

Haarausfall bei Frauen - nicht nur ein Beautyproblem! | Dr. Andrea Morawe erklärt
Ein paar zusätzliche Haare auf dem Kopfkissen, deutlich mehr Haare als sonst in der Bürste oder plötzlich eine sichtbarere Kopfhaut beim Föhnen – solche Situationen kennen viele Frauen. Gleichzeitig können sie sehr belastend sein, denn volles Haar wird häufig eng mit Weiblichkeit, Gesundheit und Vitalität verbunden. Genau deshalb beschäftigt sich Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von „LandMEDchen“ mit dem Thema Haarausfall bei Frauen. Wer im Internet nach möglichen Ursachen für Haarausfall sucht, stößt schnell auf eine Vielzahl unterschiedlicher und teilweise widersprüchlicher Informationen. Das kann zusätzlich verunsichern. Dabei lassen sich hinter Haarausfall häufig konkrete körperliche Zusammenhänge finden. Eine wichtige Rolle kann beispielsweise die Versorgung mit Mikronährstoffen spielen. Haarfollikel zählen zu den Geweben mit einer besonders hohen Zellteilungsrate. Entsprechend benötigen sie ausreichend Eisen, Zink, Vitamin D und bestimmte B-Vitamine. Gerät der Körper unter Belastung oder fehlen wichtige Nährstoffe, konzentriert er seine Ressourcen zunächst auf lebenswichtige Organe. Die Haarfollikel können darauf reagieren, indem sie vermehrt in die Ruhephase wechseln. Untersuchungen zeigen, dass bei Frauen mit Haarausfall unter anderem ein Eisen- oder Zink-Mangel vorkommen kann. Deshalb lohnt es sich, Haarausfall nicht ausschließlich als kosmetisches Problem zu betrachten. Die Veränderungen können auch ein Hinweis darauf sein, dass im Körper etwas genauer untersucht werden sollte. Andrea setzt deshalb auf eine strukturierte Labordiagnostik. Dabei spricht sie unter anderem über Ferritinwerte, den Vitamin D-Spiegel und Schilddrüsenwerte und erklärt, welche Bedeutung diese bei der Ursachenfindung haben können. Wird tatsächlich ein Mangel festgestellt und behandelt, braucht es allerdings Geduld. Veränderungen am Haar werden nicht innerhalb weniger Tage sichtbar, da der Haarzyklus entsprechend Zeit benötigt. In der Folge räumt Andrea außerdem mit einigen Mythen auf. Ein bekanntes Beispiel ist Biotin, das in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln und Shampoos für gesunde Haare beworben wird. Ein tatsächlicher Biotin-Mangel kommt in der Bevölkerung jedoch nur sehr selten vor. Hoch dosiertes Biotin ohne nachgewiesenen Mangel einzunehmen, bringt deshalb nicht automatisch einen Vorteil. Zusätzlich kann eine hohe Biotin-Zufuhr bestimmte Laboruntersuchungen, darunter Schilddrüsenwerte, verfälschen. Doch was können betroffene Frauen konkret tun? Für Andrea beginnt der erste Schritt im Umgang mit dem Thema selbst: Haarausfall darf ernst genommen werden. Statt ihn ausschließlich als kosmetische Veränderung abzutun, sollte er mit der gleichen sachlichen Aufmerksamkeit betrachtet werden wie andere körperliche Beschwerden. Sinnvoll kann deshalb ein Termin zur Blutabnahme sein. Andrea empfiehlt, sich darauf vorzubereiten und konkrete Fragen mit in das ärztliche Gespräch zu nehmen. Auch die Ernährung kann einen Beitrag leisten. Eisenhaltige Lebensmittel lassen sich beispielsweise mit einer Vitamin C-Quelle kombinieren, da Vitamin C die Eisenaufnahme unterstützt. In der Folge stellt Andrea außerdem weitere Lebensmittel vor, die zu einer guten Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen beitragen können. Ein weiterer praktischer Tipp ist eine persönliche Timeline. Darauf lässt sich festhalten, wann der Haarausfall begonnen hat und welche Veränderungen oder Ereignisse zeitlich davor lagen. So können Zusammenhänge leichter erkannt und die Ursachen gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen gezielter eingeordnet werden. Denn Haarausfall ist nicht automatisch nur ein Problem der Haare – manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen, was der Körper damit möglicherweise signalisiert. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s


















