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Lesedusche. Klassiker erfrischend anders

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Ob aus Literatur, Kunst oder Philosophie: auf lesedusche.de verschaffen wir klassischen Texten Gehör! In unserem Podcast widmen wir (Ulrike und Dirk) uns mit Hilfe spannender Momentaufnahmen ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und teilen mit euch Originaltexte, die wir als besonders anregend empfinden.

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  • 22 episodes
  • fortnightly
  • German
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  • #226
    September 10 · length unknown

    Wilhelmine von Grävenitz: Heimliche Herrscherin von Württemberg

    "Sie hat würcklich offt [...] ihre geschwohrene Feinde von ihrem schädlichen Vorsatz abgebracht und sich dieselben zu Freunden gemacht." notierte der ehemalige Sekretär Heinrich August Krippendorff zähneknirschend über Wilhelmine von Grävenitz (1686-1744). Obwohl er von ihrem Aufstieg als Mätresse des württembergischen Herzogs Eberhard Ludwig (1676-1733) erheblich profitierte, ließ er in seinen 1740 verfassten "Memoiren" kein gutes Haar an dieser ungewöhnlichen Frau. Vielmehr bestätigte er das o

  • #225
    August 20 · length unknown

    Maria Anna und Wolfgang Amadeus Mozart verblüffen einen ganzen Kontinent

    "Fräulein Mozart, jetzt dreizehn Jahre alt und übrigens außerordentlich schön geworden, spielt vorzüglich und hinreißend Klavier." berichtete der gut vernetzte und musikvernarrte Melchior Grimm im Frühjahr 1766 in seiner "Literarischen Korrespondenz". Er hatte einen nicht geringen Anteil daran, dass Familie Mozart in Paris Fuß fassen konnte - und bemerkte, dass Maria Anna Mozart (1751-1829) hinsichtlich ihrer musikalischen Talente keinesfalls hinter ihrem jüngeren Bruder Wolfgang Amadeus (1756-1

  • #224
    July 27 · length unknown

    Nietzsche bei Cosima und Richard Wagner: Flüchtiges Glück

    "Am Schluß [...] drückte er mir sehr warm die Hand und lud mich sehr freundlich ein, ihn zu besuchen," so beschrieb ein begeisterter Friedrich Nietzsche (1844-1900) Ende 1868 die erste Begegnung mit Richard Wagner (1813-1883). Ein halbes Jahr später kam er der Einladung nach und besuchte den verehrten Künstler und seine hochschwangere Lebenspartnerin Cosima von Bülow in der Villa Tribschen nahe Luzern. Das vielschichtige Beziehungsgeflecht, das sich zwischen diesen drei komplexen Charakteren ent

  • #223
    July 16 · length unknown

    Giovanni Boccaccios Decameron: Ein geniales Rezept in Zeiten der Pest

    "Über jedes Ereignis zu lachen und zu spaßen, sei das sicherste Heilmittel für ein solches Übel." so beschreibt Giovanni Boccaccio (1313-1375) in der Einleitung zu seinem "Decamerone" eine der ganz unterschiedlichen Reaktionen in der Bevölkerung auf die apokalyptischen Zustände, die seit 1348 in seiner Heimatstadt Florenz durch die Pest erzeugt wurden. Angesichts der ungeheuren Sterblichkeitsraten gingen die bislang geltenden Moralvorstellungen im Zeitraffer verloren, Verzweiflung und Abstumpfun

  • #222
    July 2 · length unknown

    Goethe in Italien: Frische Früchte, neue Kleider und andere Genüsse

    "Wie ist Ihre Gesondheit in diesser hize? Trinken Sie doch des Morgens anstatt gekochte cocolate gefrohrene." Mit diesem Tipp ermahnte der inzwischen in Neapel lebende Johann Wilhelm Tischbein (1751-1829) im Juli 1787 seinen ehemaligen "WG"-Mitbewohner Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), ja nicht von den liebgewonnenen Ritualen der gemeinsam in Rom verbrachten, ausgelassenen Wochen abzulassen. Diese Sorge war allerdings unbegründet: Goethe dachte gar nicht daran, die seit seiner völlig überr

  • #221
    June 16 · length unknown

    E.T.A. Hoffmann und Berlin: Das Traumpaar der Romantik?

    "Da setze ich mich hin, dem leichten Spiel meiner Phantasie mich überlassend," lässt E.T.A. Hoffmann (1776-1822) den Erzähler in seinem Werk "Ritter Gluck" über seinen Tagesbeginn in Berlin frohlocken. Diese rasch gewachsene Stadt, die um 1800 ca. 170.000 Einwohner zählte, scheint die Romantiker und damit auch E.T.A. Hoffmann magisch angezogen zu haben. Hier konnten sich ganz verschiedene Menschen in einer aufgeschlossenen geistigen Atmosphäre begegnen dank unzähliger Gesprächzirkel. Hoffmann &

  • #220
    June 4 · length unknown

    Franz Liszt und Marie d'Agoult: ein ungleiches Paar

    "Ich sah in ihm ein besonderes Wesen, das allen andern überlegen war." So erinnert sich Comtesse Marie d'Agoult (1805-1876) an Franz Liszt (1811-1886), den sie 1833 in Paris kennen- und bald auch lieben lernte. Das ungleiche Paar brannte 1835 nach Genf durch und verlebte die nächsten Jahre in der Schweiz und in Italien, wo 1837 Cosima, die spätere Ehefrau Richard Wagners, geboren wurde. Doch schon wenig später kriselt es in der Beziehung... War das Scheitern vorprogrammiert? Und welche Auswirkun

  • #219
    May 21 · length unknown

    Marquise du Deffand, Madame Geoffrin & Julie de Lespinasse: Die Königinnen der Salons

    "Anscheinend ohne alle Mühe, nur durch ein geschickt eingeworfenes Wort hielt sie die Unterhaltung in Fluß [...]" schwärmte der deutsche Pariskenner Melchior Grimm im Mai 1776 in seinem "Nachruf auf eine Salondame" - nämlich auf die soeben früh verstorbene Mademoisselle Julie de Lespinasse (1732-1776). Sie war die jüngste unserer in der heutigen Episode porträtierten "Drei Damen vom Salon" und stand in enger Beziehung zu den beiden anderen: der Marquise du Deffand (1697-1780), ihrer Tante, und M

  • #218
    May 7 · length unknown

    Madame de Tencin erobert heimlich die Macht in Paris

    "Daher das rege, geistige Leben, das Ideen- und Wortgefecht im Salon, dem diese Frau ihre Seele einhauchte [...]", so begeistert schrieben die Brüder Goncourt über Claudine Alexandrine Guérin, Marquise de Tencin (1682-1749), die intelligente Herrscherin der "Hauptstätte des Geistes" in den Jahren vor 1750. Hier konnte man Montesquieu, Fontenelle und Marivaux begegnen, aber auch der jungen Jeanne-Antoinette Poisson (der späteren Madame de Pompadour). Diese Laufbahn hätte sie sich selbst wohl kaum

  • #217
    April 23 · length unknown

    Der Geisterseher: Friedrich Schillers ungeliebter Bestseller

    "Dem verfluchten Geisterseher kann ich bis diese Stunde kein Interesse abgewinnen; welcher Dämon hat mir ihn eingegeben!" beklagt sich Friedrich Schiller (1759-1805) Anfang März 1788 gegenüber seinem Freund Christian Gottfried Körner (1756-1831). Dabei waren Rezensenten und Publikum ganz begeistert von diesem (einzigen) Romanversuch des Dichters, den er im Sommer 1786 in Dresden zu schreiben begann. Offenbar hatte Schiller das große öffentliche Interesse an okkulten Praktiken in den gehobenen Kr

  • #216
    April 9 · length unknown

    Abaelard & Heloise: Echte Liebesgeschichte oder Legende?

    "Was Dich zu mir getrieben, es war wohl mehr Leidenschaft als Freundschaft", beklagte sich Heloisa (1095-1163) bei ihrem einstigen Geliebten und Ehemann, Petrus Abaelard (1079-1142). Beide, inzwischen als Äbtissin und Abt für verschiedene Klöster zuständig, reflektierten in acht später berühmt gewordenen Briefen sehr intensiv über ihre rund 15 Jahre zurückliegende, intensive Liebesbeziehung. Diese endete dramatisch: Abaelard, der berühmteste Gelehrte seiner Zeit, wurde wie ein gemeiner Verbreche

  • #215
    March 23 · length unknown

    Franziska zu Reventlow, der Monte Verità und die Vegetarier

    "[...] aber ich war wenigstens beruhigt, daß es kein Vegetarier mit langen Locken war, davon gibt es hier böse Exemplare.", stellte Franziska Gräfin zu Reventlow (1871-1918) Anfang 1911 fest. Kurz zuvor in Ascona angekommen, hatte sie bewusst darauf verzichtet, sich den Reformern auf dem Monte Verità anzuschließen - obwohl sie gegenüber der freigeistigen, anarchistischen Aufbruchstimmung der Jahre um 1900 durchaus aufgeschlossen war. Was hielt sie vom Mitmachen ab? Hatten sie die anstrengenden J

  • #214
    March 12 · length unknown

    Aphra Behn und John Wilmot feiern die individuelle Freiheit

    Heute reisen wir ins London der 1670er Jahre. Die Stadt hat schwere Jahre hinter sich: 1665 raffte die Pest ein Viertel der Bevölkerung hin, 1666 folgte der große Stadtbrand und 1667 der Angriff der Niederländer. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen steht diese Zeit ganz im Zeichen eines unbändigen individuellen Freiheitsdrangs, vom "Merry King" Karl II. (1660-1685) durchaus gern gesehen. In der aufblühenden Theaterszene treffen zwei Ausnahmetalente aufeinander: Aphra Behn (1640-1689) und Joh

  • #213
    February 24 · length unknown

    Stress in Versailles: Liselotte, der Bankier und das liebe Geld

    "Ich bin so müde von nichts als Millionen und Actionen zu hören" klagte Liselotte von der Pfalz Ende November 1719 in einem ihrer Briefe. Keine fünf Jahre nach dem Tod des "Sonnenkönigs" Ludwig XIV. (1638-1715) geschieht etwas Ungeheuerliches in seinem Reich: ein ungeahnter, vom Finanzgenie John Law (1671-1729) und Liselottes Sohn Philippe d'Orléans (1674-1723) initiierter Börsenhype nimmt seinen Lauf. Alle, die es sich irgendwie leisten können, wollen dabei sein, als die Aktienkurse immer weite

  • #212
    February 11 · length unknown

    Margarete von Navarra schreibt das Heptameron

    "Ich kann mir auch gar nicht erklären, woher das Mädchen die Kühnheit herbezogen hat", wunderte sich Margarete von Navarra (1492-1549) in einem Brief an ihren Bruder, König Franz I., über die strikte Weigerung ihrer eigenen 12jährigen Tochter Johanna (1528-1572), eine für sie arrangierte, rein politisch motivierte Ehe einzugehen. Aber war sie wirklich so entrüstet über diesen Skandal im Sommer 1540, oder stimmte sie Johanna insgeheim sogar zu? Schließlich reifte in den kommenden Jahren der verwe

  • #211
    January 26 · length unknown

    Friedrich Hölderlin trifft auf Susette Gontard alias Diotima

    "Es giebt ein Wesen auf der Welt, woran mein Geist Jahrtausende verweilen kann", jubiliert Friedrich Hölderlin (1770-1843) im Juli 1796 an einen Freund. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits in Susette Gontard (1769-1802) verliebt, deren Sohn Henry er seit einem halben Jahr als Hofmeister unterrichtete. Beide erlebten kurz darauf den schönsten Sommer ihres Lebens, und Hölderlin ließ die frischen Sinneseindrücke in sein Hauptwerk "Hyperion" einfließen. In dieser Episode sprechen wir über das Schicks

  • #210
    January 15 · length unknown

    Marie-Antoinettes Kammerfrau Mme. Campan erinnert sich

    "Die alte Schwätzerin Madame Campan erzählt in ihren bald honigsüßen, bald tränennassen Memoiren (...)" polterte Stefan Zweig, um dann aber doch gern auf die dort auffindbaren Informationen zurückzugreifen. Und Goethe las sie ebenfalls mit großem Interesse: die im Todesjahr von Henriette Campan (1752-1822) veröffentlichten Erinnerungen an ihre Zeit als Kammerfrau Marie-Antoinettes (1755-1793). Sie enthalten eine Fülle von Details sowohl zum täglichen Hofleben als auch zu den großen, zunehmend br

  • #209
    January 1 · length unknown

    Wilhelm Hauff und seine Märchen als Kinderbücher in DDR und BRD

    "Wie ein Wunderthier haben sie mich aufgesucht, angestaunt, bewundert." schrieb ein sichtlich stolzer Wilhelm Hauff (1802-1827) im Jahr 1826. Heute aber werden "Hauffs Märchen" fast immer an zweiter Stelle genannt nach der großen Sammlung der Brüder Grimm. Und was gehört überhaupt dazu? Ach ja ... "Das Kalte Herz". Und: "Der kleine Muck". Und der "Zwerg Nase". Aber "Das Wirtshaus im Spessart" doch auch, oder? Uns interessierte, wie diese bunte Mischung zustande kam. Wie konnte Hauff in seiner ku

  • #208
    Dec 18, 2025 · length unknown

    So tafelte Kaiser Franz Joseph I. an Weihnachten 1913

    Weihnachten 1913 in der Donaumonarchie. Überall gärt es, doch am Hof in Wien scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der inzwischen 83jährige Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) versucht mit gewohnt strenger Arbeitsdisziplin, den vielfältigen Herausforderungen in seinem Riesenreich gerecht zu werden. Feste wie Weihnachten waren da eher lästige Pflichtveranstaltungen - oder? Wie lief das Weihnachtsfest konkret ab, wer wurde eingeladen und was gab es zu essen? Wir versuchen, unter Zuhilfenahme d

  • #207
    Dec 3, 2025 · length unknown

    Jane Austen läuft sich warm für "Stolz und Vorurteil" (in ihren Jugendwerken)

    "Jane ist versponnen und affektiert", so beschreibt eine Verwandte die 12-jährige Jane Austen (1775-1817). Mag sein, aber zu diesem Zeitpunkt schrieb der auch noch als "durchaus nicht hübsch" bezeichnete Teenager bereits außergewöhnliche Texte, die an den gemeinsamen Leseabenden ihrer Familie vorgetragen wurden. Die drei Notizbücher, die sie bis 1793 füllte und die bis ins 20. Jahrhundert unter Verschluss blieben, machten uns neugierig: Unter welchen Bedingungen schrieb die junge Jane Austen? Wo

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