
#128 - Wie menschlich sollen humanoide Roboter sein?
Humanoide Roboter laufen Halbmarathons und gewinnen Wettbewerbe, aber an einem Wäschekorb im fremden Wohnzimmer scheitern sie noch. Gleichzeitig bekommen sie Stimme, Mimik und sogar Haut aus dem Labor. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, wann Roboter in unseren Alltag kommen, sondern wie menschlich wir sie überhaupt haben wollen. Mind/Machine ist der Podcast über Künstliche Intelligenz, Mensch und Gesellschaft aus Österreich. Manuela Machner ist KI-Beraterin, Speakerin und Trainerin mit Schwerpunkt Tourismus und KMU (www.kinet.ai). Eliot Mannoia ist digitaler Psychologe und beschäftigt sich damit, wie Technologie unser Denken, Fühlen und Handeln verändert (www.brandkarma.at). Gemeinsam ordnen sie KI-Themen verständlich und praxisnah ein. Was dich in dieser Folge erwartet: Verkörperte KI: Wenn die KI einen Körper bekommt KI spricht mit uns, sitzt in Geräten und bekommt zunehmend einen Körper. Schon eine neue Stimme bei ChatGPT verändert, wie wir die KI wahrnehmen und ob wir sie gern nutzen. Haushaltsroboter: Sprinten ja, Wäsche nein Bei einem großen Roboterwettbewerb in China gab es neben Sportdisziplinen auch eine Haushaltsaufgabe in einer unbekannten Wohnung. Fast alle Roboter sind daran gescheitert, einer blieb mit der Wäsche mitten im Wohnzimmer stehen. Der Grund: Unser Alltag ist voller Sonderfälle, die kein Labor vorwegnimmt. Wie schnell Roboter lernen Mit Weltmodellen, die Physik und Schwerkraft verstehen, könnten Roboter aus tausenden Stunden Video lernen und ihr Können sofort an andere Roboter weitergeben. Eliot erzählt, wie bei Google X ein Roboter eine Aufgabe schaffte und am nächsten Tag alle anderen auch. Unser lineares Denken unterschätzt diese Geschwindigkeit. Vermenschlichung: Warum wir Maschinen Namen geben Wir projizieren menschliche Eigenschaften auf Maschinen, vom Staubsauger bis zum Auto. Manuela erzählt von Trixi, ihrer E-Mail-KI, und dem Feedback einer Kundin, warum ein Werkzeug einen Menschennamen braucht. Eliot plädiert als Psychologe dafür, Roboter bewusst unmenschlich aussehen zu lassen. Gehirn-Computer-Schnittstellen und Zweiklassengesellschaft Für Menschen im Rollstuhl können Implantate lebensverändernd sein. Was in einem Land verboten ist, wird in einem anderen gemacht, ähnlich wie beim Zahnarzttourismus nach Ungarn. Das wirft Fragen nach Regulierung und Chancengleichheit auf. Roboter im Zug und Roboterrechte Braucht ein Roboter ein Ticket oder ein Klimaticket mit Ausweis? Hotels müssten Platz und Barrierefreiheit neu denken. Und es wird Menschen geben, die für Roboterrechte protestieren. Häufig gestellte Fragen: Was sind humanoide Roboter? Humanoide Roboter sind Maschinen in Menschengestalt, mit Kopf, Armen und Beinen. Kombiniert mit KI-Sprachmodellen können sie sprechen, sehen und zunehmend Aufgaben im Alltag übernehmen. Wann gibt es Roboter für den Haushalt? Robotersauger und Rasenmäher gibt es bereits. Humanoide Haushaltsroboter scheitern derzeit noch an unbekannten Umgebungen. Manuela und Eliot rechnen aber eher mit weniger als zehn Jahren als mit dreißig. Warum sollen Roboter nicht zu menschlich aussehen? Menschen vermenschlichen Maschinen sehr schnell. Je menschlicher Roboter wirken, desto schwerer fällt es, Grenzen zu setzen und emotionale Abhängigkeiten zu vermeiden. Erwähnte Links: https://mind-machine.at/episoden/folge-128 https://www.kinet.ai https://www.brandkarma.at Über die Hosts: Manuela Machner ist Gründerin von KiNET.ai in Leoben und begleitet Tourismusbetriebe, Destinationen und KMU im DACH-Raum bei der praktischen Einführung von KI. Sie war rund zehn Jahre Geschäftsführerin einer Tourismusregion und hat einen IT-Hintergrund. Eliot Mannoia ist digitaler Psychologe und Gründer von BrandKarma. Er untersucht, wie digitale Technologien unser Verhalten beeinflussen. Mind/Machine hörst du auf Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music. Alle Folgen, Transkripte und Checklisten findest du auf www.mind-machine.at

















