
Lina Merz: Transformation beginnt bei dir selbst
Mehr als 25 Jahre lang etwas verbergen, von dem man glaubt, es sei falsch an einem. Und dann auf einer Business-Plattform vor Tausenden Menschen sagen: Ich bin fertig mit dem Verstecken. Lina Merz ist Managing Consultant bei Accso, Informatikerin mit Abschluss der RWTH Aachen, seit über zwanzig Jahren auf Theaterbühnen zu Hause und Speakerin mit dem Vortrag „Speaker Mode ohne Maske“. Seit diesem Jahr ist sie öffentlich trans. In dieser sehr persönlichen Folge erzählt Lina von dem Abend im Januar, an dem sie einem ihrer besten Freunde drei Fotos schickte, weil die Worte nicht kamen. Von der Figur, die sie sich Anfang 30 zugelegt hatte, samt tieferer Stimme, und die erst ein Lehrer für Voice Acting durchschaute. Von einer Schwester, die 25 Jahre lang nichts bemerkt hat. Und davon, wie sich Zusammenarbeit verändert, wenn weniger Energie ins Verstecken fließt. Mit Rainer Karcher und Anthea Wagner spricht sie über den Unterschied zwischen authentischer Anpassung und Masking, das krank macht, über Firmenkulturen, von denen es in jedem Unternehmen so viele gibt wie Vorgesetzte, über Neurodivergenz, Virtual Reality als Empathie-Werkzeug und die Frage, ob Geschlechtsidentität auf LinkedIn gehört. Ihre Antwort: Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen, und wer nur professionell auftritt, wirkt irgendwann wie eine Maschine. Für Rainer nach mehr als 50 Folgen das eindrücklichste Gespräch der bisherigen Staffeln. Takeaways Masking auf der Bühne und Masking im Leben haben dieselbe Wurzel: die Annahme, das eigene Ich sei nicht genug. Authentische Anpassung ist möglich. Schädlich wird Masking, wenn man nicht mehr spürt,was in einem vorgeht. Wer sich öffnet, erlebt meist Offenheit zurück. Die Angst vor der Reaktion ist fast immer größer als die Reaktion selbst. Es gibt nicht eine Firmenkultur, sondern so viele wie Führungskr.fte. Diversity entscheidet sich im Team, nicht auf der Website. One Day in Transformation | Shownotes S2 Lina Merz | Seite 1 Diversität beginnt im Einstellungsprozess und braucht Gesprächsbereitschaft bis auf Geschäftsführungsebene. Ein guter Vortrag endet mit einem Call to Action, nicht mit „Danke für Ihre Aufmerksamkeit“. Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen. Persönliches auf LinkedIn ist deshalb kein Widerspruch zu Professionalität. Vorbilder wirken. Eine einzige nichtbinäre Person auf einer Konferenz hat Linas Weg zu sich selbst angestoßen. Transformations-Challenge Sucht euch einen Tag, an dem ihr nicht völlig überlastet seid. Tragt ein Blatt Papier bei euch und notiert jedes Mal, wenn ihr merkt, dass ihr eine Maske aufsetzt: in welcher Situation, und warum. Gern auch an einem zweiten oder dritten Tag. Am Ende wisst ihr ziemlich genau, wann ihr euer authentisches Ich sein könnt und wo ihr euch nur dazu gezwungen fühlt, jemand anderes zu sein. Song der Folge To the Wilder von Woodkid. Lina hat den Song über ein Spiel von Hideo Kojima entdeckt und ihn in diesem Jahr sehr oft gehört: ein Sturm der Gefühle, der ihr das Gefühl gegeben hat, dass es in Ordnung ist, Emotionen an die Oberfläche zu lassen. Links Lina Merz auf LinkedIn (Kontakt, Buchung als Speakerin und für Präsentationstrainings): https://www.linkedin.com/in/merz-patrick/ Accso GmbH: https://accso.de/ Staffel-2-Playlist auf Tidal: https://tidal.com/playlist/b3fd0ece-6aa8-454d-a3d3-
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