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Leinwandlegenden - Der Filmpodcast

Marcel Dykiert und Ferhat Topal

Jede Woche ein Film!
Im Podcast Leinwandlegenden begleiten Dich Fero & Marcel Szene für Szene durch die bedeutendsten Meilensteine der Filmwelt. Wir folgen dem Pfad der Protagonisten und ergründen gemeinsam, was eine Produktion zeitlos macht: Dabei sprechen wir über herausragende Schauspielkunst & die Visionen hinter der Kamera. Wir dechiffrieren die Bildsprache und tauchen tief in die Produktionshintergründe ein.
Jede Folge bietet einen chronologischen Walkthrough, bei dem wir kein wichtiges Detail auslassen, sondern jedes Motiv tiefgreifend beleuchten.

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  • 32 episodes
  • weekly
  • Avg 2 hr 15 min
  • German
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  • S1 · E37
    Wednesday · 2 hr 46 min

    The Fly: DIE FLIEGE (1986) - David Cronenbergs Body-Horror-Meisterwerk mit Jeff Goldblum

    „Be afraid. Be very afraid!“ In Folge 037 sprechen wir ausführlich über einen der einflussreichsten Science-Fiction- und Horrorfilme aller Zeiten: David Cronenbergs „Die Fliege“ (The Fly, 1986). Was als scheinbares Remake des 50er-Jahre-B-Movies mit Vincent Price begann, entwickelte sich dank Produzent Mel Brooks, Regisseur David Cronenberg und den brillanten Hauptdarstellern Jeff Goldblum und Geena Davis zu einer tragischen Liebesgeschichte und dem ultimativen Meisterwerk des Body Horror. Wir analysieren die schrittweise Metamorphose des genialen Physikers Seth Brundle in die groteske Brundlefly: von den Telepods (inspiriert von einem Ducati-Motorradzylinder) über die Poesie des Steaks bis hin zum schleichenden Verfall von Fleisch, Geist und Sprache. Themen und Highlights dieser Folge: Entstehung & Produktion: Wie Brooksfilms die Finanzierung sicherte, warum Mel Brooks seinen Namen geheim hielt und weshalb David Cronenberg nach seinem Ausstieg bei Total Recall das Drehbuch radikal umschrieb. Jeff Goldblum & Geena Davis: Das Zusammenspiel vor und hinter der Kamera, von der gemeinsamen Beziehung über eifersüchtige Momente bis hin zu Goldblums virtuoser Physis unter zentnerschwerem Schaumlatex. Oscar-prämierte Effekte: Die bahnbrechende Arbeit von Chris Walas und Stephan Dupuis! Wir beleuchten die 7 Stufen der Verwandlung, die animatronische Puppe „Space Bug“ und den dramatischen Make-up-Oscar bei der Verleihung 1987. Die legendären gestrichenen Szenen: Warum die berüchtigte „Affen-Katze“ nach Testvorführungen geschnitten wurde und was es mit dem verworfenen Epilog des Schmetterlingsbabys auf sich hat. Deutung & Tiefgang: Mehr als nur Ekel. Der Film als Metapher für Altern, unaufhaltsamen körperlichen Zerfall, Krankheit, Eifersucht und den Verlust der menschlichen Identität. Soundtrack & deutsche Fassung: Die wuchtige, opernhafte Orchestermusik von Howard Shore und spannende Einblicke in die Synchronisation mit Joachim Kunzendorf und der späteren Bestseller-Autorin Sabine Thiesler. Kultstatus & Zukunft: Der Vergleich zum Original von 1958, Die Fliege 2, die Zensurgeschichte in Deutschland (FSK 18 vs. FSK 16) und aktuelle Neuigkeiten zu neuen Filmen im Cronenberg-Universum. Fero kannst Du hier ⁠⁠⁠⁠⁠⁠auf Instagram folgen⁠⁠⁠⁠⁠⁠, Marcel ⁠⁠⁠⁠⁠⁠findest Du hier.⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Noch mehr Filme? ⁠⁠⁠⁠⁠⁠Marcel ist hier⁠⁠⁠⁠⁠⁠ auf Letterboxd und ⁠⁠⁠⁠⁠⁠Fero hier⁠⁠⁠.⁠

  • S1 · E36
    October 17 · 1 hr 43 min

    Tootsie (1982): Dustin Hoffman als Dorothy und der Streit hinter der Komödie

    Michael Dorsey ist ein begabter Schauspieler, mit dem niemand mehr arbeiten will. Als Dorothy Michaels bekommt er eine Hauptrolle in einer Fernsehserie und lernt dabei, wie Frauen am Set und im Alltag behandelt werden. In Folge 036 sprechen wir über Sydney Pollacks Komödie Tootsie aus dem Jahr 1982. Wir erzählen, wie das Drehbuch über Jahre und durch viele Hände ging, warum Elaine May im Abspann fehlt, obwohl sie die Figuren Jeff und Sandy prägte, und wie Bill Murray seine Dialoge größtenteils improvisierte. Es geht um den Machtkampf zwischen Dustin Hoffman und Sydney Pollack, der am Ende selbst den Agenten George Fields spielt, um Hoffmans Arbeit an Maske und Stimme und um einen Dreh, der statt 75 Tagen 98 dauerte. Dazu: Jessica Langes Oscar, Geena Davis’ Kinodebüt und die Frage, ob Tootsie ein feministischer Film ist oder weibliche Erfahrungen vor allem für die Läuterung eines Mannes nutzt. Fero kannst Du hier ⁠⁠⁠⁠auf Instagram folgen⁠⁠⁠⁠, Marcel ⁠⁠⁠⁠findest Du hier.⁠⁠⁠⁠ Noch mehr Filme? ⁠⁠⁠⁠Marcel ist hier⁠⁠⁠⁠ auf Letterboxd und ⁠⁠⁠⁠Fero hier⁠⁠⁠.

  • S1 · E35
    October 10 · 2 hr 31 min

    The Social Network: David Finchers Facebook-Film von 2010

    The Social Network ist David Finchers Meisterwerk über Zuckerbergs Gründung von Facebook, ein Film der dann aber doch weit mehr ist, als nur die Geschichte einer Unternehmensgründung. In dieser Folge von Leinwandlegenden sprechen wir über die Entstehung von Facebook, Mark Zuckerberg und die Frage, wie aus Freundschaft, Ehrgeiz und verletzter Eitelkeit ein Milliardenunternehmen werden konnte. Wir gehen David Finchers präziser Inszenierung, Aaron Sorkins messerscharfem Drehbuch und dem prägenden Soundtrack von Trent Reznor & Atticus Ross nach. Außerdem schauen wir auf die Besetzung um Jesse Eisenberg, Andrew Garfield und Justin Timberlake, die Produktionsgeschichte und die Szenen, in denen The Social Network sein Thema besonders klar offenlegt: Macht, Status, Zugehörigkeit und die Einsamkeit vor und nach dem Erfolg. Warum wirkt The Social Network auch heute noch so gegenwärtig? Ist er vielleicht sogar aktueller denn je und weshalb ist David Finchers Film vielleicht weniger ein Facebook-Film als ein Film über eine Generation von Techbros, die Verbindung mit Anerkennung verwechselt? Fero kannst Du hier ⁠⁠⁠auf Instagram folgen⁠⁠⁠, Marcel ⁠⁠⁠findest Du hier.⁠⁠⁠ Noch mehr Filme? ⁠⁠⁠Marcel ist hier⁠⁠⁠ auf Letterboxd und ⁠⁠⁠Fero hier⁠⁠⁠.

  • S1 · E34
    October 3 · 2 hr 20 min

    "Der letzte Mohikaner" (1992): Michael Manns Abenteuerklassiker im Check

    The Last of the Mohicans (Der letzte Mohikaner) von Michael Mann: In Folge 034 analysieren wir das Abenteuerepos von 1992 mit Daniel Day-Lewis und fragen, warum sich dieser Film über Liebe und Krieg eigentlich wie ein Abschied anfühlt. Nordamerika, 1757: Briten und Franzosen kämpfen um die Vorherrschaft über den Kontinent. Auf dem Weg zu ihrem Vater nach Fort William Henry geraten die Schwestern Cora und Alice Munro in einen Hinterhalt. Gerettet werden sie von Hawkeye, einem weißen Siedlersohn, der bei den Mohikanern aufgewachsen ist, von seinem Ziehvater Chingachgook und dessen Sohn Uncas. Doch der Huronen-Krieger Magua hat mit Colonel Munro noch eine eigene Rechnung offen. In unserer Filmanalyse gehen wir Der letzte Mohikaner Szene für Szene durch: Warum gehört Hawkeye weder der britischen Krone noch irgendeiner Armee, und was macht ihn zu einem typischen Michael-Mann-Helden? Wie viel vom späteren Unabhängigkeitskrieg steckt schon im Konflikt zwischen Siedlern und Briten? Und warum ist Wes Studis Magua einer der großen Schurken der 90er, obwohl man seinen Hass so gut versteht? Außerdem geht es um James Fenimore Coopers Romanvorlage von 1826 und die Verfilmung von 1936, auf der Manns Drehbuch maßgeblich aufbaut. Wir sprechen über Daniel Day-Lewis' Vorbereitung in den Wäldern, bei der er jagen, Tiere häuten und Kanus bauen lernte, über Dante Spinottis Bilder aus den Blue Ridge Mountains in North Carolina und über die Besetzung mit indigenen Darstellern wie Wes Studi, Russell Means und Eric Schweig. Dazu kommen der Oscar für den besten Ton und ein Soundtrack von Trevor Jones und Randy Edelman, den man kennt, auch wenn man den Film nie gesehen hat. Zum Abschluss sprechen wir über das fast wortlose Finale auf dem Felsgrat, eines der besten Action-Finales der Filmgeschichte, und über Chingachgooks letzte Worte. Sie verraten, wovon dieser Film die ganze Zeit erzählt hat: vom Ende einer Welt. Spoilerhinweis: Wie immer besprechen wir den gesamten Film einschließlich des Endes.

  • S1 · E33
    September 26 · 1 hr 59 min

    Nightcrawler (2014): Sensationsjournalismus ohne Gewissen

    In Nightcrawler (2014) macht Jake Gyllenhaal als Lou Bloom aus fremdem Leid ein Geschäft: Warum wird dieser Mann für seine Skrupellosigkeit auch noch belohnt? Unsere Filmanalyse zu Dan Gilroys Neo-Noir-Thriller folgt ihm durch das nächtliche Los Angeles und beleuchtet Sensationsjournalismus, Medienkritik und die Frage, wann ein Kameramann zum Regisseur der Gewalt wird. Dabei sprechen wir über Gyllenhaals fantastisch-verstörende Darstellung, die verführerischen Nachtbilder und einen Soundtrack, der Lous Karriere wie eine Erfolgsgeschichte klingen lässt. Spoilerhinweis: Wir besprechen den gesamten Film einschließlich des Endes. Fero kannst Du hier ⁠⁠auf Instagram folgen⁠⁠, Marcel ⁠⁠findest Du hier.⁠⁠ Noch mehr Filme? ⁠⁠Marcel ist hier⁠⁠ auf Letterboxd und ⁠⁠Fero hier⁠⁠.

  • S1 · E32
    September 19 · 2 hr 43 min

    Terminator 2 - Tag der Abrechnung: Analyse & Hintergründe von Camerons Meisterwerk

    Terminator 2 - Tag der Abrechnung (1991) von James Cameron.In Folge 032 des Filmpodcasts Leinwandlegenden besprechen wir den Action- und Science-Fiction-Klassiker mit Arnold Schwarzenegger Szene für Szene. Unsere Filmanalyse verbindet Produktionsgeschichten, Spezialeffekte und die Unterschiede zwischen Kinofassung und Special Edition. Wir schauen auf Linda Hamiltons Verwandlung zur kämpferischen Sarah Connor, Edward Furlongs überraschenden Einstieg ins Filmgeschäft und Robert Patricks bedrohlich präzisen T-1000. Wie wird aus einer Maschine eine Vaterfigur und wie passt Johns Tötungsverbot zu all den Schüssen und Explosionen? Auch hinter den Kulissen gibt es reichlich Gesprächsstoff: ein Dreh unter enormem Zeitdruck, Schwarzeneggers Privatjet als Gage und die Debatte um das angebliche 100-Millionen-Dollar-Budget. Dazu die Spezialeffekte von Industrial Light & Magic und Stan Winston: digitale Verwandlungen, praktische Stunts, Miniaturen und echte Zwillinge. Wir erklären, warum viele vermeintliche Computereffekte ganz anders entstanden sind. Außerdem geht es um Skynet, die Angst vor dem Atomkrieg und das Ende von Terminator 2: Judgment Day, das zwischen Hoffnung und Ungewissheit bleibt. Achtung: Wir besprechen den gesamten Film inklusive Ende. Folge Leinwandlegenden für weitere ausführliche Filmbesprechungen und Geschichten hinter den Kulissen.

  • S1 · E31
    September 12 · 1 hr 46 min

    Grave of the Fireflies (1988): Die letzten Glühwürmchen - Filmanalyse

    Grave of the Fireflies (Die letzten Glühwürmchen) von Studio Ghibli: In Folge 031 analysieren wir Isao Takahatas Anime-Klassiker von 1988 und fragen, warum die Geschichte von Seita und Setsuko so erschüttert – und wer Verantwortung für ihr Schicksal trägt. Japan, 1945: Nach einem Luftangriff versucht der vierzehnjährige Seita, seine kleine Schwester Setsuko zu versorgen. Zwischen Hunger und kurzen Glücksmomenten kämpfen die Geschwister ums Überleben. Wir hoffen mit ihnen, obwohl der Ausgang längst feststeht. In unserer Filmanalyse besprechen wir Die letzten Glühwürmchen Szene für Szene: Wie beurteilen wir Seitas Entscheidungen? Wo versagen die Erwachsenen? Und wie erzählt der Film von Geschwisterliebe, Stolz und gesellschaftlicher Verantwortung im Zweiten Weltkrieg, ohne einfache Antworten zu geben? Außerdem geht es um Akiyuki Nosakas autobiografisch geprägte Vorlage und die ungewöhnliche gemeinsame Kinoveröffentlichung mit Mein Nachbar Totoro. Wir untersuchen, wie Animation und kleinste Gesten Setsuko lebendig werden lassen, welche Rolle die Farben spielen und wie Glühwürmchen und Bonbondose ihre Bedeutung verändern. Zum Abschluss diskutieren wir die Wirkung des Films als Antikriegsdrama – und warum Isao Takahata bezweifelte, dass Mitgefühl mit Kriegsopfern allein eine Haltung gegen den Krieg schafft. Spoilerhinweis: Wie immer besprechen wir den gesamten Film einschließlich des Endes.

  • S1 · E30
    September 5 · 2 hr 37 min

    A Few Good Men - Eine Frage der Ehre (1992): Cruise gegen Nicholson vor Gericht

    Folge 030: A Few Good Men - Eine Frage der Ehre Unsere Filmanalyse zu Rob Reiners Gerichtsdrama A Few Good Men - Eine Frage der Ehre mit Tom Cruise, Jack Nicholson und Demi Moore zeigt, warum Aaron Sorkins Dialoge wie Action funktionieren und „You can’t handle the truth!“ Filmgeschichte schrieb. Wir gehen den Film Szene für Szene durch und sprechen über den realen Fall hinter der Geschichte, Casting und Dreharbeiten, den „Code Red“, Guantánamo sowie Gehorsam, Ehre, militärische Männlichkeit und persönliche Verantwortung. Wie realistisch sind Militärgericht und Todesursache, welche juristischen und medizinischen Fehler macht der Film und weshalb besitzt ausgerechnet der Antagonist seine berühmteste Rede? Außerdem: Fun Facts zu Kevin Bacon, Kiefer Sutherland und Wolfgang Bodison, Einspielergebnis, Oscar-Nominierungen und das kulturelle Nachleben eines der prägendsten Gerichtsfilme der 1990er. Wie immer mit Spoilern zum vollständigen Film.

  • S1 · E29
    August 29 · 1 hr 53 min

    High and Low Filmanalyse: Akira Kurosawas Thriller-Meisterwerk Zwischen Himmel und Hölle

    In dieser Folge von Leinwandlegenden besprechen wir High and Low beziehungsweise Zwischen Himmel und Hölle, Akira Kurosawas japanischen Thriller-Klassiker aus dem Jahr 1963. Der auf Ed McBains Roman King’s Ransom basierende Kriminalfilm beginnt als moralisches Kammerspiel in der Villa des Schuhfabrikanten Kingo Gondo und verwandelt sich danach in ein präzises, beinahe dokumentarisches Polizei-Procedural durch Yokohama. Im Zentrum unserer Filmanalyse steht eine unbequeme Frage: Ist High and Low ein humanistischer Film über moralische Größe oder ein bitterer Film darüber, dass selbst die richtige Entscheidung an gesellschaftlichen Strukturen nichts ändert? Wir sprechen über Toshirō Mifunes intensive Darstellung, Kurosawas meisterhaftes Blocking im TohoScope-Format, die berühmte Zugsequenz im Kodama Limited Express, den pinken Rauch als singulären Farbeinbruch und das erschütternde Finale zwischen Gondo und Takeuchi. Außerdem geht es in dieser Podcastfolge um Klassenkonflikte im Japan der Nachkriegszeit, reale Angst vor Lösegeldentführungen, Polizei-Ethik, Überwachung, Medien und Informationsverarbeitung. Warum wirkt Zwischen Himmel und Hölle über 60 Jahre später noch so modern? Und weshalb wurde Kurosawas Thriller zur Blaupause für spätere Kriminalfilme und Regisseure wie David Fincher, Bong Joon-ho und Spike Lee? Eine Folge über Moral, Macht, Schuld, soziale Ungleichheit und einen der präzisesten Thriller der Filmgeschichte.

  • S1 · E28
    August 22 · 2 hr 41 min

    Starship Troopers: Warum Paul Verhoevens Sci-Fi-Satire 1997 missverstanden wurde

    Starship Troopers floppte 1997 als teure Science-Fiction-Produktion und gilt heute als bissiger Sci-Fi-Kultfilm. In dieser Leinwandlegenden-Folge fragen wir, warum viele Paul Verhoevens Satire auf Faschismus, Militarismus und Propaganda damals für bare Münze nahmen und weshalb der Film als Actionkino trotzdem so mitreißend funktioniert. Es geht um FedNet und „Would you like to know more?“, Robert A. Heinleins Roman und Verhoevens Gegenentwurf, Johnny Rico als Vorzeigesoldat der Föderation, die entschärfte deutsche Synchro, die Bugs und Phil Tippetts Spezialeffekte. Außerdem ziehen wir die Linie zu RoboCop, Aliens und Independence Day.

  • S1 · E27
    August 15 · 1 hr 55 min

    In The Mood For Love (2000) von Wong Kar-wai: Die schönste Liebesgeschichte, die nie eine war.

    In dieser Folge von Leinwandlegenden sprechen wir ausführlich über Wong Kar-wais In the Mood for Love aus dem Jahr 2000, analysieren seine Bedeutung, seine Entstehung und seine außergewöhnliche Bildsprache und gehen der Frage nach, warum der Film heute als eines der großen Meisterwerke des modernen Weltkinos gilt. Hongkong, 1962: Chow Mo-wan und Su Li-zhen ziehen am selben Tag mit ihren Ehepartnern in benachbarte Wohnungen. Als beide erkennen, dass ihre Partner vermutlich eine Affäre miteinander haben, entsteht zwischen ihnen langsam eine eigene, schwer greifbare Nähe, aber Wong Kar-wai erzählt daraus keine klassische Liebesgeschichte.In the Mood for Love handelt von Sehnsucht, verpassten Möglichkeiten, gesellschaftlichen Grenzen und all den Dingen, die deshalb so intensiv sind, weil sie unausgesprochen bleiben. In unserer In the Mood for Love-Analyse sprechen wir über Maggie Cheung & Tony Leung, über ihre außergewöhnlich zurückgenommenen Darstellungen und darüber, wie jede kleine Bewegung zwischen ihren Figuren wichtiger werden kann als ein Kuss oder gar eine Sex-Szene.Wir beschäftigen uns mit Christopher Doyles & Mark Lee Ping-bings Kameraarbeit, den engen Fluren und Zimmern Hongkongs, den Zeitlupen, Shigeru Umebayashis Yumeji's Theme und der Frage, wie Wong Kar-wai durch Wiederholungen, Musik, Räume, Farben und Rhythmus ein Gefühl erzeugt, das Film in Erinnerung verwandelt. Außerdem werfen wir einen Blick auf die ungewöhnliche Entstehung und Produktion von In the Mood for Love, Wong Kar-wais improvisierte Arbeitsweise, die lange Drehzeit und die zahlreichen Veränderungen, die Geschichte und Figuren während der Dreharbeiten durchliefen. Dabei geht es auch und vor allem um die Bedeutung des Nichtgezeigten, um die Frage, warum so vieles zwischen Chow und Su unausgesprochen bleibt und weshalb gerade diese Zurückhaltung für die Wirkung des Films entscheidend ist. Wir sprechen darüber, warum In the Mood for Love mehr als 25 Jahre nach seiner Premiere noch immer eine solche emotionale Kraft besitzt, warum der Film so berühmt geworden ist und weshalb seine berühmte Eleganz nie bloße Oberfläche bleibt.Was bedeutet diese unerfüllte Beziehung zwischen Chow und Su? Warum verweigert Wong Kar-wai seinem Publikum die klassische romantische Erfüllung und weshalb wurde aus einer so kleinen Geschichte über zwei Nachbarn eines der einflussreichsten Werke des internationalen Kinos? Eine ausführliche "In the Mood for Love"-Filmkritik und Analyse über Wong Kar-wai, Maggie Cheung, Tony Leung, Hongkong, Erinnerung, Einsamkeit, Sehnsucht und die vielleicht schönste Liebesgeschichte, die sich weigert, eine zu werden.

  • S1 · E26
    August 8 · 2 hr 52 min

    Aliens (1986): James Camerons perfekte Sci-Fi-Action-Fortsetzung

    In dieser Folge sprechen wir über "Aliens - Die Rückkehr" von James Cameron, die legendäre Fortsetzung von Ridley Scotts Alien. 57 Jahre nach den Ereignissen auf der Nostromo kehrt Ellen Ripley nach LV-426 zurück, diesmal mit einem Trupp Colonial Marines, jeder Menge Feuerkraft und einer Bedrohung, die größer ist als je zuvor. Wir analysieren, warum Aliens bis heute als eine der besten Fortsetzungen der Filmgeschichte gilt: Cameron kopiert den klaustrophobischen Horror des ersten Films nicht, sondern verwandelt ihn in militärisches Science-Fiction-Actionkino mit starkem Horror-Kern. Es geht um Ripley als traumatisierte Überlebende und moderne Actionheldin, Newt als emotionales Zentrum, die Alien-Königin, Weyland-Yutani, Vietnam-Parallelen, Konzernkritik und die Frage, warum dieser Film so viele spätere Filme und Videospiele geprägt hat. Außerdem werfen wir einen Blick hinter die Kulissen: James Camerons konfliktreiche Dreharbeiten in den Pinewood Studios, Sigourney Weavers Oscar-Nominierung, die praktischen Effekte von Stan Winston, James Horners unter Zeitdruck entstandene Filmmusik und die Unterschiede zwischen Kinofassung und Special Edition. Ist Aliens ein Meilenstein des Science-Fiction-Kinos ... oder kann man das auch anders sehen?

  • S1 · E25
    July 25 · 2 hr 8 min

    American Gangster (2007) von Ridley Scott: Denzel Washington, Frank Lucas und der Mythos Harlem

    #025 "American Gangster" von Ridley Scott American Gangster von Ridley Scott gehört zu den großen Gangsterfilmen der 2000er Jahre: Denzel Washington spielt Frank Lucas, Russell Crowe den Ermittler Richie Roberts, aber wie wahr ist die angeblich wahre Geschichte hinter dem Film? In dieser Folge sprechen wir über American Gangster von 2007, über Harlem, Heroin, Vietnam, Polizeikorruption, Black Capitalism und die umstrittene Legende von Frank Lucas. Wir schauen auf Denzel Washingtons charismatische Darstellung, Ridley Scotts Inszenierung, die Parallelstruktur zwischen Gangster und Ermittler und die Frage, ob der Film wirklich ein kritisches Crime-Drama ist oder Frank Lucas’ Selbsterzählung zu sehr veredelt. Außerdem geht es um die berühmte Behauptung, Heroin sei in Soldatensärgen aus Vietnam geschmuggelt worden, um die realen Hintergründe des Falls und darum, wie Hollywood aus unsicheren Fakten eine scheinbar offizielle Filmwahrheit macht. Eine Folge über American Gangster, Frank Lucas, Denzel Washington, Ridley Scott und die Verführungskraft eines Gangster-Mythos, der vielleicht gerade deshalb so stark wirkt, weil er ein bisschen zu schön ist, um wahr zu sein.

  • S1 · E24
    July 18 · 3 hr 2 min

    The Exorcist (1973) erklärt: Friedkins Meisterwerk, der Exorzist, Pazuzu und die Angst der 70er

    #024 "Der Exorzist" von William Friedkin In dieser Folge sprechen wir über Der Exorzist bzw. The Exorcist von 1973: William Friedkins legendären Horrorfilm, der das moderne Horrorkino bis heute prägt. Wir schauen auf die wahre Geschichte hinter William Peter Blattys Roman, den angeblichen Exorzismus von Roland Doe, die Rolle von Pazuzu, den Konflikt zwischen Glaube und Zweifel und die Frage, warum der Film so viel mehr ist als rotierende Köpfe und Erbsensuppe. Außerdem geht es um Friedkins kompromisslose Inszenierung, die extremen Dreharbeiten, den Mythos vom „verfluchten“ Filmset, die Reaktionen des Publikums, die Haltung der katholischen Kirche und die vielen Exorzismusfilme, die danach kamen. Warum wirkt Der Exorzist bis heute so verstörend? Und weshalb steht fast jeder spätere Besessenheitsfilm im Schatten dieses Klassikers? Was macht Linda Blair eigentlich heute und was hatte der historische Pazuzu mit Exorzismen zu tun? Das finden wir heraus: Viel Spaß und wohliges Gruseln!

  • S1 · E23
    July 11 · 2 hr 29 min

    Einer flog über das Kuckucksnest (1975): In Miloš Formans Meisterwerk kämpfen Jack Nicholson & Schwester Ratched um die Freiheit

    #023 "Einer flog über das Kuckucks Nest" von Miloš Forman Was geschieht, wenn Hilfe, Verwaltung und Kontrolle nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind? In Folge 023 von Leinwandlegenden sprechen wir über Miloš Formans vielfach ausgezeichneten Filmklassiker Einer flog über das Kuckucksnest aus dem Jahr 1975: Jack Nicholson spielt Randle McMurphy, einen rebellischen Kleinkriminellen, der sich in eine psychiatrische Klinik einweisen lässt, um der Gefängnisarbeit zu entgehen. Dort trifft er auf die von Louise Fletcher gespielte Oberschwester Mildred Ratched und beginnt einen Machtkampf, der die gesamte Station verändert. Aber ist McMurphy wirklich der große Befreier, als den ihn die Filmgeschichte erinnert? Seine Lebendigkeit gibt den Patienten Mut, Gemeinschaft und Selbstvertrauen zurück, gleichzeitig ist er manipulativ, verantwortungslos und gewalttätig. Seine Vorstellung von Freiheit kann andere Menschen stärken, sie aber ebenso überfordern oder gefährden und deshalb betrachten wir den Film nicht als einfache Geschichte von Gut gegen Böse, sondern als Konflikt zwischen Lebendigkeit und Kontrolle, Selbstbestimmung und Sicherheit. Wir untersuchen, wie Nurse Ratched ihre Macht ausübt: Nicht durch offene Brutalität, sondern durch Routinen, Gruppensitzungen, Beschämung und scheinbar sachliche Entscheidungen. Wer bestimmt in dieser Klinik, was normal ist? Wer darf gehen? Und wann verwandelt sich Fürsorge in institutionelle Gewalt? Ein weiterer Schwerpunkt ist Chief Bromden. Während Ken Keseys Roman vollständig aus seiner subjektiven und psychedelisch geprägten Perspektive erzählt wird, rückt der Film McMurphy ins Zentrum. Was geht durch diesen Perspektivwechsel verloren? Warum lehnte Kesey die Verfilmung ab? Und könnte Chief trotz seiner reduzierten Rolle das heimliche Strukturzentrum der Geschichte und die entscheidende Figur sein? Außerdem werfen wir wie immer einen Blick hinter die Kulissen: Gedreht wurde im echten Oregon State Hospital, mit Klinikpersonal und zahlreichen Patienten als Statisten oder Produktionshelfern. Die Schauspieler beobachteten den Klinikalltag, nahmen an Gruppensitzungen teil und improvisierten Teile ihrer Szenen. Wir sprechen über Miloš Formans kompromisslose Regie, die ungewöhnliche Besetzung, den Konflikt zwischen den Kameramännern Haskell Wexler und Bill Butler sowie Jack Nitzsches verstörende Filmmusik mit singender Säge und geriebenen Gläsern. Auch die medizinische und ethische Einordnung gehört dazu: Der Film verwendet Elektrokrampftherapie und Lobotomie als Bilder institutioneller Kontrolle, diese Darstellung darf jedoch nicht mit moderner psychiatrischer Behandlung gleichgesetzt werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie ein Film über die Ausbeutung verletzlicher Menschen selbst seine Authentizität aus der Einbindung realer Patienten gewinnen konnte. Warum gewann Einer flog über das Kuckucksnest die fünf wichtigsten Oscars? Weshalb gehören Jack Nicholson und Louise Fletcher bis heute zu den berühmtesten Gegenspielern der Filmgeschichte? Und warum endet dieser verheerende Film trotzdem mit einem der kraftvollsten Bilder von Freiheit, die das Kino hervorgebracht hat? Eine ausführliche Filmanalyse über Jack Nicholson, Nurse Ratched, Chief Bromden, Ken Keseys Roman, Psychiatriegeschichte, institutionelle Macht und einen der größten Klassiker des New-Hollywood-Kinos. Let's connect: Fero kannst Du hier ⁠auf Instagram folgen⁠, Marcel ⁠findest Du hier.⁠ Noch mehr Filme? ⁠Marcel ist hier⁠ auf Letterboxd und ⁠Fero hier⁠.

  • S1 · E22
    July 4 · 2 hr 25 min

    Independence Day (1996) Filmanalyse: Roland Emmerich, Will Smith und das Blockbusterkino der 90er

    #022 "Independence Day" von Roland Emmerich Leinwandlegenden über Independence Day: Roland Emmerichs Alien-Invasion, Will Smiths Durchbruch, 90er-Jahre-Blockbusterkino und die Geburt des modernen Eventfilms. Am 02. Juli kommen sie an. Am 03. Juli legen sie unsere Welt in Schutt & Asche. Am 04. Juli feiern wir unseren Independence Day! In dieser Folge von Leinwandlegenden nehmen wir uns einen der größten Science-Fiction-Blockbuster der 90er Jahre vor: Independence Day von Roland Emmerich, der am Tag der Veröffentlichung dieser Folge auch noch 30jähriges Jubiläum feiert! Kaum ein Film steht so sehr für das Eventkino der späten Neunziger wie dieser gigantische Alien-Invasionsfilm aus dem Jahr 1996. Riesige Raumschiffe über den Metropolen der Welt, die ikonische Zerstörung des Weißen Hauses, pathetische Reden, explodierende Wahrzeichen und Will Smith auf dem Weg zum globalen Superstar: Independence Day ist Popcornkino im maximalen Breitbildmodus. Wir sprechen darüber, warum der Film damals so eingeschlagen hat, wie clever die Marketingkampagne rund um den legendären Super-Bowl-Spot funktionierte und weshalb Roland Emmerich mit seiner Mischung aus handgebauten Modellen, Miniaturen und frühen digitalen Effekten eine visuelle Wucht erzeugte, die vielen modernen CGI-Blockbustern heute fehlt. Natürlich schauen wir auch genauer hin: Wie plausibel ist diese außerirdische Invasion eigentlich? Was würden Raumschiffe dieser Größe in der Erdatmosphäre wirklich anrichten? Und warum funktioniert der Film trotz aller physikalischen Absurditäten, erzählerischen Vereinfachungen und naiven Erlösungsfantasien bis heute so erstaunlich gut? Eine ausführliche, nostalgische und gleichzeitig kritische Filmanalyse über Independence Day, Roland Emmerichs Blockbusterkino, das Kinojahr 1996, Will Smiths Durchbruch und die Frage, warum dieser Film auch Jahrzehnte später noch immer eine so gewaltige Faszination ausübt.

  • S1 · E21
    June 28 · 2 hr 44 min

    The Crow (1994): Alex Proyas Erstling analysiert - Handlung, Ende und die wahre Tragödie um Brandon Lee am Set

    #021 "The Crow" von Alex Proyas "Es kann ja nicht immer regnen." In dieser Folge der Leinwandlegenden geht es um The Crow (1994), den legendären Gothic-Kultfilm von Alex Proyas nach dem Comic von James O’Barr, und um Brandon Lee als Eric Draven. Wir analysieren die Handlung von The Crow, das Ende, die düstere Bildsprache, den berühmten Soundtrack und die Frage, warum dieser Film bis heute als eine der stilprägendsten Comicverfilmungen der 90er Jahre gilt. Im Mittelpunkt steht Eric Draven, der an der Devil’s Night in einem albtraumhaften Detroit aus dem Tod zurückkehrt, um den Mord an seiner Verlobten Shelly und sich selbst zu rächen: Wir sprechen über die eigenwillige Mischung aus Dark Fantasy, Neo-Noir, Gothic Romance und Rachefilm, über die ikonische Kamera-Arbeit von Dariusz Wolski, die künstlich erschaffene Großstadt, die Symbolik der Krähe und die emotionale Wucht des Films zwischen Liebe, Trauer, Verlust und Vergeltung. Natürlich müssen wir auch über die reale Tragödie hinter dem Film sprechen, dem Unfalltod von Brandon Lee am Set von The Crow am 31. März 1993. Wir beleuchten, wie es dazu kam, wie der Film mit Stuntdoubles, frühen digitalen Gesichtseffekten und Drehbuchanpassungen fertiggestellt wurde und warum diese Geschichte den Mythos von The Crow bis heute prägt. Außerdem geht es um die Comicvorlage von James O’Barr, die Unterschiede zwischen Comic und Film, die Figuren Top Dollar, Sarah, Shelly, Officer Albrecht, Funboy, Tin Tin und T-Bird sowie um den legendären The-Crow-Soundtrack mit The Cure, Nine Inch Nails, Stone Temple Pilots und Graeme Revell. Falls Du Dich für The Crow als Film, als Mythos und als tragisches Kapitel der Filmgeschichte interessiert, bekommst hier wie gewohnt eine Analyse des Werks selbst, aber auch einen Einblick auf die außergewöhnlichen Umstände seiner Entstehung.

  • S1 · E20
    June 20 · 2 hr 1 min

    Carlito's Way (1993): De Palmas Gangster-Tragödie als Abgesang auf Scarface

    #020 "Carlito's Way" von Brian De Palma Carlito's Way aus dem Jahr 1993 ist Brian De Palmas elegische Gangster-Tragödie mit Al Pacino in der Titelrolle und Sean Penn als zwielichtigem Anwalt David Kleinfeld. In dieser Folge der Leinwandlegenden fragen wir, warum der Film einerseits als ein Höhepunkt des Gangsterkinos gilt, andererseits weniger bekannt ist als "Der Pate": Wie verhält er sich zu "Scarface" und warum scheitert Carlito ausgerechnet an seinen Tugenden? Wir zeigen, wie Carlito's Way und "Scarface" zusammenhängen und worin sie sich bewusst unterscheiden. Wir erklären, warum Carlito an seiner Loyalität und seiner Milde zugrunde geht statt an seiner Gier. Wir sehen genau hin, wie Score, Kamera und Farbgebung den elegischen Ton tragen. Wir erzählen die Produktionsgeschichte von der von realen Personen inspirierten Vorlage bis zu Sean Penns Verwandlung. Wir diskutieren darüber, ob der Film so viel Einsicht bietet, wie er behauptet. Der ehemalige Drogenboss Carlito Brigante kommt 1975 nach fünf Jahren Haft über einen Verfahrensfehler frei und schwört, sich aus dem Verbrechen zurückzuziehen, um mit seiner alten Liebe Gail auf den Bahamas neu anzufangen. Aus Loyalität zu seinem Anwalt Kleinfeld lässt er sich in eine tödliche Spirale ziehen, die ihn am Anfang und am Ende auf dem Bahnhof das Leben kostet. Drei Dinge tragen den Ruf des Films. Erstens liefert Pacino zwischen seinen lauten Paraderollen eine ungewöhnlich verinnerlichte Leistung, während Sean Penn als Kleinfeld eine der großen Nebenrollen des Jahrzehnts spielt. Zweitens erzählt der Film die Tragödie eines Mannes, den sein eigener Ehrenkodex tötet, weil seine Gnade und seine Treue die Entscheidungen sind, die ihn das Leben kosten. Drittens steht am Ende eine lange Wirkungsgeschichte, von der Unterschätzung im Jahr 1993 bis zur späten Würdigung durch die Cahiers du cinéma. Beide Filme stammen vom selben Duo aus Regisseur und Hauptdarsteller, zielen aber in entgegengesetzte Richtungen. "Scarface" erzählt einen Aufstieg zur Macht in greller Miami-Sonne, Carlito's Way den gescheiterten Ausstieg im Schatten des New Yorker Kriminalkinos. Tony Montana will immer mehr, Carlito will nur noch heraus, und Pacino spielt die Figur entsprechend zurückgenommen. Der Film arbeitet mit zwei Musikebenen, die gegeneinander laufen. Die diegetische Musik, also der Klang innerhalb der Filmwelt, kommt von Musical Supervisor Jellybean Benitez als Salsa und Merengue und verankert das Nuyorican-Milieu von 1975. Darüber legt Patrick Doyle einen romantischen Orchesterscore, der Carlito wie eine Opernfigur betrauert, lange bevor er stirbt. Bemerkenswert ist dabei, dass der Film das Gangsterleben eigentlich entzaubern wollte, seine romantische Form ihm aber gerade einen tragischen Glanz verleiht. Die Vorlage stammt von Edwin Torres, einem amtierenden New Yorker Strafrichter, was die Milieukenntnis erklärt. Sean Penn verwandelte sich für Kleinfeld bis zur Unkenntlichkeit und reizte damit sogar eine Klagedrohung von Staranwalt Alan Dershowitz. Das alles und natürlich noch viel mehr diskutieren wir in Folge 20 und falls es Dir heute noch niemand gesagt hat: You are so beautiful!

  • S1 · E19
    June 13 · 2 hr 7 min

    Star Wars - Die Rückkehr der Jedi Ritter (1983): Warum das Finale besser ist als sein Ruf

    Mit "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (Return of the Jedi, 1983) beenden wir die einflussreichste Filmtrilogie der Popkultur ... mit ihrem schwächsten Teil ... oder? In Folge 019 von Leinwandlegenden, dem Podcast über Klassiker der Filmgeschichte, untersuchen wir, warum Richard Marquands Star-Wars-Finale eine Leinwandlegende mit sagen wir mal: geliehenem Glanz ist. Der Film zehrt vom Standing seiner Vorgänger und wird von wenigen überragenden Momenten getragen, allen voran der Erlösung Anakin Skywalkers im Thronsaal des zweiten Todessterns. Luke Skywalker und seine Verbündeten befreien Han Solo aus der Gewalt des Verbrecherbosses Jabba the Hutt auf Tatooine. Währenddessen baut das Imperium heimlich einen zweiten, deutlich größeren Todesstern, dessen Schutzschild vom Waldmond Endor aus erzeugt wird. Die Rebellion greift Raumstation und Schildgenerator gleichzeitig an, unterstützt von den Ewoks. Im Zentrum steht jedoch Lukes Konfrontation mit Darth Vader und dem Imperator, bei der sich das Schicksal der Galaxis entscheidet. Der Jedi, der im Wortsinn zurückkehrt und wiederhergestellt wird, ist Anakin Skywalker: Der Titel benennt damit verdeckt Vader als das eigentliche Subjekt des Films. Luke ist der Protagonist, Vader ist das Thema. Lukes heroischer Gipfel ist ausgerechnet eine Unterlassung, denn er wirft das Lichtschwert weg und verweigert den Konflikt, den ihm Freund und Feind gleichermaßen aufzwingen wollen. Ursprünglich sollte der Film bekanntlich Revenge of the Jedi heißen, ein Titel, der dem Wesen der Jedi widerspricht und auch nicht zu dem neuen Star Trek Film passen sollte. Wir starten mit der frühen Drehbuchfassung, in der die Rebellion die imperiale Hauptstadt Had Abbadon angreift, einen vollständig bebauten Stadtplaneten, den zwei im Bau befindliche Todessterne umkreisen. Der Thronsaal des Imperators liegt im Inneren des Planeten an einem Lavasee, an dem das Duell zwischen Luke und Vader stattfindet. Das Konzept scheiterten an der Tricktechnik der frühen Achtzigerjahre, verschwanden aber nie ganz: Der Lavasee wurde zwei Jahrzehnte später zur Grundlage für Mustafar und aus Had Abbadon wurde Coruscant. Die Folge taucht tief in die Produktionsgeschichte ein. Jabba the Hutt war mit drei Monaten Bauzeit, rund 900 Kilogramm Gewicht und Kosten von etwa 500.000 Dollar die aufwendigste Puppe ihrer Zeit, gespielt von bis zu sieben Personen gleichzeitig. Der Rancor war keine Stop-Motion-Figur, sondern eine Stabpuppe, die mit hoher Bildrate gefilmt wurde, die Speeder-Verfolgungsjagd entstand, indem Steadicam-Erfinder Garrett Brown mit weniger als einem Bild pro Sekunde durch einen Mammutbaumwald ging. Und die Raumschlacht über Endor enthält mit der Einstellung SB19 die bis dahin komplexeste Trickaufnahme der Filmgeschichte, zusammengesetzt aus 170 Filmrollen und 63 Raumschiffen, belichtet ohne jede Sichtkontrolle. Wir prüfen den verbreiteten Vorwurf, die Ewoks seien reine Merchandising-Produkte (Spoiler: Kann man das auch anders sehen?): Lucas selbst begründete sie mit einer Konsistenzfrage rund um Chewbacca, dessen Spezies sich nicht mehr glaubwürdig als primitives Volk darstellen ließ. Zusätzlich beleuchten wir die Ewok-Sprache, die Sounddesigner Ben Burtt aus Kalmückisch und Tibetisch entwickelte, inklusive echter buddhistischer Liturgie im fertigen Film. Und wir sprechen über die Ehekrise zwischen George und Marcia Lucas während der Produktion. Marcia Lucas galt über Jahre als das emotionale Korrektiv ihres Mannes: Ihre schwindende Stimme im Schneideraum lässt sich an der zerfaserten Struktur des Films ablesen, vom überlangen Jabba-Prolog bis zum tonalen Bruch zwischen dem düsteren Thronsaal-Duell und den verspielten Ewok-Sequenzen. Die Regiesuche, bei der David Lynch, David Cronenberg und Paul Verhoeven absagten, der Gilden-Streit um den Vorspann, der Lucas eine Viertelmillion Dollar kostete und ihn zum unabhängigen Filmemacher machte, der Tarntitel Blue Harvest sowie Budget und Einspielergebnis im historischen Vergleich.

  • S1 · E18
    June 6 · 1 hr 50 min

    Rocky II (1979): Warum Stallones Fortsetzung gleichzeitig mehr und weniger ist, als ein Aufguss seines Underdog-Klassikers (Rocky 2)

    #018 Rocky II Silvester Stallones Fortsetzung seines Boxerdramas rund um Rocky Balboa (1979): Analyse, Hintergrund & filmhistorische Einordnung "Hey yo, Mick, what do I got to chase a chicken for?" In Folge 18 der Leinwandlegenden sprechen wir über Rocky II, beziehungsweise Rocky 2, Sylvester Stallones Fortsetzung seines Oscar-prämierten Underdog-Klassikers. Der Film von 1979 wird oft als bloßer Abklatsch des ersten Teils abgetan, aber ist das wirklich so? Spoiler-Alarm: Jein. Natürlich ist er strukturell der gleiche Film, aber er erzählt nicht einfach nur vom Rückkampf zwischen Rocky Balboa und Apollo Creed, sondern stellt eine viel interessantere Frage: Was passiert eigentlich nach dem großen Moment? Rocky hat im ersten Teil sportlich verloren, aber moralisch gewonnen, in Rocky II muss er nun herausfinden, ob man von dem Ruhm und einem einmaligen Triumph auch leben kann. Wir sprechen über die autobiographischen Teile, die Sylvester Stallone als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in die Story hat einfließen lassen, und schauen auf Carl Weathers als Apollo Creed, Talia Shire als Adrian, Burgess Meredith als Mickey und Bill Contis einzigartige Musik. Dabei geht es natürlich auch um Philadelphia, Trainingsmontagen, die berühmten Stufen des Art Museum, den Mythos des Underdogs und eben die Frage, ob diese Fortsetzung nun mehr ist als eine bloße Wiederholung von Rocky. Denn Rocky II handelt von Erfolg als Belastung: Rocky ist plötzlich bekannt, bekommt Werbeangebote, kauft ein Haus, gründet eine Familie und merkt trotzdem, dass er außerhalb des Rings kaum einen Platz findet, sein Sieg im Ring sagt ihm weit weniger als erhofft, wer er ist. Der Werbe-Dreh demütigt ihn und normale Arbeit bleibt ihm verschlossen, aber auch Apollo Creed wird selbst zum Gefangenen seines Images: Er hat gewonnen, aber nicht überzeugt und so wird der Rückkampf für beide zu einem Kampf gegen die öffentliche Wahrnehmung und zu einer Frage über Identität. Natürlich sprechen wir auch über die Entstehung des Films: Stallones zahlreiche Verletzungen, der echte Härte in den Boxszenen, die Verbindung zu Muhammad Ali und Chuck Wepner, Roberto Durán, den Wechsel vom rauen New-Hollywood-Gefühl des ersten Films zu einer glatteren Hollywood-Fortsetzung und darüber, warum der finale Kampf emotional zwar funktioniert, mit echtem Boxen aber nur sehr wenig zu tun hat. Ist diese Leinwandlegende denn nun eine unterschätzte Fortsetzung über den Preis des Erfolgs oder doch nur Rocky II: Das finden wir im Ring heraus!

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