
Trotz KI erfolgreich im Job - Prof. Dr. Jutta Rump
Prof. Dr. Jutta Rump Jutta gehört zu den profiliertesten Arbeitsmarkt-Expertinnen Deutschlands. Als Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung sowie als Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability beschäftigt sie sich seit Jahrzehnten mit der Zukunft der Arbeit. Sie berät Unternehmen, Verbände und Politik und verbindet wissenschaftliche Analyse mit einer sehr konkreten Perspektive auf die betriebliche Realität. Wie sieht also die Zukunft der Arbeit in Zeiten von KI aus? Fünf Gedanken aus unserem Gespräch: 🔹 Wir haben beim demografischen Wandel kein Erkenntnisproblem – sondern ein Umsetzungsproblem. Seit Jahrzehnten wissen wir, was auf uns zukommt. Trotzdem wurden viele notwendige Veränderungen immer wieder vertagt. Jetzt steigt der Handlungsdruck massiv. 🔹 KI wird den Fachkräftemangel entschärfen. Bis 2035 könnten rund 13 Millionen Babyboomer den Arbeitsmarkt verlassen. Juttas Einschätzung: Digitale Automatisierung und KI können einen erheblichen Teil dieser Lücke auffangen – aber nicht vollständig. 🔹 Nicht ganze Berufe verschwinden – Tätigkeiten verändern sich. Routineaufgaben haben ein hohes Automatisierungspotenzial. Gleichzeitig entstehen neue Rollen, und viele Berufe werden sich stärker in Richtung Mensch-KI-Zusammenarbeit entwickeln. 🔹 Fachwissen wird durch KI nicht unwichtiger – sondern wichtiger. Denn je eloquenter KI-Systeme Antworten formulieren, desto wichtiger wird die Fähigkeit, deren Qualität wirklich beurteilen zu können. Wer nicht weiß, wovon er spricht, erkennt auch nicht, wenn die KI falsch liegt. 🔹 Die entscheidenden Kompetenzen der Zukunft sind mehr als „Prompting“. Fachkompetenz. Strukturierungsfähigkeit. Präzise Fragestellungen. Digitale Anwendungskompetenz. Kritisches Denken. Und natürlich die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu interagieren und Verantwortung zu übernehmen. Mehr zu Jutta und ihrer Arbeit: www.ibe-ludwigshafen.de www.hwg-lu.de Bild von Simon Wegener
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