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1000 Antworten

SWR

#29 in Science this week

Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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  • daily
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  • German
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  • Today · 3 min

    Was passiert bei einem Tinnitus im Ohr?

    Von der Schallwelle zum Nervensignal Hinter einem Tinnitus steckt meist eine Störung im Innenohr. Aber fangen wir von vorne an: Wie funktioniert Hören? Von außen gelangen Schallwellen in unser Ohr. Im Gehirn kommen aber keine Schallwellen an, sondern elektrische Nervensignale. Irgendwo müssen also die Schallwellen in Nervensignale übersetzt werden. Das passiert im Innenohr. Dafür sind die Hörsinneszellen zuständig: Sie verwandeln akustischen Schall – also Luftbewegungen – in ein elektrisches Signal. So wie ein Telefonhörer: Der verwandelt auch Schallwellen in elektrische Wellen, um sie dann durch die Telefonleitung weiterzuleiten. Am anderen Ende der Leitung werden diese elektrischen Wellen rückübersetzt in Schallwellen. Tinnitus: Wenn Nervenzellen grundlos "feuern" Auch wenn es im Ohr anders aussieht als in einem Telefonhörer – das Prinzip ist ähnlich. Bei dieser Übersetzung kann es aber zu Fehlern kommen. Das heißt, wenn es an dieser Schnittstelle zwischen Schall und "Elektrik" auch nur zu kleinen Störungen kommt, kann es passieren, dass sich die Signale verselbständigen. Dann feuern die Nervenzellen, ohne dass es ein akustisches Eingangssignal gab. Es gibt aber neben dem Innenohr noch eine zweite Schnittstelle, nämlich im Gehirn selbst. Um einen Höreindruck zu bekommen, muss das Gehirn auch die eingehenden elektrischen Nervensignale interpretieren, das heißt, einen bestimmten Wahrnehmungseindruck erzeugen: "Wenn die und die Hörnerven feuern, dann interpretiere ich das für mich als Klingeln, Rasseln, Summen oder Rauschen." – Auch an dieser zweiten Schnittstelle kann es Störungen geben, sodass das Gehirn eingehende Signale überinterpretiert und einen Höreindruck aus dem Nichts erzeugt. Mögliche Ursachen: Hörschäden durch laute Musik Ein Grund für einen Tinnitus kann ein Hörschaden sein. Ein Beispiel: Jemand hat zu laut Musik gehört und damit seine Hörsinneszellen geschädigt. Das Gehirn merkt nun: "Bestimmte Töne oder Frequenzen kommen offenbar nicht mehr bei mir an – oder nur viel schwächer als sonst." – Das Gehirn versucht dann, das auszugleichen und interpretiert in die schwachen Signale etwas hinein, was gar nicht da ist. Es dreht seinen "inneren Verstärker" auf und lässt Höreindrücke entstehen, die keinen Bezug haben zu irgendwelchen äußeren Schallquellen. Das ist der seltenere Fall, aber der unangenehmere. Denn wenn das Gehirn selbst diese Störungen erzeugt, handelt es sich meist um einen chronischen Tinnitus. Die Störungen im Innenohr dagegen – bei der Übersetzung von Schall in Nervenimpulse – gehen meist nach einer Weile wieder weg.

  • Yesterday · 2 min

    Wie definiert die Wissenschaft Klimawandel?

    Klima: langjähriges Mittel der meteorologischen Verhältnisse Eine beliebte Frage, die uns gerade von "Klimaskeptikern" immer wieder gestellt wird, oft verbunden mit dem Hinweis, dass der Klimawandel doch ein Hirngespinst sei – schon allein, weil er sich wissenschaftlich gar nicht sauber "definieren" lasse. Das stimmt aber nicht. Richtig ist: Es gibt keine "Formel" und keinen "Schwellenwert" in dem Sinn, dass man etwa sagen würde: "Ab 0,5°C Erwärmung liegt Klimawandel vor". Das hängt damit zusammen, dass sich Klimawandel nicht so leicht messen lässt wie Blutdruck oder Fieber. Es ist ja eine abstrakte Größe. Klima ist definiert als das langjährige Mittel der meteorologischen Verhältnisse – in einer Region oder weltweit. Die wichtigsten Faktoren sind dabei Temperatur und Niederschlag (man kann auch noch den Wind dazunehmen) – und wie sie sich jeweils übers Jahr verteilen. Das ist wichtig: In zwei Orten A und B kann übers Jahr genauso viel Regen fallen – aber in Ort A verteilt sich der Regen gleichmäßig übers Jahr, im anderen geht alles innerhalb eines Monats runter. Dann handelt es sich um zwei unterschiedliche Klimate. Was heißt "langjährig" genau? Der Weltklimarat legt sich hier nicht genau fest, sondern spricht von mehreren Jahrzehnten oder länger. Denn wenn mal ein Jahr wärmer ist als das vorherige, ist das noch kein "Klimawandel". Ein üblicher Zeitraum, mit dem man oft rechnet, sind 30 Jahre. Wenn ich also feststelle, in den letzten 30 Jahren hat es in Mallorca weniger geregnet als in den 30 Jahren zuvor, dann kann ich von einem Klimawandel auf Mallorca sprechen. Aber die 30 Jahre sind auch nicht in Stein gemeißelt; je nach Fragestellung kann es sinnvoll sein, auch kürzere oder längere Zeiträume zu betrachten. Man muss es dann nur jeweils offen sagen, wie man rechnet. Es ist auch nicht so, dass es definierte 30-Jahres-"Perioden" gibt. Die Klimaforscher haben vielmehr statistische Methoden, um auch aus einer Reihe von Jahreswerten die langfristigen Trends herauszulesen. Klimawandel: statistisch nachweisbare dauerhafte Änderung Wenn man das alles zusammenfasst, dann erhält man die Definition für Klimawandel, die auch der Weltklimarat verwendet. Demnach liegt Klimawandel dann vor, wenn sich die Durchschnittswerte und die Schwankungsbreite der genannten Größen – Temperatur, Niederschlag, Wind statistisch nachweisbar und dauerhaft ändern. Diese Definition des Klimawandels sagt übrigens noch nichts über die Ursachen aus – also ob ein Klimawandel natürlich oder vom Menschen gemacht ist. Vieles spricht dafür, dass der Mensch einen starken Anteil hat an der Erwärmung. Aber das ist nicht Teil dieser Definition. Wird durch die Uneindeutigkeit der Definition die These vom Klimawandel angreifbar? Nein. Es gibt viele Begriffe, die wissenschaftlich nicht eindeutig und scharf definiert sind: "Pubertät" ist so ein Wort, aber auch für einen Begriff wie "Sommeranfang" gibt es bekanntlich mehrere Definitionen. Für die Astronomen beginnt der Sommer am 21. Juni. Für die Meteorologen aber schon am 1. Juni. Und dann gibt es noch den phänologischen Sommeranfang, der sich von Jahr zu Jahr ändert, je nachdem, wie weit die Natur wetterbedingt ist. Nun kommt aber niemand auf die Idee zu sagen: Pubertät und Sommer wären Hirngespinste, nur weil es verschiedene Definitionen gibt. Genauso kann man sinnvoll über Klimawandel sprechen und zum Beispiel zeigen, dass es im langjährigen Mittel heute auf der Erde ungefähr 1 Grad wärmer ist als in einem entsprechenden Zeitraum vor 200 Jahren.

  • Saturday · 2 min

    Warum ändert Rotkohl seine Farbe je nach Zutat?

    Rotkohl enthält den Farbstoff Cyanidin. Diese Substanz kommt in sehr vielen Pflanzen vor, vor allem in roten und blauen: Himbeeren, Heidelbeeren, Hibiskus, Johannisbeeren, Kirschen, Trauben. Also alles, was lila oder auch dunkelrote Flecken erzeugt, enthält Cyanidin. Und eben auch Rotkohl. Farbe hängt vom Säuregrad der Umgebung ab Bei dieser Aufzählung fällt aber auf: Derselbe Farbstoff ist offenbar mal für das Rot der Himbeeren, mal für das Blau der Blaubeeren verantwortlich. Wie ist das möglich? Die Antwort ist, dass dieser Farbstoff seine Farbe je nach dem Säuregrad der Umgebung verändert. Fast alle Farben des Regenbogens sind möglich Chemisch neutraler Rotkohlsaft ist blauviolett. Gibt man Säure dazu, färbt er sich rötlich. Und zwar umso rötlicher, je saurer die Mischung wird. Gibt man ordentlich Essig dazu, wird der Saft leuchtend rot. Umgekehrt gilt: Versetzt man ihn mit alkalischen Lösungen, etwa mit Seifenwasser, Backpulver oder Natronlauge, wird aus dem Blau erst ein Grün und dann ein Gelb. So kann man aus Rotkohlsaft fast alle wesentlichen Farben des Regenbogens erzeugen. Chemisch gesehen entsteht der Farbwechsel durch winzige Verschiebungen im molekularen Aufbau des Farbstoffs. Cyanidin ist ein komplexes organisches Molekül mit 15 Kohlenstoffatomen, an denen wiederum verschiedene Wasserstoff- und Sauerstoffatome dranhängen. Die Farbänderung entsteht dadurch, dass in einer sauren Umgebung das Molekül einen zusätzlichen Wasserstoffkern – also ein Proton – an sich bindet. Umgekehrt gibt in einer basischen Umgebung der Farbstoff ein Proton an die Umgebung ab. Und schon durch eine solch kleine Änderung verändert sich die Farbe. Selbst ohne Essig kann Rotkohl farblich variieren. Das hängt nämlich auch vom Boden ab. Ein eher rötlicher Rotkohl weist darauf hin, dass der Kohl auf einem eher sauren, also zum Beispiel auf einem sandigen Boden gewachsen ist. Sind die Blätter eher bläulich, stammt er möglicherweise von einem kalkhaltigen Boden, denn solche Böden sind basischer. Und so kommt es, dass dasselbe Gemüse mal Rotkohl und mal Blaukraut heißt – und trotzdem alle recht haben.

  • Friday · 4 min

    Warum sind Schaumblasen in der Badewanne stabiler als Seifenblasen?

    Seifenblasen sind Einzelgänger, Schaumblasen treten im Verbund auf Schaum- und Seifenblasen sind physikalisch das gleiche Phänomen. Der Unterschied liegt darin, dass man bei Seifenblasen vor allem an die isolierten Blasen denkt, die Kinder durch Pusten herstellen oder die von einer Seifenblasenmaschine erzeugt werden. Dagegen sind im Schaum die Seifenblasen in einem Verbund und hängen mit vielen anderen Seifenblasen zusammen. Um zu verstehen, warum es Seifenblasen überhaupt gibt und warum sie zerplatzen, muss man sich klarmachen, wie sie aufgebaut sind. Die Wand einer Seifenblase besteht aus drei Schichten. In der Mitte besteht sie aus Wasser. Das Wasser wird aber außen und innen umhüllt von den Tensiden – d.h. von den Seifenmolekülen. Also eine Sandwich-Struktur, bei der das Wasser durch die Tensidschicht eingeschlossen, quasi in Schach gehalten wird und daran gehindert wird, einen Tropfen zu bilden oder andere Dinge zu benetzen. Warum platzen Seifenblasen? Seifenblasen zerfallen ganz natürlich, wenn die Seifenflüssigkeit langsam nach unten läuft. Die Blase wird dadurch oben immer dünner und irgendwann reißt sie. Die andere Möglichkeit ist durch Berührung. Wenn ich mit dem Finger eine Seifenblase berühre, passiert Folgendes: Sobald der Finger die äußere Tensidschicht durchdringt, kommt er direkt mit der Wasserschicht in Berührung. Wegen seiner Oberflächenspannung "schmiegen" sich die Wassermoleküle aber an den Finger, sie benetzen ihn – ähnlich wie wenn man einen Finger auf eine Wasseroberfläche legt – und verdrängen dadurch die Tensidmoleküle. Oder die Tensid-, also die Seifenmoleküle, fließen dem Wasser, das den Finger benetzt, hinterher und reißen hinter sich ein Loch auf. So oder so, am Ende reißt die Wand auf und bringt die Blase zum Platzen. Wie empfindlich eine Seifenblase ist – das wissen wir alle – hängt auch davon ab, wie dick die Wand der Blase ist. Deswegen sind – wenn man Seifenblasen bläst – die großen Blasen empfindlicher, weil dort die gleiche Menge Seifenflüssigkeit ein größeres Volumen umschließt, dadurch ist die Wand zwangsläufig dünner. Genau wie Luftballons immer empfindlicher werden, je mehr man sie aufbläst. Schaumblasen: kleiner, dickere Tensidschicht, nicht isoliert Chemisch gesehen sind Schaumblasen und normale Seifenblasen ähnlich aufgebaut, aber es gibt ein paar Faktoren, warum sie gegen Berührungen weniger empfindlich sind. Zum einen sind sie in der Regel kleiner, nicht so aufgeblasen, dadurch sind die Wände dicker. Vor allem aber sind beim Schaum die Blasen nicht isoliert, sondern hängen mit ganz vielen anderen Blasen zusammen. Die gesamten Seifenmembranen im Schaum bilden letztlich eine große Oberfläche, über die sich die Seifenflüssigkeit verteilen kann. Wenn man an einer Stelle eine Schaumblase berührt und die Oberfläche infolgedessen etwas dünner wird, dann gibt es im Schaum immer noch genügend Nachschub an Seifenwasser. Deshalb sind die Schaumblasen insgesamt weniger empfindlich gegenüber Berührungen. Es ist aber nicht immer so, dass Seifenblasen sofort zerplatzen, wenn man sie berührt. Es gibt Varieté-Nummern, wo die Künstler oder Clowns mit Seifenblasen jonglieren – diese Blasen haben eine dickere Wand. Seifenblasen halten es sogar aus, wenn ein Regentropfen durch sie durchfällt.

  • Thursday · 2 min

    Warum heißt es DIE Donau, aber DER Rhein? Wovon hängt das Geschlecht von Flüssen ab?

    Was das Geschlecht von Flussnamen betrifft, ist die wichtigste Regel im Deutschen, dass es keine Regel gibt – anders als zum Beispiel im Lateinischen, wo die Flüsse grundsätzlich männlich sind, wo auch die Donau "Danuvius" heißt. Ach und au: Auf die Endung achten! Im Deutschen hängt das Geschlecht von mehreren Dingen ab. Etwa davon, ob in dem Flussnamen vielleicht ein anderes Wort steckt. Zum Beispiel enden viele Flüsse im süddeutschen Raum auf "ach" wie die Schwarzach, die Wutach oder die Salzach. Die sind weiblich, weil die Ach ein altdeutscher Ausdruck für Fluss ist. Die Schwarzach ist also nichts anderes als der schwarze Fluss. Ähnlich die Donau: In ihr steckt die gleiche Wurzel wie im russischen Fluss Don, nämlich das indogermanische Wort "Duna", "Fluss". Und die Don-Aue ist also die Aue des Flusses. Und weil die Aue weiblich ist, ist es auch die Don-au. Kelten, Römer, Germanen – alle hinterließen Spuren Das zeigt auch, dass die Namen unserer Flüsse aus ganz unterschiedlichen Epochen kommen. Kelten, Römer, Germanen – alle waren sie hier. Und je nachdem, wer einem Fluss den Namen gab, dessen Spuren haben sich gehalten. Die Germanen haben den Flüssen meist weibliche Namen gegeben, die Römer eher männliche, weil zumindest die großen Flüsse gern mit Göttern in Verbindung gebracht wurden. Je nach Land: Flüsse wechseln das Geschlecht Beim Rhein ist nicht ganz klar, ob der Name und somit auch das männliche Geschlecht von den Römern eingeführt wurde – eben als Rhenus – oder schon zuvor von den Kelten. Es gibt Flüsse, die in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Namen und unterschiedliche Geschlechter haben. Die französische Rhône ist im Deutschen weiblich, im französischen männlich: Le Rhône. Und in der deutschsprachigen Schweiz, also im Oberwallis, heißt sie Rotten – und ist ebenfalls männlich: der Rotten. Ähnlich die slowenische Soča, die aus den slowenischen Bergen nach Italien fließt und zum männlichen Isonzo wird. Danke an Prof. Konrad Kunze

  • Wednesday · 2 min

    Wie entstehen Fruchtfliegen?

    Fruchtfliegen gedeihen auf reifem Obst Fruchtfliegen, auch Obstfliegen genannt, gedeihen vorzugsweise auf reifem oder sogar fauligem Obst. Dort legen sie ihre Eier ab – das unterscheidet sie von normalen Stubenfliegen, die hauptsächlich draußen nisten, entweder auf den Überresten toter Tiere, also Aas, oder auf den Ausscheidungen lebendiger Tiere: Hundehaufen, Pferdeäpfeln oder ähnlichem. Die Fruchtfliegen dagegen lieben das Obst und deponieren dort oft mehrere Hundert Eier. Diese Eier bringen wir zwangsläufig mit ins Haus, wenn wir Obst kaufen oder pflücken. Larve geschlüpft – und in 10 Tagen ist die neue Fliege fertig Die Entwicklung ist eine Frage der Temperatur. Je wärmer es ist, desto schneller entwickeln sich aus den Larven die fertigen Fliegen. Bei 25 Grad schlüpft nach einem Tag eine Larve. Sie wächst, häutet sich und macht dann verschiedene Stadien durch. Innerhalb von 10 Tagen entwickelt sie sich zur fertigen Fliege weiter. Fruchtfliegen gibt es deshalb auch das ganze Jahr über. Allerdings führen verschiedene Faktoren dazu, dass sie gerade im Herbst vermehrt auftreten: Erstens gibt es dann viel frisches und vor allem reifes bis überreifes Obst. Und darüber hinaus sind im Herbst die Temperaturen oft mild, manchmal sogar noch richtig warm. Das bewirkt, dass sich der gesamte Lebenszyklus der Fruchtfliegen beschleunigt. Die Kombination aus beidem bedeutet im Ergebnis: viele, viele Fruchtfliegen im Herbst. Fliegen vermeiden: Obst nicht offen herumstehen lassen – oder Essigfalle aufstellen Um Fruchtfliegen zu vermeiden, sollte man kein Obst, keine Obstreste und Kompostabfälle offen herumstehen lassen. Ebenso wenig Teller und Besteck, an denen Obstsaftreste kleben – denn auch die ziehen Fliegen an. Ansonsten wird immer wieder ein Hausrezept genannt: Ein Glas oder eine Schale mit verdünntem Essig aufstellen – der lockt die Fliegen an. In den Essig gibt man einen Tropfen Spülmittel, sodass die Oberflächenspannung reduziert wird und die Fliegen nicht mehr herauskommen.

  • September 17 · 3 min

    Was treibt Hamster ins Hamsterrad?

    Nagetiere laufen sehr viel Kurze Antwort. Der Bewegungsdrang. Wilde Goldhamster müssen in der freien Natur ziemlich viel laufen. Sei es, um Nahrung zu suchen, um vor Feinden wegzulaufen oder auf der Suche nach einem Partner. Das ist auch nicht nur bei Hamstern so, sondern bei praktisch allen Nagetieren. Es gibt auch Laufräder für Meerschweinchen. Dass man trotzdem meistens vom Hamsterrad spricht, liegt vor allem daran, dass Laufräder für andere Nager nicht so verbreitet sind. Das wiederum kommt vor allem daher, dass andere Nagetiere größer sind und größere Laufräder bräuchten. Wenn man ein Meerschweinchen in ein Hamsterrad setzen würde, wäre es dauernd im Hohlkreuz.Das wäre nicht so gesund. Dass der Bewegungsdrang in der Natur der Tiere liegt, kann man auch experimentell zeigen. Wenn man Hamstern eine Laufradattrappe zur Verfügung stellt – ein Rad, das sich gar nicht dreht – dann fangen sie irgendwann an, am Gitter des Laufstalls zu nagen oder versuchen gar, hochzuklettern. Das kann man als Ausbruchsversuch deuten, zumindest aber als ein Zeichen, dass sich das Tier nicht wohlfühlt. Laufen ist kein Suchtverhalten Die Vermutung, das Laufen könnte ein Suchtverhalten sein, ist inzwischen widerlegt. Wäre es ein Suchtverhalten, würden die Tiere zum Beispiel mehr laufen als ihnen guttut – das ist ein typisches Merkmal von Sucht. Das tun sie aber nicht; sie können auch mal aufhören. Nun könnte man sagen: Wenn sie aufhören, dann vielleicht nur deshalb, weil sie schlapp sind und einfach nicht mehr können. Stimmt aber auch nicht. Auch dazu gibt es Versuche. Wenn man nämlich die Tiere stresst, indem man zum Beispiel ein Frettchen in ihrer Sichtweite positioniert – Frettchen sind natürliche Fressfeinde – dann laufen sie besonders viel, wie in der Natur auch. Das heißt aber im Umkehrschluss: Wenn sie mal aus dem Laufrad aussteigen, dann nicht, weil sie nicht mehr können, sondern weil ihr Bewegungsdrang gestillt ist. Ähnlich wie wenn Menschen einen Spaziergang beenden – Spazierengehen macht ja in der Regel auch nicht süchtig. 30.000 Umdrehungen pro Nacht – 20 bis 30 Kilometer Wenn ein Tier in einem Hamsterrad bis zu 30.000 Umdrehungen in der Nacht zurücklegt und man das umrechnet, sind es 20 bis 30 Kilometer. Weibchen laufen während ihres Eisprungs mehr – auch das liegt in ihrer Natur, denn in der freien Wildbahn würden sie sich auf Männersuche begeben. Wenn sie aber Junge haben, interessiert sie das Laufrad gar nicht. In der Natur würden sie sich auch um den Nachwuchs kümmern, statt durch die Landschaft zu laufen. Dank an: Sabine Gebhardt, Universität Bern

  • September 11 · 4 min

    Werden die Tage zwischen Sommer und Winter gleichmäßig kürzer?

    Nein: Die Tage werden am Anfang langsam kürzer, dann schneller, dann wieder langsamer. Am längsten hell ist es zur Sommersonnenwende – also am 21. Juni. Da vergehen von Sonnenaufgang bis Untergang 16 Stunden und 12 Minuten. Das andere Extrem ist die Wintersonnenwende am 21. Dezember, da dauert der Tag 8 Stunden und 13 Minuten. Keine regelmäßige Verkürzung oder Verlängerung Der Unterschied zwischen der Tageslänge im Sommer und im Winter beträgt also etwa 8 Stunden. Wäre dieser Übergang gleichmäßig, würden die Nächte also stetig immer länger, sähe die Rechnung so aus: Das halbe Jahr zwischen Sommer und Winter hat 182 Tage. In diesen 182 Tagen nimmt die Tageslänge um 8 Stunden ab. Würde das gleichmäßig passieren, wären das etwas mehr als 2 ½ Minuten pro Tag. – Und nach dem 21. Dezember würden die Tage dann genauso gemächlich wieder zunehmen. So ist es aber nicht. Tatsächlich ist es wie folgt: Um die Sommer- bzw. Wintersonnenwende herum, also Ende Juni und Ende Dezember, ändern sich die Tageslängen nur langsam, nämlich pro Tag jeweils um etwa 1 Minute. Dagegen kommt in der Zeit um den Herbstanfang herum, also Ende September, die Dunkelheit in schnellen Schritten. Dann werden die Nächte – Nacht für Nacht – knapp 4 Minuten länger. Diese Angaben beziehen sich auf unsere Breiten, also Südwestdeutschland. Weiter im Norden sind die Unterschiede zwischen Sommer und Winter noch ausgeprägter. Aber die Änderungen erfolgen nach dem gleichen Muster: Langsam, schnell, langsam. Erkennbares Muster: langsam, schnell, langsam Dieses Muster – langsam, schnell, langsam – ist wie eine Pendelbewegung. Ein Pendel ist am oberen und unteren Wendepunkt langsam. Und am schnellsten ist seine Bewegung genau in der Mitte zwischen diesen beiden Punkten. Das gleiche Muster finden wir bei einer schwingenden Feder, an der ein Gewicht hängt. Auch hier ist die Bewegung an den Wendepunkten langsam und zwischendurch schnell. Das ist ein typisches Schwingungsmuster – und entsprechend "schwingen auch die Tageslängen", sie pendeln hin und her. Die Tageslängen hängen eng damit zusammen, wie hoch die Sonne am Himmel steht. Im Sommer steht die Sonne mittags steil am Himmel, im Winter flach. Auch diese Veränderung ähnelt einem schwingenden Pendel. Angenommen, man könnte immer mittags um 12 an die Stelle, wo die Sonne dann steht, einen „Punkt am Himmel machen“, und das über die ganze Zeit zwischen Sommer und Winter. Dann würde man sehen, dass die Punkte unmittelbar nach dem 21. Juni sehr dicht beieinander liegen, d.h. Ende Juni, Anfang Juli ändert sich der Sonnenstand nur wenig. Dann aber werden die Abstände immer größer, und besonders groß sind sie zu Herbstanfang am 23. September. Das heißt, um diese Zeit nimmt der Sonnenstand sehr schnell ab, und entsprechend schnell verkürzen sich dann auch die Tage. Mathematisch gesehen entspricht das dem Muster einer Sinuskurve. Kreisbewegung der Erde um die Sonne als Ursache Die Ursache liegt in der Kreisbewegung der Erde um die Sonne. Sommer und Winter entstehen ja, weil die Erdachse geneigt ist; bei der Umkreisung der Sonne wird mal die Nord- und mal die Südhalbkugel stärker angestrahlt. Es ist eine Art Spiel mit Licht und Schatten. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Sie haben eine Kurbel. Diese Kurbel wird von der Seite angestrahlt, sodass sie einen Schatten an der Wand erzeugt. Die Kurbel bewegt sich gleichförmig im Kreis. Doch der Schatten – die Projektion der Kurbel – bewegt sich wie eine Feder hoch und runter. Auch hier entsteht also dieses Muster. Die Entstehung von Tag und Nacht bzw. Winter und Sommer durch die Drehung um die Sonne ist räumlich ein wenig komplizierter – aber im Grunde ist es dasselbe Spiel von Licht und Schatten im Zusammenhang mit einer Kreisbewegung. Und so entsteht auch hier diese Pendeldynamik.

  • September 9 · 3 min

    Bei einer totalen Sonnenfinsternis deckt der Mond genau die Sonne ab – Zufall?

    Ja. Von der Erde aus betrachtet sind Mond- und Sonnen-"Scheibe" fast gleich groß – sodass sich der Mond bei einer Sonnenfinsternis meist gerade so über die Sonne schiebt. Der besondere Effekt dabei ist, dass die Sonne zwar bedeckt ist, dafür aber die Korona der Sonne – also die rötlich leuchtende äußere Atmosphäre der Sonne – erkennbar wird. Die kann man mit guten Kameras beobachten. Aber diese "Deckungsgleichheit" von Mond und Sonne ist Zufall. Es ist auch nicht immer so: Neben den totalen Sonnenfinsternissen gibt es auch ringförmige Sonnenfinsternisse. Dann deckt der Mond die Sonne nicht vollständig ab – selbst, wenn er genau in einer Linie steht – sondern die Sonne scheint rings herum an ihm vorbei und bildet eine Art Feuerkranz. Wieso ist das von Mal zu Mal unterschiedlich? Der Mond kann ja seine Größe nicht plötzlich ändern. Das liegt daran, dass weder der Mond auf einer perfekten Kreisbahn um die Erde kreist, noch die Erde auf einer perfekten Kreisbahn um die Sonne. Die Umlaufbahnen sind Ellipsen. Im Winter zum Beispiel ist die Erde näher an der Sonne als im Sommer. Ebenso ist der Mond mal näher an der Erde und mal etwas weiter weg. Wenn der Mond gerade nahe an der Erde ist, erscheint er aus Sicht eines Beobachters größer und deckt bei einer Sonnenfinsternis mehr von der Sonne ab. Ist er weiter weg und gleichzeitig die Sonne relativ nah, dann überstrahlt die Sonne den Mond und es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Es gibt sogar – wenn auch sehr selten – den Fall, dass beides auf einmal vorkommt: Eine ringförmige Sonnenfinsternis geht dann für ein paar Sekunden in eine totale über. Es sieht dann fast so aus, als würde der Mond einmal tief "ein- und ausatmen". Dass so etwas passieren kann, liegt an der Wölbung der sich drehenden Erdoberfläche. Phobos und Deimos: Monde des Mars sind zu klein für eine totale Sonnenfinsternis Insofern kann man sagen: Die Mondscheibe ist am Himmel nicht immer genauso groß wie die Sonnenscheibe – aber der Mond hat für uns wirklich die perfekte Größe, um diese Vielfalt der Erscheinungen zu ermöglichen. Aber das ist absoluter Zufall. Das kann man sehr schön im Vergleich zum Mars sehen. Der Mars hat ja gleich zwei Monde – Phobos und Deimos – die aber beide viel zu klein sind, um jemals auf dem Mars eine totale Sonnenfinsternis zu erzeugen. Wenn es Marsmenschen gäbe, würden sie immer nur partielle Sonnenfinsternisse sehen.

  • September 1 · 2 min

    In welchem Monat sterben die meisten Menschen?

    Überdurchschnittlich viele Sterbefälle im Winter In Deutschland gibt es die meisten Sterbefälle normalerweise im Winter, zwischen Dezember und März. Ich habe einige Leute raten lassen: Fast alle, die ich gefragt habe, vermuten die Höchstwerte spontan im November – vielleicht, weil sie damit den Totensonntag und Allerheiligen verbinden oder weil der November als besonders trister Monat gilt. Doch der November ist im Großen und Ganzen eher ein durchschnittlicher Monat. Erst danach steigen die Todesfälle an. Die höchste Sterberate verzeichnet der Februar, zumindest im langjährigen Mittel: Da rechnet die Bestattungswirtschaft mit fast 10 Prozent mehr Todesfällen als im Durchschnitt. Sie beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Spätsommer dagegen, also im August und September, liegt die Sterberate besonders niedrig: 7 Prozent unter dem Durchschnitt. Verschiebung in den Corona-Wintern Das, wie gesagt, sind die langfristigen Trends. Speziell in den "Corona-Wintern" 2020/21 sowie 2021/22 zeigt sich in den Zahlen allerdings eine leichte Verschiebung nach vorne, da war auch im November schon ein deutlicher Anstieg erkennbar, und die Höchstwerte traten im Dezember und Januar auf. Doch inzwischen sind die Verhältnisse wie vor Corona, mit den meisten Todesfällen im ersten Quartal des Jahres. Körper ist in den Wintermonaten anfälliger Wie erklärt sich die Häufung im Winter? Bei den meisten Todesfällen spielt die Jahreszeit keine Rolle. Die bilden einen Durchschnitt, der das ganze Jahr über gleich ist. Im Winter kommen aber einige Sterbefälle hinzu. Das sind vor allem Menschen, die ohnehin schon angeschlagen sind und denen das Winterwetter dann besonders zu schaffen macht. Es gibt mehr Herzinfarkte, mehr Infektionskrankheiten wie Grippe, mehr Lungenentzündungen. Ärzte gehen davon aus, dass auch psychische Faktoren hinzukommen und gerade älteren depressiven Menschen in den dunklen Tagen der "Lebenswille" verloren geht – auch das kann ja eine Rolle spielen.

  • August 31 · 3 min

    Warum drehen sich Windräder immer im Uhrzeigersinn?

    Rotoren sind weltweit gleich gebaut – Uhrzeigersinn hat sich durchgesetzt Das hat sich einfach so ergeben. Es hat also nichts mit der "Hauptwindrichtung" zu tun. Wäre das so, könnte man das Windrad ja einfach andersherum aufstellen und linksherum drehen lassen. Es hat auch nichts mit der "Corioliskraft" zu tun, wie auf manchen Internetseiten steif und fest behauptet wird: Die Corioliskraft ist eine Kraft, die sich durch die Erddrehung ergibt und dafür sorgt, dass sich Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel rechtsherum drehen. Aber Windräder drehen sich überall rechtsherum, nicht nur auf der Nordhalbkugel. Das liegt einfach daran, dass die Rotoren so gebaut sind. Praktisch für den Windkraftanlagen-Markt: weltweiter Standard Die Drehrichtung ist für die Funktionsweise völlig egal. Es ist nur einfach praktischer, wenn es eine einheitliche Richtung gibt. Der Uhrzeigersinn hat sich durchgesetzt. Früher, in der Zeit der Windmühlen, waren die Traditionen sehr unterschiedlich: Es gab Länder wie Dänemark und Holland, wo sich die meisten Windmühlen linksherum gedreht haben, in Norddeutschland drehten sie sich eher rechtsherum. Bei den modernen Windkraftanlagen war es anfangs auch so. Die frühen Windräder in Dänemark haben sich linksherum gedreht. Diese regionalen Traditionen gibt es bei den Windkraftanlagen nicht mehr, weil das ja einen weltweiten Markt betrifft. Da hat sich die Drehung im Uhrzeigersinn einfach als weltweiter Standard durchgesetzt – auch wenn es dafür keine offizielle Norm gibt. Es ist sinnvoll, weil die Produktion dadurch einfacher ist: Die Rotorblätter der Windräder sind im Längsprofil asymmetrisch geformt – sie haben eine Luv- und eine Leeseite, sodass sie die Windkraft möglichst effizient in eine Drehbewegung umsetzen. Wollte man jetzt neben den rechtsdrehenden auch linksdrehende Windräder bauen, bräuchte man zusätzlich spiegelverkehrt gebaute Rotorblätter. Das wäre technisch kein Problem, würde aber mehr Aufwand bedeuten als wenn man immer nur einen Typ herstellt. Gleichmäßiges Drehen ruft Windkraftgegner nicht zusätzlich auf den Plan Neben diesen praktischen Gründen kommen vielleicht auch noch ästhetische hinzu: Windräder werden ohnehin schon von vielen als eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wahrgenommen. Wenn sich nun in einem großen Windpark die einen Räder rechtsrum und die anderen linksrum drehen, würde das unter Umständen noch unruhiger wirken als wenn sich alle Räder in die gleiche Richtung drehen. Johannes, Erik und Eriks Frau diskutieren: der Uhrzeigersinn gewinnt Warum aber gerade der Uhrzeigersinn? Dazu gibt es eine Geschichte, die man sich in der dänischen Windindustrie erzählt. Demnach fiel die Entscheidung 1970 in Dänemark. Es gab zwei Brüder, die beide in der Windbranche tätig waren: Erik und Johannes Grove-Nielsen. Diese Brüder waren Konkurrenten. Der eine, Erik, hat nun eines Abends am Küchentisch seine Rotorblätter entworfen und dabei mit seiner Frau auch die Drehrichtung besprochen. Daraufhin meinte die Frau sinngemäß: Die Blätter vom Johannes laufen linksherum, deshalb sollten sich unsere rechtsherum drehen. Und nachdem sich Eriks Firma in den darauf folgenden Jahren zu einem weltweit führenden Rotorblatthersteller entwickelt hat, so die Geschichte, hätten sich die rechtsdrehenden eben durchgesetzt.

  • August 29 · 1 min

    Wie funktioniert ein Weichspüler?

    Weichspüler enthalten Tenside Viele Stoffe werden, wenn sie trocknen, auffallend steif und knittrig. Das liegt zum Teil daran, dass die einzelnen Textilfasern elektrostatisch aufgeladen sind und sich gegenseitig abstoßen. So wie Haare manchmal abstehen, wenn sie elektrisch aufgeladen sind – nur eben im kleineren Maßstab. Weichspüler enthalten eine besondere Art von Tensiden – Tenside sind die Grundsubstanzen von praktisch allen Spül- und Waschmitteln. Positive Ladung "neutralisiert" negative Ladung der Textilfasern Das Besondere speziell der Weichspüler-Tenside ist, dass die Moleküle an einem Ende positiv geladen sind. Diese positive Ladung „legt“ sich auf die negative Ladung der Textilfasern und "neutralisiert" sie. Die Folge ist, dass sich die Fasern gegenseitig nicht mehr abstoßen, dadurch auch nicht mehr so steif sind und nicht mehr so stark aneinander reiben, was den Stoff insgesamt geschmeidiger macht. Und wenn man dann mit dem Bügeleisen drüber geht, wird er auch glatter.

  • August 28 · 1 min

    Was hilft bei Schuppenflechte?

    Schuppenflechte entgegenwirken: Seife reduzieren, fetthaltige Lotionen benutzen Die Schuppenflechte ist eine genetische Veranlagung. Sie kann von leicht bis schwer ausfallen. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, die abseits der ärztlichen Therapie einen positiven Einfluss haben. Zum einen ist es die Hautpflege. Man sollte sich nicht austrocknend einseifen, sondern die großen Flächen nur mit Wasser waschen. Außerdem sollte man die geschundenen, empfindlichen Hautpartien gut eincremen, zum Beispiel mit einer Fettlotion, einer Lipolotion. Die Lotion sollte gut streichfähig sein und Harnstoff enthalten – Urea, 10 Prozent. Die ärztlichen Therapien gehen von der Cremetherapie bis hin zu Spritzen. Es gibt mittlerweile moderne Therapien, die nicht mehr das Immunsystem platthauen, sondern modulieren, also nur den überaktiven Teil abmildern. Aufs Gewicht achten und auf eine gute Ernährung Ansonsten solle man schauen, dass man nicht zu übergewichtig ist. Und man sollte mit dem Alkohol zurückhaltend sein. Man kann gut mit Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel arbeiten und mit Vitamin D. Ich als Ernährungsmedizinerin, das bin ich neben der Dermatologie auch, schaue gerne im Blut nach. Manchen Menschen fehlt Zink und Selen oder sie haben zu wenig B-Vitamine oder Eisen. Auch das kann man über Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel korrigieren. Und das kann den Menschen helfen, abzuheilen. Und wir wissen: Alles, was Entzündungen fördert, fördert auch die Schuppenflechte.

  • August 26 · 2 min

    Überlebt eine Schnecke, wenn man ihr Haus zertritt?

    Eingeweidesack im Schneckenhaus Klare Antwort: Nein. Das Haus einer Schnecke ist kein totes Anhängsel, das einfach so obendrauf liegt, sondern es gehört zum Tier. Nicht nur in dem Sinn, dass das Gehäuse mit ihm verwachsen ist. Sondern die Schnecke besitzt eine Art Ausstülpung, den Eingeweidesack, die sich bis in die Spitze des Gehäuses zieht und an der Hauswand anliegt. Gehäuseschnecken sind fest mit ihrem Haus verwachsen Das Haus einer jungen Schnecke muss noch wachsen. Dazu haben Schnecken einen speziellen Teil in ihrer Haut – den "Mantel" – der in der Lage ist, Kalk zu bilden. Kleine Beschädigungen im Gehäuse können sie damit unter Umständen reparieren, aber nur, wenn der Körper unverletzt bleibt. Wenn man aber drauf tritt, wird zwangsläufig ein Teil des Körpers verletzt, eben weil ein Teil des Körpers sich ins Gehäuse hineinzieht. Bei Verletzungen läuft die Körperflüssigkeit einfach aus Nun haben Weichtiere einen offenen Blutkreislauf. Das bedeutet: Bei einer Verletzung läuft die Körperflüssigkeit einfach aus. Die Schnecke hat in einem solchen Fall keine Überlebenschance. Das gilt nicht nur für Weinbergschnecken, sondern für fast alle Landschnecken – also Schnecken mit Haus. Eine Ausnahme bilden Bernsteinschnecken; das sind Schnecken mit einem relativ dünnen Haus. Wenn die ihr Haus verlieren, können sie ein paar Tage überleben und etwas Gehäuseähnliches wieder aufbauen. Wozu brauchen Schnecken überhaupt ein Haus? Das Schneckenhaus schützt die Tier vor allem vor dem Austrocknen. Bei normalen Landschnecken ist die Unterseite ziemlich schleimig, die Oberseite aber nicht, sodass sie dort Flüssigkeit ausdünstet. Damit sich das in Grenzen hält, hat die Schnecke das Haus, in das sie sich zurückziehen kann. Wo Häuser stören: Nacktschnecken kriechen in Spalten und Erdlöcher Die Nacktschnecken haben sich auf eine andere ökologische Nische spezialisiert als die Gehäuseschnecken: Sie kriechen in Spalten und Löcher in der Erde – dabei stört so ein sperriges Gehäuse. Also haben sie es im Lauf ihrer Evolution immer mehr reduziert. Dafür mussten sich die Nacktschnecken aber anderweitig vor dem Austrocknen schützen. Nämlich einmal dadurch, dass sie am ganzen Körper schleimig sind – deshalb finden viele Menschen Nacktschnecken ja auch ekliger als normale Landschnecken – und zum anderen eben, in dem sie sich in der Tageshitze in der Erde verkriechen und erst nachts oder bei trübem Regenwetter hervorkommen.

  • August 25 · 1 min

    Warum heißt der 90-Grad-Winkel "rechter Winkel"?

    Angulus rectus – aufrechter Winkel Das hat nichts mit rechts oder links zu tun, sondern das "recht" leitet sich ab vom lateinischen "angulus rectus". Das wurde zu Beginn der Neuzeit einfach ins Deutsche übertragen. Das lateinische "rectus" bedeutet dabei so viel wie "aufrecht": Man stellt sich eine horizontale Linie als Basis vor, und eine Linie, die aufrecht auf dieser Basislinie steht, bildet mit ihr einen "angulus rectus". Die Wissenschaft damals hat bis weit in die Neuzeit hinein ihre Texte auf Lateinisch geschrieben – auch bei Descartes taucht der Ausdruck "angulus rectus" auf. Ich habe ein altes Buch aus dem Jahr 1796 gefunden. Es nennt sich "Beiträge zur deutschen Sprachkunde, vorgelesen in der königlichen Akademie der Wissenschaft" und widmet sich der Aufgabe, für lateinische Fachausdrücke die jeweils deutschen Entsprechungen zu benennen. Darin heißt es: Wenn ein Winkel seinem Nebenwinkel gleich ist, so ist es ein rechter Winkel (angulus rectus); ist aber ein Winkel seinem Nebenwinkel nicht gleich, ist es ein schiefer Winkel (angulus obliquus). Quelle: Beiträge zur deutschen Sprachkunde, 1796 Das Wörtchen "recht" findet sich auch in waagerecht oder senkrecht.

  • August 24 · 3 min

    Was hilft gegen starke Akne?

    Männliche Hormone können für Akne sorgen. Es gibt aber auch viele andere Faktoren; das muss man im Einzelfall abprüfen. Manchmal ist es ein Hefepilz, der sich durch Schweiß vermehrt und durch Reibung eingearbeitet wird. Wenn man zu Kopfschuppen neigt, kann die Haarbalgentzündung von einem solchen Hefepilz kommen. Bei Akne meiden: Kuhmilch, Zucker, Weißmehl Allgemein gilt bei Akne für Männer und Frauen, junge und ältere Menschen (denn es gibt auch die Erwachsenenakne), dass man flüssige Kuhmilch maximal reduzieren oder meiden solle. Kuhmilch ist ein starker Akne-Macher; die Talgdrüsen werden dadurch sehr stimuliert. Weglassen sollte man auch Zucker, weißes Mehl, Fastfood, Marihuana, Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmittel, Whey-Protein-Shakes und natürlich Hormontherapie im Fitnesssport, denn all das kann die Akne fördern. Wenn man das alles weglässt, wird man schon eine deutliche Verbesserung der Akne erleben. Kuhmilch mit Cerealien morgens zum Frühstück sind also Gift für die Haut. Gut für die Haut: Omega-3-Fettsäuren, Zink, Selen Man sollte darauf achten, einen guten Spiegel von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl oder Algenöl zu sich zu nehmen. Am besten die, die nicht ranzig schmecken, bei denen man nicht rülpst. Es gibt gute Hersteller, wo das Öl auf Schwermetall geprüft ist. Außerdem wichtig sind Zink, Selen und Vitamin D in einer täglich kleinen Dosis. Frauen müssen schauen, ob der Eisenspiegel stimmt, also das Speichereisen. Auch die Schilddrüse sollte man überprüfen. Kosmetik und Verhütung auf die Haut abstimmen Und Achtung: Vermeiden sollte man auch zu viel fettige Produkte im Gesicht, denn die verursachen die Kosmetik-Akne. Also kein fettiges Haargel und zu viel Pflegecremes. All das kann Akne machen. Bei Frauen ist noch die zu beachten, dass die falsche Verhütung – die Hormonspirale oder eine unpassende Pille – ebenfalls Akne machen kann. Die Ausnahme sind die Erkrankungen, wo man einen krankhaft erhöhten Hormonspiegel hat, etwa polyzystische Ovarien. Die Erkrankung heißt jetzt anders, aber unter der Bezeichnung kennen es noch die meisten. Auch Stress macht Akne. In seltenen Fällen ist auch das Kopfdrüsenhormon Prolaktin Ursache einer Akne. Wie geht man vor, um die Akne zu heilen? Zuerst würde man alle Faktoren ausschließen und dann ergänzen. Wenn das nicht reicht, könnte man zum Beispiel mit dem Wirkstoff Isotretinoin von innen rangehen. Aber diese Maßnahmen, die ich eben genannt habe, heilen bei sehr vielen Patienten schon ausreichend. Wenn nicht, ist Isotretinoin ein gutes Mittel, um die Akne in Schach zu halten. Man nimmt es entweder niedrig dosiert, 10 Milligramm zweimal in der Woche. Oder man nimmt es höher dosiert über ein halbes Jahr. Ein junger Mann, der 80 kg wiegt, würde 40 Milligramm am Tag nehmen, immer zum Essen. Dann wäre der nach einem halben Jahr geheilt. Isotretinoin ist rezeptpflichtig. Daher sollte man eine hautärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

  • August 23 · 2 min

    Wie kommen die Westindischen Inseln zu ihrem Namen?

    Die "Westindischen Inseln" liegen in der Karibik. Sie waren also das erste, was Kolumbus nach seiner Atlantiküberquerung zu Gesicht bekam. In der Logik eines "Indienreisenden" müssten diese Inseln also Indien im Osten vorgelagert sein. Den Namen "westindisch" bekamen die Inseln allerdings nicht von Kolumbus selbst. Sie erhielten ihn erst viele Jahre später, als längst klar war, dass Kolumbus nicht Asien erreicht hat, sondern einen neuen Kontinent namens Amerika. Es war zu dem Zeitpunkt also klar, dass diese Inseln nichts mit Indien zu tun haben. Das Rätsel löst sich, wenn man sich die Kolumbus-Geschichte genauer anschaut. Kolumbus wollte nach Asien, aber nicht explizit nach Indien Entgegen dem weit verbreiteten Mythos hat Kolumbus zu keinem Zeitpunkt geglaubt, Indien erreicht zu haben. Er wollte zwar Asien erreichen, aber nicht explizit Indien. In seinen Aufzeichnungen, auch in seinen Bordbüchern, steht nicht "India", sondern es findet sich immer der Ausdruck "Las Indias". Das ist ein Plural, wörtlich: "Die Indien", als ob es mehrere Länder dieses Namens gäbe. Gemeint waren damit aber im damaligen Sprachgebrauch all die Ländereien in und jenseits von Indien – also der gesamte ostasiatische Raum. Als Kolumbus in der Karibik war, wähnte er sich in der Höhe von Japan. Später glaubte er, China erreicht zu haben – aber nicht Indien. Zwei Gruppen von indischen Inseln Als ein paar Jahre nach Kolumbus' Tod klar war, dass er gar nicht in Asien war, sondern einen neuen Kontinent entdeckt hatte, blieb der Ausdruck "Las Indias" dennoch bestehen – als Ausdruck für eben jene Inseln in der Karibik, die Kolumbus tatsächlich angefahren hat. So gab es aus Sicht der europäischen Seefahrer schließlich zwei Gruppen von "indischen Inseln": Zum einen diejenigen, die buchstäblich in Indien und dahinter liegen – also in Asien – und die anderen vor dem amerikanischen Kontinent. Die einen lagen Richtung Osten, die bezeichnete man als ostindisch – da gab es dann auch die berühmte Ostindien-Handelskompanie. Und die anderen lagen, wieder von Europa aus gesehen, Richtung Westen. Also nannte man sie westindische Inseln. Die Ausdrücke Ost und West beziehen sich also nicht auf die Lage innerhalb eines vermeintlichen Indiens, sondern auf die Perspektive der Seefahrer.

  • August 21 · 1 min

    Wie lassen sich Altersflecken entfernen und kommen die wieder?

    Es gibt zwei verschiedene Arten von Flecken auf dem Handrücken. Zum einen die braunen, die man nicht tasten kann, wenn man mit geschlossenen Augen darüberfährt. Die anderen sind ein bisschen erhaben, so 3D-mäßig. Die nennt man Stukkokeratosen – wie der Stuck an der Decke. Das sind Verhornungen, die etwas erhaben sind. Mit dem Rubinlaser gegen Altersflecken Zum Entfernen benutzt die Ärztin oder der Arzt verschiedene Verfahren. Für die Flecken, die nicht erhaben sind, nimmt man zum Beispiel den Rubinlaser. Das ist vom Schmerz her gut auszuhalten. Es ist zwar ein Hitzeimpuls, aber man braucht keine Betäubung und es ist schnell vorbei. Der Rubinlaser erhitzt das braune Pigment. Er sieht genau das Braun; die helle Haut wird dadurch nicht beeinträchtigt. Das Pigment wird erhitzt, verändert seine Farbe und wird dann schwarz. An den Händen verabschiedet sich diese Verfärbung nach ungefähr drei Wochen. Dann ist die Stelle im besten Fall hautfarben oder vielleicht noch eine Weile leicht gerötet. Im Gesicht geht das sogar innerhalb einer Woche wieder auf Normalzustand. Stukkokeratose: Behandlung mit Kürette oder Laser Die 3D-Knüppelchen muss man entweder mit einer Kürette abschaben oder mit einem chirurgischen Laser abgetragen. Das geht gut, allerdings hat man dann eine Schürfwunde. Das ist ein bisschen schmerzhafter. Manchmal wird eine Betäubungscreme vorgegeben oder sogar eine Betäubungsspritze. Weil es eine offene Wunde ist, muss man sehr gut aufpassen, dass es sich nicht infiziert und danach nicht nochmal verfärbt. Jeder, der sich die Hände wegen solcher störender Flecken lasern lässt, muss vier Wochen vorher und vier Wochen danach unbedingt darauf achten, die Haut nicht zu bräunen – raus aus der Sonne und Sonnencreme nutzen. Dann hat man gute Chancen, dass die Flecken lange Jahre wegbleiben.

  • August 20 · 5 min

    Sind Tee und Kaffee Kalziumräuber und schlecht für die Knochen?

    Der Ausdruck "gut für die Knochen" bezieht sich auf die Knochendichte. Die wird durch Tee neueren Untersuchungen zufolge sogar eher leicht gestärkt, während sich Kaffee wenig oder allenfalls leicht negativ auswirkt. Gleichzeitig ist das Thema ein schönes Beispiel dafür, wie medizinische Aussagen zustande kommen oder sich mit der Zeit verändern. Osteoporose: Wenn die Knochendichte nachlässt Relevant ist die Frage nach dem Kalzium, weil die Knochendichte vor allem bei Frauen in der Postmenopause oft nachlässt und zu Osteoporose führen kann. Und wie sich ein Nahrungsmittel auf die Knochendichte auswirkt, macht man oft am Kalzium fest. Um Kalzium zu uns zu nehmen, können wir regelmäßig kalziumreiches Wasser trinken, grünes Gemüse essen oder Milchprodukte. Koffein hat Einfluss auf Kalziumaufnahme des Körpers Tee und Kaffee enthalten nun Koffein. Dieses Koffein wirkt sich darauf aus, wie wir das enthaltene Kalzium verarbeiten. Koffein bewirkt, dass wir weniger Kalzium aus dem Darm aufnehmen und dann mehr Kalzium über die Niere wieder ausscheiden. Daher kommt das Image als "Kalziumräuber", das aber inzwischen weitgehend widerlegt ist. Denn der Effekt ist relativ gering im Verhältnis zur sonstigen Ernährung. Durch den regelmäßigen Verzehr von grünem Gemüse oder Milchprodukten könne man den Kalzium-Verlust durch Koffein locker kompensieren, so die einschlägigen Empfehlungen. Das sind ja nur Überlegungen, die sich auf das Kalzium im Körper beziehen. Zwar liegt der Schluss nahe, dass eine hohe Kalziumaufnahme auch der Knochendichte zugutekommt, aber aussagekräftiger sind Untersuchungen, die die Knochendichte direkt messen. Tee ist eher gut für die Knochen Von solchen Untersuchungen gibt es inzwischen einige, und sie zeigen, dass Tee im Zweifel eher gut ist für die Knochen. Es gibt zum Beispiel eine Studie australischer Mediziner von 2025. Die haben die Daten einer umfangreichen Osteoporose-Studie an fast 10.000 Frauen ausgewertet. Die Frauen waren in der zweiten Lebenshälfte, hatten also die Menopause schon hinter sich. In dieser Studie wurde mit Röntgenuntersuchungen mehrmals über einen Zeitraum von zehn Jahren die Knochendichte gemessen, und zwar in den Knochen, die bei Osteoporose besonders anfällig für Frakturen sind: der Oberschenkelhals und die Hüfte. Außerdem haben sie die Frauen nach ihren Tee- bzw. Kaffeetrinkgewohnheiten gefragt. Beides haben sie ins Verhältnis gesetzt. Darüber hinaus wurden weitere Parameter erfasst: Wie ernähren sich die Frauen sonst? Rauchen sie? Trinken sie Alkohol? Und so weiter. Diese Effekte wurden statistisch möglichst rausgerechnet. Bei den Kaffeetrinkerinnen entsprach das Ergebnis den Erwartungen. Geringer Kaffeekonsum hat die Knochendichte kaum messbar verändert. Mehr als fünf Tassen Kaffee täglich erweisen sich als schlecht für die Knochendichte, vor allem dann, wenn die Frauen auch rauchen. Das entspricht dem, was man vom Kalziumhaushalt erwarten würde. Teetrinkerinnen haben etwas höhere Knochendichte Beim Tee war es aber anders. Eigentlich bremst auch das Koffein im Tee die Kalziumaufnahme im Körper. Trotzdem hatten die Teetrinkerinnen eine höhere Knochendichte als Frauen, die weder Tee noch Kaffee trinken. Die Gründe dafür sind nicht klar. Ein möglicher Grund sind andere im Tee enthaltene Inhaltsstoffe, nämlich die Katechine. Es gibt Hinweise, dass die das Knochenwachstum fördern bzw. dem Knochenabbau entgegenwirken. Allerdings funktioniert diese Erklärung nur bei grünem Tee – denn im schwarzen Tee sind durch die Fermentierung kaum noch Katechine enthalten. Auf jeden Fall ist die höhere Knochendichte der Teetrinkerinnen bei den Hüftknochen signifikant messbar. Die Forscher schreiben aber auch: Der Effekt macht nicht so viel aus. Der Unterschied in der Knochendichte zwischen Tee- und Nicht-Tee-Trinkerinnen beträgt gerade mal 0,4 Prozent. Das war jetzt das Ergebnis einer Studie – andere Studien kommen aber zu ähnlichen Ergebnissen. Kalziumreiche Lebensmittel gegen Osteoporose Messen kann man also, dass Tee für eine leicht höhere Knochendichte sorgt und viel Kaffee eher für eine geringere. Für die Entwicklung von Osteoporose scheint das aber nicht der entscheidende Faktor zu sein. Wer vorbeugen will, sollte nicht primär beim Tee- oder Kaffeekonsum anfangen, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren: grünes Gemüse, Milchprodukte oder kalziumreiches Mineralwasser.

  • August 20 · 1 min

    Warum hat der Mond keine Atmosphäre?

    Der Mond ist zu klein und zu leicht Der Mond ist schlicht zu klein und zu leicht, um eine Atmosphäre zu haben. Damit ein Himmelskörper eine Atmosphäre hat, braucht er eine gewisse Masse, um Gasmoleküle durch seine Gravitationskraft bei sich zu halten. Der Mond ist 80-mal leichter als die Erde. Damit ist seine Anziehungskraft einfach zu schwach. Um eine Atmosphäre an sich zu binden, müssen Himmelskörper schon etwas größer sein. Auch auf das Magnetfeld kommt es an Man sieht das gut im Vergleich von Mars und Venus. Der Mars hat auch nur eine sehr dünne Atmosphäre, denn er ist viel kleiner als die Erde – seine Masse beträgt lediglich ein Neuntel der Erdmasse. Es gibt Hinweise, dass der Mars früher eine dichtere Atmosphäre hatte, dass die sich aber verflüchtigt hat. Nicht nur, weil der Mars so klein ist, sondern auch, weil er kein Magnetfeld hat. Die Erde hat ein Magnetfeld. Das schützt sie unter anderem vor dem sogenannten Sonnenwind – also geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen. Weil aber der Mars kein Magnetfeld hat, ist er dem Sonnenwind schutzlos ausgesetzt; seine einst etwas mächtigere Atmosphäre wurde davongetragen. Venus hat dichte Atmosphäre Ganz anders dagegen sieht es auf der Venus aus; die hat eine sehr dichte Atmosphäre – die Venus ist ja auch fast so groß wie die Erde. Verschiedene Faktoren entscheiden also über das Vorhandensein einer Atmosphäre. Vor allem die Größe, aber auch Faktoren wie das Magnetfeld.

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