
#38: 1900 Jahre alter Steuerbetrug: Wie "verschwanden" Sklaven zwischen zwei römischen Provinzen?
In einer Höhle nahe dem Toten Meer lagerten fast 2.000 Jahre lang die Notizen zu einem der ältesten Steuerprozesse der Welt. Es geht um das Jahr 130 nach Christus, um Urkundenfälschung und um ein kriminelles Modell, das uns auch heute erschreckend vertraut vorkommt. Im Zentrum der historischen Anklageschrift stehen Scheinverkäufe über Provinzgrenzen hinweg. Ein Komplizen-Duo überschrieb Sklaven nur auf dem Papier in eine andere römische Provinz, um sich vor Vermögenssteuern und zivilen Pflichten zu drücken. Die Sklaven verschwanden quasi in einem steuerlichen Vakuum zwischen den Zuständigkeiten zweier Finanzbehörden. Wir spannen den Bogen von diesem antiken Betrug direkt in die Gegenwart und schauen auf das Konstrukt der sogenannten Gewinnverlagerung. Was damals die römische Nachbarprovinz Arabia war, ist für moderne Digitalkonzerne heute Irland. Wir erklären detailliert, wie es Apple gelang, Gewinne in gigantischer Höhe buchstäblich im Nirgendwo zu parken, bis der Europäische Gerichtshof 2024 eine Nachzahlung von sagenhaften 13 Milliarden Euro anordnete. Ein Wirtschaftskrimi über ein Vermögen, das nicht gestohlen wurde, sondern einfach zwischen zwei Aktenordnern verschwand, damals wie heute. "Kapitalverbrechen", moderiert von Christian Farin, produziert von Christian Farin und Kijana Körner. Weitere Informationen zu Wirtschaftsprüfer Christian Farin: https://wp-farin.de Musik und Soundeffekte: "Kapitalverbrechen" Intro-Musik von Florian Brenner alle weiteren SFX von Storyblocks







