Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch 40). Oldenburg 2005 Weiterführende Links: Zeitzeichen: 13.04.1743 - Geburtstag von Thomas Jefferson Planet Wissen: Die Besiedlungsgeschichte der Rocky Mountains Planet Wissen: Indianer / Indigene Völker Nordamerikas Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nik Berger Redaktion: Jakob Schiffer und David Rother

  • Tuesday · 14 min

    Maria da Penha: Eine Brasilianerin schützt Millionen vor Gewalt

    Alle sechs Stunden wird in Brasilien eine Frau getötet. Obwohl das Land seit 22.9.2006 eines der weltweit fortschrittlichsten Gesetze gegen häuslichen Gewalt hat - dank einer Überlebenden. In diesem Zeitzeichen erzählt Christina Weise: von den Torturen, die Maria da Penha durch ihren Ehemann erleiden muss, wie da Penhas Mann sich vom Täter zum Opfer umdeutet, vom schweren Weg durch die Instanzen bis zu einer Verurteilung, welche Wirkung Maria da Penha mit einem Buch über ihre Leidensgeschichte erzielt. 19 Jahre und sechs Monate lang dauert es, bis Maria da Penhas Ehemann wegen der schweren Misshandlungen bis hin zu einem Mordversuch hinter Gitter kommt. Organisationen, die Maria zur Seite stehen, bringen im brasilianischen Kongress einen Gesetzesentwurf zum Schutz von Frauen ein. Am 22. September 2006 tritt das Gesetz 11340 in Kraft - das "Gesetz Maria da Penha". Das Gesetz bezieht wirtschaftliche, sexuelle, psychologische, moralische und körperliche Gewalt bei häuslicher Gewalt mit ein. Es werden spezielle Gerichte für Fälle häuslicher und familiärer Gewalt eingerichtet, die innerhalb 48 Stunden notwendige Schutzmaßnahmen in einem Eilverfahren prüfen und erlassen müssen. Das "Gesetz Maria da Penha" ist ein Meilenstein im Kampf gegen häusliche Gewalt. Es hat auch Einfluss auf andere Länder weit entfernt von Marias Schlafzimmer, in dem alles beginnt. Wie auf Deutschland. Durch Marias Impuls wird das deutsche Gewaltschutzgesetz von 2002 erweitert und verschärft. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Ana Paula Braga, Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen Maria da Penha: Sobrevivi… posso contar, Fortaleza 1994 Weiterführende Links: wdr.de: Besserer Schutz vor häuslicher Gewalt geplant Bundeskriminalamt: Häusliche Gewalt - Opferzahlen auf neuem Höchststand Planet Wissen: Häusliche Gewalt gegen Frauen Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Christina Weise Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins

  • Monday · 14 min

    Zeitmaschinen und ferne Galaxien: Der Autor H. G. Wells

    H. G. Wells (geboren 21. September 1866) blickte in die Zukunft - und sah eine Menschheit am Abgrund. Seine Science-Fiction war spannend, politisch und hellsichtig. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann: von Wells' beruflichem Werdegang - vom Chemiegehlifen über Hilfslehrer bis zum Autor, wie der berühmte Darwin-Anhänger Thomas Huxley seine Werke beeinflusst, von zwei Ehen und vielen Liebschaften, von Wells' Treffen mit dem Hörspiel-Regisseur Orson Welles. Zeitreisen, Alien-Invasionen und die grotesken Experimente skrupelloser Wissenschaftler - das sind die Welten, die der britische Schriftsteller H.G. Wells erfindet. Und zwar Jahrzehnte bevor Hollywood anfängt diese Stoffe in Masse zu produzieren. Herbert George Wells wird am 21. September 1866 in Bromley geboren. Es ist ein Unfall, der dem Sohn aus kleinbürgerlichen Verhältnissen den Weg zur Literatur ebnet. Als Achtjähriger bricht sich Wells bei einem Sturz den Fuß und beginnt zu lesen. Er wird zu einem der bekanntesten Autoren der Welt. Sein Roman "Der Krieg der Welten" wird zweimal verfilmt, zuletzt 2005 von Steven Spielberg. H.G. Wells stirbt 1946 in London. Bis heute gilt er als Pionier der Science-Fiction-Literatur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Elmar Schenkel, emeritierter Professor für britische Literatur an der Universität Leipzig Michael Foot: H.G. - The History of Mr Wells. Berlin/Prag 1996 H.G. Wells: Experiment in Autobiography (1934) Adam Roberts: A History of Science Fiction (2016) Elmar Schenkel: Der Prophet im Labyrinth. Eine essayistische Erkundung. München 2004 Weiterführende Links: Stichtag: 6. Mai 1915 - Orson Welles wird geboren Zeitzeichen: 18. Dezember 1946 - Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Tiemann Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Sunday · 14 min

    Wie eine Krankenpflegerin die Polio-Behandlung revolutionierte

    In den 1940er-Jahren sagen fast alle Ärzte: Polio-Patienten müssen ruhig gestellt werden. Doch Elizabeth Kenny (angeblich geb. 20.09.1886) macht das Gegenteil und wird damit berühmt. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: wie Poliomyelitis - auch bekannt als Kinderlähmung - in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwere Epidemien auslöst, wie die australische Krankenpflegerin Elizabeth Kenny um 1910 das erste Mal auf Kinder mit Polio trifft, vom Gründungsmythos der Kenny-Methode, dass Elizabeth Kenny ihre eigene Lebensgeschichte etliche Male aufhübscht. In den 1940er-Jahren gehen Bilder von Kindern durch die Medien, deren Körper mit Schienen und Gurten auf Metallrahmen fixiert sind. Der Name hinter dem Grauen lautet: Poliomyelitis - auch bekannt als Kinderlähmung oder einfach Polio. Besonders große Ausmaße erreichen die Ausbrüche in den USA in den 1940er- und 50er-Jahren. In dieser ungewissen Zeit setzen mehr und mehr Menschen ihre Hoffnung in eine über 60 Jahre alte Frau: Elizabeth Kenny. Keine Ärztin, keine Wissenschaftlerin, sondern eine Krankenpflegerin aus dem Hinterland Australiens. Kenny wird zur Heilsfigur von Millionen von Eltern und zu einer der prominentesten Frauen in den USA. Sie verändert die Behandlung von Menschen mit Polio nachhaltig. Kenny setzt auf Wärme und gezielte Bewegungsübungen, also auf Physiotherapie. Viele Ärzte sind misstrauisch. Einige bezeichnen sie als Spinnerin, andere beschweren sich über ihren Charakter. Trotzdem verändert Kenny die Behandlung von Menschen mit Polio und verschafft damit auch Physiotherapeuten größere Anerkennung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: • Naomi Rogers, Medizinhistorikerin Naomi Rogers: Polio Wars: Sister Kenny and the Golden Age of American Medicine. New York: Oxford University Press. 2013. • Allan Hildon: The Woman Who Invented Herself: An Interdisciplinary Exploration of the Construction of Elizabeth Kenny’s Polio Treatment Discovery Story. PhD thesis, University of Essex. 2019. • Victor Cohn: Sister Kenny: The Woman Who Challenged the Doctors. Minneapolis: University of Minnesota Press. 1975 Weiterführende Links: Stichtag: 26. April 1954 - Massenimpfungen gegen Polio in den USA beginnen Zeitzeichen: 26. April 1954 - Polio: Ein Mittel gegen die verheerende Infektion Stichtag: 14. September 1929 - Eiserne Lunge wird erstmals vorgestellt Sister Kenny Memorial Project Committee: Lehrvideo von Elizabeth Kenny Planet Wissen: Impfungen - Schutz gegen Krankheiten Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Suvak Technik: Moritz Raestrup

  • Saturday · 14 min

    Die Akte Ötzi: Wie starb der Steinzeit-Mann?

    Als Wanderer am 19.9.1991 eine Leiche im Eis finden, ist ihnen die Sensation nicht gleich klar. Doch dann wird langsam deutlich: Der Tote liegt seit 5300 Jahren dort - und er ist ein Mordopfer. In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting: warum der gute Zustand der Mumie ihr fast zum Verhängnis wird, vom richtigen Riecher Reinhold Messners, was man alles über Ötzi herausgefunden hat - von der Todesursache bis hin zu Tattoos, wo man Ötzi heute besuchen kann. Am 19. September 1991, einem heißen Spätsommertag, entdeckt ein Ehepaar aus Nürnberg auf seiner Wanderung in den Ötztaler Alpen die Gletschermumie Ötzi. Der Fund erregt international Aufsehen. Das gab es noch nie: Eine Mumie, mehrere tausend Jahre alt und in ausgezeichnetem Zustand - mitsamt vollständiger Bekleidung und Ausrüstungsgegenständen. Für die Wissenschaft öffnet sich durch Ötzi ein Fenster zu einer Epoche, die als verschüttet galt. Die Mumie "erzählt", wie Menschen vor 5.300 Jahren ihr Leben meistern, dass sie auch damals schon an sogenannten "Zivilisationskrankheiten" leiden und sogar alternative Behandlungsmethoden entwickeln. Und so wie es aussieht, ist Ötzis Geschichte noch lange nicht zu Ende. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Albert Zink, Anthropologe und Mumienforscher Albert Zink: Ötzi. 100 Seiten. Ditzingen 2016 Ötzi-Wissensdatenbank Weiterführende Links: Stichtag: 18. Dezember 2009 - Entdeckung der "Grotte Chauvet" Frag doch mal die Maus: Warum heißen Mumien so? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Stephan Beuting Redaktion: Frank Zirpins

  • Friday · 14 min

    Kampf gegen die Revolution der Männer: Olympe de Gouges

    Ist in der Französischen Revolution von Menschenrechten die Rede, sind nur die Rechte von Männern gemeint. Olympe de Gouges kämpft im September 1791 dagegen an - und gibt dafür ihr Leben. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: wie Olympe de Gouges aus Männerrechten Menschenrechte macht, warum sie schon früh gegen Sklaverei und Unterdrückung anschreibt, weshalb ihre Forderungen nach Gleichberechtigung auf taube Ohren stoßen, wie sie zur schärfsten Kritikerin Robespierres wird, warum ihr Name fast 200 Jahre lang vergessen bleibt. Mit der Französischen Revolution verbinden viele Menschen die Parole "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Olympe de Gouges erkennt jedoch früh, dass die gefeierten Menschenrechte Frauen nicht einschließen. 1791 formuliert sie deshalb ihre eigene Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin und fordert politische, gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung. Die Schriftstellerin mischt sich immer wieder in die politischen Konflikte ihrer Zeit ein. Sie kritisiert Gewalt, Terror, Machtmissbrauch und Sklaverei und verteidigt ihre Überzeugungen unbeirrt. Damit macht sie sich mächtige Feinde. Nach ihrer Verhaftung wird sie 1793 vor das Revolutionstribunal gestellt und hingerichtet. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Heike Specht (Historikerin und Autorin) Olympe de Gouges: Die Rechte der Frau und andere Texte. Stuttgart 2018 Olympe de Gouges: Denkschrift der Madame de Valmont. Sulzbach 1987 Heike Specht: Nicht mit uns! Wie Frauen Geschichte schrieben und wieder ausradiert wurden. Eine Warnung. München 2026 Sibylle Peine: Olympe de Gouges. In: Ohne Furcht ins Weite hinaus. Biographien streitbarer Frauen. Solothurn und Düsseldorf 1995 Weiterführende Links: Olympe de Gouges bei FemBio Olympe de Gouges: Reflexionen über die versklavten schwarzen Menschen (französisch) Olympe de Gouges: Politisches Testament (französisch) Zeitzeichen 06.05.1758: Maximilien Robespierre wird geboren Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Frank Zirpins

  • September 17 · 14 min

    Die erste Langspielplatte war ein hitverdächtiger Flop

    Am 17. September 1931 stellt RCA eine Schallplatte für lange Musikstücke vor, also die erste LP. Doch der große Erfolg diese Mediums lässt noch fast zwei Jahrzehnte auf sich warten. In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz: warum die erste Langspielplatte bereits 1931 vorgestellt wird und trotzdem nahezu in Vergessenheit gerät, wie eine Schallplatte zum Vorbild für die berühmten "Golden Records" der Voyager-Raumsonden wird, weshalb ausgerechnet die Abspieltechnik den frühen Durchbruch der LP verhindert, welche Ideen der gescheiterten RCA-Platte später den weltweiten Vinyl-Erfolg ermöglichen. Die Langspielplatte erlebt seit Jahren ein bemerkenswertes Comeback. Neue Alben erscheinen auf Vinyl, Sammlerinnen und Sammler stöbern in Plattenläden und viele Musikfans schwören auf den besonderen Klang der schwarzen Scheiben. Dabei kennen selbst eingefleischte LP-Liebhaber oft nicht die eigentliche Vorgeschichte ihres Lieblingsmediums. Schon 1931 stellt RCA in New York eine Platte mit 33-ein-Drittel Umdrehungen pro Minute vor. Sie bietet eine bis dahin unerreichte Spielzeit und nutzt Technologien, die später zum Standard werden. Doch die Weltwirtschaftskrise, teure Geräte und technische Probleme verhindern den Erfolg. Erst Jahre später wird aus der frühen Vision ein Massenprodukt und die LP zu einem der bedeutendsten Tonträger der Musikgeschichte. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Frank Lechtenberg (Medienwissenschaftler, Technische Hochschule Ostwestfalen, Autor beim Magazin Fidelity) Gillian G. Gaar, Martin Popoff u.a.: Into the Groove. Vinyl-Kult. Die Geschichte der Schallplatte. München 2024 Robert Greenberg: Music History Monday Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. https://kurz.wdr.de/podcastpicker-zeitzeichen Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Uwe Schulz Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse

  • September 16 · 14 min

    Hitlers jüdische Prinzessin: Stephanie von Hohenlohe

    Sie wusste mit ihren Reizen zu spielen, wurde Hitlers Vertraute und spionierte für ihn - und das trotz ihrer jüdischen Herkunft: Die spätere Prinzessin von Hohenlohe Waldenburg-Schillingsfürst. In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller: wie aus einer jungen Frau aus einfachen Wiener Verhältnissen eine Prinzessin mit besten Kontakten wird, weshalb sie für Hitler geheime Kanäle nach Großbritannien und in die USA eröffnet, wie sie den britischen Medienmagnaten Lord Rothermere für politische Ziele gewinnt, warum ihre geheime Mission nach London 1938 auffliegt, wie sie selbst nach Haft und Internierung immer wieder neue einflussreiche Netzwerke aufbaut. Als Stephanie von Hohenlohe 1891 in Wien geboren wird, deutet wenig auf ihren späteren Aufstieg hin. Doch sie entwickelt ein außergewöhnliches Talent, Menschen für sich einzunehmen, und bewegt sich bald souverän in den höchsten Kreisen Europas. Zwischen den Weltkriegen knüpft sie Verbindungen zu Adligen, Politikern und Medienunternehmern. Schließlich wird sie zu einer wichtigen Mittlerin für das NS-Regime. Ihre Geschichte führt von Wien über London und Berlin bis in die USA und zeigt, wie sehr persönlicher Einfluss politische Entscheidungen beeinflussen kann. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. habil. Karina Urbach (Historikerin, London) Karina Urbach: Hitlers heimliche Helfer. Der Adel im Dienst der Macht. Darmstadt 2016 Weiterführende Links: Planet Wissen: Der Weg in den Zweiten Weltkrieg Zeitzeichen 13.03.1938: Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Edda Dammmüller Redaktion: Sefa Inci Suvak

  • September 15 · 14 min

    Erster Schwarzer Staatsbürger Deutschlands: Mandenga Diek

    Dass Diek (geb. 15.9.1871) eingebürgert wird, ist im Kaiserreich eine absolute Ausnahme. Die Staatsbürgerschaft schützt ihn nicht vor Rassismus - nicht einmal in der eigenen Familie. In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe: wie Mandenga Diek aus Kamerun nach Hamburg kommt, weshalb seine Einbürgerung im Kaiserreich eine Ausnahme bleibt, wie er sich trotz rassistischer Erfahrungen ein Leben in Deutschland aufbaut, wie Diek sich für Schwarze Menschen in Deutschland engagiert, welche Rolle ein Familienfoto nach dem Zweiten Weltkrieg bei einer Flucht spielt. Mandenga Diek reist 1891 aus Kamerun nach Hamburg. Er lernt Deutsch, absolviert eine Schusterlehre und beantragt schließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. 1896 wird seinem Antrag stattgegeben. Nach heutigem Forschungsstand ist er damit der erste Schwarze Staatsbürger im Deutschen Kaiserreich. Diek engagiert sich in Vereinen, engagiert sich politisch für die Rechte Schwarzer und wird Teil einer wachsenden Schwarzen Community. Doch das NS-Regime beendet das bürgerliche Leben von Diek und seiner Familie - und entzieht ihnen schließlich die Staatsbürgerschaft. Bald darauf wird ein Familienfoto wird zum Schlüssel für das Überleben der Angehörigen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Abenaa Adomako (Urenkelin von Mandenga Diek) Katharina Oguntoye: Schwarze Wurzeln. Afro-deutsche Familiengeschichten von 1884 bis 1950. Leipzig 2020 Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak

  • September 14 · 14 min

    Dante Alighieri: Wie die Hölle einen Dichter unsterblich macht

    Keine Angst vor Dante (gestorben am 14.9.1321): Wer war der Dichter, der die Hölle beschrieb wie kein Zweiter und bis heute nach dem Sinn des Lebens fragen lässt? In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk: wie Dante trotz Verbannung, Armut und Exil sein bedeutendstes Werk vollendet, warum die Figur der Beatrice zum Mittelpunkt seiner Dichtung wird, weshalb die "Göttliche Komödie" weit mehr ist als eine Geschichte über die Hölle, wie Dante mit seinem Werk das Italienische als Schriftsprache begründet, warum seine Bilder von Himmel und Hölle Künstler bis in die Gegenwart inspirieren. Dante Alighieri wächst in Florenz auf, wird Politiker, Dichter und Gelehrter. Seine Lebensgeschichte bleibt in vielem rätselhaft, denn er stellt sein Werk konsequent über die eigene Biografie. Besonders die Gestalt der Beatrice prägt seine Dichtung und wird zur treibenden Kraft seiner literarischen Welt. Nach seiner Verbannung aus Florenz lebt Dante viele Jahre im Exil. In dieser Zeit entsteht die "Comedia", die später als "Göttliche Komödie" berühmt wird. Die Vision einer Reise durch Jenseits, Läuterung und Paradies macht das Werk zu einem Meilenstein der Weltliteratur. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Winfried Wehle (Romanist, Literaturwissenschaftler und Feuilletonist, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Dante-Gesellschaft) Franziska Meier: Besuch in der Hölle. Dantes Göttliche Komödie. Biographie eines Jahrtausendbuchs. München 2021 Ulrich Prill: Dante. Stuttgart 1999 Dante Alighieri: Die göttliche Komödie. Köln 1979 Weiterführende Links: Zeitzeichen: Die Zünfte entmachten den Adel in Florenz (im Jahr 1293) Deutsche Dante-Gesellschaft Europeana: Werke von Dante Alighieri Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Maren Gottschalk Redaktion: Ronald Feisel und Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann

  • September 13 · 14 min

    Albert Einstein und Mileva Marić: Eine Lovestory ohne Happy End

    1896 beginnt die Liebesgeschichte von Mileva Marić und Albert Einstein. Sie forschen gemeinsam. Dann zerbricht die Beziehung: ihre Liebesbriefe enthüllen Geheimnisse. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: wie ein sensationeller Brieffund 1986 völlig neue Einblicke in Einsteins Privatleben liefert, warum Mileva Marić zu den ersten Physikstudentinnen im deutschsprachigen Raum gehört, welches lange verborgene Familiengeheimnis erst durch die Liebesbriefe bekannt wird, weshalb Milevas Anteil an Einsteins wissenschaftlichem Werk bis heute umstritten ist, mit welcher Taktik Mileva bei der Scheidung ihre Zukunft absichert. Albert Einstein und Mileva Marić lernen sich 1896 am Polytechnikum in Zürich kennen. Aus einem zunächst fachlichen Austausch über Physik und Mathematik entwickelt sich eine intensive Liebesbeziehung. Die erhaltenen Briefe zeigen zwei junge Menschen, die gemeinsam diskutieren, musizieren und von einer Zukunft als gleichberechtigte Partner träumen. Doch auf die unbeschwerte Studienzeit folgen Rückschläge, familiäre Widerstände und zunehmende Spannungen. Während Einstein wissenschaftlich immer erfolgreicher wird, verändert sich das Verhältnis der beiden grundlegend. Erst Jahrzehnte später ermöglichen die wiederentdeckten Briefe einen neuen Blick auf ihre Beziehung. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Anne-Kathrin Kilg-Meyer (Autorin und Scheidungsanwältin) Anne-Kathrin Kilg-Meyer: Wie sich Mileva Einstein Alberts Nobelpreisgeld sicherte. München 2025 Albert Einstein und Mileva Marić: Am Sonntag küss ich Dich mündlich. Die Liebesbriefe 1897-1903. München 1992 Weiterführende Links: Zeitzeichen 24.03.1934: Albert Einstein wird die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt Zeitzeichen 09.07.1955: Das Russell-Einstein-Manifest wird veröffentlicht Bayern 2: Mileva Marić - Die Frau hinter Einsteins Relativitätstheorie? Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Martina Meißner Redaktion: Matti Hesse

  • September 12 · 14 min

    Das wahre "Danish Girl": Transgender-Pionierin Lili Elbe

    Für einen weiblichen Körper riskiert die Malerin ihr Leben: Als eine der ersten unterzieht sie sich einer Geschlechtsangleichung. Am 12.9.1931 stirbt sie als Lili Elbe. In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich: wie Einar Wegener wegen eines abgesagten Termins in Frauenkleider schlüpft, wie Einar seiner Frau als Lili Modell sitzt, von der dramatischen Wandlung, die Einar Wegener durchlebt, welchen Einfluss das Medizinwissen Anfang des 20. Jahrhunderts auf Lili Elbe hat. Für den Gynäkologen Kurt Warnekros ist der Fall Ende der 1920er Jahre klar. Der dänische Maler Einar Wegener, der vor ihm steht, ist in seinen Augen intergeschlechtlich. Geboren mit den Merkmalen beider Geschlechter. Warnekros ist wohl der Erste, der sagt: Ich kann Ihnen helfen, eine Frau zu werden. Er lädt Einar Wegener in die Dresdner Frauenklinik ein. Einar ist außer sich vor Glück. Dieser Mann bedeutet für ihn Rettung, mehr noch: Erlösung. Im April 1930 bezieht Lili Elbe ein Einzelzimmer in der Frauenklinik. Vor ihr liegt ein Marathon an Eingriffen. Kurt Warnekros glückt die vollständige Geschlechtsangleichung. Sie gilt als eine der ersten Transitionen weltweit. Im Sommer 1931 folgt eine weitere Operation in Dresden. In der heutigen Forschung bestehen Zweifel über die Art des Eingriffs. Eine Gebärmuttertransplantation? Das Modellieren einer Scheidenplastik? Die Operation jedenfalls überlebt Lili Elbe nur um ein paar Wochen. Sie stirbt am Vormittag des 12. Septembers 1931 in der Klinik. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Marina Lienert, Institut für Geschichte der Medizin, Dresden Lili Elbe: Ein Mensch wechselt sein Geschlecht. Eine Lebensbeichte. Aus hinterlassenen Papieren. Niels Hoyer (Hg.). Dresden 1932 Hélène Allatini: Il at Elle. (IN Mosaïques. S. 198 bis 237.) Éditions de la Nouvelle Revue Critique (N.R.C.) Paris 1939 Benno Gammerl: Queer. Eine deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis heute. München 2023 Weiterführende Links: Institut für Geschichte der Medizin, Dresden Planet Wissen: Gendermedizin: Warum Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden müssen Planet Wissen: Ostdeutschland - Geschichte der Stadt Dresden Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Claudia Friedrich Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inçi Suvak

  • September 11 · 15 min

    Die Saudi-Connection: Verheimlichte Spuren von 9/11

    Am 11.9.2001 erschüttert Terror die USA und die Welt. Die meisten der Attentäter kommen aus Saudi-Arabien - doch das Land steht zunächst nicht im Fokus des "Kriegs gegen den Terror". In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolaus Steiner: wieso Saudi-Arabien in Verdacht gerät, etwas mit den Anschlägen zu tun zu haben, warum eine Überlebende der Darstellung der US-Regierung zu den Anschlägen nicht glaubt, warum viele hundert Angehörige von Opfern Saudi-Arabien auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen, welche Rolle das saudische Ministerium für islamische Angelegenheiten gespielt haben könnte. Am Morgen des 11. Septembers 2001 kapern 19 Attentäter fast zeitgleich vier Passagierflugzeuge in den USA. Sie stürmen die Cockpits und übernehmen die Steuerung. Eine Maschine lenken sie in den Nordturm des New Yorker World Trade Center, eine zweite Maschine in den Südturm. Ein dritter Jet stürzt ins Washingtoner Pentagon, den Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums. Eine vierte Maschine ist offenbar ebenfalls auf dem Weg nach Washington D.C., als Passagiere versuchen, ins Cockpit einzudringen. Aber kurz bevor sie die Attentäter überwältigen können, steuern diese das Flugzeug Richtung Boden. Die Maschine stürzt auf offenem Feld ab. 2.977 Menschen sterben an diesem Tag, auch die 19 Attentäter. Mehr als 6.000 Menschen werden verletzt. Weil 15 der 19 Attentäter aus Saudi-Arabien stammen, taucht bald die Frage auf, ob das Königreich bei den Anschlägen seine Finger im Spiel hat. Viele Fragen zur Rolle Saudi-Arabiens sind bis heute unbeantwortet, was auch an der besonderen Beziehung zwischen den USA und Saudi-Arabien liegen könnte. Es geht um Öl und Geopolitik. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Sharon Premoli, Autorin und Überlebende der Anschläge Kenneth Williams, ehemaliger FBI-Ermittler Daniel Benjamin, ehem. Anti-Terror-Koordinator im US-Außenministerium Die "28 Seiten" aus der Joint Inquiry into Intelligence Community Activities before and after the Terrorist Attacks of September 11, 2001 Bericht der 9/11-Kommission (2004) über die Terroranschläge Akten zur FBI-internen Ermittlung “Operation Encore" (freigegeben 2021) Urteil des Bezirksrichters George B. Daniels (2025) Weiterführende Links: Planet Wissen: New York - Die Terroranschläge vom 11. September 2001 Planet Wissen: Naher und Mittlerer Osten - Geschichte des Irans seit 1900 Planet Wissen: US-Präsidenten - George H.W. Bush und George W. Bush Unser Hörtipp: Podcast "Dark Matters" - Geheimnisse der Geheimdienste: Sonderstaffel "Staatsgeheimnis 9/11" Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Nikolaus Steiner Redaktion: David Rother Technik: Steffen Jahn

  • September 10 · 14 min

    Frieden in Europa: Deutschland tritt dem Völkerbund bei

    Nach dem Ersten Weltkrieg ist Deutschland isoliert. Außenminister Stresemann erreicht mit dem Beitritt zum Völkerbund am 10.9.1926 die Rückkehr auf die Bühne Europas. In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner: welches Ziel der nach dem Ersten Weltkrieg gegründete Völkerbund hat, wie Gustav Stresemann aus ehemaligen Kriegsgegnern wichtige Verhandlungspartner macht, weshalb er im eigenen Land von rechts wie von links angegriffen wird, wie die Verträge von Locarno Deutschlands Weg zurück in die internationale Politik ebnen, warum Historiker heute in Stresemanns Politik ein frühes Modell europäischer Zusammenarbeit sehen. Nach dem Ersten Weltkrieg scheint eine Annäherung zwischen Deutschland und den Siegermächten kaum vorstellbar. Der Versailler Vertrag belastet die Beziehungen, die Ruhrbesetzung verschärft die Spannungen zusätzlich. Trotzdem setzt Gustav Stresemann als deutscher Außenminister auf Verständigung statt Konfrontation. Sein Engagement hat Erfolg: Im September 1926 wird Deutschland Mitglied im Völkerbund und erhält einen ständigen Sitz im wichtigsten Gremium der Organisation. Acht Jahre nach der Niederlage des deutschen Kaiserreichs ist das Land als Weimarer Republik wieder als gleichberechtigter Partner in der internationalen Politik vertreten. Das ist unser wichtigster Interviewpartner: Andreas Rödder (Historiker Uni Mainz) Weiterführende Links: Zeitzeichen 10.05.1878: Gustav Stresemann wird geboren Stichtag 28.06.1919: Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet Zeitwort 11.01.1923: Französische und belgische Truppen besetzen das Ruhrgebiet DLF Nova: Folgen des Ersten Weltkriegs – Die Verträge von Locarno 1925 Tipp: Parallel zum Start der 5.Staffel von Babylon Berlin in der ARD-Mediathek gibt es auch das Babylon Berlin Game „Eine Nacht im Moka Efti: Eine Babylon Berlin Story“, kostenlos downloadbar über Steam (für Desktop) Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Martina Meißner Redaktion: Carolin Rückl und David Rother Technik: Moritz Raestrup

  • September 9 · 14 min

    Der blutige Attica-Gefängnisaufstand 1971: Was geschah wirklich?

    Im September 1971 bringen fast 1300 Häftlinge das Gefängnis Attica unter ihre Kontrolle. Nach fünf Tagen stürmt die Polizei das Gefängnis - mit fatalen Folgen. Was wirklich geschah, wird jahrzehntelang vertuscht. In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand: welche Zustände 1971 im Attica-Gefängnis herrschen und wie brutal Häftlinge behandelt werden, wie aus einem chaotischen Aufruhr ein organisierter Protest von mehr als 1.200 Gefangenen wird, welche Rolle Häftling Don Noble und Wärter Michael Smith während der Geiselnahme spielen, wie die Polizei beim Sturm des Gefängnisses 38 Menschen durch Schüsse tötet, welche Falschmeldungen anschließend von der Polizei in Umlauf gebracht werden. Der Gefängnisaufstand von Attica zählt zu den folgenreichsten Ereignissen der US-Justizgeschichte. Die Gefangenen protestieren gegen Überbelegung, mangelhafte medizinische Versorgung und Misshandlungen. Nach Beginn des Aufstands übernehmen sie Teile des Gefängnisses und treten mit konkreten Forderungen an die Öffentlichkeit. Fünf Tage lang richten sich die Blicke des ganzen Landes auf das Gefängnis. Journalisten, Politiker und Vermittler verfolgen die Verhandlungen, während die Situation zunehmend außer Kontrolle gerät. Als Sicherheitskräfte eingreifen, endet die Konfrontation in einem Blutbad. Die Folgen beschäftigen Gerichte, Historiker und Betroffene noch Jahrzehnte später. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Heather Ann Thompson (Historikerin) Heather Ann Thompson: Blood in the Water. The Attica Prison Uprising of 1971 and Its Legacy. New York 2016 Tom Wicker: A Time to Die. The Attica Prison Revolt. New York 1975 Weiterführende Links: Panorama: Meuterei und Blutbad in Attica (Beitrag vom 20.09.1971) Spiegel: Gefängnisse - Lieber sterben (19.09.1971) ZDF: Überleben hinter Gittern - Doku-Serie über Gefängnisse der Welt Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Kolja Sand Redaktion: Matti Hesse

  • September 8 · 14 min

    Die Schlacht bei Marathon und die Legende vom Läufer

    490 v. Chr. rennt ein Läufer nach dem Sieg von Marathon nach Athen und stirbt. Aus der Legende entsteht ein Mythos von Freiheit - und ein weltberühmter Lauf. In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach: was die antike Schlacht mit dem beliebten Marathonlauf zu tun hat, wie gut Griechen und Perser eigentlich verbunden sind, warum es trotzdem zum Angriff der Perser gegen die Griechen kommt, wieso die Schlacht bei Marathon lange Zeit als Kampf für die Freiheit des Abendlandes gesehen wird. Im September 490 vor Christus brennt die Sonne glutheiß auf die fast baumlose Ebene von Marathon, rund 40 Kilometer nordöstlich von Athen. Vor der Küste aus Sand und Sümpfen landen Hunderte persische Schiffe. Beladen mit Pferden, Reitern und Bogenschützen. 10.000 Athener, unterstützt von 1.000 Plataiern, stellen sich zur Schlacht auf. An der Küste warten die zahlenmäßig weit überlegenen Perser. Zwischen ihnen die Ebene von Marathon. Unter dem Pfeilhagel der Perser stürmen die Athener plötzlich in voller Rüstung auf die Gegner zu. Die Athener treiben die Perser zurück auf ihre Schiffe, mit denen sie flüchten und direkt auf Athen zusteuern. Die Athener aber eilen ebenfalls dorthin zurück. Und es gelingt ihnen, früher dort anzukommen. Als die Perser dies erkennen, wenden sie ihre Schiffe und kehren zurück nach Asien. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Prof. Dr. Angela Ganter, Althistorikerin, Universität Regensburg Prof. Dr. Raimund Schulz, Althistoriker, Universität Bielefeld Raimund Schulz: Die Perserkriege, Berlin-Boston 2017 Angela Ganter: Griechische Geschichte, München 2024 Wolfgang Will: Die Perserkriege, München 2019 Karl-Joachim Hölkeskamp: Marathon - vom Monument zum Mythos, in: Gab es das griechische Wunder?, hrsg. von D. Papenfuß, V. M. Strocka, Mainz 2001 Weiterführende Links: Planet Wissen: Übersicht: Antike Zeitzeichen: 02.10.0480 v. Chr. - Ende der Seeschlacht bei Salamis Zeitzeichen: 04.08.0465 v. Chr. Todestag des persischen Großkönigs Xerxes Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach Redaktion: Sefa Inci Suvak Technik: Sascha Schiemann

  • September 7 · 14 min

    30 Jahre Mord an Tupac Shakur: Vom Ballettschüler zur Rap-Ikone

    Als Sohn einer Black-Panther-Aktivistin wird er zur Stimme des Hip-Hop. 30 Jahre nach den Schüssen gibt es nun ein Urteil im Fall 2Pac. In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer: mit welchen letzten Worten Tupac einen Polizisten beleidigt, auf wen Tupacs Name zurückgeht, welche Lücke zwischen Gesetzen und Wirklichkeit in der afroamerikanischen Bevölkerung klafft, wie Tupac die Härte des Gangsta-Rap mit Poesie, politischer Wut und großer Verletzlichkeit verbindet, wie der Streit zwischen Tupac und Biggie zum Motor ihrer Karrieren wird. Am 7. September 1996 besucht der Rapper Tupac in Las Vegas einen Boxkampf seines Freundes Mike Tyson. In der Lobby gerät Tupac in eine Prügelei mit Orlando Anderson, einem Mitglied der South Side Compton Crips. Tupac schlägt ihn nieder. Zwei Stunden später sitzt er als Beifahrer im Wagen seines Label-Managers Suge Night. An einer roten Ampel fallen Schüsse. Suge Night wird am Kopf gestreift, Tupac treffen die Schüsse am Arm, am Bein und in der Brust. Sechs Tage später stirbt er an den Folgen. Sechs Monate später wird auch The Notorious B.I.G, genannt Biggie, erschossen. Zwischen Tupac und Biggie herrscht ein jahrelanger Streit. Bis heute ranken sich Mythen und Verschwörungstheorien um beide Morde. Orlando Anderson gilt als wahrscheinlichster Mörder Tupacs. Doch er wird nie angeklagt und stirbt selbst zwei Jahre später bei einer Schießerei. Dass der Fall nie vollständig aufgeklärt wird, liegt auch am sogenannten Code of the Streets - dem ungeschrieben Gesetz in den benachteiligten Vierteln Amerikas: Wer mit der Polizei redet, gilt als Verräter. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Jan Kawelke, Musikjournalist und Hip-Hop-Experte Staci Robinson: Tupac Shakur: The Authorized Biography. 2023 Rolling Stone: Die letzten Tage im Leben von Tupac Shakur Unser Hörtipp: Rap liebt Politik. Und Politik liebt Rap. Vassili Golod und unser Interviewpartner Jan Kawelke sprechen und streiten über diese Liebesgeschichte. Es geht um Menschen mit einer Stimme, um Menschen mit Macht: COSMO Machiavelli - Rap und Politik Weiterführende Links: Planet Wissen: Musikmetropole New York Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Erik Hlacer Redaktion: Matti Hesse

  • September 6 · 14 min

    Bayerns Robin Hood: Räuber Matthias "Hiasl" Klostermayr

    Den einen ist er ein Volksheld, den anderen ein Verbrecher: Matthias Klostermayr raubt, wildert - und versorgt die Bauern mit Fleisch. Am 3.9.1771 wird er hingerichtet. In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler: woher Klostermeiers Spitzname Hiasl stammt, wie Matthias Klostermeier zum Wilddieb wird, warum Landwirte Klostermeiers Dienste gerne in Anspruch nehmen, wie Klostermeier und seine Bande von Wilddieben zu Räubern und Mördern werden. Für die einen ist er ein Volksheld, eine Art Robin Hood, für die anderen ein Verbrecher. Und so ein wenig Recht haben bei diesem Streit um den Bayerischen Hiasl wahrscheinlich beide Seiten. Schon als Junge kann Matthias Klostermeier hervorragend schießen. Schon früh erlegt er seinen ersten Hirsch. Nun darf nicht jeder einfach Hirsche schießen. Jagen darf damals nur der Adel und der hohe Klerus. Klostermeier und seine Anhänger sind jedoch davon überzeugt, dass sie ein Recht auf das freie Wild haben. Und schon bald beschränkt Klostermeier sich nicht mehr auf das Wildern. Die Hiasl-Bande raubt und plündert, überfällt Forst- und Wirtshäuser. Es gibt Tote. Im Dezember 1770 macht sich eine militärische Expedition auf die Suche nach dem Hiasl und seiner Bande. Am 14. Januar 1771 wird der Hiasl festgenommen. Er verpfeift alle seine Komplizen und Helfer und gesteht Räubereien, Landfriedensbrüche und Totschläge. Am 6. September 1771 wird Matthias Klostermeier hingerichtet - wobei der Henker mit großem Einfallsreichtum zu verschiedenen, äußerst brutalen Mitteln greift. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Barbara Kurz vom historischen Förderverein Bayerischer Hiasl Kissing e.V. Hans Schelle: Der bayerische Hiasl. Lebensbild eines Volkshelden (Rosenheimer Raritäten). Rosenheim 1991 Weiterführende Links: Planet Wissen: Tier und Mensch - Jagd Planet Wissen: Verbrechen - Räuber Planet Wissen: Das Zeitalter des Barock Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse Technik: Sarah Fitzek

  • September 5 · 13 min

    Der seltsame Fall des Monsieur Fouquet

    Ein rauschendes Fest in Vaux-le-Vicomte, ein Musketier und ein royaler Politthriller: Am 5. September 1661 lässt Ludwig XIV. seinen Finanzminister Nicolas Fouquet verhaften - der Auftakt zu einem spektakulären Schauprozess. In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg: wie Nicolas Fouquet mit Vaux-le-Vicomte das damals beeindruckendste Schloss Frankreichs errichten lässt, welche Rolle Jean-Baptiste Colbert beim politischen Sturz des Finanzministers spielt, weshalb ausgerechnet D’Artagnan den einst mächtigen Minister festnimmt, wie Fouquets Künstler und Ideen später Versailles prägen. Nicolas Fouquet steigt als Angehöriger des Amtsadels bis an die Spitze der französischen Finanzverwaltung auf. Mit Reichtum, Einfluss und einem spektakulären Schloss demonstriert er seine Stellung am Hof. Nach dem Tod Kardinal Mazarins hofft er auf weiteren politischen Aufstieg. Doch der junge Ludwig XIV. verfolgt eigene Pläne und will die Macht stärker in seiner Person bündeln. Während Frankreich unter gewaltigen Schulden leidet, wächst das Misstrauen des Königs gegenüber seinem Finanzminister. Hinter den Kulissen arbeitet ein Netzwerk aus Rivalen, Informanten und politischen Gegnern an Fouquets Sturz. Aus einem Machtkampf wird eines der spektakulärsten Gerichtsverfahren der französischen Geschichte, dessen Folgen weit über die Person des Ministers hinausreichen. Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner: Dr. Christine Howald (Fouquet-Expertin, stellvertretende Direktorin des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin) Christine Howald: Der Fall Nicolas Fouquet. Mäzenatentum als Mittel politischer Selbstdarstellung 1653-1661. Berlin 2011 Lothar Schilling: Das Jahrhundert Ludwigs XIV. Frankreich im Grand Siècle 1598-1715. Darmstadt 2010 Olivier Bernier und Manfred Allié: Ludwig XIV. Eine Biographie. Zürich 1989 Leonhard Horowski: Die Belagerung des Thrones. Machtstrukturen und Karrieremechanismen am Hof von Frankreich 1661-1789. Ostfildern-Ruit 2012 Uwe Schultz: Der Herrscher von Versailles. Ludwig XIV. und seine Zeit. München 2006 Weiterführende Links: Planet Wissen: Ludwig XIV. – der "Sonnenkönig" Zeitzeichen 13.04.1655: "Der Staat bin ich": Der Satz, der nie gesagt wurde Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob? Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens! Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Christoph Vormweg Redaktion: Emily Jeuckens, Frank Zirpins Technik: Thomas Bleul

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