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Artwork for Landwirtschaft.Klima.Wandel.
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Landwirtschaft.Klima.Wandel.

Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden/Verein Netzwerk Klima & Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist stark vom Klimawandel betroffen. Gleichzeitig ist die Branche Verursacherin von Klimagasen. Wie gelingt es den Bäuerinnen und Bauern, sich dem Klimawandel anzupassen und Lebensmittel klimafreundlich zu produzieren? Genau dort setzt das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» an.

Rund 50 Pilotbetriebe testen auf Feld und Hof, wie sie bei der Produktion mehr für das Klima tun könnten. Der Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.» lässt die Akteure aus Landwirtschaft und Wissenschaft zu Wort kommen. Er thematisiert, was in der Praxis bereits getan wird und wo Herausforderungen lauern.

Ebenso sorgt der Podcast bei Hörer:innen von ausserhalb der Landwirtschaftsszene für Aha-Momente. Denn auf dem Weg zu klimafreundlichen Lebensmitteln spielen auch die Konsumentinnen und Konsumenten eine entscheidende Rolle.

Mehr Informationen: www.klimabauern.ch, www.klimalandwirtschaft.ch
Partner: www.regenerativ.ch

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  • 21 episodes
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  • German
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  • September 15 · 27 min

    E29 Trockenheit setzt Landwirtschaft und Versicherungen unter Druck

    Die SHGroup (Schweizer Hagel) bezifferte die Trockenheitsschäden bereits im August auf rund 19 Millionen Franken. Hinzu kämen Hagelschäden von rund 30 Millionen Franken. Aufgrund der hohen Schadenssumme rechnet Aebi damit, dass die Versicherung im Jahr 2026 einen Verlust schreiben wird. Die Forschung geht davon aus, dass Trockenheitsereignisse mit dem Klimawandel häufiger werden. Anders als Hagel, dem Kerngeschäft der SHGroup, sei Trockenheit ein grossflächiges, systemisches Risiko. Sind viele Flächen versichert, kann es für die Versicherung schnell teuer werden. Um die Risiken zu streuen, ist die SHGroup breit aufgestellt und versichert landwirtschaftliche Flächen von Serbien bis Portugal. Die Wahrscheinlichkeit, dass gleichzeitig in allen Regionen grosse Dürreschäden auftreten, sei gering, sagt Aebi. Trotz dieser geografischen Diversifikation könnten die steigende Nachfrage und die höheren Risiken Anpassungen bei Prämien oder Versicherungsleistungen erforderlich machen. Gleichzeitig betont Aebi, dass Versicherungen allein keine Lösung für die Herausforderungen des Klimawandels bieten. «Adaption» sei das Zauberwort. Die Landwirtschaft müsse sich fragen: «Sind die Kulturen, die wir anbauen, noch die richtigen für ein wärmeres Klima?» Dabei seien auch Handel und Konsumierende gefordert, offen für Veränderungen zu sein. Denn, so Aebi: «Die Versicherung kann nur das Dach eines Hauses, nicht aber das Fundament sein.» Host: Silvio Liechti Weitere Informationen: www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch Schweizer Hagel/SHGroup Agrarökologie Sommerrückblick Meteo Schweiz

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  • August 14 · 27 min

    E28 Weltacker – Unser tägliches Brot und die Fläche dahinter

    Würde man die globale Ackerfläche gerecht auf die Weltbevölkerung verteilen, blieben jedem Menschen rund 2000 m². Auf dieser Fläche – etwa so gross wie ein Eishockeyfeld – muss einiges wachsen: Früchte, Gemüse, Tierfutter, wenn es nicht von Wiesen und Weiden stammt, Fasern für Kleider und vieles mehr. Ein Weltacker macht auf diesen 2000 m² die globale Landwirtschaft sicht- und erlebbar. Massstabgetreu werden die weltweit 50 häufigsten Kulturen angebaut. Weltweit sind rund 40 Prozent der Ackerfläche mit Getreide bepflanzt – auf einem Weltacker ist es derselbe Anteil. Ein Beispiel dafür ist der neuste Weltacker am Rand der Stadt Zürich. Co-Präsidentin Barbara Holzer erklärt: «Die Idee des Weltackers ist, zu verstehen, was die Welt eigentlich anbieten kann, um uns zu ernähren.» Das Projekt lädt dazu ein, sich mit den weltweiten Lebensmittelflüssen und der globalen Produktion auseinanderzusetzen. Spannend wird es beim sogenannten Flächenbuffet: Dort wird sichtbar, wie viel Fläche für einen Teller Spaghetti oder ein Schnipo nötig ist. Tierische Produkte benötigen in der Regel mehr Platz – vor allem dann, wenn das Futter für die Tiere auf Ackerflächen produziert wird. Die Idee des Weltackers stammt ursprünglich aus Deutschland. In der Schweiz gibt es bereits vier solcher Anlagen – neben dem in Zürich auch im solothurnischen Nuglar sowie zwei im Kanton Bern. Mehr zum geplanten Bündner Projekt gibt es weiter unten - den Besuch auf dem Weltacker in Zürich im Podcast. Host: Silvio Liechti Weitere Infos: www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch Weltacker Zürich Film Weltacker Weltagrarbericht

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  • July 13 · 21 min

    E27 Welche Rolle spielen Frauen für eine klimafreundliche Landwirtschaft, Sandra Contzen?

    Die UNO hat das Jahr 2026 zum «Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft» erklärt. Damit soll sichtbar gemacht werden, welchen grossen Einfluss Frauen in der globalen Landwirtschaft haben – und gleichzeitig ihre Rolle stärker gewürdigt werden. Auch in der Schweiz arbeiten rund 40’000 Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Dennoch werden nur rund 7 Prozent der Schweizer Höfe von Frauen geführt. Mehr Frauen in Schlüsselpositionen könnten das Potenzial für klimafreundlichere Produktionsweisen erhöhen, sagt Sandra Contzen. Sie ist Agrarsoziologin an der Berner Fachhochschule und erforscht seit Jahren die Stellung von Frauen in der Schweizer Landwirtschaft. Studien weisen darauf hin, dass vielfach Frauen auf Bauernhöfen Innovationen anstossen und nachhaltige Praktiken vorantreiben. Dabei sei es weniger eine Frage der Biologie als vielmehr des Hintergrunds: «Frauen haben häufig ausserhalb der Landwirtschaft Erfahrungen gesammelt und sich ein Netzwerk aufgebaut, bevor sie einen Hof übernehmen», so Contzen. «Wenn Frauen ihre Ansichten stärker einbringen und Entscheide mitgestalten können, werden wir uns stärker in Richtung einer ökologischeren und klimaresistenteren Landwirtschaft bewegen», ist Contzen überzeugt. Allerdings sei bei diesem Thema noch mehr Forschung nötig. «Bis jetzt hat sich die Agrarsoziologie vor allem den eingeheirateten Frauen gewidmet, also den Bäuerinnen. Dabei ging es um unentgeltliche Mitarbeit oder fehlende Sozialversicherung», sagt Contzen. Das seien bisher die grössten Herausforderungen gewesen. Aktuell liefen europäische Studien, die derzeit die Rolle von Frauen bei Innovationen in der Land- und Ernährungswirtschaft beleuchten. Solche Forschung sei wichtig und sollte vermehrt stattfinden. Sandra Contzen ist zu Gast im aktuellen Podcast. Weitere Infos: www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch Frauen in der Landwirtschaft Agrarsoziologie BFH SBV zum UNO Jahr SBLV zum UNO Jahr

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  • June 15 · 30 min

    E26 Mykorrhiza: Wie eine faszinierende Symbiose im Untergrund für starke Pflanzen sorgt

    Besonders bedeutsam sind die sogenannten Mykorrhiza-Pilze. Sie gehen mit vielen Pflanzen eine enge Lebensgemeinschaft ein – eine faszinierende Symbiose, von der beide profitieren. Dabei verbindet sich der Pilz mit seinem feinen Fadengeflecht mit den Wurzeln der Pflanze. Er liefert ihr dann Nährstoffe aus Bodenbereichen, die die Pflanze allein nicht erreichen kann. Im Gegenzug erhält der Pilz Zucker, den die Pflanze durch Photosynthese produziert und über die Wurzeln an ihn abgibt. Mykorrhiza-Pilze kommen natürlicherweise im Boden vor. Auf vielen landwirtschaftlichen Flächen ist ihr Netzwerk jedoch durch intensive Bewirtschaftung gestört. Dadurch wird es schwieriger, diese hilfreiche Beziehung zur Pflanze aufrechtzuerhalten. Ein Forschungsprojekt von Agroscope und der Universität Zürich zeigt, dass sich Erträge steigern lassen, wenn Mykorrhiza-Pilze gezielt gefördert werden – etwa im Anbau von Mais oder Sonnenblumen. Dafür werden bei der Saat kleine Tonkügelchen, die mit dem Pilz angereichert sind, in den Boden eingebracht. Ziel ist eine bessere Ernte bei geringerem Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Was die Forschung über Mykorrhiza bereits weiss, warum der Pilz den Pflanzen in Trockenperioden helfen kann und wie ausgeklügelt die Symbiose zwischen Pflanze und Pilz tatsächlich ist – Antworten darauf gibt es im aktuellen Podcast. Zu Gast ist der international anerkannte Mykorrhiza-Experte und Biologe Marcel van der Heijden. Weitere Informationen: www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch Marcel van der Heijden im Netz: https://www.vanderheijdenlab.ch/ SRF-Beitrag zu Mykorrhiza Populärliteratur zur Welt der Pilze Globale Mykorrhiza-Karte

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  • May 19 · 28 min

    E25 Gehört den PIWI-Rebsorten die Zukunft?

    In den letzten Jahren ist die Anbaufläche pilzwiderstandsfähiger Reben grösser geworden. Trotzdem wachsen erst auf rund 4 Prozent der schweizerischen Rebfläche PIWIs. Auch sonst sind die Weine noch nicht im Mainstream angekommen. Mit Blick auf den Klimawandel und den Ruf nach mehr Nachhaltigkeit im Rebberg bieten die Gewächse eine Alternative. Katie Mackie-Haas ist Leiterin der Forschungsgruppe Weinbau Deutschschweiz bei Agroscope. Sie hat mit Forscherkolleg:innen untersucht, warum es bei der Bekanntheit dieser neuen Rebsorten klemmt, und was getan werden könnte, um dies zu ändern. «Ich glaube sehr, dass die PIWI-Reben die Sorten der Zukunft sind», sagt Mackie-Haas. Die Winzerinnen und Winzer müssten nicht nur viel weniger spritzen und Traktor fahren, die Sorten seien auch stabiler und resilienter als europäische Sorten. Gute Erfahrungen mit solchen neuen Sorten hat Philipp Bosshart aus Berschis SG gemacht. Auf seinem Betrieb werden seit Jahrzehnten PIWI-Sorten angebaut. Was ihm diese Strategie bringt und wohin die Reise der PIWIs in der Schweiz geht, beantwortet die neueste Folge von «Landwirtschaft.Klima.Wandel.». Weitere Infos: www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch Betrieb von Philipp Bosshart Artikel Agroscope: Resistente Rebsorten: vielversprechende Weine, die mehr Bekanntheit verdienen - Agrarforschung Schweiz

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  • April 14 · 25 min

    E24 Ist Pflanzenkohle ein Wundermittel, Nikolas Hagemann?

    Pflanzenkohle wird seit Tausenden von Jahren von den Menschen hergestellt. Vielerorts wird sie heute auch in der Landwirtschaft eingesetzt – als Bodenverbesserer oder als Geruchsbinder im Stall. Grosses Potential hat Pflanzenkohle zudem als Kohlenstoffsenke. Langzeitstudien unter Schweizer Bedingungen fehlen allerdings. Nikolas Hagemann ist Umweltnaturwissenschaftler. Seit über 15 Jahren forscht er zum Thema Pflanzenkohle. Heute arbeitet er beim privaten Ithaka Institut, das sich mit Kohlenstoffstrategien und Klimafarming befasst, zusätzlich ist er bei Agroscope angestellt. «Pflanzenkohle ist die älteste Chemikalie, die die Menschheit hat», sagt der Forscher. Seit rund 5000 Jahren begleite uns die Pflanzenkohle in Form von Holzkohle. «Schon Ötzi hat sie bei sich gehabt – nicht nur am Körper, sondern auch im Körper – man hat sie als Farbpigment für seine Tätowierungen genommen.» Auch die Landwirtschaft sei ein uraltes Einsatzgebiet. Hierzulande wird Pflanzenkohle zur Verbesserung der Bodeneigenschaften, als Trägerstoff für Düngemittel oder als Futterzusatz und Einstreu eingesetzt. Damit soll einerseits die Tiergesundheit verbessert, andererseits sollen Treibhausgasemissionen aus der Düngung reduziert werden. Pflanzenkohle, die schlussendlich im Boden landet, ist auch eine Kohlenstoffsenke. Das Material besteht nämlich zu einem überwiegenden Teil aus reinem Kohlenstoff, den die Pflanzen über die Zeit als CO₂ aus der Atmosphäre geholt haben. Normalerweise wird die Pflanzenmasse durch Verrottung abgebaut, wobei der Kohlenstoff wieder als CO₂ freigesetzt wird. Durch die Verkohlung der Holz- oder Pflanzenreste wird der Kohlenstoff aber stabilisiert. Eingebracht in den Boden, ist er langfristig der Atmosphäre entzogen. Das tönt nach grossem Potential. Es gibt aber auch vorsichtigere Stimmen. In einem aktuellen Faktenblatt zu Pflanzenkohle in der Landwirtschaft weist der Bund darauf hin, dass es Forschungsbedarf gebe und Langzeitstudien gerade mit Blick auf das heimische Bodenleben fehlten. Mehr zu Pflanzenkohle gibt es im Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.». In dieser Ausgabe ist Nikolas Hagemann zu Gast. Unter anderem klären wir die Frage: Wundermittel oder nicht? Weitere Infos: www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch Faktenblatt Pflanzenkohle Bund Ökobilanzstudie Pflanzenkohle Faktenblatt KNL Ithaka Institut Charnet - Fachverband für Pflanzenkohle Charhow - Der Pflanzenkohle Wissenshub

  • March 10 · 18 min

    E23 Ein Betriebscoaching, was soll das bringen, Giulia Satiro?

    Ein Bauernhof ist ein System im System: Boden, Tiere und Pflanzen stehen in gegenseitiger Wechselwirkung, während der Hof gleichzeitig die Gesellschaft mit Lebensmitteln versorgt. Veränderungen in diesem komplexen Gefüge sind oft herausfordernd. Wer die Produktion anpassen oder ein neues Standbein aufbauen möchte, soll nun von einem Betriebscoaching – einem Austausch Praktiker:in zu Praktiker:in profitieren können. Wissensaustausch in Arbeitskreisen ist in der Schweizer Landwirtschaft seit Langem gut verankert, ebenso wie die kantonalen Beratungsangebote. Das Schweizer Netzwerk für Agrarökologie «Agroecology Works!» ergänzt diese in einem Pilotprojekt mit einem neuen Betriebscoaching-Format: individueller 1:1-Austausch auf Augenhöhe. «Es ist sinnvoll, dass verschiedene Beratungsmöglichkeiten sich ergänzen», sagt Giulia Satiro, Co-Leiterin des Pilotprojekts. «Anders als in Arbeitskreisen ist es hier eine Einzelberatung. Und anders als bei kantonalen Diensten steht der praxisnahe Austausch zwischen Praktiker:innen im Vordergrund.» Das Ziel: Voneinander lernen und Betriebe zukunftsfähiger positionieren. Das Team um Satiro verfügt über 21 ausgewählte Coaches, die für ihre Arbeit entschädigt werden – ein vierstündiges Coaching kostet 250 Franken. Das Projekt wird von Partnern wie Regenerativ Schweiz oder dem Netzwerk Klima und Landwirtschaft unterstützt und durch Stiftungsgelder sowie den Bund finanziert. «Es geht nicht nur um Fachwissen, sondern auch um persönlichen Austausch», betont Satiro. Einer der ersten, der bereits ein solches Betriebscoaching genutzt hat, ist Dario Heller aus Büron (LU). Was ihm das Coaching gebracht hat - er spricht darüber im aktuellen Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.». Weitere Infos: www.betriebscoaching.ch www.klimabauern.ch www.klimalandwirtschaft.ch www.regenerativ.ch Homepage vom Erlenhof (Dario Heller): www.mein-hof.ch Homepage von Beat Rölli: PK-BERATUNG - permakultur-beratungs Webseite!

  • January 12 · 24 min

    E21 Kuh und Klima – Brauchen wir noch Wiederkäuer, Florian Leiber?

    Rinderhaltung und Klimaschutz polarisieren wie kaum ein anderes Thema in der Landwirtschaft – und weit darüber hinaus. Das hartnäckige Bild der «Klimakiller-Kuh», die mit ihrem Methan das Klima zerstört, greift jedoch deutlich zu kurz. Ein neues Faktenblatt von FiBL und Bio Suisse zeigt, wie Wiederkäuer klug ins Ernährungssystem integriert werden können. Wenn Kühe Gras verdauen, entsteht Methan, und dieses Gas wirkt stark auf das Klima. Trotzdem sei es irreführend, Rinderhaltung auf diesen Aspekt zu reduzieren, betont Florian Leiber, Nutztierwissenschaftler am FiBL. Entscheidend sei, wie die Tiere gehalten werden und welche Rolle sie im Gesamtsystem spielen. Richtig eingebunden können Kühe einen wichtigen Beitrag im Ernährungssystem leisten. Das Zauberwort lautet: graslandbasierte, biologische Rindviehhaltung. Solche Tiere verwerten Gras, das der Mensch nicht direkt nutzen kann, und verwandeln es in hochwertiges Protein – in Form von Milch und Fleisch. Gleichzeitig schützen sie extensive Graslandflächen vor Verbuschung, tragen zur Erhaltung der Biodiversität bei und sorgen dafür, dass Kohlenstoff im Boden gebunden bleibt. «All diese Leistungen würden wir verlieren, wenn wir dieses System aufgeben», sagt Florian Leiber. Eine eindimensionale Fixierung auf Methan könne deshalb zu unerwünschten Folgen in anderen Bereichen führen, etwa beim Erhalt von Ökosystemleistungen und Kulturlandschaften. Leiber fordert daher einen Systemblick statt einer simplen Emissionsrechnung pro Tier. Wesentlich ist für ihn die Unterscheidung zwischen Rindvieh auf Grasland und Tieren im Stall, die mit viel Kraftfutter versorgt werden. Problematisch ist insbesondere Futter, das importiert wird oder auf Flächen wächst, die direkt der menschlichen Ernährung dienen könnten. Hier verschärfen sich Flächenkonkurrenz, Umweltbelastungen und Abhängigkeiten. Das Faktenblatt versteht sich als Plädoyer für eine graslandbasierte Wiederkäuerhaltung – auf Flächen, die sich nicht für den direkten Anbau von Lebensmitteln für Menschen eignen. Dafür braucht es Anpassungen im System, so Leiber: weg von flächenintensiven, kraftfutterabhängigen Modellen. Welche Auswirkungen das auf die Tierzahlen hätte, wer nun gefordert ist zu handeln und wie das Faktenblatt in der Branche aufgenommen worden ist, erläutert Florian Leiber im Podcast ausführlich. Host: Silvio Liechti Weitere Infos: https://www.klimalandwirtschaft.ch/ https://www.klimabauern.ch/ Das Faktenblatt «Kuh und Klima»

  • Nov 4, 2025 · 29 min

    E19 Thomas Stocker – Forscher und Kämpfer fürs Klima

    In seiner Karriere hat Stocker zusammen mit Kolleginnen und Kollegen ein neues Kapitel der Klimaforschung aufgeschlagen. Durch Analysen von Eisbohrkernen aus der Antarktis und Grönland konnte das Team nachweisen: Die heutige CO₂-Konzentration ist höher als jemals in den vergangenen 800'000 Jahren – und sie stammt eindeutig aus der Verbrennung fossiler Energieträger. 2015 markierte einen weiteren Meilenstein. Mit dem Pariser Klimaabkommen erklärten sich fast alle Staaten der Welt bereit, den Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten, idealerweise bei 1,5 Grad. Thomas Stocker spielte dabei eine zentrale Rolle: Gemeinsam mit einem Kollegen aus China leitete er die IPCC-Arbeitsgruppe, die die wissenschaftlichen Grundlagen für das Abkommen erarbeitete. Der Bericht von insgesamt 259 Autorinnen und Autoren kam zu drei Schlüsselerkenntnissen: Die Erwärmung des Klimas ist unbestreitbar. Der menschliche Einfluss darauf ist eindeutig. Die Begrenzung des Klimawandels erfordert eine deutliche und langfristige Reduktion der Treibhausgasemissionen. Heute sagt Stocker klar: Das ambitionierte 1,5-Grad-Ziel dürfte kaum noch erreichbar sein – weil die globalen Emissionen bislang nie wirklich gesenkt wurden. Für ihn steht fest: Ein ungebremster Klimawandel führt zu existenziellen Problemen auf der Erde. «Wir haben keine andere Wahl, als konsequenten Klimaschutz zu betreiben», so Stocker. Er sieht darin nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Chance. Im Vorfeld des Klimagipfels ist Thomas Stocker zudem Gast im Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.». Darin spricht er über die Klimawirkung unserer Ernährung, den Rückzug der USA aus der Klimaforschung – und darüber, warum die Behauptung, es gebe in der Wissenschaft keinen Konsens zum Klimawandel, schlicht falsch ist. Host: Silvio Liechti Weitere Infos: www.klimalandwirtschaft.ch www.klimabauern.ch www.klimagipfel.org Literatur: Auszeichnung für Thomas Stocker: Hohe Ehre für Pioniere der Klimaforschung Auf der Suche nach dem ältesten Eis Eisbohrkern-Analyse Zum IPCC

  • Oct 3, 2025 · 34 min

    E18 Vom PRIX CLIMAT zur Vision für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

    Für den diesjährigen Award sind vier Betriebe aus der ganzen Schweiz nominiert: Flurin Frigg aus Graubünden, Pirmin Adler aus dem Aargau, Cathy und Bruno Graf aus dem Waadtland sowie die Baumschule Glauser aus Noflen im Kanton Bern. Sie alle zeigen praxistauglich und innovativ, wie die Landwirtschaft zur Lösung der Klimakrise beitragen kann. Gleichzeitig machen sie ihre Höfe widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen. Bei der letzten Verleihung des PRIX CLIMAT ging die Auszeichnung an SlowGrow aus dem Zürcher Oberland. Ihr Konzept der Mosaiklandwirtschaft vereint Elemente der Permakultur, der regenerativen Landwirtschaft und des Biolandbaus zu einem neuen Anbausystem. Ein Kernelement ist das «Controlled Traffic Farming». Dabei fahren Maschinen ausschliesslich auf fix definierten Fahrspuren – ermöglicht durch GPS-Technologie. Diese Methode schont den Boden und das Bodenleben. Ein weiteres wichtiges Mosaiksteinchen ist der Streifenanbau: Gemüse wächst direkt neben Getreide – bunt gemischt in allen Farben und Formen. Das bringt Vielfalt und stärkt ein gesundes Ökosystem. Auf Dünger und Pflanzenschutzmittel wird verzichtet. Der Besuch auf dem Hof zeigt eindrücklich, wie das Gesamtsystem funktioniert. Im zweiten Teil des Podcasts treffen wir Bernard Lehmann, den ehemaligen Leiter des Bundesamts für Landwirtschaft. Er sitzt erneut in der Jury des PRIX CLIMAT. Gemeinsam mit ihm entwerfen wir eine Vision, wie sich die Landwirtschaft in Zeiten der Klimakrise entwickeln könnte. Host: Silvio Liechti Mehr Infos: www.klimalandwirtschaft.ch www.prixclimat.ch www.klimagipfel.org www.slowgrow.ch www.hoflabor.ch

  • Sep 2, 2025 · 23 min

    E17 Den Treibhausgasen auf der Spur: Exkurs in die landwirtschaftliche Klimabilanzierung

    Wer wissen möchte, wo er in Sachen Klimagase steht, kommt um eine genaue Klimabilanzierung nicht herum. Treibhausgase entstehen in der landwirtschaftlichen Produktion an verschiedenen Stellen. Der Traktor, der Diesel verbrennt, ist dabei meist weniger relevant. Deutlich mehr Emissionen entstehen durch die Nutztierhaltung: Das besonders klimawirksame Methan bildet sich im Magen von Wiederkäuern bei der Verdauung des Futters. Beim Umgang mit Gülle und Mist entsteht zusätzlich Lachgas. Um zu ermitteln, wie viele Tonnen Klimagase ein Betrieb pro Jahr verursacht, braucht es keine Sensoren oder Absauganlagen, sondern vor allem viele Daten: Betriebsgröße, Tieranzahl, Art des Düngers oder Energieverbrauch – um nur einige zu nennen. Auch die Menge an zugekauftem Futter oder Saatgut wird berücksichtigt, denn entscheidend ist, was im betrachteten Zeitraum auf den Hof gelangt ist und welche Emissionen bei der Herstellung dieser Produkte angefallen sind. Jede zugekaufte Tonne Futter trägt sozusagen einen CO₂-Rucksack mit sich. Am Ende der aufwendigen Datenanalyse steht ein Wert: die jährlichen CO₂-Äquivalente des Betriebs. «Man hat so die Gelegenheit, mit der Klimabrille auf den eigenen Hof zu schauen», erklärt Chris Gilli, der beim Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft» für die Bilanzierung zuständig ist. «Eine solche Bilanz ermöglicht es, die grössten Treibhausgasquellen zu identifizieren und zeigt, wo die wirksamsten Hebel für Klimaschutzmassnahmen liegen», so Gilli weiter. Warum die Bilanzierung wichtig ist, wo sie gerade in der Landwirtschaft an ihre Grenzen stösst und was mit den vielen Hofanalysen geschieht, all das gibt’s im Podcast «Landwirtschaft.Klima.Wandel.» Host: Silvio Liechti Gast: Chris Gilli www.klimabauern.ch www.instagram.com/klimabauern Weitere Infos: Publikation «Treibhausgase aus der Bündner Landwirtschaft» Publikation «Landwirtschaftliche Treibhausgasrechner im Praxistest» CO2-Bilanz auf Wikipedia

  • Aug 5, 2025 · 24 min

    E16 Transhelvetische «Hof»-Reise zum Klimagipfel

    Auf dem Weg zum Klimagipfel für Landwirtschaft und Esskultur im November in Landquart werden wir vom Schweizer Reisemagazin Transhelvetica begleitet. Die Redaktion hat für das aktuelle Heft Bauernhöfe in der ganzen Schweiz besucht und auch immer wieder di

  • Mar 25, 2025 · 42 min

    E13 Klima-Zeitenwende mit Bündner Green Deal

    40 Millionen Franken jährlich für den Klimaschutz – diesen Betrag soll der Kanton als Fördermittel für Klimaschutzmassnahmen in den Bereichen Gebäude, Industrie und Landwirtschaft einsetzen. Graubünden steht vor einer wegweisenden Entscheidung.

  • Mar 4, 2025 · 48 min

    E12 «Lebensmittel retten schützt das Klima und spart Geld»

    Wer über ein nachhaltiges Ernährungssystem spricht, kommt an der Diskussion über Food-Waste nicht vorbei. Jedes Kilo Lebensmittel, das produziert, aber nicht verzehrt wird, verbraucht unnötig Wasser, Energie und Ackerfläche – und verursacht zudem vermeid

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