
Zwischen Klischee und Realität – Sucht auf der Theaterbühne - Reden über «Sonja, ein Junkieleben»
In dieser Folge sprechen Simon Berginz, Diana Frei (Co-Redaktionsleiterin von Surprise) und der Surprise-Stadtführer Fredy Dürrenmatt über das Theaterstück «Sonja - ein Junkieleben» und darüber, wie suchtkranke Menschen in Öffentlichkeit, Film und Theater dargestellt werden. Diana Frei erklärt, warum sie das Stück trotz überwiegend positiver Kritiken als klischiert empfindet: Sie sehe auf der Bühne «nicht einen Mensch, sondern ein Symptom von einer Sucht» – die Figur bleibe trotz ausgearbeiteter Biografie ein Stereotyp. Fredy Dürrenmatt erzählt aus eigener Erfahrung als ehemals Suchtkranker, warum der im Stück viel diskutierte Satz «Hast du mir einen Stutz?» für Betroffene keineswegs lustig ist: «Der Betroffene steht ja unter Druck, muss schauen, dass er in ein paar Stunden wieder Geld für einen Schuss zusammen hat.» Diana Frei zieht einen Vergleich zum Film «Platzspitzbaby» und erläutert, weshalb ihrer Meinung nach eine 1:1-Abbildung von Sucht auf der Theaterbühne anders wirkt als im Film – und warum das Theater ihrer Ansicht nach mehr Abstraktion und Reflexionsebenen brauchen würde. Fredy Dürrenmatt schildert, wie sich seine Stadtführungen von der Theaterdarstellung unterscheiden: Er begegnet den Leuten heute «auf Augenhöhe» und erzählt seine Geschichte reflektiert im Rückblick – nicht mehr aus der akuten Sucht heraus. Mehr Infos zur aktuellen Ausgabe und den Podcast vom Strassenmagazin findet ihr hier. Habt ihr Fragen oder Anregungen oder sonst noch den Wunsch, etwas zum Thema loszuwerden? Dann gerne als Direktnachricht auf Instagram, Facebook oder LinkedIn.
















