Skip to content
Artwork for Schöner glauben
Religion & SpiritualityChristianityNewsPolitics

Schöner glauben

Schöner glauben Netzwerk

Herausfinden, wie Glaube heute schön sein kann.

Play
  • 43 episodes
  • a few times a week
  • Avg 1 hr 15 min
  • German
Counted on this page — what you have heard stays on this device, so it is not something the list can be paged by.
  • #252
    Thursday · 1 hr 4 min

    #interview | Jonas Trochemowitz – Widersprechen sich Queerness und christlicher Glaube?

    Queerness und christlicher Glaube werden häufig als Gegensätze dargestellt. Doch wie entsteht dieser vermeintliche Widerspruch? Und was passiert, wenn queere Christ*innen ihren Glauben selbst gestalten? In dieser Folge spricht Marie Briese mit dem Sprachwissenschaftler Dr. Jonas Trochemowitz, der sich in seiner Dissertation mit dem Verhältnis von Queerness und christlichem Glauben beschäftigt hat. Dafür untersuchte er konservativ-christliche Diskurse, besuchte 50 queere Gottesdienste und analysierte, wie religiöse Widersprüche sprachlich und praktisch ausgehandelt werden. Im Gespräch geht es um die lange Geschichte queerer christlicher Gemeinschaften, um Gottesdienste als Schutzräume und um die Frage, wie Sprache, Liturgie und religiöse Traditionen verändert oder neu interpretiert werden. Dabei zeigt sich: Queere Gottesdienste sind keineswegs einheitlich. Zwischen traditionellen Ritualen und experimentellen Formen des Glaubens entstehen vielfältige Ausdrucksweisen queerer Christlichkeit. Auch die Frage nach der Deutungshoheit über die Bibel spielt eine wichtige Rolle. Warum werden queere Lebensweisen als Widerspruch zur göttlichen Schöpfung dargestellt? Und wie können Widersprüche selbst zu einer produktiven Kraft für Glauben und Theologie werden? Schließlich sprechen Marie und Jonas darüber, was Gemeinden ganz praktisch lernen können: Queere Menschen sind nicht erst noch in die Kirche zu integrieren – sie waren und sind längst Teil von ihr. Neu als Host bei Schöner Glauben: Marie Briese Mit dieser Folge stellt sich auch Marie Briese als Host bei Schöner Glauben vor. Marie ist Theologin und Wissenschaftlerin. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Überschneidungen von Rechtspopulismus, christlichem Fundamentalismus und Evangelikalismus auf Instagram. Sie bringt ihre wissenschaftliche Perspektive und ihre Erfahrungen mit Kirche und Glauben in die Gespräche bei Schöner Glauben ein. Themen der Folge: Queergottesdienste und ihre Geschichte Widersprüche zwischen Queerness und christlichem Glauben Diskriminierung und sichere Räume in Kirchen Queere Liturgie und die Veränderung religiöser Sprache Konservative und progressive Bibelauslegung Praktische Impulse für eine queerfreundliche Kirche Ein Gespräch über Widersprüche, religiöse Vielfalt und die Möglichkeit, Kirche anders zu gestalten.

    • Transcript
  • #251
    Monday · 1 hr 52 min

    #interview | Markus Weber - Wie schaffst du es, weiterzumachen?

    Diese Folge erscheint gleichzeitig beim Holy Club und bei Schöner Glauben – weil das Gespräch so wichtig ist, dass wir Reichweite maximieren wollten. Moritz spricht mit Markus Weber, Pastorenkollege und Gemeindeleiter bei Bistro Connected in Siegen, über seine Tochter Mara, über Organspende und darüber, was bleibt, wenn christlicher Glaube und echtes Leben aufeinanderprallen. Ein Hinweis vorab: Es geht den Verlust eines Kindes und um schwere Krankheit. Wenn das gerade zu viel ist, darf diese Folge warten. In dieser Folge: Markus erzählt vom Leben mit seiner ältesten Tochter – Frühchen mit 1000 Gramm, Sehbehinderung, Lernbehinderung, immer kämpfend, immer geliebt. Die Diagnose eines schweren Herzfehlers im Februar 2022, der gallopierende Verlauf, der Weg nach Berlin, die Listung als High Urgent, das Herzunterstützungssystem, der Schlaganfall in der Not-OP und die Monate auf der Intensivstation. Und der 15. Dezember 2024, als alle Geräte abgeschaltet wurden. Organspende – was jetzt wichtig ist: Mara wartete drei Wochen auf ein Herz. In Deutschland sind es im Durchschnitt Monate – Jahre, wenn man nicht High Urgent gelistet ist. Täglich sterben in Deutschland Menschen, die auf ein Organ warten. Was du tun kannst: Organspendeausweis besorgen – am besten die Plastikkarte, die nicht verlottert. Erhältlich bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder zum Download: organspende-info.de Ins Organspende-Register eintragen: organspende-register.de – Krankenhäuser und Rettungsdienste sollen künftig darauf Zugriff haben. Mit deinen Angehörigen sprechen. Ein Ausweis hilft, aber das Gespräch ist das Wichtigste. Das Opt-Ink-Tattoo: Ein offener Halbkreis als Zeichen – Spender und Empfänger. Kein rechtliches Dokument, aber ein Gesprächsöffner. Mehr Infos: https://junge-helden.org/optink In Deutschland sind über 60 % der Menschen bereit, Organspende zu sein – die meisten haben sich einfach noch nicht damit beschäftigt. Maras Instagram-Kanal, den Mara selbst initiiert hat, um anderen Mut zu machen: @loewenherz_2007 Glauben nach dem Verlust: Markus erzählt, was von seinem Glauben geblieben ist – und was nicht mehr gilt. Drei Sätze tragen ihn: Gott ist Liebe. Gott begleitet uns. Gott ist in der Tiefe des Leides bei uns. Und warum er Sätze wie „Gott hatte sie lieber” oder „am Ende sehen wir den gewebten Teppich” für nicht nur hilflos, sondern für theologisch falsch hält. Der Holy Club erscheint jeden Montag auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo’s Podcasts gibt. Schöner Glauben – progressive Stimmen, Solidarität, Glaube in schön: in einer App und auf allen Plattformen.

    • Transcript
  • #250
    Sunday · 1 hr 36 min

    #srsly | Amos Koch – Was bleibt vom Wirbel um die Holy Spirit Night?

    Einordnung zu Markus Wenz, den Cedras und evangelikal-charismatischen Grenzziehungen In dieser Folge ordnen Jason Liesendahl und Amos das umstrittene Reel und die Reaktionen rund um die Holy Spirit Night und die Cedras ein. Es geht um die Frage, wie sich evangelikal-charismatische Kreise von Rechtspopulismus, Kulturkampf, Islamfeindlichkeit und queerfeindlichen Positionen abgrenzen – und wo diese Abgrenzung aus Sicht der beiden noch zu schwach ausfällt.Amos bringt seine Perspektive als ehemaliger Ministry-Mitarbeiter und heutiger IT-Berater ein. Jason führt durch die Einordnung, fragt nach politischen und theologischen Linien und arbeitet heraus, warum Stilfragen allein für echte Distanzierung nicht reichen. Themen dieser Folge Amos erzählt, wie sein Kritik-Reel entstanden ist: als Reaktion auf die Einladung der Cedras zur Holy Spirit Night und auf deren Aussagen zu Homosexualität, Feminismus, Ehe und Pride Month. Jason und Amos sprechen über die Reaktionen in der Szene: Zustimmung von außen, zunächst viel Stille innerhalb der evangelikal-charismatischen Bubble und später Druck und Distanzierungen. Sie fragen, ob Markus Wenz und das Gospel Forum eine klare inhaltliche Trennlinie gezogen haben. Ein Schwerpunkt ist politische Theologie: Warum können evangelikale und charismatische Milieus nicht einfach behaupten, unpolitisch zu sein? Die beiden diskutieren rechte Narrative, strategische Ambivalenz und die Grenzen einer Abgrenzung, die sich vor allem auf den Ton konzentriert. Sie sprechen über Islamfeindlichkeit und darüber, warum pauschale Angstnarrative weder theologisch noch gesellschaftlich tragen. Beim Thema Homosexualität geht es um Side A, Side B und Side C – und darum, ob queere Menschen in diesen Gemeinden wirklich willkommen sind. Amos schildert, warum er sich aus dem Umfeld distanziert hat und weshalb freundliche Worte allein für ihn keine echte Zugehörigkeit garantieren. Die Folge behandelt Konversionstherapien, Exodus International und den Schaden, den solche Programme angerichtet haben. Zum Schluss geht es um Veränderungen in der Theologie und historische Vergleiche zu Sklaverei, Frauenrechten und Bibelauslegung. Kapitel 00:00 – Einordnung der Cedra-Debatte und warum Amos den Clip gemacht hat 01:15 – Amos über seinen Hintergrund in Ministry und seinen heutigen Beruf 03:17 – Wie das Kritik-Reel entstanden ist 05:33 – Reaktionen, Medienaufmerksamkeit und Kommentarflut 07:06 – Die Reaktion in der evangelikal-charismatischen Bubble 09:51 – Warum diese Folge eine kritische Einordnung ist 12:31 – Verantwortung übernehmen: Wo lag der eigentliche Bruchpunkt? 16:05 – Druck von innen und außen nach der Ausladung 19:25 – Distanzierung und die Dynamik charismatischer Veranstaltungen 22:59 – Kulturkampf und Homosexualität als zentrale Themen 27:22 – Politische Bildung und Abgrenzung gegen rechts außen 30:40 – Warum politische Neutralität nicht immer neutral ist 33:40 – Was Amos unter klarer Trennschärfe versteht 37:50 – Christsein als Gegenkultur statt Machtprojekt 40:22 – Politischer Einfluss in Deutschland und den USA 47:04 – Islamfeindliche Aussagen und ihre Folgen 51:02 – Angst vor Islamisierung und theologische Fragen 54:08 – Interreligiöser Dialog als Alternative zum Kulturkampf 55:28 – Einstieg in die Debatte um Homosexualität 57:18 – Side A, Side B und Side C erklärt 61:59 – Wo die inhaltliche Abgrenzung unklar bleibt 64:09 – Offenheit nach außen und die tatsächlichen Gemeinde-Positionen 66:19 – Amos über Zugehörigkeit und queere Menschen in Freikirchen 68:31 – Rhetorik, Rechtspopulismus und die Grenzen einer Stilfrage 72:58 – Strategische Ambivalenz in politischen Botschaften 78:11 – Konversionstherapien und klare Distanzierung 80:30 – Exodus International und die Folgen solcher Programme 83:13 – Was mit „Veränderung“ oft tatsächlich gemeint war 86:15 – Unterstützung und Aufklärung für queere Menschen 87:45 – Historische Veränderungen in der Bibelauslegung 94:03 – Macht, Abgrenzung und Identitätsmarker 101:23 – Bonhoeffer und politische Vereinnahmung 103:18 – Fazit: Gesprächsbereitschaft und kritische Einordnung

    • Transcript
  • #249
    October 22 · 51 min

    #interview | Julia Enxing – Was ist Prozesstheologie?

    Gott ist mächtig. Aber ist Gott auch allmächtig? Und was verändert sich, wenn wir Gott nicht als unveränderlichen Herrscher, sondern als ein Wesen denken, das liebt, berührt wird und mit der Welt in Beziehung steht? In dieser Folge von Schöner Glauben spricht Jason mit Prof. Dr. Julia Enxing, Professorin für Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum, über ihr neues Buch Prozesstheologie. Eine Einführung. Die Prozesstheologie verabschiedet sich von der Vorstellung eines Gottes, der jederzeit alles einseitig bestimmen kann. Stattdessen beschreibt sie Gott als die größte Macht der Wirklichkeit, die jedoch die Eigenmacht und Freiheit aller Geschöpfe ernst nimmt. Gottes Wirken geschieht nicht durch Zwang, sondern durch Liebe, Beziehung und ein beständiges Locken zum Guten. Doch wie funktioniert dieses göttliche Locken eigentlich? Ist es ein inneres Gefühl, eine Form der Überzeugungskraft oder ein Wirken, das die gesamte Wirklichkeit durchzieht? Und welche Konsequenzen hat dieses Gottesbild für das Gebet, für die Frage nach dem Leid und für die Hoffnung auf Veränderung? Zum Abschluss sprechen Julia und Jason über die politischen Dimensionen der Prozesstheologie. Denn wenn die Zukunft offen ist und Gott die Welt nicht ohne uns verändert, dann sind auch wir gefragt, an einer gerechteren und lebensfreundlicheren Welt mitzuwirken. Themen dieser Folge: Wie Julia Enxing zur Prozesstheologie gefunden hat Whitehead, Hartshorne und die Vorstellung eines wandelbaren Gottes Prozesstheologie und katholische Tradition Warum Gottes Macht nicht mit Allmacht gleichzusetzen ist Theodizee: Warum verhindert Gott das Leid nicht? Gottes „Locken“ und die Bedeutung des Gebets Eine offene Zukunft und die politische Verantwortung des Glaubens Das Reich Gottes als gemeinsames Projekt von Gott und Mensch Kapitelmarken 00:00 – Begrüßung und Vorstellung von Julia Enxing 03:40 – Julias persönlicher Zugang zur Prozesstheologie 10:49 – Was ist Prozesstheologie? 15:49 – Gott als Beziehungswesen 18:44 – Prozesstheologie und katholische Theologie 24:56 – Warum die klassische Allmacht problematisch ist 29:33 – Gottes Macht und die Frage nach dem Leid 34:15 – Brauchen wir den Begriff Allmacht noch? 36:37 – Was bedeutet Gottes „Locken“? 39:06 – Gebet als Offenheit für Gottes Wirken 41:44 – Ist Gottes Wirken mehr als ein Gefühl? 46:02 – Offene Zukunft und politische Theologie 48:23 – Das Reich Gottes gemeinsam gestalten Buchtipp: Julia Enxing: Prozesstheologie. Eine Einführung Jason Liesendahl: Gott kann auch nicht alles Mehr von Schöner Glauben: https://schönerglauben.jetzt

    • Transcript
  • #248
    October 20 · 1 hr 8 min

    #interview | Marcus Bastek – Braucht es eine schwache Kirche?

    Schwache Kirche mit Marcus Bastek In dieser Folge spricht Jason mit Marcus Bastek über dessen Buch Schwache Kirche und die Frage, wie Kirche aussehen kann, wenn sie nicht auf Stärke, Leistung und Macht setzt. Im Zentrum stehen die konstantinische Wende, die Verbindung von Christentum und Imperium sowie die Idee einer Theologie der Schwäche als Gegenentwurf zu kapitalistischen und herrschaftsförmigen Logiken.Marcus Bastek ist Pastor im Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden und Autor von Schwache Kirche sowie Der Angst entkommen. Die Folge ist ein theologisches Gespräch mit vielen historischen, politischen und praktischen Bezügen, das deutlich macht, warum das Thema nicht nur für Kircheninsider relevant ist. Themen der Folge Marcus Bastek erzählt, warum Schwache Kirche aus seiner langjährigen Beschäftigung mit menschlicher Schwäche, Gemeinde und Gottes Kraft entstanden ist. Er erläutert seine Grundthese: Gottes Kraft wird dort sichtbar, wo Menschen ihre Unfähigkeit, Abhängigkeit und Verletzlichkeit nicht verstecken. Jason und Marcus diskutieren, was in diesem Zusammenhang überhaupt als Stärke und Schwäche gilt – und warum vermeintliche Unabhängigkeit oft eine Illusion ist. Ein großer Teil des Gesprächs widmet sich der konstantinischen Wende und der Frage, wie das Christentum vom widerständigen Glauben zur staatsnahen Machtreligion wurde. Marcus beschreibt Konstantin als Machtpolitiker, der das Christentum nicht aus Nächstenliebe, sondern aus strategischem Eigennutz förderte. Die Folge verknüpft diese Entwicklung mit Themen wie Rassismus, Klassismus, Imperialismus und der Durchkapitalisierung von Kirche. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Idee einer Theologie der Schwäche als Zukunftshoffnung – nicht als nostalgischer Rückblick. Mit dem Bild vom „Menschenpark“ zeigt Marcus, wie ein Umfeld aus Sinn, Gemeinschaft und erfüllten Grundbedürfnissen Menschen stärken kann. Jason und Marcus überlegen, wie Kirche ein Ort kooperativer Fürsorge sein kann, statt Selbstoptimierung und Selbstausbeutung zu fördern. Gegen Ende geht es um die Frage, wie Kirche kapitalismuskritisch denken kann, ohne die eigenen Annehmlichkeiten auszublenden. Zeitmarken 00:00 – Einstieg und Vorstellung von Schwache Kirche 03:53 – Warum Marcus das Buch geschrieben hat 07:59 – Was Schwäche und Stärke theologisch bedeuten 11:00 – Ist die schwache Kirche auch ein Ort für starke Menschen? 18:36 – Warum die konstantinische Wende so wichtig ist 24:50 – Das frühe Christentum und seine Attraktivität 27:16 – Konstantin als Machtmensch und Wendepunkt 31:20 – Wie aus dem Christentum eine angepasste Religion wurde 33:29 – Der „Zaubertrank“ des Evangeliums und die Verlockung der Macht 36:33 – Asterix, die Trabantenstadt und der Verlust von Widerstandskraft 41:36 – Warum eine Theologie der Schwäche nötig ist 46:03 – Prozesstheologie, politisches Denken und der schwache Gott 53:15 – Warum der Verzicht auf Macht etwas Schönes haben kann 57:59 – Das Bild vom Menschenpark 65:34 – Kapitalismus, Wohlstand und die Schattenseiten des Angebots 71:52 – Warum das Buch keine Rezepte, sondern Zutaten liefern will

    • Transcript
  • #247
    October 17 · 54 min

    #interview | Markus Wenz – Was unterscheidet euch nun von den Sedras?

    Warum wurden Martin und Millicent Sedra von der Holy Spirit Night ausgeladen? Und wie positioniert sich das Gospel Forum Stuttgart zu den politischen und theologischen Fragen, die dadurch aufgeworfen wurden? In dieser Folge spricht Jason mit Markus Wenz vom Gospel Forum Stuttgart. Markus war selbst am Entscheidungsprozess beteiligt und erklärt, wie es zur ursprünglichen Einladung kam, warum die Veranstalter schließlich einen Rückzieher machten und welche Fehler dabei passiert sind. Doch das Gespräch geht weit über die Ausladung hinaus: Welche Haltung vertritt das Gospel Forum zur Homosexualität? Wie steht die Gemeinde zu Konversionstherapien? Wo verläuft die Grenze zwischen christlicher Mission und autoritärem Kulturkampf? Und was bedeutet es eigentlich, wenn eine Kirche von sich behauptet, politisch heimatlos zu sein? Auch kritische Fragen kommen zur Sprache: Jason konfrontiert Markus mit früheren Aussagen eines Gastpredigers zur deutschen Erinnerungskultur und fragt, ob sich hinter vermeintlicher politischer Neutralität nicht doch politische Positionen verbergen können. Ein Gespräch über Verantwortung, theologische Differenzen, Religionsfreiheit und die Frage, wie Kirchen ihren Glauben leben können, ohne Feindbilder zu produzieren. Schöner Glauben – für einen Glauben, der Fragen aushält.

    • Transcript
  • #245
    October 15 · 1 hr 2 min

    #srsly | Sollten alle Menschen Methodist:innen werden?

    EXKLUSIV: Sollten alle Menschen Methodist:innen werden? Drei Methos packen aus: Was der Methodismus wirklich ist – und warum das alle angeht. Es gibt einen Podcast, der gerade die Methodismus-Bubble aufmischt: Thorsten Dietz und Martin Hühnerhoff haben bei Das Wort und das Fleisch zweieinhalb Stunden über den Methodismus geredet. Zweieinhalb (!) Stunden! Und Sarah, Björn und Moritz von Schöner Glauben haben alles innerhalb von drei Stunden nach Release gehört. Natürlich..., sind ja Methos 😉 Was folgt, ist ein Gespräch, das persönlich, ehrlich und sehr methodistisch ist wie ein John-Wesley-Zitat morgens um 4 (da stand John jeweils auf). Bei Schöner Glauben sind die drei nun zum heißen Debriefing geladen. Der Zeuge, der nicht auftauchte: Sarah wartete die ganzen zweieinhalb Stunden auf Walter Klaiber als Überraschungsgast. Spoiler: er kam nicht. „Ich war schon enttäuscht, ehrlich gesagt.” ist das schon methodistische Resignation? Was ist Methodismus überhaupt?: Moritz erklärt es in zwei Sätzen: Aus der Kirche, rein ins Leben, Glaube, der in der Liebe tätig wird. Sarah ergänzt: Das Beste aus drei Welten – reformierte Theologie, persönliche Frömmigkeit, katholisches Liturgieverständnis. Björn sagt: Man eckt überall an - im Methodismus endlich nicht mehr... Die Bombe, die Thorsten nicht warf: „Methodismus ist das Betriebssystem der Moderne.” Thorsten sagte es und Sarah, Björn und Moritz bestätigen es - und damit stellt sich die Frage, die alle umtreibt: Wenn das so ist – warum kennt dann kaum jemand den Methodismus? Und wieso ist Thorsten noch kein Metho?! Anecken war immer sein Ding: Wesley predigte in anglikanischen Kirchen der Oberschicht: „Ich bin ein Sünder – so wie ihr.” Daraufhin folgte der Rauswurf. Dann predigte er den Minenarbeitern dieselbe Botschaft - und sie weinten! Einer aus der Elite, der sich auf Augenhöhe stellt? Ein Gott, der sie liebt, mit allem, was sie ausmacht? Der Rest ist Geschichte. Die neue Folge jetzt überall, wo es Podcasts gibt. Den Holy Club Podcast – den methodistischen Schwester*-Podcast – findet ihr auch überall, wo es Podcasts gibt. Fragen, Anmerkungen, methodistische Beichtgeständnisse? Gerne in der Schöner Glauben App – vielleicht gibt es bald sogar eine eigene METHO-Gruppe. Und: Sarah sucht noch jemanden, der weiß, was sie sich zuletzt an John-Wesley-Equipment zugelegt hat. Wer es errät, gewinnt ein Buch über - klar: John Wesley 😇🥰 John Wesley Comic: https://youtu.be/lE8BPXmH-ag?is=8b-TPqbIErKHnnv_ HolyClub mit Walter Klaiber: https://the-holy-club.blogs.audiorella.com/34-34 HolyClub mit Elinor Hoeke: https://the-holy-club.blogs.audiorella.com/25-elinorhoeke Auf www.schoenerglauben.jetzt könnt ihr uns finanziell unterstützen. Danke!

    • Transcript
  • #246
    October 14 · 1 hr 8 min

    #interview | Björn Tröger - Wie viel Denken hält christliche Gemeinschaft aus?

    Björn ist neu im Team von Schöner Glauben! In dieser Folge erzählt er Jason von seinem Weg durch unterschiedliche christliche Milieus in Sachsen: von der pietistischen Prägung über den Aufbau einer eigenen Jugendarbeit und das Veranstaltungsformat God is Love bis zu den Methodisten. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen mit theologischen Konflikten und die Frage, warum manche Glaubensfragen zu roten Linien werden. Es geht um Evangelikalismus, Dogmen, Prozesstheologie, Sexualethik und die Herausforderung, unterschiedliche Überzeugungen in christlicher Gemeinschaft auszuhalten. Ein persönliches Gespräch über Glauben, Zweifel und die Frage, wie offen Kirche für kritische Fragen sein kann.

    • Transcript
  • #244
    October 13 · 1 hr 37 min

    #srsly | Warum wurden die Sedras ausgeladen?

    Vor einigen Tagen war die Holy Spirit Night, in deren Vorfeld es eine Debatte um die geplanten Speaker Martin und Millicent Sedra gab. Ausgelöst wurde diese durch ein Reel des Ex-Pastoren Amos Koch, der selber bereits auf der HSN gesprochen hatte. Er begann sein Reel mit den Worten „Ihr glaubt nicht, wer demnächst auf der HSN predigen wird“ und schnitt dann verschiedene Ausschnitte von Predigten der Sedras zusammen, in denen sie sich gegen Queere äußerten, sie sollten umkehren oder brennen. Es folgten sehr fragwürdige Aussagen zu Männlichkeit und Feminismus. Koch nennt dies „brutal zurückgeblieben“. Das Reel bekam eine gewisse Aufmerksamkeit und wenige Tage später entschied sich die Leitung der HSN, die Sedras wieder auszuladen. In der am Donnerstag, 08.10., aufgenommen Folge besprechen Moritz und Jason diesen Vorfall. Dazu haben sie mit Markus Wenz Kontakt aufgenommen, der ausführlich schriftlich Stellung genommen hat. Außerdem wurden wir von Svenja Hardecker von der Zentralstelle für Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche unterstützt, die uns einige Einordnungen zukommen ließ. In der Folge zeichnen wir nach, was passiert ist, besprechen die schriftliche Stellungnahme von Markus Wenz und analysieren eine Predigt von Martin Sedra. Hier das Statement der HSN: https://www.holyspiritnight.com/wofur-wir-stehen (erschien nach der Aufnahme). Die in der Folge besprochene Predigt ist hier zu finden: https://youtu.be/vI-Jw836cAE?si=qwH7e9VAddsdst9v Bitte beachtet: Redaktionsschluss war Freitag, 01:00 Uhr. Die Ereignisse danach wie Statements von Martin Sedra oder auch die Tatsache, dass er nun doch in Deutschland predigt (allerdings in München und mit einem anderen Veranstalter) konnten hier nicht berücksichtigt werden.

    • Transcript
  • #243
    October 9 · 37 min

    #interview | Mira Ungewitter & Marco Michalzik – Starten wir ein progressives Netzwerk?

    Vor ungefähr acht Jahren trafen sich Mira Ungewitter und Jason Liesendahl in Wien. Damals brachte sie die Burning Church, eine Konferenz der Projektgemeinde Wien, zusammen. Schon damals stand eine Frage im Raum: Braucht es nicht mehr Vernetzung zwischen Menschen, die Kirche und Theologie progressiv denken und gestalten wollen? Seitdem ist viel passiert. Auch Marco und Mira sind sich auf einem Burning Church Event begegnet. Acht Jahre später sitzen die drei wieder in Wien zusammen und blicken zurück. Mit dabei sind Mira Ungewitter, Pastorin der Projektgemeinde Wien und Autorin, und Marco Michalzik, Autor und Podcaster bei Hossa Talk. Gemeinsam mit Jason fragen sie: Was ist aus den Ideen und Hoffnungen von damals geworden? Welche Netzwerke sind entstanden, was hat sich verändert und welche Wünsche sind offengeblieben? Dabei geht es auch um grundsätzliche Fragen: Was bedeutet eigentlich progressive Theologie? Was verbindet Menschen, die sich als progressiv verstehen, und wo liegen Spannungen und Unterschiede? Eine Folge über alte Begegnungen, neue Perspektiven und die Frage, wie es mit progressivem Christentum weitergehen könnte. Und wer weiß: Vielleicht entstehen dabei ja schon die nächsten Ideen.

    • Transcript
  • #240
    September 17 · 1 hr 21 min

    #ungefiltert | Nico Buschmann - Warum existiert Gott nicht?

    #Ungefiltert – Nico Buschmann über progressiven Glauben, ehrliche Theologie und das Buch, das eigentlich „Gott existiert nicht" heißen sollte Moritz trifft Nico Buschmann – evangelischer Pfarrer aus Köln, bekannt durch seinen Instagram-Account und sein gerade erschienenes Buch Gott ist anders als du denkst. Darin entfaltet er eine progressive Theologie, die sich traut, unbequeme Fragen laut zu stellen: Was, wenn Gott keine Person ist? Was, wenn die Trinität ein Machtprodukt der frühen Kirchenkonzile ist? Und was bleibt dann noch vom Glauben? Das Gespräch beginnt biografisch. Nico wächst kirchenfern auf, landet durch den Tipp seines Vaters in der evangelischen Jugend, wettet mit einer Gruppenfahrerin, dass er monatelang betet – und verändert sich dabei. Ein Jahr auf den Philippinen später, ein Studium, ein Vikariat mit einem Schulmentor, der immer nur fragt: „Warum eigentlich?" – und irgendwann steht Nico am Grab einer Mutter, die ihren Sohn verloren hat, und merkt: Mit der Theologie, die er hat, kommt er hier nicht weiter. Von da geht es tief. Was meint es, wenn Gott nicht personal gedacht wird? Was ist der Unterschied zwischen liberaler und progressiver Theologie? Warum ist die Bibel kein historisches Protokoll, sondern Ausdruck menschlicher Gotteserfahrung? Wie hält man Kirchenleitungen und Gemeindemitglieder aus, wenn man auf der Kanzel sagt, was Theologen schon seit Jahrzehnten wissen, aber selten aussprechen? Und dann: John Shelby Spong und Paul Tillich als theologische Grundlage – aber auch die Frage, was es bedeutet, wenn ein theologischer Denker im Privatleben Machtmissbrauch begangen hat. Kann man Werk und Autor trennen? Nico sagt ja. Moritz fragt nach. Am Ende landen beide beim Abendmahl – als theologischer Ressource, als politischem Akt, als Sehnsucht nach einer Welt, in der alle eingeladen sind. Und bei der Frage, was es gerade braucht: mehr Reden oder mehr Kampf? 📖 Gott ist anders als du denkst von Nico Buschmann – jetzt im Buchhandel 📱 Nico auf Instagram: @einschpunk Auf www.schoenerglauben.jetzt könnt ihr uns finanziell unterstützen. Danke!

    • Transcript
  • #239
    September 15 · 1 hr 7 min

    #newnormal | Wie geht Polykrise ohne durchzudrehen?

    Leben auf der Baustelle – wie wir in der Polykrise nicht durchdrehen Klimakrise, Rechtsruck, soziale Unsicherheit und eine neue Aufrüstung: Es bröckelt an vielen Stellen gleichzeitig. Aber was bedeutet es eigentlich, von einer „Polykrise“ zu sprechen? Welche Krisen werden politisch ausgerufen – und welche lieber kleingeredet? Und wie können wir hinschauen, ohne zu verzweifeln oder innerlich zu verhärten? Nach ihrem Livegespräch auf dem Freakstock setzen Lasse, Jason und Benni die Diskussion fort. Sie sprechen über Privilegien und die Illusion, sich auf die Seite der Mächtigen retten zu können, über berechtigte Wut und ihre politische Umlenkung sowie über die Frage, wie wir uns auf kommende Krisen vorbereiten können, ohne auf Militarisierung, Abschottung und Stärke auf Kosten anderer zu setzen. Dabei entdecken sie überraschend aktuelle Perspektiven in der biblischen Apokalyptik und in Jeremias Brief an die Menschen im Exil: Apokalypse bedeutet nicht Weltuntergang, sondern Enthüllung. Sie macht sichtbar, welche Gewalt längst in unseren Verhältnissen steckt – und wo mitten im Alten bereits etwas Neues entsteht. Wie lässt sich also auf der Baustelle leben? Vielleicht, indem wir Gärten pflanzen, kühle und sichere Orte schaffen, miteinander trauern, Widerstand leisten und trotzdem feiern. Denn Resilienz bedeutet nicht, sich mit allem abzufinden. Es geht darum, eine dicke Haut zu entwickeln, ohne das weiche Herz zu verlieren – und gemeinsam kleine Utopien zu bauen, in denen ein anderes Leben schon jetzt erfahrbar wird. Die Hosts Lasse Meininger ist Künstler, Sneaker-Designer in Gründung und angehender Tätowierer. Er bringt Gen-Z-Perspektiven, kreative Ideen und viel Offenheit für den eigenen Glaubensumbau mit. Lasse lebt in Leipzig und fragt danach, wie aus Hoffnung, Subkultur und Gemeinschaft konkrete Gegenentwürfe entstehen können. Instagram: @lasse.99 Jason Liesendahl ist Gründer und Host von Schöner Glauben. Sein Schwerpunkt liegt auf progressiver Theologie, insbesondere der Prozesstheologie. Er glaubt an die Kraft guter Gespräche und daran, dass wir Banden brauchen, um solidarisch und widerständig leben zu können. Instagram: @jason.liesendahl Benni Isaak-Krauß verbindet Theologie, zivilgesellschaftliches Engagement und Aktivismus. Er arbeitet in der Mennonitengemeinde Frankfurt und bringt besonders Perspektiven aus Friedensethik, Antifaschismus und internationaler Solidarität ins Gespräch ein. Instagram: @bennithehobbit Im Gespräch Was der Begriff „Polykrise“ sichtbar macht Warum manche Krisen ausgerufen und andere geleugnet werden Klimakrise, soziale Ungleichheit, Rechtsruck und Militarisierung Berechtigte Wut – und ihre Umlenkung gegen Schwächere Apokalyptik als Enthüllung statt Weltuntergang Jeremias Exilstheologie: Gärten pflanzen in Babylon Klimaresiliente Kirchen und solidarische Gemeinschaften Warum Trauern, Widerstand und Feiern zusammengehören Freakstock, Safe Spaces und gelebte kleine Utopien Wie wir eine dicke Haut behalten, ohne ein hartes Herz zu bekommen Empfehlung aus der Folge Kim Stanley Robinson: Das Ministerium für die Zukunft Kommt in die Schöner-Glauben-App, tauscht euch über eure eigenen Utopien und Hoffnungsorte aus und vernetzt euch mit Menschen aus eurer Region. Vielleicht entstehen daraus kleine, resiliente Banden – Orte, an denen wir gemeinsam hinschauen, feiern und an einer anderen Zukunft bauen.

    • Transcript
  • #238
    September 11 · 56 min

    #wwjd | Jesus als Zukunftsforscher

    Jason kommt begeistert vom Freakstock, Moritz vom MegaCamp – 580 Menschen, 35 Grad, Schwäbische Alb, und ein Lager mit dem Motto: Institut für Zukunftsforschung. Was er dort mit Zwölf- bis Vierzehnjährigen über Propheten, offene Zukünfte und die Frage, ob man überhaupt noch Kinder kriegen kann, erarbeitet hat, nimmt er mit in dieses Gespräch mit Jason. Die These: Prophetie und Zukunftsforschung haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beide beginnen mit einer genauen Gegenwartsdiagnose. Beide öffnen ein Spektrum möglicher Zukünfte. Und beide tragen das prophetische Vielleicht in sich – die Erkenntnis, dass die Zukunft nicht festgelegt ist, solange Menschen handeln. Von dort aus geht es zu Jona: dem widerwilligen Propheten, der mit Gott hadert, weil er ahnt, dass selbst der Erzfeind Israels gnädig behandelt werden könnte. Zu Jeremia und Jesaja, die eine politische Selbsttäuschung benennen und trotzdem Hoffnung verkünden. Und schließlich zu Jesus – als Zukunftsforscher gelesen: einer, der die Gegenwart des ersten Jahrhunderts präzise analysiert, Szenarien entwirft, zum Handeln einlädt und dabei sagt: Fürchtet euch nicht. Dazwischen: Was Schule mit moralischen Ambitionen zu tun hat – und warum sie es zu selten tut. Warum die Rechten gerade die einzigen sind, die eine Zukunftserzählung haben. Was jüdische Rabbiner über die Wiederkunft des Messias denken. Und warum Monotheismus ausgerechnet in der tiefsten Krise entsteht. Eine Folge, die all over the place ist – und genau deshalb irgendwo landet. Auf www.schoenerglauben.jetzt könnt ihr uns finanziell unterstützen. Danke!

    • Transcript
  • #235
    September 4 · 1 hr 7 min

    #newnormal | Was, wenn es nicht mehr gut wird? Mit Walter Lechner

    Was, wenn es nicht wieder gut wird? – Über Kollaps, Hoffnung und die Rolle der Kirche Was bedeutet eigentlich Kollaps? Das Wort klingt zunächst nach Weltuntergang: Alles bricht zusammen und plötzlich funktioniert nichts mehr. Doch Kollaps kann ganz anders aussehen. Er kann langsam geschehen, einzelne gesellschaftliche Systeme betreffen oder bestimmte Gruppen viel früher treffen als andere. Walter Lechner unterscheidet im Gespräch deshalb zwischen Krise und Kollaps: Während nach einer Krise grundsätzlich eine Rückkehr zum vorherigen Zustand möglich ist, geht bei einem Kollaps etwas verloren, das zumindest für lange Zeit nicht wiederhergestellt werden kann. In dieser Folge von #NewNormal sprechen Benni Isaak-Krauß, Jason Liesendahl und Walter Lechner darüber, warum die Debatte um Kollaps gerade angesichts der Klimakrise relevant wird – und warum sie nicht rechten Preppern und apokalyptischen Untergangsfantasien überlassen werden sollte. Es geht um ökologische Kipppunkte und gesellschaftliche Abhängigkeiten, um Lieferketten und hochkomplexe Systeme, aber auch um eine andere Form der Vorbereitung: Was macht Gemeinschaften resilient? Was passiert, wenn Menschen ihre Nachbar*innen kennen, lokale Netzwerke aufbauen und wieder lernen, füreinander zu sorgen? Walter plädiert dabei nicht dafür, Klimaschutz abzuschreiben und sich nur noch auf den Zusammenbruch vorzubereiten. Seine Formel lautet vielmehr sinngemäß: beidhändig arbeiten – weiter um jedes Zehntelgrad kämpfen und gleichzeitig Vorkehrungen für die Folgen treffen, die sich nicht mehr verhindern lassen. Damit wird Kollaps auch zu einer theologischen Frage. Denn christliche Hoffnung darf nicht einfach bedeuten: „Es wird schon nicht so schlimm.“ Walter spricht über die Kritik am „Hopium“ – einer Hoffnung, die wie ein Betäubungsmittel funktionieren kann. Benni unterscheidet daran anschließend zwischen „billiger“ und „teurer Hoffnung“. Die entscheidende Frage lautet: Was heißt hoffen und handeln, wenn wir keine Garantie haben, dass am Ende alles wieder gut wird? Und schließlich fragen wir: Welche Rolle könnten Kirche und Diakonie spielen? Walter sieht gerade in ihren lokalen Strukturen, Räumen, Netzwerken und Kompetenzen ein großes Potenzial. Statt erst auf Katastrophen zu reagieren, könnten sie sich heute darauf vorbereiten, in Krisen sprach- und handlungsfähig zu sein und zur gesellschaftlichen Resilienz beizutragen. Die Sprecher Walter Lechner ist Pfarrer und stammt ursprünglich aus Niederösterreich. Nach vielen Jahren als Gemeindepfarrer in Sachsen arbeitet er seit fünf Jahren bei midi als Referent für Sozialraumorientierung in Diakonie und Kirche. Dabei beschäftigt er sich damit, wie Kirche und Diakonie mit anderen Akteur*innen in Dörfern, Städten und Quartieren zusammenarbeiten können. Aus seiner Beschäftigung mit Nachhaltigkeit, Postwachstum, Klimaseelsorge und Climate Emotions entstand zunehmend die Frage, wie sich Kirche und Diakonie strategisch mit möglichen Kollapsszenarien auseinandersetzen können. Benni Isaak-Krauß bewegt sich zwischen Zivilgesellschaft, Aktivismus, Theologie und der mennonitischen Gemeinde in Frankfurt. Er verbindet internationale Perspektiven mit Antifaschismus, Friedensethik und gesellschaftlichem Engagement und ist Teil der Schöner-Glauben-Redaktion. Jason Liesendahl hat Schöner Glauben gegründet, weil er an gute Gespräche und daran glaubt, „Banden zu bilden“. Sein theologischer Schwerpunkt liegt auf progressiver Theologie und insbesondere auf der Prozesstheologie. Weiterdenken Am Ende der Folge weist Walter auf die Arbeit der AG Kirche und Diakonie im Klimakollaps und auf ein geplantes Barcamp hin. Dort soll gemeinsam mit Menschen aus Kirche, Diakonie sowie Klima- und Kollapsbewegung unter anderem darüber nachgedacht werden, wie kirchliche Infrastruktur in Kollapsszenarien genutzt werden kann, welche Rolle Seelsorge spielt und wie Theologie angesichts von Kollaps sprachfähig werden kann. https://vrk-akademie.de/publikation/kirche-und-theologie-im-klimakollaps/ Schöner Glauben unterstützen 📱 Noch mehr Schöner Glauben gibt es in unserer App. Dort findest du unsere Inhalte und kannst mit der Schöner-Glauben-Community in Verbindung bleiben. 💜 Werde Teil der Bande. Schöner Glauben lebt davon, dass Menschen progressive christliche Stimmen miteinander vernetzen, unsere Inhalte weitertragen und dieses Projekt gemeinsam möglich machen. Dazu gehört auch finanzielle Unterstützung: Wenn du unsere Arbeit regelmäßig oder einmalig unterstützt, hilfst du uns, Podcasts und andere Inhalte unabhängig zu produzieren und progressive theologische Stimmen hörbar zu machen.

    • Transcript
  • #234
    August 29 · 1 hr 9 min

    #brotundrosen | Was ist eigentlich Klasse?

    Was ist eigentlich Klasse? | Brot und Rosen Wir leben in einer Klassengesellschaft. Aber was bedeutet das eigentlich? Wer gehört zur Arbeiterinnenklasse? Was unterscheidet Klasse von sozialer Schicht? Und was genau meinen Marxistinnen, wenn sie von „Ausbeutung“ sprechen? In der ersten inhaltlichen Folge von „Brot und Rosen“ gehen Sonja, Charlotte und Peer diesen Fragen auf den Grund. Dabei wird schnell klar: Klasse beschreibt nicht einfach, wer viel oder wenig Geld hat. Es geht um die Frage, wie Arbeit und Leben in unserer Gesellschaft organisiert sind – wer seine Arbeitskraft verkaufen muss, wer über Kapital verfügt und welche unterschiedlichen Interessen daraus entstehen. Die drei sprechen darüber, warum gesellschaftliche Ungleichheit nicht einfach das Ergebnis individueller Leistung oder individuellen Versagens ist, warum Ausbeutung zunächst keine moralische Kategorie, sondern ein strukturelles Verhältnis bezeichnet und weshalb die Unterscheidung zwischen Arbeiterinnenklasse und Kapitalistinnenklasse auch heute noch relevant ist. Dabei geht es um Lohnarbeit und Produktionsmittel, Mehrwert und Kapital, Arbeitskämpfe und Klassenmacht – aber auch ganz konkret um Bahnfahrten, Überstunden und die Frage, warum formale Freiheit wenig bedeutet, wenn die materiellen Möglichkeiten fehlen. Und schließlich geht es um die Theologie: Aus welcher gesellschaftlichen Position heraus treiben wir eigentlich Theologie? Denn Theologie hat immer eine Klassenperspektive – auch dann, wenn sie sich dessen nicht bewusst ist. Eine befreiende Theologie muss deshalb nicht nur nach individuellen Haltungen fragen, sondern auch nach den gesellschaftlichen Verhältnissen, die unser Leben prägen. Ein Einstieg in Klassenanalyse – und in die Frage, warum sie für eine Theologie, die von Befreiung spricht, unverzichtbar sein könnte.

    • Transcript
  • #233
    August 29 · 26 min

    #brotundrosen | Vorstellungsrunde – Theologie mit Klassenperspektive

    Brot und Rosen – Schöner Glauben mit Klassenperspektive Was haben Klasse, Kapitalismus und soziale Ungleichheit mit Theologie zu tun? Und was verändert sich, wenn wir Glauben, Kirche und Bibel aus einer Klassenperspektive betrachten? In dieser Folge stellen Sonja, Charlotte und Peer die neue Schöner-Glauben-Rubrik „Brot und Rosen“ vor. Sie erzählen von ihren ganz unterschiedlichen Wegen in die Theologie – vom Pfarrhaus über evangelikal-freikirchliche Prägungen bis hin zu einem religionsfernen Elternhaus – und davon, was sie zur Beschäftigung mit Klasse, Kapitalismus und Herrschaftskritik gebracht hat. Und natürlich geht es um den Namen: „Brot und Rosen“ führt von der Arbeiterinnenbewegung und dem berühmten Textilarbeiterinnenstreik von 1912 über feministische Kämpfe bis zur Legende der Elisabeth von Thüringen. Dahinter steht eine Forderung, die bis heute aktuell ist: Es geht nicht nur um Anerkennung und Rechte, sondern auch um die materiellen Bedingungen unseres Lebens. Nicht nur ums Überleben, sondern ums gute Leben. In den kommenden Folgen sprechen Sonja, Charlotte und Peer darüber, was Klasse eigentlich ist, wie Kapitalismus entstanden ist, wie eine materialistische Perspektive auf Faschismus aussehen kann – und was passiert, wenn wir mit einer Klassenperspektive die Bibel lesen. Brot und Rosen: Theologie mit Klassenperspektive.

    • Transcript
Showing 1–20 of 43 episodes