Skip to content
Artwork for IT-Berufe-Podcast
TechnologyBusinessCareersEducation

IT-Berufe-Podcast

Stefan Macke

Der Podcast rund um die Ausbildung in den IT-Berufen (insb. Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung) von Stefan Macke.

Play
  • 20 episodes
  • Avg 19 min
  • German
  • August 10 · 1 hr 11 min

    Moderne Umschulungen in den IT-Berufen mit Nico Hartmann – IT-Berufe-Podcast #198

    Um moderne Umschulungen in den IT-Berufen im Interview mit Nico Hartmann geht es in der einhundertachtundneunzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts. IT-Umschulungen können ein sinnvoller Weg in die Branche sein, unterscheiden sich aber je nach Bildungsträger und IHK teils stark in Qualität und Organisation. Wichtig sind ein guter Bildungsträger, viel Eigenmotivation, ein passendes Praktikum und ein bewusster Umgang mit KI, damit du nicht nur Lösungen erzeugst, sondern die nötige Denkweise für den IT-Beruf wirklich aufbaust. Inhalt IT-Umschulungen können ein guter Einstieg in die IT sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Im Interview mit Nico Hartmann wird deutlich, dass Umschulungen für viele Menschen ein sinnvoller Weg sind, sich beruflich neu zu orientieren, etwa bei drohender Arbeitslosigkeit oder wenn der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Gleichzeitig hängt der Erfolg stark vom Bildungsträger, von der eigenen Motivation und von den regionalen Vorgaben der IHK ab. Nico als Praxisbeispiel Nico arbeitet als Dozent und Ausbilder für IT-Umschulungen mit Schwerpunkt Fachinformatiker:in Anwendungsentwicklung. Er hat selbst eine außerbetriebliche Umschulung gemacht, danach mehrere Jahre als Softwareentwickler gearbeitet und ist anschließend in die Lehre gewechselt. Dadurch kennt er sowohl die Perspektive von Umschüler:innen als auch die von Ausbilder:innen. Was sich bei Umschulungen verändert hat Ein wesentlicher Unterschied zu früher liegt vor allem im Prüfungssystem: Früher gab es in seiner Umschulung nur die Abschlussprüfung. Heute schreiben Umschüler:innen wie Azubis die AP1 ungefähr zur Hälfte der Zeit und später die AP2. In der Umschulung liegt zwischen AP1 und AP2 oft nur etwa ein halbes Jahr. Dadurch ist die Zeit bis zur Abschlussprüfung deutlich komprimiert. Trotzdem hält Nico das für machbar, wenn die Teilnehmenden intensiv vorbereitet werden und bei Projektantrag, Doku und Prüfung eng begleitet werden. Dauer und Aufbau der Umschulung Die Umschulung dauert in Vollzeit in der Regel zwei Jahre, in Teilzeit entsprechend länger. Typisch ist ein Praktikum von sechs Monaten, in manchen IHK-Bezirken aber auch neun Monate. Wichtig dabei: Der Rahmenlehrplan ist grundsätzlich gleich. Die konkrete Gestaltung der Maßnahme ist aber je nach Bildungsträger unterschiedlich. Bei Karrieretutor wird versucht, den Unterricht vor dem Praktikum zu platzieren, damit die Teilnehmenden mit möglichst viel Fachwissen in den Betrieb gehen. Unterschiedliche Vorgaben der IHK Ein großes Thema sind die teils sehr unterschiedlichen Regeln der IHKs. Das betrifft unter anderem: Dauer des Praktikums Formulare und organisatorische Abläufe Umgang mit Berichtsheften Anforderungen an Ausbilder:innen Durchführung der mündlichen Ergänzungsprüfung Da die Teilnehmenden bundesweit an verschiedenen Standorten sitzen, müssen sie auch bei unterschiedlichen IHKs geprüft werden. Das führt laut Nico zu viel organisatorischem Aufwand und teilweise kuriosen Einzelfällen. Unterrichtsmodell und Organisation Der Unterricht bei Karrieretutor findet remote statt, die Teilnehmenden sitzen aber je nach IHK-Vorgaben an einem physischen Standort. Häufig gilt eine 51%-Präsenzregel, in manchen Regionen gibt es strengere Anforderungen. Das Unterrichtsmodell ist grob so aufgebaut: Vormittags: dozentengeführter Unterricht Nachmittags: betreute Lernphase mit Aufgaben, Projekten oder Recherchen Diese Lernphase soll den Teilnehmenden ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten, Fragen zu stellen, selbstständiges Lernen einzuüben, eigene Projekte umzusetzen. Gerade dieses selbstständige Lernen wird als wichtige Vorbereitung auf den späteren IT-Beruf gesehen. Finanzierung und Kostenträger Als typische Kostenträger werden genannt: Bundesagentur für Arbeit Rentenversicherung Bundeswehr Für Praktikumsbetriebe ist das Praktikum laut Nico komplett kostenfrei. Der Betrieb muss vor allem eine geeignete Betreuung sicherstellen. Genau das ist aber häufig ein Problem, weil viele Unternehmen den nötigen Betreuungsaufwand nicht leisten wollen. Praktikum: entscheidend und oft schwierig Das Praktikum ist ein zentraler Bestandteil der Umschulung und muss in einem externen Betrieb stattfinden. Eine Durchführung beim Bildungsträger selbst ist inzwischen in der Regel nicht mehr erlaubt. Die Praktikumssuche läuft über: Kontakte und Kooperationslisten des Bildungsträgers eigene Bewerbungen der Teilnehmenden häufig auch Initiativbewerbungen Nico empfiehlt, Betriebe vor einer Bewerbung direkt anzurufen und den Vorteil eines kostenfreien Praktikums klar anzusprechen. Trotzdem ist die Suche gerade in der Anwendungsentwicklung aktuell oft schwierig. Situation am Arbeitsmarkt und Einfluss von KI In der Anwendungsentwicklung ist die Lage laut Nico derzeit angespannt. Viele Unternehmen stellen weniger Junioren ein. Als möglicher Grund wird auch KI genannt. Dabei sieht Nico zwei gegensätzliche Entwicklungen: Manche Unternehmen glauben, dass KI Junioren überflüssig macht. Andere erkennen, dass KI helfen kann, Junioren schneller weiterzuentwickeln. Er warnt davor, Junior-Stellen wegfallen zu lassen, weil dadurch später erfahrene Fachkräfte fehlen könnten. Schlechter Ruf mancher Umschulungen Ein zentrales Problem ist laut Nico die stark schwankende Qualität der Bildungsträger. Nico berichtet von Fällen, in denen Teilnehmende: kaum echten Unterricht hatten, nur PDFs bekommen haben, wochenlang ohne Betreuung gelassen wurden, häufig wechselnde Dozent:innen hatten. Das schade nicht nur den einzelnen Umschüler:innen, sondern auch dem Ruf von Umschulungen insgesamt. Gleichzeitig betont er, dass es auch gute Anbieter gibt, die ihre Teilnehmenden intensiv begleiten. Wie du einen guten Bildungsträger erkennst Als wichtigste Empfehlung nennt Nico: Schau dir den Bildungsträger genau an. Verlass dich nicht nur auf Werbeversprechen. Sprich möglichst mit aktuellen oder ehemaligen Teilnehmenden. Informiere dich auch über Erfahrungsberichte, zum Beispiel online. Besonders wichtig ist aus seiner Sicht, ob echter Unterricht stattfindet, Dozent:innen erreichbar sind, Betreuung bei Fragen vorhanden ist, die Fachqualifikation möglichst konstant von denselben Dozent:innen begleitet wird. Rolle der eigenen Motivation Neben dem Bildungsträger spielt die Eigenmotivation eine große Rolle. Nico betont, dass Teilnehmende ihren Erfolg verbessern können, wenn sie: sich wirklich reinhängen, den Rahmenlehrplan und Prüfungskatalog selbst im Blick behalten, eigene Projekte bauen, neugierig bleiben, Fehler als normalen Teil des Lernens akzeptieren. Gerade in der IT sei es wichtig, sich auch selbstständig neue Themen zu erschließen. KI in der Umschulung KI wird im Unterricht nicht pauschal abgelehnt, aber bewusst eingesetzt. Wichtig ist dabei: Gerade am Anfang soll KI eher nicht das Denken übernehmen. Zuerst muss die grundlegende Denkweise beim Programmieren aufgebaut werden. KI soll eher helfen, den Weg zur Lösung zu verstehen, nicht einfach nur Lösungen ausspucken. Wer KI-generierten Code nutzt, muss ihn auch verstehen und bei Bedarf umschreiben können. Im fortgeschritteneren Verlauf wird KI dann als unterstützendes Werkzeug genutzt, etwa bei Projekten oder als Einstiegshilfe für Code-Strukturen. Einstieg ins Programmieren Nico versucht, im Unterricht möglichst schnell von trockenen Grundlagen zu kleinen Projekten zu kommen. Statt lange bei einfachen Einführungsbeispielen zu bleiben, arbeitet er früh mit konkreten Anwendungen wie Galgenraten. Sein Ansatz: Grundlagen wie Kontrollstrukturen und Schleifen müssen sitzen. Danach sollen die Teilnehmenden möglichst schnell etwas bauen. Sichtbare Ergebnisse motivieren und fördern das Verständnis. Verwendete Sprachen und Inhalte Die Umschulung ist in verschiedene Phasen gegliedert. Kernqualifikation Im ersten Jahr lernen alle Berufe gemeinsam die Grundlagen, darunter: betriebswirtschaftliche Inhalte Netzwerke Inhalte für die AP1 Programmiergrundlagen mit Python Fachqualifikation Anwendungsentwicklung Hier liegt der Schwerpunkt auf Java als objektorientierter Sprache. Zusätzlich werden weitere Technologien behandelt, darunter: Python Java C# als Intensivkurs HTML, CSS JavaScript teilweise TypeScript Webentwicklung allgemein Ziel ist, nicht nur eine einzelne Sprache auswendig zu lernen, sondern ein Verständnis für Programmierkonzepte und Übertragbarkeit zu entwickeln. Daten- und Prozessanalyst:in in der Umschulung Besonders interessant ist, dass bei Karrieretutor auch die Umschulung zum/zur Fachinformatiker:in Daten- und Prozessanalyse angeboten wird. Laut Nico ist die Nachfrage dort sogar sehr hoch, auch weil viele andere Bildungsträger diesen Beruf nicht anbieten. Wichtige Punkte dazu: Der Beruf ist noch relativ neu. Die Fachqualifikation musste erst entwickelt und praktisch erprobt werden. In diesem Bereich spielen Datenverständnis, mathematische Grundlagen und die passende Denkweise eine große Rolle. Themen wie Machine Learning, Clustering oder lineare Regression gehören dazu. Anders als an manchen Berufsschulen werden Daten- und Prozessanalyst:innen dort nach der gemeinsamen Grundphase nicht mit Anwendungsentwickler:innen zusammengelegt, weil sie unterschiedliche Prüfungsinhalte und Anforderungen haben. Regulierung und Qualitätssicherung Zwar gibt es mit der AZAV bereits ein Zertifizierungssystem für Bildungsträger, Nico sieht darin aber vor allem eine Prüfung der Dokumentation und weniger der tatsächlichen Unterrichtsqualität. Er hält es für denkbar, dass die Kontrolle der inhaltlichen Qualität und der Verfügbarkeit der Dozent:innen an manchen Stellen nicht ausreicht. Zentrale Empfehlungen zum Schluss Zum Abschluss bleiben vor allem diese Punkte hängen: Umschulungen sind grundsätzlich ein wertvolles Instrument. Der Erfolg hängt stark vom Bildungsträger ab. Gute Betreuung, echte Lehre und ein passendes Praktikum sind entscheidend. Deine eigene Motivation macht einen großen Unterschied. KI kann nützlich sein, sollte aber das Denken nicht ersetzen. Wenn du eine Umschulung planst, lohnt sich ein sehr genauer Blick hinter die Kulissen des Anbieters. Unterm Strich bleibt: Eine IT-Umschulung kann dir einen echten Neustart ermöglichen, aber du solltest sehr genau prüfen, wo du sie machst und wie ernst dort deine Ausbildung genommen wird. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Nico Hartmann Nico Hartmann bei LinkedIn Karriere Tutor Karriere Tutor GmbH bei LinkedIn Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode Stefan: [0:20] Hallo und herzlich willkommen zur 198. Episode des IT-Berufe-Podcasts. Mein Name ist Stefan Macke und heute bin ich nicht alleine da, sondern ich habe einen spannenden Interviewpartner mit, und zwar den Nico Hartmann von karriere-tutor.de. Und mit dem möchte ich über ein Thema sprechen, was ganz oft bei mir angefragt wird, wo ich mich aber nicht so gut mit auskenne, und zwar Umschulungen. Ich hatte vor einiger Zeit schon mal eine Podcast-Episode dazu aufgenommen, auch mit dem Interviewpartner, aber das ist schon tatsächlich ein paar Jährchen her und da hat sich inzwischen ja auch ein bisschen was verändert vielleicht. Und deswegen dachte ich mir, ich hole das Thema nochmal raus und wir sprechen über moderne Umschulungen, Bildungsträger, Finanzierung, Inhalte, IT-Berufe wie den Daten- und Prozessanalysten, den man auch in der Umschulung inzwischen machen kann. KI darf natürlich auch nicht fehlen. Also alles, was irgendwie mit Umschulungen zu tun hat, das soll heute Thema sein. Und vielleicht hilft dir das ja auch, wenn du zum Beispiel vor der Entscheidung stehst, selber eine Umschulung zu machen oder mittendrin bist und dich einfach mal informieren willst. Ja, wie kam ich auf Nico? Das ist ganz interessant. Der hat tatsächlich einen kleinen Rechtschreibfehler auf meiner Website gefunden, auf ertberufepodcast.de und hat sich dann gemeldet. Und so kam er ins Gespräch und stellt sich heraus, er ist durchaus Experte im Bereich der Umschulung, denn er hat selber eine Umschulung gemacht und unterrichtet jetzt seit mehreren Jahren Umschullehrer und Umschülerinnen bei einem Bildungsträger. Und ja, damit ich nicht noch weiter hier ins Quatschen komme, würde ich sagen, schalten wir mal rüber direkt ins Interview und ich wünsche dir viel Spaß dabei. Umschulung im Wandel Stefan: [1:48] So, ja, ich habe ja heute das Thema Umschulungen mit dabei, in den IT-Berufen natürlich, wie es sich gehört. Und da ich da selber nicht so viel Ahnung davon habe, außer wenn ich die Prüflinge in der Prüfung sehe, habe ich heute jemanden mitgebracht, der sich darin gut mit auskennt und das ist der Nico. Nico, schön, dass du da bist. Magst du dich vielleicht einmal kurz vorstellen, was hast du mit Umschulungen zu tun? Wer bist du? Wo kommst du her? Erzähl doch mal. Nico: [2:08] Gerne doch. Hallo zusammen. Mein Name ist Nico Hartmann und ich arbeite bei Karriere-Tutor als Dozent und Ausbilder für IT-Umschulungen. Ganz speziell für die Fachqualifikation Anwendungsentwicklung bin ich zuständig, dort betreue ich meine Umschüler von 0 zu Code quasi und bringe die Softwareentwicklung komplett von neuem nochmal bei. Stefan: [2:29] Okay, das heißt, du bist auch wirklich im Bereich Anwendungsentwicklung da unterwegs oder machst du alle IT-Berufe? Nico: [2:33] Also ich bin als Ausbilder für alle IT-Berufe eingezeichnet, aber hauptsächlich bin ich für die Fachqualifikation und Anwendungsentwicklung zuständig. So ist mein Hauptbereich. Ich kann aber theoretisch gesehen auch alle anderen Berufe ausbilden, wenn ich das denn möchte. Aber Anwendungsentwicklung ist das, wofür ich wirklich leidenschaftlich bin und was ich auch wirklich machen möchte. Stefan: [2:52] Okay, das ist gut. Da haben wir uns schon mal getroffen. Das ist gut. Ich mache ja auch 4AE im Alltag und eine Prüfung und so weiter. Karriere-Tutor hört sich jetzt allerdings nicht zwangsläufig nach IT an. Macht ihr noch mehr oder ist das wirklich nur für IT-Berufe? Nico: [3:04] Karriere-Tutor macht alles Mögliche im Bereich Weiterbildungen und Umschulungen. Also wir bieten auch nicht nur IT-Umschulungen an, sondern auch für Büromanagement, kaufmännische Umschulungen und sowie alles Mögliche von Weiterbildungen. Also das kann IT sein, kaufmännisch, Finanzbuchhaltung oder auch Gesundheitswesen. Da ist alles Mögliche mit dabei. Stefan: [3:22] Ah, okay. Und da bist du im Tagesjob dann wirklich, wie soll ich sagen, Vollzeit-Dozent oder machst du nebenbei noch irgendwelche, weiß nicht, Programmierprojekte oder sonstiges oder wie kann ich dir das vorstellen? Nico: [3:32] Also beruflich bin ich Vollzeit-Dozent und Ausbilder. Das ist das, was ich acht Stunden täglich mache. Privatsprogrammiere ich aber natürlich auch mal selber. Das ist mir persönlich sehr wichtig. Seitdem ich die Dozententätigkeit aufgenommen habe, habe ich selber festgestellt, naja, wirklich Codeschreiben tut man natürlich noch, entweder im Unterricht selbst oder dann zum Ausarbeiten der Unterlagen, der Aufgaben oder Projekte, die dann gemacht werden. Aber auch im Privatleben habe ich meine eigene Website, die ich betreue. Da habe ich sehr viel Spaß mit und komme auch noch zum Programmieren. Und sagen wir es mal so, mein Projektfriedhof, der wächst immer weiter. Also hier und da kommen mal neue Projekte zustande. Stefan: [4:08] Okay, das ist gut. Der heiße Pile of Shame, den darf man auch haben als Software-Wähler. So gehört sich das. Aber wenn du jetzt sagst, Software-Wähler ist auch so ein bisschen deine Leidenschaft, höre ich so raus. Wie bist du denn zur Software-Wähler gekommen? Hast du da selber eine Ausbildung gemacht, Studium? Wie war so dein Werdegang? Nico: [4:23] Der Wählergang war ein bisschen komisch. Für die Programmierung habe ich mich schon sehr früh interessiert. In Teenageraltern mit 14 Jahren habe ich mal gedacht, das klingt eigentlich ganz cool. Damals noch in der Schule habe ich da eine AG belegt, die sich so grundlegend damit beschäftigt hatte. Damals noch mit Scratch, kennst du bestimmt noch, Clicky-Bunty programmieren. Da hat sich die Leidenschaft dann so ein bisschen entfacht, möchte ich mal sagen. Und dann wollte ich eben als Laie anfangen, programmieren zu lernen. Das habe ich gemacht. Ich habe mir ein ANSI-C-Handbuch gekauft. Das war auch recht spannend, aber dann ab dem Kapitel Zeiger hat mein junges Gehirn irgendwo aufgegeben und das Buch verstaubte dann im Regal. Nico: [5:01] Ein paar Jahre später habe ich dann die Programmiersprache Python entdeckt und da wurde die Lightshot wieder ein bisschen größer. Python ist ja der Welten, die man da vergleicht, wenn man sich C und Python anschaut und dort konnte ich dann auch meine eigenen kleinen Programme, meine eigenen kleinen Spielchen da programmieren. Bin aber nicht direkt beruflich eingestiegen als Programmiere. Meine Angst war damals, dadurch, dass ich eben auch in der Freizeit sehr viel vom Rechner hing und sehr viel am PC gemacht habe, dass wenn ich jetzt in die IT einsteige, ich nur noch 16 Stunden vor dem Rechner hänge. Und davor hatte ich ein bisschen Angst. Also ich wollte nicht 20 Stunden nur noch vor dem Rechner hängen, Kellerfreunde schön pflegen und so weiter. Das wollte ich nicht, habe dann aber, als ich weiter im Leben gekommen bin, auch meine Freundin gefunden, mit der ich jetzt schon 10 Jahre zusammen bin, sechs Jahre zusammenlebe und habe dann auch schnell festgestellt, ja, in der Freizeit vor den PC hängen, das geht zwar hin und wieder noch, aber permanent ist dann auch nicht mehr drin und habe mich dann tatsächlich getraut, selbst in die IT einzusteigen und habe dort auch die Chance genutzt, selbst so eine außerbetriebliche Umschulung zu machen. Stefan: [6:02] Okay, perfekt. Dann weißt du genau, wovon du redest. Du hast selber mitgemacht und bist jetzt auf der anderen Seite. Das ist ja optimal, der Experte für den Bereich. Sehr schön. Ja gut, wenn man natürlich mit Zeigern einsteigt und C, da kann ich mir vorstellen, dass man das erstmal wieder irgendwo hinlegt. Ich meine, das mache ich noch nicht mit meinen dazu, diese Ausbildung. Also, weil wir es einfach nicht brauchen und auch nicht mit C arbeiten. Ja gut, das ist natürlich hartes Zeug zum Einstieg. Das kann ich mir vorstellen, ja. Nico: [6:21] Ich wusste es damals einfach nicht besser. Da hat man sich das Erstbeste genommen und dann kam das dabei raus. Stefan: [6:27] Ja, man hatte ja nichts. So ist das, ne? Okay. Und du sagst, du hast die Umschulung selber absolviert. Ich kenne es jetzt immer so, dass man eine Umschulung macht, weil man vorher irgendeinen anderen Job hatte. War das dann bei dir so oder bist du quasi als erstes mit der Umschulung gestartet? Nico: [6:42] Nein, ich habe tatsächlich viele verschiedene Berufe gemacht. Ich nenne das in Bewerbungsgesprächen gerne meine Selbstfindungsphase, weil da habe ich ein halbes Jahr da gejobbt, ein halbes Jahr hier gejobbt. Also das hat vom Sales Agent im Callcenter bis zur Dauernachtschicht am Flughafen bei DHL war vieles mit dabei. Ich habe mich dort immer mal wieder ausprobiert, aber ich habe nichts wirklich lang gemacht, weil ich halt in den Berufen auch nicht wirklich zufrieden war. Aber nach der Umschulung habe ich dann fünf Jahre als Softwareentwickler gearbeitet und dort war ich dann auch zufrieden und habe mich dann irgendwann dafür entschieden, jetzt auch in den Lehrer einzusteigen, in die Umschulung, weil mir das auch sehr viel Spaß macht und sehr viel Freude bringt, beziehungsweise auch sehr viel Wertschöpfung gibt. Ich fühle mich, als würde ich tatsächlich den Teilnehmenden was fürs Leben mitgeben und nicht irgendwie, wenn ich jetzt wieder zurück zu dem Callcenter-Job komme, Leuten irgendwas andrehen wollen, was sie nicht wirklich brauchen. Stefan: [7:37] Das würde ich ganz pauschal gesagt auch ähnlich sehen, ja. Da habe ich auch ein besseres Gefühl dabei. Jetzt hast du eben schon gesagt, du hast irgendwann mit C angefangen, dann Python. Was ist denn so die Sprache, die du so im Alltag am meisten einsetzt? Oder ist das ganz gemischt oder wie kann man sich das vorstellen? Nico: [7:52] Im Alltag ist das ganz gemischt. Also wie auch in der realen Softwareentwicklung prüfe ich erstmal die Anforderungen. Also was will ich eigentlich machen? Und dann suche ich mir das Tool raus, was eben dafür passt. Wenn es jetzt so eine reine Software ist, die zum Beispiel konsolenbasiert ist, Also was ganz einfach ist, dann greife ich immer sehr schnell zu Python selbst. Also mit Python habe ich ja eigentlich wirklich angefangen. Ich würde das auch heutzutage noch als meine Lieblingsprogrammiersprache bezeichnen. Nicht unbedingt, weil das super fancy ist oder weil es eine sehr schnelle Programmiersprache ist, was es nicht ist oder weil der Syntax so schön ist, sondern ganz einfach, weil Python von einem Haufen von Hunden aus dem Internet erstellt wurde und heute auch noch gewartet wird. Da steht also kein gigantisches Konglomerat wie Microsoft oder Oracle dahinter, sondern das sind einfach Personen wie ich, die haben Leidenschaft und die wollen diese Programmiersprache groß machen oder die haben diese Programmiersprache groß gemacht. Also wenn ich die Möglichkeit habe, dann wähle ich natürlich Python, ansonsten für meine Website, HTML, CSS, auch wenn es keine Programmiersprachen sind, sind natürlich immer mit dabei, JavaScript, TypeScript, React, alles was man da als Frameworks hat, sind auch mit dabei, also ich würde sagen eher gemischt. Stefan: [8:59] Okay, gute Antwort. Kommt drauf an. Das haben wir schon mal zum ersten Mal gehört heute. So gehört sich das. Bin ich aber genau der gleichen Meinung. The right tool for the job. Sehr schön. Ja, wunderbar. Das hört sich gut an. Dann wissen wir schon mal, du bringst ein bisschen Erfahrung mit aus beiden Seiten der Umschulung. Das finde ich schon mal sehr spannend. Dann habe ich auch schon meine erste Frage erledigt, nämlich wie bist du auf die Umschulung gekommen? Also du hast selber eine gemacht. Das ist ja perfekt. Wie lange ist das her, dass du deine Umschulung gemacht hast jetzt? Wie viele Jahre sind das schon? Nico: [9:25] Also das sind jetzt sechs bis sieben Jahre. Sieben Jahre dürften es jetzt langsam sein im September, glaube ich. Ne, wir haben ja schon so ein Mal. Ja, sieben Jahre, würde ich mal sagen. Okay. Stefan: [9:36] Also es ist schon ein bisschen her, sagen wir mal so. Ich meine, die IT-Berufe wurden gerade vor sechs Jahren auch überarbeitet. Also das ist ja schon ein langer Zeitraum in der IT, wenn man so rechnet. Und wenn du jetzt mal guckst, du hast selber eine Umschulung gemacht, hast jetzt auch die andere Seite kennenlernt, würdest du sagen, so zum Einstieg, da hat sich irgendwie was verändert in den Umschulungen in den letzten Jahren Oder ist das immer noch so, wie als du damals die Umschuldung gemacht hast? Ist da irgendwie was, was du erkennst, wo sich was verändert hat? Oder wie würdest du das sagen? Nico: [10:00] Verändert hat sich, denke ich, einiges. Also abgesehen mal von dem Prüfungskatalog, der sich bei den Kammern ja immer mal wieder gerne ändert, oder die Rahmenlehrpläne, wobei ich da gerade gar nicht so dahinter bin, ob es da jetzt große Änderungen gab. Aber auf jeden Fall bei den Prüfungspatalogen hat sich einiges geändert und natürlich an den Prüfungen selbst. Also das ist, denke ich, die größte Änderung, die ich habe, wenn ich mich mit meinen eigenen Teilnehmenden vergleiche. Ich würde behaupten, mein Prüfungsverfahren, das war nochmal ein ganz anderes. In der Ausbildung damals, ihr hattet ja schon sowas wie eine Zwischenprüfung, diesen lustigen Multiple-Choice-Test, wenn ich mich recht entsinne. Den haben sie in der Umschulung damals komplett weggelassen. Also den hatte ich nicht. Ich hatte wirklich nur die Abschlussprüfung. Damals noch GA1, GA2 und wie so. So wie man sie kennt. Und die GA2, was es damals war, das war ja der fachübergreifende Teil, der für alle Berufe gleich war. Das ist ja das, was jetzt in die AP1, also die erste Abschlussprüfung, die ungefähr nach der Hälfte der Zeit stattfindet, ausgelagert wurde. Und ganz am Ende für die AP2, den zweiten Teil, gibt es trotzdem noch drei schriftliche Abschlussprüfungen. Zwei davon sind diesmal aber fachspezifisch und Wieso Wirtschaft und Soziales ist in dem Fall gleich geblieben. Das heißt, meine Umschüler heute schreiben eine schriftliche Prüfung mehr als ich damals. Das wäre so die größte Änderung. Stefan: [11:21] Also was viele vielleicht wissen, vielleicht auch nicht. Umschüler, Umschülerinnen machen ja im Prinzip die gleiche Prüfung wie ganz normale Azubis, die das im Regelfall drei Jahre gemacht haben. Umschulungen dauern, soweit ich weiß, meist eher zwei Jahre oder noch kürzer? Oder wovon reden wir da? Nico: [11:37] Drei Jahre sind das ganz richtig. Wenn man das in Vollzeit macht, dann kann das Ganze auch in Teilzeit machen. Was natürlich auch für die Personen, die fest im Leben stehen, mit Kindern und so weiter, sehr vorteilhaft ist. Dort würde das ganze dann, lass mich lügen, 38 Monate gehen. Also nicht ganz drei Jahre, ich dächte ein bisschen länger, aber dann eben auch in Teilzeit entsprechen. Stefan: [11:57] Und jetzt ist es aber ja so, dass zum Beispiel die AP1 ungefähr in der Hälfte der Ausstellung stattfindet. In der Umschulung müsste das ja wahrscheinlich auch alles etwas komprimierter sein. Ich höre ganz oft, dass man zum Beispiel im Frühling eines Jahres die AP1 schreibt und dann im Herbst aber auch schon die AP2. Also da hat man nur ein halbes Jahr dazwischen. Ist das bei euch auch so? Nico: [12:15] Das kommt ungefähr hin. Also nach einem Jahr der Umschulung, ungefähr nach der Hälfte der Zeit, gibt es die AP1. Dann ungefähr ein halbes Jahr später schicken wir dann die Teilnehmenden in die AP2. Ganz richtig. Stefan: [12:24] Okay. Wie, also jetzt mal ganz blöde Frage, wie kriegt man das zeitlich hin? Also allein für die AP1 haben wir ja so ein breites Themenfeld. Und wenn ich jetzt damit fertig bin und dann nur noch ein halbes Jahr habe, um für die AP2 komplett zu lernen, inklusive Wieso und allem Schnittstack und um mein Projekt und meine Doku zu schreiben, Ist das ein bisschen stressig dann in dem halben Jahr? Nico: [12:42] Das ist ein bisschen stressig, ist aber machbar. Dadurch, dass wir vor der AP1 haben wir ein Jahr Unterricht wirklich mit den Teilnehmenden, so bringen wir denen alles wesentliche bei. Und dann gibt es nochmal intensive Prüfungsvorbereitungskurse. Also da bereiten wir die Teilnehmenden wirklich nochmal intensivst auf diese schriftlichen Prüfungen vor. Ich freue mich schon wieder auf die nächste Runde Prüfungsvorbereitung, wenn ich zehnmal Submetting erklären darf. Ich kann es kaum erwarten. Und das machen wir dann zwischen drei und vier Wochen, also einem guten Monat, nehmen wir uns dann wirklich mit den Teilnehmenden ausnahmslos auf diese Prüfung vorzubereiten und dann geht das in der Regel. Dann ist da auch ein bisschen der Stress raus. Genauso wie bei den Projekten. Ich als Ausbilder, ich bin natürlich immer für meine Teilnehmenden da, was das angeht. Ich erwarte das auch von den Teilnehmenden so ein bisschen. Das ist natürlich immer freiwillig, weil die sollen auch mit ihren Projektideen zu mir kommen. Ich bin selbst auch IHK-Prüfer. Das bedeutet, ich kann das auch nochmal aus meiner kritischen Prüfersicht betrachten, ob das denn so in die richtige Richtung geht oder eben nicht. Und auch bei den Projektarbeiten gebe ich dann immer nochmal Feedback. Das heißt, dadurch, dass die Teilnehmenden nicht nur die Unterstützung von ihrem Praktikumsbetrieb haben, den sie auch noch brauchen, sondern auch von uns, in dem Falle meistens dann ich, wenn es die Anwendungsentwickler sind, holen wir da sehr viel Luft auf die Teilnehmenden raus und die fühlen sich dann auch gut betreut und sind durchaus in der Lage, diese Abschlussprüfung auch mit guten Noten zu bestellen. Stefan: [14:04] Jetzt sprichst du die ganze Zeit von dir als Ausbilder. Ich kenne es auch so, dass die Umschülerinnen dann in ein Unternehmen müssen, um dort das Praktikum zu machen, was aber ja recht lang ist, glaube ich, halbes Jahr oder länger, so kenne ich das zumindest. Also vielleicht nochmal ganz kurz vorweg, ist diese Umschulung deutschlandweit einheitlich geregelt und läuft immer gleich oder gibt es da sieben verschiedene Varianten, wie ich eine Umschulung machen kann? Weil sonst muss ich immer nachfragen, bei uns ist es so, ist es bei euch auch so oder wie läuft das? Nico: [14:28] Also es ist unterschiedlich erstmal. Der Rahmenleitplan ist natürlich für alle gleich. Wie aber ein Bildungsträger die Umschulungsmaßnahme gestaltet, ihn überlassen. Wir geben uns zum Beispiel Mühe, dass wir sagen, also so eine normale Umschulung in der Regel geht zwei Jahre Vollzeit und hat darin ein sechsmonatiges Praktikum in der Regel. Wir versuchen das so zu legen, dass der Unterricht vor dem Praktikum stattfindet, die also alles von uns gehört haben, was sie wissen müssen, und dann gut ausgebildet in das Praktikum gehen können. Dass Sie also den Praktikumsbetrieb schon mal mit mehr Fachwissen beeindrucken können, als dass der Betrieb sogar erwartet. Das ist unser Anspruch. Das funktioniert leider nicht immer, weil die Starttermine, die sind natürlich auch an den IHK-Prüfungen ausgelegt und dann müssen wir schauen, wie dort die Termine sind. Dann gibt es auch noch IHK-Bezirke, die wollen kein sechsmonatiges Praktikum, sondern ein neunmonatiges. Ich sitze zum Beispiel hier in Dresden, da ist das der Fall. Und das müssen wir dann natürlich auch an unsere Konzepte anpassen. Wir wollen jetzt nicht separate Klassen für diejenigen, die ein neunmonätiges Praktikum haben, machen. Das heißt, die lassen wir dann einfach früher gehen. Dementsprechend sind unsere Kurse auch so gestaltet, dass bis zu diesem Zeitpunkt alles Prüfungsverwandtes vermittelt wird, was ein kleines bisschen chaotisch werden könnte. Stefan: [15:42] Jetzt hast du schon gesagt, IHK wollen das unterschiedlich. Das kenne ich natürlich aus dem Alltag, unsere 79 IHK, die alle ihr eigenes Ding machen. Aber wie kann es denn überhaupt sein, dass deine Prüflinge bei unterschiedlichen IHK sind? Machen die nicht alle bei eurer IHK, wo du angesässig bist, die Prüfung? Nico: [15:59] Bei uns haben wir Remote-Unterricht. Das bedeutet, unsere Teilnehmenden können bundesweit teilnehmen, überall dort, wo wir für die Umschulung vorhandene Standorte haben. Die IHK setzen nämlich meistens voraus, dass die Umschulungsteilnehmenden dann auch von einem physischen Standort bei uns teilnehmen können. Die meisten kann man sagen, hier 51% der Zeit, auch hier wieder Ausnahmen. Ich sitze hier in Dresden, Dresden verlangt Vollzeitpflicht, also bis 16.30 Uhr habe ich meine Teilnehmenden hier tatsächlich vor Ort und darf sie dann bespaßen, wenn sie gerade nicht im Unterricht sind. Also die sitzen bundesweit verteilt in vielen unterschiedlichen Bundesländern, bei vielen unterschiedlichen IHKs und die machen alle irgendwie was anderes. Stefan: [16:41] Super, so ist die Mobilität hier in Deutschland schön, dass es hier immer so weitergeht. Ihr sagt aber, ihr macht das bundesweit. Aber warum sollte ich dann zum Beispiel als Umschüler, Umschlerin das bei euch machen, wenn ich dann doch bei meiner eigenen, ich sage es mal so, IHK die Prüfung machen muss? Hat das denn irgendwelche Vorteile oder warum sollte ich das nicht bei mir vor Ort machen? Was ist da der Unterschied? Nico: [17:02] Ja, der große Vorteil ist natürlich Flexibilität. Also wenn du in einem Kammerbezirk bist, wo es diese 51%-Regel gibt, Wir haben das nämlich so aufgebaut, dass man am Vormittag den Dozenten geführten Unterricht hat und am Nachmittag gibt es dann eine betreute Lernphase. In dieser betreuten Lernphase bekommen die Teilnehmenden von uns Aufgaben. Also bei mir sind es meist Coding-Aufgaben. In anderen Kursen können das auch Quizze sein, eigenständige Recherchen, die die Teilnehmenden dann in ihrem eigenen Lerntempo absolvieren können. Natürlich unter stetiger Betreuung des Dozenten selbst. Also wenn es dort irgendwelche Probleme gibt, Fragen gibt, haben sie immer eine Ansprechperson, an die sie sich wenden können. Und können dann ganz neben eigenem Tempo sich mit den Inhalten nochmal beschäftigen. Das Feedback, was ich hier von den Teilnehmenden bekomme, ist, dass ihnen das eben sehr, sehr gut gefällt, weil sie hier nicht an irgendeinen Nachstunden Frontalunterricht gebunden sind, sondern sich so ein kleines bisschen die Welt so malen können, wie sie wollen. Nico: [17:55] Du weißt das sicherlich, jeder Mensch lernt irgendwo anders. Und vor allen Dingen bei uns in der Umschulung, wir haben Teilnehmende, die sind zwischen 25 und 55 Jahren alt. Die standen schon sehr, sehr lange im Beruf und wollen sich jetzt neu orientieren. Das Erste, was Sie machen müssen, ist erstmal vielleicht wieder erlernen, wie man lernt und Ihnen dann diesen Freiraum zu geben, eben zu sagen, okay, ich kann nachmittags so lernen, wie ich das am besten finde, das ist sehr vorteilhaft für manche. Dann wiederum, ich kann es auch natürlich vollkommen verstehen, es gibt Personen da draußen, die sagen, ich möchte Präsenzunterricht, ich möchte die Person, die mich unterrichtet, sehen, riechen und live hören. Stefan: [18:36] Okay, ja genau, das hätte ich jetzt nämlich sonst als nächstes gefragt. Ich bin jetzt nicht so ein Freund davon, grundsätzlich auf irgendeinem Bildungsweg, grundlos rumzubaschen, aber ich bin nun auch ERK-Prüfer und habe schon ein paar Umschülerinnen auch in der Prüfung gehabt und die, sagen wir mal so, viele Storys gehen so ein bisschen in die Richtung, ja, ich hatte zwar acht Stunden Präsenz, aber da war gar kein Dozent und ich musste irgendwie selber was lesen und im Internet surfen und ja. Und wie ist denn sichergestellt, dass das nicht passiert? Nico: [19:06] Also wir haben dafür konkrete Prozesse. Wenn ich merke, ein Teilnehmender ist nicht da oder ungeplant abwesend, dann muss ich das melden. Das gucken wir uns einmal an, das gucken wir uns vielleicht zweimal an. Beim dritten Mal müssen wir das dann an den Kostenträger, in den meisten Fällen ist das die Agentur für Arbeit, melden. Und der Kostenträger, der macht vielleicht das gleiche. Der hört sich das einmal an, der hört sich das zweimal an und dann wird die Maßnahme beendet. Also ich sage meinen Teilnehmenden auch immer gerne, verwechselt die Freiheiten, die ihr hier bei uns habt, nicht mit dem Fehlen von Konsequenzen. Und genauso ist das auch. Die Konsequenzen, die gibt es trotzdem. Entweder, wenn Sie den ganzen Tag nur Däumchen drehen, dann verhauen Sie die Prüfung, kriegen Sie anscheinend nicht. Oder eben, wenn es ganz hart auf hart kommt, dann wird die Maßnahme vorzeitig beendet. Und dann frage ich mich wiederum, sollte Teilnehmenden gibt es immer, die sagen, ich habe keine Lust, ich will eigentlich nur meine Zeit absitzen. Die gibt es im Präsenzunterricht, die haben auch wir. Und ich frage mich dann immer, warum fängt man das denn überhaupt an, wenn man nicht wirklich motiviert ist dafür? Das finde ich immer sehr, sehr schade. Ich gebe mir immer sehr viel Mühe, meine Teilnehmenden auch motiviert zu halten, was eine relativ große Herausforderung ist. Unsere Fachqualifikation geht sechs Monate ungefähr, ein halbes Jahr. Das heißt, ich habe ein und dieselbe Klasse für ein halbes Jahr kontinuierlich. Da muss ich natürlich Sorge tragen, dass sie mich nach einem halben Jahr nicht hassen. Und dementsprechend, dass sie auch sehr viel Spaß haben. Denn wenn man Spaß an der Sache hat, dann lernt man doch immer noch am besten. Stefan: [20:30] Okay, jetzt hast du schon gesagt, Kostenträger. Ich bin da nicht ganz auf den Damm. Ich meine, ich habe mal gehört, die Bundesagentur für Arbeit kann ein Kostenträger sein und die Rentenversicherung. Ist das richtig oder gibt es noch mehr? Nico: [20:44] Die Bundesagentur für Arbeit und die Rentenkasse sind so die üblichsten Verdächtigen. Was auch noch meistens der Fall ist, ist die Bundeswehr tatsächlich. Wenn ich das richtig verstanden habe, Personen, die aus der Bundeswehr austreten, die haben dann auch ein Recht auf eine Ausbildung. Und dann dürfen sie sich eben aussuchen, was sie machen. Und dann gibt es auch viele, die sich dann eben für den Weg der Umschulung entscheiden. Stefan: [21:04] Ah ja, okay, stimmt, die habe ich vergessen, aber da habe ich selber schon mal Bewerbung bekommen, vor niemandem irgendwie zwölf Jahre beim Bund war und dann, ja, ihr müsst mir nichts bezahlen, aber ich meine, nochmal drei Jahre Ausbildung, da zahlt und so. Genau, das ist natürlich, okay, stimmt, habe ich vergessen. Okay, verstehe. Ja, dann, das kann ich mir vorstellen, wenn da Leute sitzen, die eigentlich gar keine Lust haben, die dann zu bespaßen, das ist auch nicht einfach, das glaube ich wohl. Wenn wir einmal zurückkommen zu der IHK-Frage von eben, da waren wir da eben stehen geblieben, diese ganzen verschiedenen IHK, ich denke, da hast du noch mehr Einblicke als ich, Ich habe mit ein paar zwar schon zu tun gehabt, aber hauptsächlich mit der, wo ich selber auch quasi als Prüfender tätig bin. Hast du da irgendwelche, wie soll ich das sagen, organisatorischen Herausforderungen bei den IHK? Wir haben eben schon gehört, einige wollen sechs, andere neun Monate Praktikum. Okay, aber will der auch noch, weiß ich nicht, jede IHK ihr eigenes Anmeldeformular haben? Oder wie kann man sich das vorstellen? Nico: [21:55] Natürlich hat jede IHK ihre eigenen Formulare. Das fängt ja schon dabei an, wenn du dich als Ausbilder eintragen lassen möchtest. Die meisten Bundesländer, die schicken dir dann so eine schöne PDF. Kannst du dich durchklicken, kannst du ausfüllen, kannst du unterschreiben. Dann gibt es die IHK, lass mich lügen, ich glaube, das war Hannover. Ich schicke dir ein ganz kurioses Word-Dokument. Wenn du da in das falsche Feld reinklickst, das ganze Dokument zerschossen. Und Gott behüte, du möchtest es unterzeichnen. Da musst du vorher eine PDF draus machen und dann die Unterschrift draufsetzen. Also ganz gruselig. Da kocht jede IHK gefühlt ihre eigene Sohn. Und dann natürlich bei den organisatorischen Dingen. Da muss ich direkt an die Berichtshäfte denken. an die Ausbildungsnachweise, die während einer Ausbildung, aber eben auch während einer Umschulung geführt werden müssen. Manche IHKs teilen das direkt. Also die sagen, wir wollen bei der Umschulung die Berichtshälfte zu einem anderen Zeitpunkt sehen, als für die Auszubildenden. Ganz kurios. Den kuriosesten Fall, den ich hatte, da weiß ich leider nicht, welcher Kammerbezirk das war, aber die hat verlangt, dass man die Berichtshälfte vollständig zum Zeitpunkt des Fachgesprächs, wenn man das also präsentieren muss für den Berichtungsausschuss, auf einem USB-Stick mitbringt. Wenn da so ein Prüfling kommt mit einem USB-Stick, hier sind meine Berichtshöfte, dann werde ich mich als Prüfer doch hüten, das Ding in meine Maschine zu stecken. Bei allen guten Geistern. Stefan: [23:13] Okay, verrückt. Also bis vor wenigen Jahren mussten die Prüflinge bei uns ihr Berichtshöfte immer noch ausgedruckt mitnehmen, damit wir durchblättern konnten. Das habe ich noch nie gehört auf dem USB-Stick. Cool. Immer wieder was Neues. Cool, cool, cool. Oder auch, also ja nicht. Also ich würde es auch nirgendswo reinstecken, ganz sicher nicht. Ja, aber witzig, dass das da noch mitgebracht werden muss. Bei uns ist es tatsächlich so, dass wir es gar nicht mehr sehen dürfen, weil Datenschutz ist die offizielle Begründung. Und also das Berichtshäft ist aus meiner Sicht und in meiner Bubble völlig wertlos geworden. Aber ja, interessant, dass auch das offensichtlich wieder unterschiedlich kann da wird. Eine Sache hast du gerade noch erwähnt. Da habe ich das nicht verstanden. Du musst bei all diesen IHK auch als Ausbilder eingetragen werden, damit du da Umschüler betreuen darfst, oder? Nico: [23:53] Ja, ich bin ja dann auch auf dem Papier der zuständigen Ausbilder dafür. Also ich weiß nicht, ob du das noch kennst. Man hat ja eine bestimmte Obergrenze von Auszubildenden, die man auch hat. Ich habe die jetzt zum Beispiel getroffen. Ich darf keine weiteren Auszubildenden mehr annehmen, weil ich einfach schon meine 25 voll habe. Oder was auch immer das für eine Anzahl war. Auch sehr, sehr spannend. Aber ja, ich bin dann als Ausbilder eingetragen und dementsprechend muss ich mich auch bei den entsprechenden IHKs, wo wir dann eben Teilnehmende sitzen haben, die ich betreuen soll, da muss ich mich auch eintragen lassen als zuständige Ausbilder. Stefan: [24:24] Hey, krass. Das war mir auch nicht bekannt, dass die da auch wirklich hinschauen. Ja gut, okay. Wenn wir das Rabbit Hole aufmachen, was bei der IHK noch alles abläuft, oder den IHK, ja verrückt. Hast du noch irgendeine extrem aufheiternde Anekdote von Zusammenarbeiten mit IHK? Oder war das so, dass man so im Alltag mitbekommt? Oder sagst du, mein Gott, also du hattest gerade schon die Word-Datei, glaube ich, war es von IHK Hannover erwähnt, aber hast du noch irgendwas? Nico: [24:54] Ich glaube, aufheiternd ist da nichts mehr. Nee, das wird nicht aufheiternd sein. Was mir noch einfällt, ist das Thema mündliche Ergänzungsprüfung. Das ist auch ein ganz kurioses Thema, weil das jede IHK anders macht. Ich hatte jetzt erst einen Teilnehmenden, der musste zur mündlichen Ergänzungsprüfung und ich habe mir gedacht, Mensch, wie bereite ich dich denn jetzt vor? Es gibt so gefühlt vier unterschiedliche Wege, wie das der Prüfungsausschuss machen kann. Und auch hier, jede IHK macht es wieder anders. Was haben wir dann gemacht? Na ja, wir haben gesagt, gut, wir machen zwei Termine, machen die zwei üblichsten Varianten, dann probieren wir beides einfach mal aus. Das lief dann auch relativ gut. Also ich war dann zufrieden, hatte ein gutes Gefühl und der Teilnehmende, der konnte dann auch seine, das waren ganz wenig Punkte, die er da ausholen musste, bekommen und hat die Prüfung dann auch tatsächlich erfolgreich bestanden. Stefan: [25:41] Ja, das ist schon krass. Ich meine, MEP ist ja sogar noch in der Berufsverordnung geregelt, dass man die machen muss, aber sehr viel steht da nicht dazu drin. Aber das ist wieder verrückt, dass auch dieser Prüfungsteil so individuell dann gehandhabt werden kann. Also es ist, ja, wenn man da natürlich auf der anderen Seite steht und Leute wirklich vorbereiten soll, wie soll man das hinkriegen? Nico: [25:58] Da hatten wir auch einen ganz gruseligen Fall. Es ist ja eine mündliche Ergänzungsprüfung. Also wie du schon sagtest, da ist sehr wenig geregelt, aber dass es mündlich sein soll, das ist geregelt. Dann hatten wir einen Teilnehmenden, der kam ganz verstört raus. Ja, ich habe die MEP leider nicht geschafft. Die wollten von mir Pseudocode. Also da sollte der live in der mündlichen Ergänzungsprüfung Pseudocode produzieren. Na, guten Morgen. Viel Spaß dabei. Also so wie er das Gefühl hatte, der Teilnehmende damals waren das drei Berufsschullehrer, auch schon etwas höheren Alters, die dann auch gesagt haben, UML und Pseudocode ist unser täglich Brot. Ja, also ich habe aus dem UML-Diagramm jetzt noch keine Oberfläche geschafft, aber okay, kann auch eine Meinung sein. Stefan: [26:37] Ja, krass. Ja gut, aber wenn es einfach nicht geregelt ist und jeder kann sich was ausdenken, ja super. Ich muss nicht mal so Glück haben, wenn man nicht in so einem Ausschuss landet. Ja, verrückt, verrückt. Gut. Okay. Einmal kurz nochmal zurück zur Umschulung, vor allem dem Praktikum. Also ich bin jetzt in der Situation, ich kriege auch viele Bewerbungen für Ausbildung, aber auch für Praktika im Rahmen der Umschulung. Und ob es jetzt sechs oder neun Monate sind, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich glaube, bei uns sind es meistens sechs. Aber wo machen denn zum Beispiel dann deine Auszubildenden, nenne ich sie jetzt einfach mal, oder Umschülerin, ihr Praktikum? Bewerben die sich ganz normal? Oder habt ihr da irgendwie heiße Connections zu Unternehmen, wo ihr die unterbringt? Oder ist das ein ganz normales Bewerbungsverfahren? Wie läuft das bei euch? Nico: [27:14] Beides. Also wir haben unsere Listen für die Standorte, die wir eben anbieten, mit Kooperationspartnern, die wir dann auch unseren Teilnehmenden aushändigen, wo sie sich dann erstmalig melden sollen, ob das denn was wäre. Einmal natürlich für die Teilnehmenden und für die Unternehmen selbst. Und wenn das passt, dann bringen wir die zwei natürlich sofort zusammen. Das wäre für uns, beziehungsweise auch für die Teilnehmenden, der kürzeste Weg. Ansonsten empfehle ich meinen Teilnehmenden immer, ruft die Betriebe an, bevor ihr irgendeine Bewerbung hinstickt. Die sollen sich natürlich auf den Markt umgucken, wer sucht gerade Stellen bei mir in der Nähe, dass man da auch hinkommen könnte, welche Stellen sind ausgeschrieben, vielleicht gibt es sogar Ausschreibungen für die Praktika, bei den Daten- und Prozessanwisten hatten wir das jetzt häufig, dass diese Pflichtpraktika tatsächlich ausgeschrieben wurden, bei den Anwendungsentwicklern oder den Systemintegratoren habe ich das so noch nicht gesehen und die Teilnehmer rufen dort an, hallo, ich möchte ein halbes Jahr kostenlos für Sie arbeiten, wie klingt das? Nico: [28:05] Empfehle ich denen immer, weil das Praktikum ist für die Betriebe wirklich komplett kostenfrei. Es ist wirklich alles von der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Die Betriebe zahlen nichts. Den einzigen Aufwand, den der Betrieb stellen muss, ist eine Betreuungsperson zur Verfügung zu stellen. Es gibt ja auch die Anforderung, dass der Praktikumsbetrieb auch Ausbildungsbetrieb sein soll. Vorsicht, auch wieder nicht bei allen Kammern gleich, bei den meisten aber. Das heißt, da muss ein Ausbilder, der sich mit der IT auskennt, vor Ort sein, mit dem Umschüler dann auch betreuen. Das ist da die einzige Hürde. Und ich muss sagen, jetzt auch in letzter Zeit, diese Hürde ist für viele Betriebe schon eine Schwierigkeit. Also wir haben Teilnehmende, die bekommen sehr viele Absagen, genau mit der Begründung, sie können den Betreuungsbedarf nicht stellen. Da hatte ich jetzt auch in der letzten Runde einen Teilnehmenden, der hat gesagt, ich rufe die Betriebe schon ganz verzweifelt an und sage denen Leute, was für ein Betreuungsbedarf, stellt mich mit einem Laptop in die Ecke, ich kriege mich schon beschäftigt. Also soweit ging das dann schon, finde ich dann tatsächlich sehr schade. Am Ende laufen die Teilnehmenden dann wirklich in alle verschiedenen Bereiche rein, also von der Automobilindustrie bis zu Dienstleistern im Gesundheitswesen. Was hatten wir? Auch eine Firma, die sich mit Projektoren beschäftigt. Das war auch ein sehr spannendes Praktikum und auch ein sehr spannendes Projekt, was da produziert wurde. Also wirklich in allen Bereichen. Hier kommt es dann auch wieder auf die Teilnehmenden drauf an. Was können Sie sich vorstellen? In welche Richtung wollen Sie gehen? Nico: [29:29] Aber am Ende bleibt es eben erstmal bewerben, bewerben, bewerben. Bis man eben diesen Praktikumsplatz hat. Am Ende braucht man den. Ohne Praktikumsplatz wird die Umschulungsmaßnahme so nicht vollendet werden. Das heißt, wir müssen den zwangsläufig irgendwie bekommen. Und dort sind auch die Teilnehmer dann wieder befragt, in Eigenmotivation Bewerbungen abzuschicken. Das sind dann auch ganz normale Bewerbungsverfahren. Ich empfehle immer, auf Initiativbewerbung zu gehen, denn es kann für die Betriebe komisch sein, wenn ich jetzt einen Java-Entwickler ausschreibe und dann bewirbt sich jemand für ein Praktikum. Da wird man eher automatisch aussortiert als alles andere. Und das funktioniert ganz gut. Allgemein, wir in der Anwendungsentwicklung haben aber gerade massive Probleme und das, obwohl es ein kostenfreies Praktikum ist. Stefan: [30:15] Ich zeige schon einmal kurz rein. Also erste Frage, man könnte zum Beispiel das Praktikum nicht bei euch machen. Man muss das in einem anderen Unternehmen zwangsweise machen. Nico: [30:24] Zwangsweise. Während Corona war das ein bisschen anders. Als wir noch in der Pandemie waren, haben die IHKs die Regelung dort ein bisschen gelockert, dass man also auch beim Bildungsträger das Praktikum machen konnte. Das wurde aber schon längst wieder zurückgerudert, sodass die IHK da auch wirklich drauf schaut, ist das bei einem externen Betrieb und nicht beim Bildungsträger. Das Problem beim Bildungsträger ist, dort denken sich die IHKs, da gibt es keine Projekte. Das ist ja ein Bildungsträger, der sich mit der Bildung auseinandersetzt. Das ist in unserem Fall bei Karriere tut ein bisschen anders. Wir sind seit 2015 Vorreiter in Sachen Digitalen, Remote-Unternehmen. Das heißt, die meisten unserer Mitarbeitenden, die arbeiten auch von zu Hause aus. Wir wickeln alles komplett digital ab, wo es uns die Behörden eben erlauben. Und wir haben mehr als genug IT-Projekte. Also könnte ich meine Umschüler bei uns einsetzen? Das wäre ein Traum. All die ganzen Projekte, die ich auf dem Tisch habe, die ich gerne von unserer IT hätte erledigt, kann ich dann einfach an die Umschüler abgeben. Das Beste ist, ich weiß, was sie drauf haben. Die würden das sogar halbwegs ordentlich machen. Stefan: [31:26] Ja, das wäre natürlich mega, weil du hast ja schon begleitet, genau, kannst die einschätzen, kannst auch gucken, ist das Projekt zu groß, zu klein für dich, etc. Das stimmt, das wäre natürlich gut. Geht aber jetzt ja leider nicht, haben wir gehört. Jetzt hast du ja gerade gesagt, so in so einem Nebensatz für die Anwendungszentwicklerin ist aktuell schwierig, weil die KI alle Jobs wegnimmt oder was ist der Hinten? Nico: [31:48] Ich habe da ehrlich gesagt auch noch nicht vollständig den Durchblick. Also ich denke auch, dass dort die KI eine sehr große Rolle mitspielt. Das ist aber auch wieder ein zweiständeriges Schwert. Es gibt die Unternehmen, die sagen, ja, Union brauchen wir nicht mehr. Die KI wird das ja alles ersetzen. Was meines Erachtens nach eine sehr kurzsichtige Einstellung ist. Denn wenn wir jetzt sagen, die KI macht die Jobs von den Junioren, die Senioren brauchen wir aber noch, dann wird in fünf bis zehn Jahren, wenn die Senioren irgendwann mal in Rente gehen, eine immense Bedarfsspitze entstehen, weil die Unternehmen jetzt die Seniorenentwickler brauchen. Wir haben ja aber nicht in die Union investiert, also haben wir keine Nachfrage. Und wenn das dann passiert, haben wir eine relativ große Krise hier in der Softwareentwicklung in Deutschland. Mittlerweile hat sich das wieder ein bisschen gewässert. Also ich muss auch sagen, im letzten Jahr sah es ganz gruselig aus. Da haben die Unternehmen im Prinzip ja gesagt, keine Junioren gerade. Mittlerweile dreht sich das wieder. Es gibt Unternehmen, die haben tatsächlich festgestellt, dass man eher mehr in Azubis und Umschüler investieren sollte, weil wir jetzt KI haben. Denn mit der KI, mit den KI-Modellen, können wir die Junioren viel, viel schneller zum Seniorenlevel bewegen. Anstatt dass wir die erst mal drei Jahre anlehren müssen, brauchen wir vielleicht ein Jahr oder anderthalb. Und die KI, die übernimmt ja ziemlich viel von der Arbeit. Das muss man einfach sagen. Das eigentliche Denken hingegen, das müssen wir weiterhin beibehalten. Das kommt so langsam bei den Junioren an, aber eben nur sehr, sehr langsam. Also ich habe jetzt in meiner Klasse, das nächste Praktikum fängt im Oktober an. Nico: [33:17] Dort haben wir noch relativ große Probleme, sobald ich mich erinnere, hat jetzt noch keiner wirklich einen Praktikumsplatz und die sind dabei. Also das sind Bewerbungszahlen, die gehen ins Dreistellige. Das Schlimmste, was ich hatte, war im vierstelligen Bereich. Das ist dann schon sehr gruselig. Da wundert es mich eher, woran liegt das? Ist da vielleicht die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse auf dem Lebenslauf falsch? Sowas könnte ich mir dann vorstellen. Aber nein, die Unternehmen wollen offenbar nicht. Stefan: [33:43] Ich habe so viele Anschlussfragen, ich weiß nicht, wo ich weitermachen soll. Mal kurz überlegen. Also, das ist krass, wenn man so viele Bewerbungen braucht. Ich nehme mal kurz, glaube ich, die Perspektive des einstellenden Unternehmens ein, weil ich ja selber auch Bewerbungen bekomme. Und ich habe natürlich auch ein bisschen Hintergrundwissen wegen Prüfungen und habe Leute in der Prüfung gesehen und so und habe einfach so dieses, wie soll ich sagen, so ein bisschen schlechte Image von Umschülerinnen im Kopf, auch wenn das natürlich super personenabhängig ist. Aber ich bekomme mit, dass viele andere Unternehmen das auch so sehen. So nach dem Motto Umschüler. Also ich bin jetzt mal ganz hart. Ich bin jetzt Ausbilder in einem Unternehmen, habe Azubis und soll jetzt auch noch einen Umschüler betreuen, der ja vielleicht ein bisschen Unterricht hatte, aber den ich jetzt in einem halben Jahr quasi durch alles durchboxen muss, was der noch machen muss. Sein Projekt, das muss ich noch korrekturlesen, muss ich ihm helfen. Ach, vorher muss ich mir noch programmieren beibringen. Das kennt er ja noch gar nicht. Also im Prinzip in einem halben Jahr ballere ich den da durch die Ausbildung. Das haben so ganz viele Menschen im Kopf, die auf dieser Seite sitzen. Woher kommt das? Oder was kann man dagegen tun? Hast du da eine Idee? Nico: [34:45] Ich würde erstmal ganz weit weg von Umschulung gehen, wenn ich mir diese Frage stelle und die Umschüler gleichstellen mit den anderen Bewerbern. Und dann zählt erstmal das Kennenlernen. Ob es ein Umschüler ist, ob es ein Azubi ist, ob das jemand ist, der zehn Jahre Berufserfahrung hat, spielt erstmal gar keine Rolle. Die Frage ist, haben Sie Lust? Sind Sie motiviert? Haben Sie diese Leidenschaft, dieses IT-Herz, ist das vorhanden? Und wenn das da ist, dann sind das doch Personen, bei denen sehr viel Potenzial steckt und bei denen man sehr viel rauskommen kann. Meinungsschülern wirst du programmieren nicht bei müssen. Außer natürlich, wir machen ein halbes Jahr Java. Wenn du dann jetzt eine ganz kuriose Programmiersprache hast, wie zum Beispiel Haskell, ja gut, dann musst du noch mal die paar Stückchen von funktionaler Programmierung, die ich dir mitgebe, musst du dann natürlich noch mal rauskramen. Das würde ich, da ist eine gewisse Einarbeitungszeit da, wie aber auch bei jedem anderen, den man einstellen würde, egal ob Azubi oder Berufserfahrung. Sie kommen aber mit dem wesentlichsten Wissen, also ich würde schon sagen, das ist schon fast fortgeschritten tatsächlich, in einer objektorientierten Programmiersprache in das Unternehmen rein. Und sie haben auch alle andere, was in der Ausbildung vermittelt werden soll, vermittelt bekommen und haben das auch drauf. Also man spart sich dort, im Vergleich zu einem normalen Azubi, Eigentlich wirklich diese ersten zwei, zweieinhalb Ausbildungsjahre. Und man hat also einen Auszubildenden, der auf dem Stand des Zweiten der Ersten ist. So könntest du das sehen. Stefan: [36:09] Aber dann hängt es anseinen sehr stark von dem, wie heißt denn ihr jetzt, Bildungsträger ist es ab, der dann diese Ausbildung macht. Wenn du sagst, bei euch lernen die das, glaube ich dir auch sofort. Ich kenne dann aber anscheinend sehr viele andere Bildungsträger, wo man das leider nicht lernt. Und dann hat man wirklich Leute, die auf Deutsch gesagt gar keinen Plan haben. Und diese Geschichte von eben, ich sitze acht Stunden vorm Bildschirm und keiner ist da, das ist jetzt nicht ausgedacht. Also das gibt es wirklich und das ist leider sehr häufig. Nico: [36:35] Da kenne ich sehr viele Horrorgeschichten. Also ich habe auch einen Teilnehmenden gehabt oder viele Teilnehmenden, die wechseln die Bildungsträger. Also zwischendurch in der Umschulung halt komplett unzufrieden waren. Und es gibt, ohne Namen zu senden, wirklich viele Bildungsträger, die diese Umschulung nicht ernst nehmen. Das fängt an bei Montag, PDF, hier, macht mal, zwei Wochen untertauchen. Der Dozierende ist dann nie wieder da und dann nach den zwei Wochen geht es in die nächste PDF. Macht mal. Das ist, meines Erachtens nach, kein Unterricht. Das hätte ich auch selber machen können. Gibt es zuhauf tatsächlich. Dann eine ganz gruselige Geschichte, die uns von einem Teilnehmern erzählt wurde. Der war vorher bei einem anderen Bildungsträger, wollte wechseln. Wenn du den Bildungsträger wechseln willst, musst du natürlich auch mit dem Kostenträger, ergo mit der Agentur für Arbeit, sprechen. Und dort wurde jemand die Frage gestellt, sind denn deine Dozenten nüchtern? Nico: [37:24] Ja, das wurde ihn dann gefragt. Jaja, offenbar scheint das so die Latte zu sein, an der die Umschulung gemessen wird. Sind die Dozierenden im Unterricht nüchtern oder nicht? Ich weiß nicht, ob das wirklich eine Entscheidungsmatrix ist. Wenn der Umschüler sagt, Dozenten sind nüchtern, dann wird ihm empfohlen, bleib doch mal da. Bei anderen Bildungsträgern scheint das ja offenbar anders zu sein. Weiß ich nicht. Habe ich persönlich jetzt noch nicht so ausprobiert. Ich versuche eigentlich, guten Unterricht zu machen. Nico: [37:53] Also da gibt es wirklich sehr, sehr gruselige Sachen. Und ich merke das ja auch in den Prüfungen, dass viele Umschüler dort massive Lücken in den grundlegenden Wissen haben. Und ja, das hängt sehr, sehr stark vom Bildungsträger ab. Also wenn sich da draußen irgendjemand für Umschulung interessiert, schaut euch die Bildungsträger wirklich an, mit denen ihr dann diesen Umschulungsvertrag unterschreibt, ob die wirklich richtigen Unterricht machen. Am idealsten ist immer, wenn man mit den Teilnehmenden selbst sprechen kann, wie wird die Umschulung machen. Wenn man die mal fragen kann, hey, wie findet ihr das? Fühlt ihr euch gut betreut? Das ist ja auch so eine Sache. Ein Dozent kann Unterricht machen. Wenn er mich dann im Nachgang nicht betreut, beim Fragen oder Problemen, dann stehe ich auch einfach nur da. Lass mir dann von der KI irgendwas beibringen, was am Ende wieder falsch ist. Das gibt es natürlich auch. Also dort muss man wirklich ein gutes Augenmerk drauflegen. Und dann natürlich auch die Dozierenden selbst innerhalb des Bildungsträgers. Die sind auch natürlich schon relevant. Also je nachdem, was ich für einen Dozenten habe, habe ich mal solchen Unterricht und mal solchen Unterricht. Also idealerweise sollte der Dozierende spätestens in der Fachqualifikation auch nicht so häufig wechseln. Es gibt auch Anekdoten, dann hat man jeden zweiten Tag einen neuen Beziehenden, also jemanden Neues, der dann den Unterricht führt. Und dann muss man sich als Lernender ja auch immer nochmal auf eine neue Unterrichtsmethode einstellen, nochmal umstellen und hat man sich dann umgestellt, dann kommt schon wieder der Nächste. Nico: [39:12] Dann guten Morgen. Das ist auch keine richtig gute Lernatmosphäre. Also ich bin der Meinung, wir, beziehungsweise ich weiß, dass meine Fachqualifikation qualitativ hochwertig ist, denn die Praktikumsbetriebe geben mir das Feedback, wir hatten nicht erwartet, dass deine Umschüler jetzt so gut ausgebildet sind. Da hatten wir jetzt mit mehr Betreuungsaufwand gerechnet. Das finde ich auch gut. Ich weiß aber eben auch, dass es bei anderen Bildungsträgern durchaus gefährlich werden könnte. Bildungsträger unter der Lupe Stefan: [39:42] Okay, da könnte ich jetzt an zwei Seiten, sag ich mal, anknüpfen, vielleicht Nummer eins nochmal bei den Bildungsträgern. Hast du denn irgendwie eine Idee, wenn es in deiner Erfahrung so ist, bei mir auch, dass die Bildungsträger vielleicht sehr häufig das Problem sind? Also was kann man denn da machen? Also wollen wir jetzt noch eine staatliche Aufsichtsbehörde für die Bildungsträger einführen? Oder wie kann man denn damit umgehen? Weil das sind ja einfach viele Menschen und auch die Zukunft vieler Menschen, die davon einfach abhängt, dass sie eine gute Umschuld haben. Also ich stelle mir jetzt immer so vor, das ist so mein Klischee-Beispiel, ich bin Dachdecker, ich falle vorm Dach, ich kann nicht mehr arbeiten, brauche eine Umschulung, mache jetzt IT und dann setze ich mich zwei Jahre dahin, verlasse mich drauf, dass ich da was beigebracht kriege. Und dann hatte ich original schon so einen Prüfling in der Prüfung, der gesagt hat, ich habe so ein super cooles Projekt gemacht und wie du eben sagtest, der hatte mega Bock und alles, aber am Ende war das ein bisschen HTML, CSS, also nicht mal wirklich was programmiert. Und der hatte richtig Bock und der hat aber gemeint, das war das, was wir im Beruf so machen, war es aber leider überhaupt nicht, weil der Bildungsträger halt seinen Job verfehlt hat. Und also können wir da irgendwas, kann man irgendwas tun? Nico: [40:37] Also erstmal eine neue Aufsichtsbehörde zu gründen, finde ich als zwecklos. Wir haben nämlich die AZRV. Das ist eine Behörde, die Bildungsträger zertifiziert, die auch unsere Umschulungsmaßnahme abnimmt und sagt, ja, das ist okay, das ist eine gute Umschulungsmaßnahme, die dürft ihr so halten. Und dort gibt es dann auch regelmäßige Audits. Es ist nicht so, dass es das nicht gibt. Nico: [40:57] Das Problem bei AZAV, so wie ich das sehe, und das ist meine halbqualifizierte Meinung, AZAV ist keine Zertifizierung, die ich mir hole, um zu sagen, ich mache eine gute Lehre. AZAV zertifiziert mir, dass ich meinen Unterricht gut dokumentiert habe. Und das war’s. Eine Maßnahme zu dokumentieren, ist das eine. Sie dann wirklich qualitativ hochwertig durchzuführen und eine qualitativ hochwertige Lehre zu machen, das ist das andere. Das ist dann wieder das Schwierige. Wie möchte ich denn noch die Qualität von der Lehre messen? Ich kann zum einen die Abschlussnoten nehmen, klar. Ich kann auch Lernerfolgskontrollen durchführen, klar. Es ist aber trotzdem schwierig. Jemand kann viel gelernt haben, Prüfungsangst haben und trotzdem durch die Prüfung durchführen. Das ist dann immer sehr, sehr schwierig zu messen. Und genau dieses Problem haben auch unsere regulatorischen Behörden, dass sie es einfach nicht besser wissen. Nico: [41:43] Wir haben diese Organe und wir sollten sie vielleicht auch besser nutzen. Dann wiederum in Deutschland, wir haben eigentlich zu wenig Bildungsträger. Wir haben jetzt nicht zu viele auf dem Markt. Wir haben für die Nachfrager, die wir haben, eher zu wenige. Und das ist ja das Erstreckende. Das heißt, wir haben jetzt diese Bildungsträger, die machen PDF und zwei Wochen Untertauchen, können sie aber nicht wirklich loswerden, weil wir haben ja zu wenige in Deutschland. Das heißt, wir brauchen die auch. Also ich denke, und obwohl gemerkt ist, es ist eine Vermutung, ich denke, dass mit AZAV bei den Audits vielleicht auch ein bisschen zu lasch sein könnte. Weil ich kann mir sonst nicht vorstellen, für mich ist das auch sehr unplausibel, Wie kann es sein, dass ein Bildungsträger PDF auszahlt und zwei Wochen untertoppelt? Das sollte laut ARTV gar nicht möglich sein. Das ist nur möglich, wenn sie lange nicht mehr auditiert wurden. Denn wenn bei so einem Bildungsträger mal ein Audit stattfindet, dann geht das alles krach. Dann fällt das natürlich alles auf. Nico: [42:37] Also sehr, sehr verwunderlich tatsächlich. Vielleicht auch einfach mal die Regularien, was so eine Umschulung alles braucht oder was man nachweisen muss, um so eine Maßnahme zertifiziert zu kriegen. Zum Beispiel eben, dass die Dozierenden acht Stunden am Tag für die Teilnehmenden verfügbar sind, dass man sowas irgendwie nachweisen könnte. Oder auch tatsächlich die Materialien stichprobenartig dort und hochladen lassen, dass man eben sieht, ja, die haben Vortragsfolien, die haben das ganz normalen Fließtext, die haben Aufgaben ohne Ende, anstatt nur diese eine neue PDF. Und das wären so Dinge, die man machen könnte, um das besser zu kontrollieren. Ob das dann tatsächlich so stattfindet, das ist aber dann die andere Frage. Stefan: [43:16] Also auch hier wieder das Klischee der klassischen Audits. Da kommt jemand, guckt, ob der Ordner da ist. Der Ordner ist da. Jo, ich kriege den Stempel. Stefan: [43:22] So nach dem Motto läuft es dann hier auch. Kann ich verstehen. Dann kurz zur anderen Perspektive, nämlich die der Umschüler und Umschülerinnen. Können die denn auch irgendetwas tun, um den Erfolg ihrer eigenen Umschulung, etwas wahrscheinlicher zu machen? Wie Umschüler den Erfolg steigern Nico: [43:39] Ja, selbstverständlich. Sie können sich einfach reinhängen. Wenn wir mal davon ausgehen, wir haben jetzt, das ist einfach gesagt, aber schwer gemacht, wenn wir mal davon ausgehen, wir haben jetzt so einen unterirdischen Bildungsträger, der gibt uns wirklich irgendeine sinnlose PDF, dann kann man sich natürlich den frei verfügbaren Rahmen Lehrplan und den Prüfungskatalog der IHKs jederzeit auch selbst anschauen und sich selber weiterbilden. Nico: [44:02] Das ist aber natürlich nicht wünschenswert. Viel besser wäre es, wenn der Bildungsträger selbst die Inhalte wirklich vorgibt, die auch im Rahmen der Plan abgefragt werden. Und dass man sich das dann peu à peu geleitet anlernen kann und das nicht selbstständig machen kann. Aber natürlich, wer Lust darauf hat, wer wirklich motiviert ist, der schafft das auch sich, entweder während der Umschulungszeit mit eigenen Webseiten, die man findet, eigenen Materialien, die man findet, weiterzubilden und dann auch auf einen Stand zu bringen, der sehr gut sein kann. Also ich habe auch Teilnehmende, die haben sich im Voraus schon mit Programmierung beschäftigt. Die wissen in manchen Programmiersprachen mehr als ich. Also mit PHP kannst du mich zum Beispiel jagen. Dann hatte ich einen PHP-Entwickler im Unterricht, der wusste dann alles darüber. Und das finde ich dann auch wieder sehr beeindruckend. Also durch Eigenmotivation kann man sich schon hier sehr viel beibringen. Wir in der IT haben natürlich auch den riesen Luxus, vor allem in der Programmierung, dass es online eine Vielfalt von Informationen gibt, die man sich reinziehen kann, um sich dementsprechend weiterzubilden. Hier vielleicht auch nochmal für die Zuhörer. Wenn ihr gerade mit dem Programmieren anfangt, versucht anfangs die KI eher zu meiden. In der KI nehmt euch das Denken ab. Nico: [45:09] Ihr müsst beim Programmieren euren Denkmuskel trainieren. Das Gehirn. Das Gehirn ist auch noch ein Muskel. Und wenn ihr das nicht trainiert, dann wird das nichts. Dementsprechend anfangs immer die KI weglassen. Ich mache das im Unterricht genauso. In den ersten paar Kursen sage ich, ich vermeide die KI, macht das mal selber. Probiert das mal, um eben diese Denkweise, die wir als Programmierer im Arbeitsalltag brauchen, zu trainieren. Und das ist genau das Wichtigste. Mal ganz abgesehen von Programmiersprachen, abgesehen von Design-Patterns, Architektur-Patterns, es ist eine Denkweise, die man in der Umschulung oder in der Ausbildung erlernen muss. Wenn man die drauf hat, dann kann man eigentlich jeden Entwickler bzw. IT-Job annehmen. KI im Unterricht richtig nutzen Stefan: [45:47] Das ist ein gutes Stichwort. KI darf ja heute nirgendwo fehlen, egal worüber man irgendwo redet. Und dafür habe ich zwei Nachfragen. Also erstmal finde ich den Ansatz gut. Mache ich genauso, würde ich auch genauso bestärken. Zwei Fragen dazu. Kommen dann denn vermehrt Umschülerinnen jetzt zu euch und sagen, ja, hier ist ja eh alles einfach, macht ja eh die KI. Ich muss ja nur wissen, wie ich prompte. So nach dem Motto, die unterschätzen das, was da auf sie zukommt. Und Nummer zwei, wie setzt ihr denn jetzt ganz konkret KI in eurer Ausbildung ein? Spielt das eine Rolle oder sagt ihr wirklich, wie gerade beschrieben, lasst ihr das ganz weg oder kommt das später nochmal dazu? Also wie geht ihr damit um? Nico: [46:23] Also erstmal zur ersten Frage. Natürlich haben wir auch Teilnehmende, die sagen, die KI ist ein super Tool und ich nutze die einfach für die Aufgaben und alles. Das fällt mir persönlich auch sehr schwer, das Ganze aufzudecken. Spätestens im Quellcode. Wenn ich mir den Quellcode einfordere, dann erkennt man das an ein paar Mustern, die die KI macht. Das sind aber super Kommentare, die du geschrieben hast bei jemandem, der das seit drei Wochen macht. Das ist dann schon sehr auffällig, vor allen Dingen bei Kommentaren, was für viele Umschüler doch eher ein Problem ist. Ich denke, bei deinen Azubis wird das nicht anders sein, weil dieses Prinzip, wir wollen kommentieren, warum der Code da ist, nicht was er macht, ist gar nicht mal so einfach. Daran fällt das dann auf. Und dann gebe ich auch, das ist ja Erwachsenenbildung, das sind alles erwachsene Menschen. Ich kann ja niemanden zu irgendwas zwingen. Ich kann nur immer wieder, predigen möchte ich auch nicht, ich bin ja kein Moralapostel, aber ich kann ihnen immer wieder sagen, ihr werdet das Ziel verfehlen, Wenn ihr jetzt nur KI für alles nehmt, dann bringe ich die Anekdote mit dem Gehirnmuskel. Das ist auch noch ein Muskel, muss trainiert werden. Das wäre dann das eine. Oder auch die Anekdote mit dem Labyrinth, wenn du in der Zeitung so ein Labyrinth hast, was du ausfüllen musst. Wenn du das selbstständig machst, dann machst du natürlich sehr viele Fehler. Irgendwann kommst du zu Zielen. Wenn du das mit einer leitenden Person, zum Beispiel mit einem Dozierenden machst, der Dozierende hat die Fehler schon für dich gemacht, kann nicht also schneller zum Ziel führen. Und wenn du die KI dafür nutzt, dann hast du quasi eine Portal Gun, also so Portale, die dich einfach an zufällige Punkte bewegen. Wo du dann hinkommst oder ob du irgendwann am Ziel bist, das weiß keiner. Nico: [47:52] Und so versuche ich die Teilnehmenden ein bisschen damit zu motivieren, eben wirklich darauf zu verzichten. Im Unterricht verwenden wir die auf jeden Fall. Also nicht nur bei uns Anwendungsentwicklern kommt das Ganze zum Einsatz. Ich persönlich versuche, auf die IDE-integrierten Tools zu verzichten. Davon gibt es einfach so viel wie Santa mehr. Ich mache das tatsächlich noch wirklich mit den LLMs im Browser und versuche dann meine Teilnehmenden so langsam, aber sicher da heranzubringen. Und wenn die Kurse dann etwas fortgeschrittener sind, dann empfehle ich denen auch, sucht doch mal nach Tools, die euch unterstützen können. Schaut doch mal, was es da gibt. Und da sind dann natürlich auch KI-Tools mit dabei, die dort beim Programmieren unterstützen und den Teilnehmenden bei ihren eigenen Projekten helfen. Stefan: [48:31] Ich glaube, es sich so vorstellt, wenn ihr so ein Browser benutzt, also jetzt mal ganz konkret, keine Ahnung, die copy-pasten jetzt mal ihre, was auch immer, Java, Python, via Hummer, Code da rein und sagen, was kann ich hier besser machen oder wie geht ihr damit um? Nico: [48:43] Ich sage immer, lasst euch nicht die Lösung vorgeben, sondern lasst euch erklären, wie man zur Lösung kommt. So mache ich das. Wie das andere Dozierende machen, beziehungsweise meine Kollegen, das kann ich so nicht sagen. Es wird aber sicherlich eben nicht sein. Also vor allen Dingen im Kontext der Systemintegration, wäre das ganz schwierig vorzustellen. Aber auch meine Kollegen wissen genau darüber Bescheid, dass man der KI eben nicht sagen sollte, hier sind die Aufgaben, löst das mal. Weil eben hier wieder, ne, Denkmuskel, wir wollen ja was lernen, also fragen wir die KI lieber, sag mir mal bitte, wie ich auf die Lösung komme, am idealsten noch, ohne direkt die Lösung zu verraten. Dann sollen sie wieder probieren. Und dann können sie ruhig nach der Lösung fragen, wenn sie verzweifelt sind und jetzt die Auflösung haben wollen. Ne, das ist natürlich vollkommen okay. Ansonsten haben wir auch diverse Projekte, die wir im Rahmen unserer Fachqualifikation durchführen, die die Teilnehmer auch selbstständig durchführen müssen und dort nutzen sie dann KI, wie ich es persönlich auch im Job machen würde. Ich lasse mir erst mal ein Skelett von der Anwendung schreiben und befülle das dann mit der Funktionalität, die ich brauche. Auch hier, ich empfehle meinen Teilnehmern immer, wenn eine Code-Zeile produziert wird, die ihr nicht versteht, entweder versteht ihr sie oder ihr schreibt sie um, dass es in einer Form ist, dass ihr das verstehen könnt. Es bringt nämlich überhaupt nichts im Entwickleralltag, wenn wir uns Quellcode produzieren lassen, den wir selbst nicht verstehen. Wer soll denn das warten? Macht das dann die KI auch? Ich wage es zu bezweifeln. So läuft der Unterricht ab Stefan: [50:02] Okay, ja, das finde ich gut. Dann passt das ja eigentlich auch ganz gut zu diesem Unterrichtsmodell, was du vorhin schon vorgestellt hast. Ich fasse mal kurz zusammen. Ich glaube, es war ungefähr so Vormittagstheorie, Nachmittagspraxis, selbstständig machen. Und dann kann man sich das so vorstellen, dass man morgens erstmal gesagt bekommt, keine Ahnung, jetzt so, das ist eine Klasse Java und am Nachmittag kriegen wir dazu dann Programmieraufgaben, die sie selbstständig lösen können. Vielleicht auch mit Hilfe einer KI, aber am Ende war ja dann deine Ansage, auf jeden Fall verstehen, was da passiert. Kann man sich so vielleicht einen Alltag vorstellen bei euch? Nico: [50:35] Ganz richtig. Also mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass man eben diese Präsenzpflicht hat. Die meisten kann man haben die 51-Prozent-Regel. Das heißt, unsere Teilnehmenden sind 13 Uhr live am Umschulungsstandort. Dort wird auch immer ein Mitarbeiter da sitzen, der sie dann dort betreut, währenddem sie eben digital im Online-Unterricht bei mir zum Beispiel in der Klasse sind. Stefan: [50:54] So, ganz kurz, also die haben Anwesenheitspflicht irgendwo an einem Standort, aber du bist remote und unterrichtest sie remote. Nico: [50:59] Ganz richtig. Danke, IHK ist dafür, aber gut. Bis 13 Uhr geht das Ganze, 13 Uhr ist dann die Mittagspause und viele Teilnehmenden nutzen die Chance und sind dann auch herzlich willkommen, in der Mittagspause nach Hause zu fahren und diese betreute Lernphase von zu Hause aus durchzuführen. Und das gefällt natürlich sehr vielen Teilnehmenden, das ist sehr bequem. Und auch hier wieder, wir haben Familien, die haben Kinder. Die müssen zu Hause sein, anders ginge es gar nicht. Und da kommt uns auch die 51%-Regel, die viele Kammern haben, eben auch sehr zu uns. Stefan: [51:34] Und würdest du denn sagen, dass durch diese Organisationsformen auch das, was ja auch wichtig ist für den Job, so später sich selber auch weiter und vorzubilden, dass die Umschülerinnen das dadurch gut lernen durch diese Organisation oder, wie soll ich sagen, drehen die meisten nachmittags eh zu Hause Däumchen oder spielen mit ihren Kindern, um es jetzt mal zu überspitzen? Nico: [51:51] Auf gar keinen Fall. Gut, dass du es erwähnst, das habe ich nämlich komplett vergessen. Klar, das ist mit einer der wichtigsten Eigenschaften, vor allem als Softwareentwickler, dass wir eben nie auslernen. Und dass wir in der Lage sind, selbstständig uns neue Sachen beizudringen. Und natürlich lernen wir das während der Umschulung. Ich persönlich, ich bin da mit einer der extremen, also ich sage den Teilnehmenden auch, wisst ihr was, wenn ihr keine Lust auf die Aufgaben habt, macht ihr eure eigenen Projekte. Baut was. Das ist für mich vollkommen okay. Mich interessiert nicht, dass am nächsten Morgen mir jeder seine Lösung präsentiert. Aber irgendwann will ich auch den Code sehen. Irgendwann will ich auch sehen, was da gebaut wurde. Und wenn ich dann sehe, dass der eine Teilnehmende innerhalb von einer Woche sich dort eine eigene TCP-Chat-App mit Java gebaut hat, obwohl wir eigentlich noch drei Monate von Multithreading oder was auch immer entfernt sind, dann bin ich auch immer wieder geschockt, wie schnell das doch gehen kann, wenn sich da so ein Teilnehmender ein Ziel setzt, das er auch wirklich haben möchte. Und dann schaffen die das auch tatsächlich. Das ist wirklich Wahnsinn. Also das ist durchaus möglich. Stefan: [52:49] Hängt wahrscheinlich wirklich viel an der eigenen Motivation. Ob man sich halt eben zu Hause wirklich nochmal hinsetzt und das macht oder ob man halt doch sagt, ach ja, guckt keiner, dann nehme ich das nicht so ernst. Nico: [52:59] Wie alles andere auch. Stefan: [53:01] Ja, genau. Also ich sehe das auch so. Ich glaube, man muss auch ein bisschen selber mitbringen und ist auch ein bisschen selber verantwortlich für seine Stefan: [53:08] Ausbildung und nicht immer nur serviert es mir auf dem Silbertablett. Aber du hast gerade gesagt hier, so Multithreading ist erst eigentlich in drei Monaten dran und so. Also, du hast ja vorhin mal gesagt, ihr fangt bei Null an. Muss man ja auch, kann nicht davon ausgehen, dass irgendwer schon mal programmiert hat. Aber wie kann man sich denn dann bei euch so den klassischen Einstieg in die Programmierung vorstellen? Also ist das hier so, hallo Welt und so weiter? Oder wie setzt ihr da an, um da einzusteigen? Der Einstieg ins Programmieren Nico: [53:33] Also, ich versuche, Hallo Welt eher zu vermeiden. Hallo Welt heutzutage ist nicht mehr wirklich ein Einstieg in die Programmiererlehre, sondern mehr so eine Tradition, so ein kleiner Funktionstest. Funktioniert in der Compiler überhaupt? Gibt ihr mir dann tatsächlich was aus? Und genau als solches behandle ich das auch. So machen wir das aus, System Out, Printline, Hallo Welt, gut, funktioniert alles, dann können wir loslegen. Ansonsten versuche ich den Einstieg in die Programmierung, klar, erstmal Grundlagen, das ist eine Anweisung, wir brauchen Kolons, if, else, if, else und so weiter, die Grundlagen müssen erstmal sitzen, dann fangen wir sehr schnell auch an, Projekte zu bauen, erstmal gemeinsam. Das erste Projekt, was ich in meinem Unterricht aussteue, ist zum Beispiel Galgenraten. Jeder Mensch sollte hier draußen wissen, was Galgenraten ist im Englischen Hangman. Und das Ganze lässt sich ja mit den einfachsten Schlüsselwörtern in einer Programmiersprache programmieren, vielmehr als Kontrollstrukturen und Schleifen braucht man nicht. Und da erlernen die Teilnehmenden einmal, okay, wie kann ich denn das, was ich jetzt an Grundlagen gelernt habe, in ein reales Projekt übersetzen, von dem ich die Regeln, sprich Geigenraten, sogar schon kenne. Nico: [54:39] Und dort, muss ich sagen, habe ich die größten Lernerfolge. Zumindest viel, viel größer, als wenn ich sage, hier, klasse Methode, das ist alles schwarze Magie, wir machen erstmal Konsolenausgabe. Lieber erstmal alles zerkauen und bauen, Projekte bauen. Wirklich etwas schaffen, wo man auch stolz ist, dass man dann was produziert hat am Ende. Softwareentwicklung ist am Ende auch ein kreativer Job und es ist sogar ein sehr belohnender Job. Nicht so wie beim Handwerk, man baut erst mal zwei, drei Jahre in ein Haus und dann ist das Haus irgendwann fertig, sondern man schreibt seine 100, 200, 3000 Zellen Code, drückt auf Start und man sieht sofort, was produziert wurde. Ich persönlich finde das sehr, sehr motivierend und genau das möchte ich auch meinen Teilnehmern mitgeben. Stefan: [55:23] Okay, das fände ich gut. Ja, sehe ich genauso. Viel kreative Arbeit. Viele haben ja wirklich so das Tischee im Kopf. Ja, ich sitze vor dem PC und langweilig im Keller und bla. Aber genau, ich finde das also auch mega. Du kannst mit nichts außer dem Laptop irgendwelche coolen Sachen bauen, mit denen du auch vielleicht sogar mal Geld Stefan: [55:37] verdienen kannst. Also echt cool. Ganz kurze Zwischenfrage mal, mit welcher Sprache macht ihr das denn eigentlich? Also macht ihr irgendwie Python, Java oder alles oder kommt drauf an? Sprachenmix in der Ausbildung Nico: [55:46] Oder wir teilen erstmal auf. Wir haben die Kernqualifikation, die ist für alle Berufe gleich. Das ist so dieser erste Jahr, eben betriebswirtschaftliche Kurse, Netzwerke, alles das, was man für die AP1 braucht. Das ist der erste Jahr. Das erste Jahr. Und dort gibt es auch einen Grundlagenprogrammierendkurs, der findet dann in Python statt. Also um die Grundlagen beizubringen, für alle Berufe nutzen wir Python. Python ist im taktisch gesehen am einfachsten, da haben wir am wenigsten Overhead. Das können wir auch für die Systemintegratoren hervorragend dann nutzen, beziehungsweise auch für die Datenprozessanalysten, die werden das in der Fachqualifikation dann auch weiterverwenden. Für die Datenanalyse ist Python natürlich essentiell. In der Fachqualifikation und Anwendungsentwicklung hingegen ist es wichtig, dass wir eine objektorientierte Sprache nutzen. Und wir haben uns dafür Java entschieden. Das heißt, dort machen wir dann ungefähr ein halbes Jahr Java wirklich tiefgründig. Also da wird wirklich fast alles angesprochen. Nico: [56:35] Wir hatten heute Generics, also so tiefgründig gehen wir schon und wir sind erst beim zweiten von fünf Kursen. Um das vielleicht mal ein klein bisschen abstrakt in den Kontext zu bringen. Wir machen auch viele Ausflüge in andere Programmiersprachen. Das ist aber vielleicht eher mir zu schulden, da ich diese Unterlagen ja aufgebaut habe. Ich ziehe immer mal gerne Parallelen zu anderen Programmiersprachen, um diesen Zusammenhang zu sehen. Und wir machen auch einen Crash-Kurs in C-Sharp am Ende. Ganz am Ende haben wir einen fünftägigen C-Sharp-Intensivkurs, einfach nur um den Teilnehmer zu zeigen, hier, ihr habt jetzt eine halbe sehr Java gemacht. Ihr könnt jetzt eine Programmiersprache. Theoretisch könnt ihr jetzt alle. Ja, und das versuchen wir denen so zu zeigen, damit sie dann auch mit einem guten Selbstbewusstsein in einen Praktikumsbetrieb gehen können, wo vielleicht eine ganz andere Programmiensprache verwendet wird. Stefan: [57:23] Das finde ich gut. Ich erinnere mich immer noch gerne, schräg schräg nicht so gerne an ein Interview zurück mit einem fertigen Softwareentwickler, der sich geworben hat und der einfach nur diese Java-Brille aufhatte. Der sagte, ich will Java machen, ich mache nichts außer Java. Wenn ich mir was anderes machen muss, dann mache ich das nicht. Und das ist ein nicht so gutes Mindset, wenn man die nächsten paar Jahre noch einen Job haben will. Also richtig cool. Ja, nochmal, da haben wir ja quasi mindestens drei Sprachen, zumindest gesehen, Python sogar länger, Java länger und C-Sharp nochmal als Ausflug. Ja, mega, finde ich gut. Gut. Und wenn ich dann aus der anderen Sicht nochmal gucke, es sind ja auch Sprachen, die in der Industrie durchaus ja sehr verbreitet sind. Also wenn wir nicht gerade ein Java-Projekt haben, haben wir sehr oft, aber C-Sharp gehört auch genauso dazu. Klar, es gibt auch noch PHP und so weiter, aber mit den dreien ist man, glaube ich, echt schon sehr, sehr breit aufgestellt. Das, ja, das finde ich gut. Cool. Nico: [58:10] Ach, und ganz vergessen, natürlich auch noch die Web-Technologien. Also JavaScript wird natürlich auch noch behandelt. PHP nutzen wir dort auch noch in dem Kurs. Wobei, wenn ich diese Webseite-Kurse dozieren darf, dann sage ich den Teilnehmenden gerne so, wir haben Unterlagen, die sind alle in PHP. Wenn ihr Lust habt, wir können das auch anders machen. Dann wandelt mir auf TypeScript aus, weil ich das persönlich einfach besser finde und ich so meine Website auch aufgebaut. Das finde ich dann einfach praktisch. Ich bin vielleicht auch, ich bin kein PHP-Hater, aber wenn ich es vermeiden kann, dann würde ich PHP nicht. Stefan: [58:40] Okay. Ja, dann haben wir noch mehr quasi im Werkzeugkasten am Ende. Ist ja gut. Auch meine, äh, äh, äh, Python-E-Dynamische, bis jetzt ist auch was dabei. Also, ja, von allem, was man mal gesehen haben könnte, was dabei. Ist ja cool. Also, das finde ich auch gut. Vorgehen, so mit direkten Projekten starten und nicht nur, weiß ich nicht, Tutorials abarbeiten, sondern auch selber was umsetzen, Ergebnis produzieren. Das kann ich mir vorstellen, das, äh, steigert auch die Motivation, als einfach nur abzuarbeiten. Ja, wieder was eingereicht. Sondern man kann ja auch ein bisschen, wie du schon sagst, selber kreativ, mal ein bisschen abweichen vom Pfad, einfach mal gucken, wie funktioniert das. Man kriegt ja direktes Feedback, man kann es einfach starten. Das ist vermutlich fürs Lern-Erlebnis förderlich. Nico: [59:21] Das kann ich dir garantieren, dass das förderlich ist. Zumindest noch nach meiner Erfahrung bisher. Personen sind natürlich unterschiedlich und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich den einen Teilnehmer habe, der mir sagt, Nico, ich weiß ja was, deine Projekte kannst du dir sonst wo hinstecken. Nein, keine Lust. Das wird noch kommen. Bisher hatte ich das noch nicht, aber vielleicht eines Tages. Datenanalyse statt nur Coding Stefan: [59:41] Okay, jetzt wollen wir das nicht zu, also wir haben schon sehr viel über Anwendungsentwickler geredet, ist ja auch okay, ist ja auch ein wichtiger Job. Du hast es aber auch selber schon erwähnt, es gibt auch noch FISIs, es gibt noch Daten- und Prozessanalysten und so weiter. Und ehrlich gesagt, Umstrungung zu FISIs kenne ich durchaus viele, aber Daten- und Prozessanalysten habe ich jetzt noch nicht so viel Erfahrung. Das macht ihr auch, hast du ja gesagt. Was sind denn so deine Erfahrungen? Also jetzt mal nur kurz eingeworfen, ich glaube an der Berufsschule, wo unsere Azubis sind, haben wir über 100 Anwendungsentwickler, ich glaube 150 Fisis und 5 Daten- und Prozessanalysten. Die kriegen nicht mal eine Klasse voll. Ist das bei euch anders und ihr kriegt die Bude eingerannt wegen dem Zeug oder? Nico: [1:00:17] Rennen die Daten- und Prozessanalysten wirklich aus die Bude ein. Also wir haben mehr Daten- und Prozessanalysten als Anwendungsentwickler und teilweise dann auf der gleichen Ebene wie die Systemintikator. Bei den Anwendungsentwicklern, das wird gerade sehr viel weniger, weil auch die Agenturen für Arbeit die Finanzierung dafür in manchen Bezirken eingestellt haben. Also auch die Agentur für Arbeit ist auf dem Trip. KI macht das, braucht ihr nicht. Finde ich sehr schade persönlich. Aber solche Personen werden dann auch von den Beratern bei der Agentur auf Daten- und Prozessanalyse umgeworben, quasi. Du willst programmieren, na gut, dann mach doch was mit Daten. Finde ich persönlich jetzt nicht so gut, weil das sind doch noch zwei komplett unterschiedliche Berufe und wie du schon sagtest, der Daten- und Prozessanalyst, der ist relativ neu. Also im Jahre 2020 wurde der Beruf, wie auch der Beruf für digitale Vernetzung, überhaupt erst eingeführt. Das heißt, wir hatten dort große Schwierigkeiten erstmal auszutesten, was könnte denn überhaupt funktionieren, wie könnten wir denn einen Datenanalyst oder einen Prozessanalysten in dieser Umschulung ausbilden, dass er dann auch praxistauglich ist. Das war so ein bisschen, wir schießen einmal ins Blaue, das hat dann aber ganz gut funktioniert, möchte ich sagen, also unsere Fachqualifikation, Daten- und Prozessanalyse, die ist ganz okay geworden. Man muss dazu sagen, wir sind gerade in der Überarbeitung der Unterlagen und Geschichten wie zum Beispiel Agentic AI, was jetzt brandneu ist, das ist dort noch nicht teilten gewesen. Das bauen wir dort alles noch mit ein, damit sie dort eben auch fit sind. Nico: [1:01:46] Als wir mit der Daten- und Prozessanalyse angefangen hatten, hatte ich große Sorgen wegen dem Praktikum, eben weil dieser Beruf neu ist. Die Unternehmen wissen doch noch gar nicht, was sie mit einem Daten- und Prozessanalysten anfangen sollen. Das war aber ein gigantischer Trugschluss von mir. In der ersten Runde, die wir hatten von Daten- und Prozessanalysten, die wurden von den Unternehmen genommen wie sonst was. Also da ist der Bedarf auf jeden Fall da. Meine größte Sorge war, naja, das sind Umschüler. Das heißt, die haben ein Mathematik-Level von, sagen wir mal, zehnte Klasse. Davon gehen dann die Unternehmen aus. Und die konkurrieren dann mit Datenanalysten, die eben aus der Uni sind. Die haben Bachelor-Master-Studium, die dementsprechend auch in Mathematik viel mehr Kenntnisse haben. Dem war aber überhaupt nicht so. Also tatsächlich auch Unternehmen, die eigentlich nur Studierende nehmen, die haben dann auch unsere Daten- und Prozessanalysten im Praktikum aufgenommen und das scheint auch ganz gut zu laufen. Also zumindest haben wir noch keine Rückläufer. Das heißt, muss eigentlich ganz gut laufen. Die nächste Runde Daten- und Prozessanalysten oder meine erste Runde, die ich betreuen darf, die ist jetzt haltig im Praktikum. Die muss jetzt bis zum 10. August die Anträge einreichen. Einen habe ich schon gesehen, der sah auch eigentlich super aus. Bei dem Rest mache ich mir eigentlich auch fast gar keine Sorgen, weil die eben, wie schon gesagt, ich weiß, was sie drauf haben. Von denen sollte das eigentlich nicht hapern. Die müssen dann nur noch mal jemanden haben, der drüber guckt und das wird mit auch Prübersicht auch prüfen und dann funktioniert das auch. Stefan: [1:03:05] Okay, das heißt also, okay, Wahnsinn. Also wenn man jetzt auch bundesweit die Zahlen sich anguckt, sind die beiden neuen Fachinformatiker ja immer noch nicht annähernd auf dem Niveau der bisherigen, aber das ist bei euch so unterschiedlich, ist ja krass. Nico: [1:03:16] Bei uns rennen sie die Bude ein, weil die ganzen anderen Bildungsträger das noch nicht angeben. Wir sind, glaube ich, mit einer der wenigen, die das tatsächlich machen. Deswegen gelangen die dann alle bei uns. Stefan: [1:03:24] Also Monopolstellung, ja, verstehe. Nico: [1:03:28] So streng würde ich das nicht sagen. Denkweise für Datenprofis Stefan: [1:03:32] Aber das fand ich jetzt ganz spannend, weil du gesagt hast, die, wie hast du es genannt, Fachqualität für die Daten- und Prozessanalysten mit überarbeitet, mit Agenting Coding und so weiter. Cooles Thema, denke ich mal natürlich auch für Anwendungsermittlung, aber gibt es da noch irgendwie andere Sachen, wo ihr zum Beispiel sagt, das muss jetzt so ein Daten- und Prozessanalyst unbedingt kennen, außer Coden mit Python? Nico: [1:03:52] Auch hier ist es die Denkweise tatsächlich. So wie man als Anwendungsentwicklung diese Programmierer-Denkweise braucht, braucht man als Datenanalyst diese datengetriebene Denkweise. Und da muss ich auch ein bisschen sagen, ich bin selber Anwendungsentwickler. Ich war an die Data Analyst, ich habe mal ein paar Data Analysts unterrichtet, das war auch ganz lustig, diese Profession Doktor da zu unterrichten, das ist aber auch wieder eine ganz andere Welt. Und auch hier ist wieder die Denkweise entscheidend. Wir haben bei der Anwendungsentwicklung unserer Software-Lebenszyklus und auch bei der Datenwissenschaft gibt es so einen Lebenszyklus, den man abgeben muss. Und den müssen Sie kennen, den müssen Sie verinnerlicht haben und in dem müssen Sie sich selbstbewusst bewegen können. Den müssen Sie selbstständig durchführen. Und sobald Sie diese Denkweise haben, läuft das eigentlich wie am Stürchen. Da ist sehr, sehr viel Mathe auch mit dabei. Also Personen, in der Programmierung sage ich immer gerne, habt keine Angst vor Mathe. Wir machen nicht viel Mathe, wir müssen Zahlen nur nicht fürchten, bei den Daten und Prozessen, dann müssen wir das dann wieder anders, also, als wir die Unterlagen da erstellt haben, ich persönlich, ich wollte dann noch hier die Grundsätze von der Differenzialrechnung mit reinbringen, da wurde ich dann gebremst, wir haben dann bei Folgen und Reihen aufgehört, wenn das jemand was sagt, aber eigentlich wichtig sind hier diese großen Symbole, dann das Summ-Symbol, das Produkt-Symbol, das große E, das große Omega, das sind so die wichtigen, also, Nico: [1:05:07] Also wir gehen da sehr tiefgründig, weil wir auch die Machine Learning Prozesse, Clustering, lineare Regression natürlich theoretisch verstehen müssen. Das ist dann manchmal noch eine große Herausforderung, weil es eben nicht die einfachste Mathematik ist und nochmal, das sind Personen, die haben bei 10. Klasse Mathe vielleicht schon aufgehört und jetzt kommen wir um die Ecke, komm, wir machen mal lineare Regression, wir machen mal Clustering, wir machen mal Dimensionsreduktion, dann ist man ganz schnell mal überfordert. Also dort müssen wir uns auch sehr viel Zeit nehmen, da ist auch sehr viel Individualität mit dabei, also die Klassen sind natürlich im Unterschied bestückt, manche so, manche so, damit muss man umgehen können. Diejenigen, die dann eher langsamer sind, die nehmen wir dann auch gerne mal unter unsere Pittiche, denen geben wir dann ein paar mehr One-to-One-Sessions, je nach Bedarf natürlich, um sie eben dann auch auf einem Level zu halten, das funktionieren wird. Stefan: [1:05:55] Ich kenne das jetzt von vielen Berufsschulen, weil halt es eben noch so wenig, neue Fachinformatikerinnen gibt, dass die irgendwie einfach in die Klassen der anderen Berufe mit reingesetzt werden. Und Daten- und Prozessanalyse, ich höre ich ganz oft, werden einfach zu den Anwendungsentwicklerinnen gesetzt, weil die ja so viel ähnlich machen. Wie ist denn das bei euch? Werden die da wirklich getrennt oder? Nico: [1:06:13] Die werden, also wir haben das eine Jahr alles gemeinsam und dann werden sie getrennt, wie alle anderen Berufe auch. Es wird in unserem Falle null Sinn ergeben, Daten- und Prozessanalysten zu den Anwendungsmitgliedern einzubringen. Die würden nichts für ihre Prüfung lernen. Also ich fange nicht an, meine Anwendungsmitgliedern beizubringen, wie sie die Entropie berechnen. Das ist nicht zielführend. Nur weil jetzt Daten- und Prozessanalysten dabei sind. Also dieses Zusammenwürfeln, das machen wir nicht. Punkt. Und sollten wir das irgendwann mal vorhaben, ein Unternehmen ist ja auch manchmal komisch, dann werde ich mich da Colts die querstellt, dass das auf jeden Fall vermieden wird, weil das ergibt keinen Sinn, Stefan: [1:06:48] Ja, ist wunderbar. Ja, dann, also wir haben jetzt schon ziemlich viele Themen hier durchgeackert, würde ich fast sagen. Wir haben ja schon über eine Stunde hier. Das ist ja hervorragend. Ich habe alles notiert, was ich notieren wollte. Hast du noch irgendwelche Themen, die wir komplett vergessen haben, die ich gerade nicht mehr auf dem Zell habe? Dann lag Genaues vor. Nico: [1:07:08] Nein, ich habe jetzt erstmal nichts weiter auf dem Netz. Tipps für Umschüler zum Schluss Stefan: [1:07:12] Sehr schön. Ja, wow, dann sage ich also an der Stelle schon mal vielen Dank für die Insights zum Thema Umschulung. Und ich glaube, das kann ich jetzt mal so sagen, du bist bei einem auf der guten Seite gelandet, die sich auch wirklich schwer um Schülerinnen einsetzen und da auch wirklich was vermitteln wollen und halt nicht die Leute einfach vor den Bildschirm setzen. Und ich bin davon überzeugt, dass es davon auch noch ein paar mehr gibt. Ist halt immer nur das, was dann bei einem selber ankommt, das prägt ja auch immer so diesen Eindruck. Hast du denn so zum Abschluss noch, wie soll ich sagen, wir wollen ja auch ein bisschen Werbung für die Umschule machen, weil das ist für viele Menschen ja auch ein echt wichtiger Schritt. Also wenn ich mir das vorstelle, ich kann aus welchem Grund auch immer nicht mehr in meinem Beruf arbeiten, das kann ich ja nicht die nächsten 30 Jahre, kann ich ja über Straße sitzen. Also ich muss ja irgendwie was machen. Und wir haben dieses, wie ich finde, sehr sinnvolle Mittel, es wird finanziert, es wird unterstützt und gemacht und getan, damit ich wieder in den Job komme. Und trotzdem hat irgendwie dieses System Umschulung meines Eindrucks nach irgendwie einen sehr schlechten Ruf. Hast du da irgendwie einen Appell an die Menschen da draußen, dass das alles gar nicht so ist? Nico: [1:08:18] Das System der Umschulung, wie du schon sagst, ist ein wunderbares Mittel, auch um Arbeitslosigkeit loszuwerden oder eine drohende Arbeitslosigkeit dort auszugleichen und sich eben nochmal komplett neu zu erfinden. Auch wenn man das mal auf den gesamten Bund und den Fachkräftemangel bezieht, ist es ein hervorragendes Mittel. Da hast du vollkommen recht. Für diejenigen, die sich für eine Umschulung entscheiden wollen oder gerade darüber nachdenken, gehen wir dich einfach, wie ich auch schon mal gesagt habe, mit ganz Herzen, schaut euch bitte unbedingt die Bildungsträger an. Ja, und das heißt nicht unbedingt, macht einen Termin aus und lasst euch da eine Stunde lang Werbung von dem machen, sondern versucht, so gut es geht, hinter die Kulissen zu gucken. Und das ist mal zu googeln, was sagen die Leute auf Reddit über diesen Bildungsträger, beziehungsweise wenn die Möglichkeit besteht, redet mit aktiven Teilnehmern, die da sind. Niemand kann euch die Qualität der Lehre besser beschreiben als diejenigen, die die Lehre genießen dürfen, wenn man das so sagen kann. Nico: [1:09:12] Das wäre der eine Rat. Ansonsten, wenn es jetzt um jemanden geht, der die IT-Umschulung nochmal komplett neu beginnt, ganz abgesehen mal von den Bildungsträgern, demjenigen würde ich raten, bleib neugierig, schau, was gibt es so alles in der eigenen Welt, mach deine eigenen Projekte, ganz abgesehen von dem gewählten Beruf. Es lassen sich für Systemintegratoren, für Daten- und Prozessanalysten sowie für Anwendungsentwickler Projekte finden, die man auch in der Freizeit bauen kann. Und habe keine Angst vor Fehlern. In der IT sind Fehler immer vorprogrammiert und sie werden zwangsläufig passieren. Davon sollte man sich nicht unterkriegen lassen. Stefan: [1:09:49] Das ist gut. Für die Fehler schreiben wir dann ja Unit-Tests, dann treten die nicht mehr auf und zapp, haben wir das erledigt. Nico: [1:09:55] Also ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber meiner Erfahrung nach ist, debuggen 80% des Jobs. Stefan: [1:10:01] Ja, ganz. Fehlersuche dauert auf jeden Fall länger als das Programmieren. Das kann ich bestätigen. Außer mal der Test. Ich will nochmal da auch die Leute machen. Gut. Ja, sehr schön. Das freut mich, finde ich, ein gutes Schlusswort. Ich finde das auch immer ganz, ganz schade, für Menschen, die sich zwei Jahre da wirklich engagieren und ja auch wirklich, Also ganz oft hatte ich auch wirklich Menschen, die da auch sehr motiviert waren, weil sie das in dem Moment nicht mehr anders arbeiten konnten. Und dann finde ich es ganz schade, wenn es dann an Unterstützung, die eigentlich da sein sollte und auch zertifiziert, wie wir gehört haben, es daran scheitert. Deswegen, ja, sehr schön, dass du uns da was zu erzählt hast und aus einem positiven Beispiel eines Bildungssträgers berichtet hast. Und das wäre jetzt auch genau der letzte Punkt. Wenn man jetzt eine Umschwung machen möchte und die vielleicht sogar bei euch machen möchte, weil wir jetzt einen guten Abend von euch bekommen haben, wo können wir denn mehr über dich, über deinen Arbeitgeber, über die Umschwungsmaßnahmen, was auch immer, erfahren? Nico: [1:10:46] Ja, wenn ihr Interesse habt und selbst eine Umschulung beginnen wollt oder irgendeine Handel oder Weiterbildung IT-bezogen oder nicht machen wollt, schaut gerne mal auf karriere-tutor.de nach. Dort findet ihr viel mehr Informationen rund um das Thema IT-Weiterbildung und natürlich auch unsere Angebote zu den Umschulungen. Solltet ihr euch mehr zu meiner Person interessieren, ich habe auch meine eigene Website, nicohartmann.dev, also nicohartmann.deV. Gerne mal reinschauen. Dort findet ihr auch Kontaktmöglichkeiten. Sollte es noch irgendwelche Anschlussfragen geben, schickt mir gerne eine Mail, schreibt mir auf LinkedIn oder Ähnliches. Da gibt es diverse Wege. Stefan: [1:11:20] Top. Die Sachen packe ich natürlich alle in die Shownotes, dass man direkt draufklicken kann. Aber ich glaube, karriere-tutor.de kann man sich gut merken. Da kann man auch nur einen Tipp. Sehr schön. Ja, vielen Dank. Dann haben wir auch noch was für alle, die sich noch weiter informieren wollen. Dann sage ich ein letztes Mal, vielen Dank für die Zeit, die du genommen hast, die guten Insights. Und ich hoffe, wenn jetzt noch jemand die Frage hat, soll ich das machen oder nicht, fühlt er sich jetzt ein bisschen oder sie bestärkt, kann er dann vielleicht auch mal mit dir in Kontakt treten, wenn er noch oder sie noch weitere Fragen hat. Vielen Dank dafür. Ich wünsche dir und dem Unternehmen alles Gute und vor allem euren Umschülerinnen, dass die gut durch die Prüfung kommen und dass ihr weiterhin auch gut die Leute ausbildet und Nachwuchs kriegt und die auch alle ein Praktikum finden und so weiter und so fort. Hat mir sehr viel Spaß gemacht heute. Ich habe wieder was gelernt, wie eigentlich in jeder Episode. Richtig cool. Also vielen Dank nochmal. Und wenn du möchtest, hast du das letzte Wort heute. Nico: [1:12:06] Das letzte Wort möchte ich dafür nutzen, mich auch nochmal bei dir zu bedanken, Stefan. Freut mich sehr, dass ich dir diesen Eindruck vermitteln konnte. Ich finde es vor allen Dingen auch bei der relativ negativen Stimmung, die man online im Netz zu Umschulungen immer wieder liest, sehr, sehr wichtig, dass man eben auch mal das Gegenteil hört. Und man sieht, okay, man kann das also auch richtig machen. Ich möchte unbedingt vermeiden, dass hier dieser allgemeine Konsens entsteht, Umschulungen ist blöd, weil das ist und bleibt ein sehr wertvolles Werkzeug, das man auch in Deutschland unbedingt mitzulassen muss. Stefan: [1:12:34] So, das war mein Interview mit Nico. Ich hoffe, es hat dir genauso viel Spaß gemacht wie mir und bringt dir vielleicht auch ein bisschen was, wenn du vor der Entscheidung stehst. Mache ich eine Umstuhlung oder nicht? Und wo mache ich die? Und wie mache ich die? Ich denke, da war heute einiges dabei für diese Entscheidung. Wenn du dich weiter darüber informieren willst, findest du natürlich die genannten Links in den Shownotes zu Nico und auch zu Karriere Tutor. Die Shownotes findest du wie immer unter itberuferpodcast.de slash 198 für die 198. Episode, wie das hier heute war. Stefan: [1:13:06] So, jetzt haben wir aber auch genug geschnackt heute. Deswegen würde ich sagen, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

  • July 27 · 24 min

    Zeit sparen beim Erstellen der IHK-Projektdokumentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #17

    Um das Einsparen von wertvoller Zeit beim Erstellen der IHK-Projektdokumentation geht es in der siebzehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Ich zeige dir, wie du bei der IHK-Projektdokumentation trotz knapper Zeit realistischer arbeiten kannst: Nicht alles entsteht erst am Ende, denn viele Artefakte wie Diagramme, Modelle oder Anforderungsdokumente gehören sowieso zur Projektdurchführung und können direkt wiederverwendet werden. Zeit sparst du vor allem, wenn du dein Textsatzsystem vorher beherrschst, mit Vorlage und Versionierung arbeitest, Texte parallel zum Projekt sammelst und bei Bedarf Sprache-zu-Text mit KI nutzt. Inhalt Grundidee Ich setze den Fokus darauf, wie du bei der Projektdokumentation Zeit sparen kannst, obwohl die vorgegebenen 40 oder 80 Projektstunden und insbesondere die oft nur 8 bis 12 Stunden für die Doku sehr knapp sind. Der zentrale Gedanke ist: Du musst nicht die komplette Dokumentation erst am Ende von null auf erstellen. Viele Inhalte deiner Projektdokumentation entstehen bereits während der normalen Projektarbeit und sind damit bereits in der Projektzeit enthalten. Artefakte entstehen schon im Projekt Bei einem professionell durchgeführten IT-Projekt erstellst du ohnehin Unterlagen und Ergebnisse, die später in die Projektdokumentation übernommen werden können, zum Beispiel: ER-Modelle Netzwerkpläne Gannt-Diagramm oder Netzplan Prozessabläufe Klassendiagramme Mockups Tabellenmodelle Anforderungen Testüberlegungen Planungsunterlagen Dokumentationen für Kund:innen, Admins oder Entwickler:innen Diese Artefakte gehören zur normalen Projektarbeit und müssen nicht noch einmal extra nur für die Doku erzeugt werden. Die eigentliche zusätzliche Arbeit in der Dokumentationszeit betrifft daher vor allem den Fließtext. Professionelle Projektarbeit statt "einfach machen" Ein wichtiges Missverständnis ist, dass manche Prüflinge glauben, die gesamte Doku müsse erst in der dafür eingeplanten Zeit entstehen. Tatsächlich zeigt die Dokumentation vor allem, dass du professionell arbeitest: du planst vor der Umsetzung du erhebst Anforderungen du entwirfst Lösungen du überlegst dir Testverfahren du dokumentierst nachvollziehbar Gerade das soll in der Abschlussprüfung sichtbar werden. Es geht nicht darum, einfach nur etwas umzusetzen, sondern nachvollziehbar und strukturiert zu arbeiten. Textsatzsystem vorher beherrschen Ein großer Hebel zum Zeitsparen ist ein geeignetes Textsatzsystem. Das kann zum Beispiel sein: LaTeX Microsoft Word LibreOffice Markdown AsciiDoc Die konkrete Technologie ist weniger wichtig als der professionelle Umgang damit. Entscheidend ist, dass du semantisch arbeitest statt manuell zu formatieren. Wichtig dabei Überschriften sollten als echte Überschriften ausgezeichnet werden Inhaltsverzeichnisse sollten automatisch generiert werden Verweise, Nummerierungen und Formatierungen sollten vom System übernommen werden du solltest nicht während des Schreibens ständig manuell fett, kursiv oder Größen anpassen Wenn du mehr Zeit mit Formatierung als mit Inhalten verbringst, beherrschst du dein Werkzeug noch nicht gut genug. Deshalb solltest du dich lange vor der Projektdurchführung mit deinem Textsatzsystem beschäftigen und nicht erst kurz vor der Prüfung. Vorbereitung vor der eigentlichen Projektzeit Niemand erwartet, dass du erst innerhalb der 40 oder 80 Stunden lernst, wie du mit Word, LaTeX oder einem anderen System professionell arbeitest. Diese Vorbereitung sollte vorher passieren. Gerade weil die Projektdokumentation für viele IT-Azubis das erste große Dokument dieser Art ist, solltest du dir früh genug Zeit nehmen, den Umgang mit dem Werkzeug zu lernen. Inkrementell arbeiten und versionieren Die Dokumentation sollte nicht erst am Ende geschrieben werden, sondern parallel zum Projekt wachsen. Dafür empfiehlt sich eine Versionierung, zum Beispiel mit Git. Vorteile davon: du kannst Zwischenstände sichern du kannst Änderungen nachvollziehen du kannst ältere Versionen wiederherstellen du hast dein Dokument jederzeit griffbereit Sinnvoll ist es, die Dokumentation schon vor Projektbeginn technisch aufzusetzen und dann während jeder Projektphase fortlaufend zu ergänzen. Beispiel: Du erstellst ein ER-Modell. Direkt danach notierst du Stichpunkte oder formulierst schon erste Sätze für das passende Kapitel in der Doku. So dokumentierst du Inhalte dann, wenn sie noch frisch im Kopf sind, statt Wochen oder Monate später rekonstruieren zu müssen. Vorlagen nutzen Ein weiterer klarer Zeitsparer ist die Nutzung einer Vorlage, etwa für: Deckblatt Inhaltsverzeichnis Kopf- und Fußzeilen Seitenzahlen Nummerierung von Überschriften grundlegende Formatierung Diese technische Vorarbeit hat nichts mit deiner eigentlichen Prüfungsleistung zu tun. Du bekommst keine bessere Note dafür, dass du Formatvorlagen oder Layouts selbst baust. Deshalb ist es sinnvoll, eine fertige Vorlage zu verwenden und deine Zeit lieber in Inhalt und Struktur zu investieren. Artefakte so erstellen, dass du sie wiederverwenden kannst Wenn du Diagramme und andere Inhalte später in Doku und Präsentation verwenden willst, solltest du sie von Anfang an so anlegen, dass sie dafür geeignet sind. Ein Problem dabei ist das unterschiedliche Format: Projektdokumentation: meist DIN A4 Hochformat Präsentation: meist 16:9 Querformat Daher kann es sinnvoll sein: entweder direkt zwei Varianten eines Diagramms zu erstellen oder zumindest schon bei der Erstellung auf gute Verwendbarkeit im Hochformat zu achten Wenn du nur eine Version priorisieren kannst, sollte sie für die Dokumentation optimiert sein, weil ein PDF im Hochformat weniger flexibel ist als eine Präsentation, in der du mit Zooms oder Animationen arbeiten kannst. Inhalte aus dem Projektantrag wiederverwenden Auch der Projektantrag enthält oft schon Texte, die du in die Projektdokumentation übernehmen kannst, zum Beispiel: Projektbegründung Zielbeschreibung Anforderungen Testideen oder Abnahmekriterien kurze Unternehmensvorstellung Beschreibung von Stakeholdern Wenn du diese Texte selbst geschrieben hast, ist ihre Wiederverwendung kein Plagiat. Du kannst sie übernehmen, anpassen, kürzen oder erweitern, statt dieselben Inhalte noch einmal neu zu formulieren. Sprache-zu-Text mit KI nutzen Ein zusätzlicher Tipp zum Zeitsparen ist, Fließtexte nicht nur zu tippen, sondern einzusprechen und per KI transkribieren zu lassen. Der Vorteil: Sprechen ist meist schneller als Tippen Gedanken lassen sich oft direkter festhalten moderne Transkriptions-KI kann Satzzeichen, Formatierung und kleine Versprecher teilweise schon gut verarbeiten Dabei gilt aber: achte auf Datenschutz achte auf Security gib keine ungeeigneten sensiblen Daten leichtfertig an externe Systeme Beispiele für wiederverwendbare Artefakte aus Projektphasen Je nach Projektphase können verschiedene Unterlagen direkt für die Doku vorbereitet werden. Analysephase Use-Case-Diagramme Lastenheft Pflichtenheft andere Formen der Anforderungsermittlung, z.B. User Storys Entwurfsphase Architekturdiagramme UML-Diagramme Mockups Datenmodelle Schnittstellen- oder API-Beschreibungen Dokumentationsphase Benutzerdokumentation Kundendokumentation Anwendungsdokumentation Entwicklungsdokumentation Administrationsdokumentation Diese Unterlagen entstehen oft ohnehin im Projekt und können ganz oder in Auszügen in die Projektdokumentation übernommen werden. Fazit Die wichtigste Idee ist, deine Projektdokumentation als wachsendes Dokument zu sehen und nicht als etwas, das du erst am Ende in einem Stück schreibst. Zeit sparst du vor allem dann, wenn du: dein Textsatzsystem vorher sicher beherrschst mit semantischer Textverarbeitung arbeitest eine Vorlage nutzt deine Dokumentation früh aufsetzt und versionierst Texte parallel zum Projekt sammelst oder einsprichst Artefakte aus der Projektdurchführung direkt wiederverwendest Inhalte aus dem Projektantrag übernimmst So kannst du dich in der knappen Dokumentationszeit stärker auf den eigentlichen Inhalt konzentrieren statt auf Technik, Formatierung und nachträgliches Rekonstruieren. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Word-Vorlage für die Projektdokumentation der IT-Berufe Erklärvideo zur Arbeit mit Word bei YouTube: Word-Vorlage für die Projektdokumentation der IT-Berufe LaTeX-Vorlage zur Projektdokumentation für Fachinformatiker Anwendungsentwicklung Wispr Flow Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] In den letzten Shorts habe ich jetzt öfter über die Zeitvorgabe für das Erstellen der Projektdokumentation in den IT-Berufen bei der IHK-Abschlussprüfung gesprochen. Einige IHK erlauben ja das Erstellen außerhalb der 40 oder 80 Stunden. Andere zwingen das in diese Zeit mit rein. Und das ist natürlich alles super unrealistisch, habe ich jetzt alles schon ein paar Mal erzählt. Also wie soll ich jetzt in 10, 12, manchmal sogar nur 8 Stunden eine 30, 40, 50-seitige PDF erstellen zu meinem Projekt? Das ist ja nicht machbar. Das wissen wir jetzt alle auch. Jetzt wollen wir uns heute mal damit beschäftigen, wie es vielleicht doch einigermaßen realistisch ist, so ein Dokument innerhalb dieser Zeitvorgabe zu erstellen. Dass ich immer noch glaube, dass das utopisch ist und man viel länger dafür einplanen muss, als diese Zeitvorgabe ist. Das habe ich schon im separaten Short besprochen. Aber heute wollen wir mal gucken, wie kannst du denn tatsächlich Zeit sparen beim Erstellen deiner Projektdokumentation. Grundsätzlich ist das Missverständnis vielleicht, dass wenn du jetzt in deiner Zeitplanung, sagen wir mal zwölf Stunden für die Doku einplanst, dass du die komplette Doku von Seite 1 bis Seite 50 innerhalb dieser Zeit erstellen musst. Das ist aber vielleicht gar nicht der Fall. Denk mir mal an so ein Softwareentwicklungsprojekt und du hast einen Anhang, da ist ein Klassendiagramm drin, ein Tabellenmodell, ein ER-Modell, was auch immer. Diese ganzen Artefakte erstellst du ja sowieso während der ganz normalen Projektarbeit. [1:48] Das heißt, wenn du jetzt anfängst mit einer Entwurfsphase zum Beispiel als Softwareentwicklerin und baust dir da ein Mockup oder ein ER-Modell, dann hast du ja auch dafür schon Zeit in deiner Zeitplanung vorgesehen. So ein ER-Modell zeichnet man auch nicht in fünf Minuten und muss das nicht einplanen, genauso wenig wie ein Mockup. Da hast du ja also vielleicht schon 1, 2, 3, 4, was auch immer Stunden für eingeplant. Das heißt, diese Artefakte sind quasi ja schon mit eingepreist in deine 40 oder 80 Stunden. [2:13] Die kannst du dann ja in Anführungszeichen einfach aus der Schublade ziehen und in deine Doku reinpacken. Das heißt, im Prinzip sind diese, ich sage jetzt einfach mal acht bis zwölf Stunden für die Projektdokumentation, der reine Text, den du zusätzlich noch schreiben musst, weil die ganzen Artefakte musst du ja eh machen. Die gehören eh zum Projekt mit dazu. [2:33] Also das ist so ein bisschen die Grundlage auch der heutigen Episode. Konzentrier dich auf das, was du zusätzlich als Prüfungsartefakt erstellen musst. Die Sachen, die eh da sind, weil du sie im ganz normalen Projekt sowieso anfertigst. Du willst ja ein professionelles Projekt umsetzen. Als Softwareentwicklerin zum Beispiel nicht einfach coden, sondern vorher erstmal planen. Und dafür zeichnet man vielleicht Diagramme. Als Systemintegrator fängst du auch nicht einfach an. Das ist jetzt mein rudimentäres Verständnis des Berufs, irgendwo Windows zu installieren, sondern machst dir erstmal einen Plan. Moment mal, wie viele PCs muss ich überhaupt bestücken? Was sind da die Standardeinstellungen? Wie verteile ich die Software etc.? Da fängst du auch nicht einfach an und machst, sondern du planst, du nimmst die Anforderungen auf, du überlegst, was überhaupt gemacht werden soll, machst dir einen Plan für die Durchführung, überlegst dir, wie du das Ganze testen kannst. Du kommentierst das natürlich für Kunden oder Admins oder Entwicklerinnen, wie auch immer. Und das ist auch ja alles Teil deiner 40 oder 80 Stunden. Und diese Dinge, die du eh machst, sind natürlich auch ein wertvoller Bestandteil für die Projektdokumentation. Weil damit zeigst du ja, dass du das Projekt halt eben professionell umgesetzt hast und nicht einfach gemacht hast. Das wollen wir ja gerade in der Abschlussprüfung sehen, dass du weißt, wie man sowas professionell umsetzt und nicht, ne? [3:48] Als Softwareentwicklerin gibt es immer diesen Begriff Code-Affe, ne? Code-Monkey. Das heißt, ich bin nur dazu da, Code in die Tastatur zu hauen. Aber genau dafür machen wir diese Ausbildung nicht, sondern wir wollen halt eben professionell Software entwickeln oder Systeme planen oder Prozesse analysieren oder was du halt in deinem IT-Beruf so machst. Also, diese Dinge fallen eh schon mit ab. Die brauchst du halt nicht extra nochmal einplanen. Aber… Sag auch mal so, trotzdem ist es ziemlich sportlich, auch diese Fließtext-Sachen innerhalb dieser wenigen Stunden hinzubekommen. Also ich bin weit in der Meinung, dass das super unrealistisch ist, aber ich wiederhole es jetzt nicht nochmal. Wir fokussieren uns darauf, wie kannst du dann weiterhin jetzt wirklich Zeit sparen, um das in der kurzen Zeit umsetzen zu können. Punkt Nummer eins ist natürlich, wenn du dich auf den Text fokussierst, brauchst du ein vernünftiges Textsatzsystem. Das heißt, Werkzeuge wie zum Beispiel LaTeX oder meinetwegen auch Microsoft Word oder LibreOffice. Ist ja völlig egal. Du kannst es auch mit Markdown-Dateien machen oder mit ASCII-Doc generieren. Ehrlich gesagt ist die Technologie mir völlig egal. Meine Azubis machen das oft mit LaTeX, beziehungsweise ich, also nicht oft, die machen es immer mit LaTeX, weil ich das auch als Ausführungsinhalt vermittle und das wichtig finde. Aber du musst das nicht damit machen. Du kannst es auch ganz klassisch mit Word schreiben. Wichtig wäre mir nur, dass du dich mit dem Textsatzsystem auseinandersetzt. [5:06] Und auch hier nicht einfach Word öffnest und mal drauf los tippst und oh, der Begriff sollte fett sein und der kursiv, also klicke ich auf F und K im Menü, sondern dass du dich professionell mit dem Textsatzsystem beschäftigst. Simples Beispiel, das Inhaltsverzeichnis für deine Projektdokumentation. Das schreibst du nicht per Hand und machst 1 Punkt irgendwas und 2 Punkt irgendwas, sondern das Inhaltsverzeichnis wird generiert aus den Metainformationen des restlichen Textes. Beispiel in Word, wenn du etwas als Überschrift 1, Überschrift 2, Überschrift 3 markierst, sodass die Textverarbeitung weiß, dass das Überschriften sind, dann kann sie daraus das Inhaltsverzeichnis generieren. Wenn du das aber nicht tust, sondern Überschriften zum Beispiel einfach nur manuell als Fett markierst und den Text größer machst, dann kannst du gar nichts automatisieren, weil die Textverarbeitung einfach nicht weiß, dass das eine Überschrift ist. Es geht hier um semantische Textverarbeitung. Und das wäre mir ganz wichtig, gerade bei deinem Abschlussprojekt, vor dem Hintergrund, dass du Zeit sparen musst. [6:03] Niemand sagt ja, dass du während dieser 40 oder 80 Stunden auch noch professionelle, Textsatzsysteme lernen musst. Das kannst du alles ja vorher machen. Du weißt, wann deine Projektdokumentation zu schreiben ist. Das weißt du fast am Starttag deiner Ausbildung, weil die Prüfungstermine alle ziemlich weit in die Zukunft feststehen. Das heißt, du weißt, dass du irgendwann in diesen drei Jahren dich vielleicht mal irgendwie ein bisschen mit dem Texas-System beschäftigen solltest, wenn deine Abschlussprüfung davon abhängt, ein vernünftiges Dokument zu erstellen. Das heißt, wenn du Zeit hast, guck dir LaTeX an. Wenn du da Bock drauf hast, musst du nicht. LaTeX ist etwas, was eher, ja, wie soll ich sagen, etwas programmierlastig ist. Ich will jetzt nicht sagen, dass man damit seine Dokumente programmiert, aber am Ende ist Tech, was da drunter liegt, tatsächlich eine Programmiersprache. LaTeX, ein Makrosystem dafür. Das heißt, das, was du da produzierst, sieht natürlich eher nach Code aus als nach Text. Dafür hast du aber ganz, ganz viele Sachen, die dir geschenkt werden, zum Beispiel automatisierte Inhaltsverzeichnisse, Verweise, saubere Referenzen auf Bilder, Anhang etc., Seitenummerkungen, das kriegst du alles quasi kostenfrei. [7:06] Aber ja nicht ganz, weil du hast halt eine Einarbeitungszeit. Wobei du die halt bei Word oder LibreOffice oder sonst wo auch hättest. Du musst halt wissen, wie du mit diesen Textssystemen zum Beispiel eben eine Überschrift kennzeichnest, damit du dann ein Inners-Versignis generiert bekommst. Also damit musst du dich auseinandersetzen und davon gehe ich jetzt auch im Weiteren aus. Also wenn du jetzt einfach anfängst, innerhalb deiner 40 oder 80 Stunden noch nie mit Word gearbeitet und fängst an und machst dann Artikel, dann wird es äußerst schwierig, das in der Zeit zu schaffen. Weil dann wirst du wahrscheinlich mehr Zeit mit Formatierung verbringen. Als mit dem Produzieren der Inhalte. Und wenn du eins nicht machen solltest beim Schreiben von Texten, ist es Formatierung. Die Formatierung musst du dem System überlassen. Du gibst dem System die semantische Information, was du gerade bearbeitest. Ist es eine Überschrift? Ist es ein Code-Beispiel? Ist es eine Tabelle? [7:52] Was ist inhaltlich das, was du da gerade machst? Und ganz am Ende kannst du dann der Software sagen, so, Tabellen sollen bitte so aussehen, Überschriften bitte so und Texte so. Das heißt, wenn du Zeit, mehr Zeit in der Formatierung brauchst als in der eigentlichen Erstellung des Textes, dann machst du etwas falsch. Dann beherrschst du dein System nicht. Das wäre jetzt meine pauschale Aussage. Also, plan Zeit ein für das Erlernen eines Textsatzsystems. Es muss nicht lädlich sein, es kann Word, Libre, was auch immer sein, aber erwarte nicht, dass das einfach so funktioniert, sondern du musst dich damit beschäftigen, wenn du so etwas vorher noch nie gemacht hast. Und für viele Auszubildende ist die Projektdokumentation das erste große umfangreiche Dokument. Man braucht ja zum Beispiel kein Abi, um die Ausbildung zu machen. Da hat man vielleicht schon mal in der Schule eine Facharbeit oder so geschrieben. Inzwischen ist es, glaube ich, auch gar nicht mehr so gang und gäbe, dass man sowas macht. Das heißt, vielleicht ist es wirklich für ganz viele Prüflinge die allererste große, lange Arbeit. Und dann hat man vorher noch nie mit Word oder so professionell gearbeitet und sollte sich entsprechend die Zeit einplanen. Aber bitte außerhalb der 40 oder 80 Stunden. Und fang auch nicht einen Monat vorher an, wenn du gerade im Prüfungsvorbereitungsstress bist. Fang vielleicht ein Jahr vorher an, dich mal ein bisschen mit Word, Lateech, was auch immer zu beschäftigen. [9:01] So, ansonsten würde ich wie bei, meine Analogien sind nämlich immer Softwareentwicklung, weil das natürlich mein Steckenpferd ist, aber wie würdest du deine Softwareentwicklung machen, auch inkrementell Zwischenstände sichern etc. Und wie macht man das? Mit einer Versionierungssoftware. Das heißt, was spricht dagegen, dein Abschlussdokument mit Git zum Beispiel zu versionieren? Es muss nicht Git sein, es kann auch irgendein anderes sein, was vielleicht in ein paar Jahren hip ist, jetzt aktuell, 2026, machen alle Git. Finde ich auch gut, ist ein gutes Tool, kannst du komplett lokal benutzen, du brauchst keinen Server oder sonst irgendwas. Du kannst einfach dein lokales Dokument versionieren, du kannst jederzeit dir die Unterschiede angucken, alte Versionen wiederherstellen etc. [9:36] Und dann kannst du dieses Dokument wachsen lassen, während du an deinem Projekt arbeitest. Und genauso würde ich es auch empfehlen. Bevor du dein Projekt startest, würde ich als allererstes die Projektdokumentation aufsetzen. Also das Word-Dokument vorbereiten, das Lateech-Projekt vorbereiten, was auch immer. Und das Ding dann in Version 0 quasi, Committen in Git, dann hast du das Teil immer griffbereit. Und wenn du jetzt durch deine Phasen der Projektarbeit, die echten Phasen läufst, also Analyse, Entwurf, was auch immer, dann kannst du immer schon parallel dazu Notizen machen oder vielleicht sogar schon ausformulieren, je nachdem, wie viel Zeit oder Lust du hast. Wenn du jetzt zum Beispiel ein ER-Modell erstellst als Softwareentwicklerin, dann könntest du parallel dazu oder wenn du fertig bist mit dem ER-Modell schon mal ein, zwei Stichpunkte in das Kapitel, Datenmodell deiner Dokumentation schreiben und sagen, wie bist du vorgegangen, worauf habe ich geachtet, was waren vielleicht Besonderheiten? Weil während du das gerade erstellt oder erstellt hast, ist es natürlich noch frisch im Kopf. Du weißt, was waren denn da die Probleme? Wie bin ich denn da vorgegangen? Und das kannst du natürlich am besten dokumentieren, wenn du es gerade gemacht hast und nicht drei Monate später, wenn das Projektstudios umgesetzt ist. Dabei tun sich dann vielleicht auch viele Prüflinge schwer, wirklich noch den Text gut zu formulieren, weil sie gar nicht mehr wissen, was sie gemacht haben. Also so viele Prüflinge, die ich schon in der Prüfung hatte, wo man mal fragt, ja, in ihrer Doku haben sie ja geschrieben XY. Und dann kommt die Antwort, oh ja, nee, das ist schon so lange her, das weiß ich gar nicht mehr. [10:56] Ja, macht nicht so einen guten Eindruck. Und beim Schreiben der Dokumentation hast du sicherlich einen Vorteil, wenn das im Kopf noch frisch ist, was du da eigentlich gerade gemacht hast. Also lass das Dokument wachsen, versioniere das Ding, mach es inkrementell, so wie wir es bei agilen Softwareprojekten auch machen würden. [11:12] So, dann natürlich muss ein Tipp von mir sein, nutz doch einfach eine Vorlage. Ich meine, ich habe eine Vorlage online, sowohl für Latik, als auch für Word, als auch für LibreOffice. Ja, kannst du einfach runterladen. Die Word-LibreOffice-Geschichten sind kostenpflichtig. Findest du unter dieperfekteprojektdokumentation.de. Aber das wird dir auf jeden Fall einen Haufen Arbeit abnehmen, so eine Vorlage zu benutzen. Denn was du auf jeden Fall machen musst in so einem Dokument ist, wie ich gerade schon gesagt habe, Inhaltsverzeichnis generieren lassen. Du musst, keine Ahnung, Kopf- und Fußzeile setzen. Du musst die Seitenzahlen vernünftig machen. Du musst die Überschriften fortlaufen, durchnummerieren, etc. Also diese ganze Formatierungsgeschichte, was soll fett sein, was ist kursiv, wie sieht das Deckblatt aus, was gehört da drauf, etc. Das hat alles weder mit deinem Projekt noch mit der eigentlichen Dokumentation deines Projekts zu tun, sondern es ist einfach eine technische Anforderung, weil du das im Text-System erstmal alles umsetzen musst. Das ist reine Technik und die hat aus meiner Sicht auch nichts in diesen 40, 80 bzw. 8 bis 12 Stunden für die Projekte-Gruppe verloren. Das kannst du auch alles vorbereiten. Niemand erwartet von dir, in Word mit einer leeren Seite zu starten und dann alles zu machen innerhalb dieser Zeit. Denk mal dran, angenommen, du willst das im Corporate Design deiner Firma gestalten, dann erwartet auch keiner von dir, dass du das noch nachbaust, sondern du nimmst natürlich einfach die fertige Vorlage und schreibst damit. [12:33] Und das Ganze würde ich genauso übertragen auf Vorlagen wie zum Beispiel von mir. Du nimmst sie einfach, die bieten dir einen Rahmen, die Technik ist für dich gelöst Und jetzt kannst du dich auf deinen Job konzentrieren, nämlich die Texte schreiben, die Struktur überarbeiten, dein Projekt vorstellen. Du wirst nicht dafür auch nur einen Punkt besser in der Note bewertet, wenn du tolle Überschriften formatiert hast, die kursiv sind. Das interessiert niemanden. Du wirst hier nicht ausgebildet zum, wie heißen denn die Berufe? Mediengestalter wahrscheinlich? Sondern du bist in einem IT-Beruf. Man erwartet, dass du professionell mit einem Textdassystem arbeiten kannst, aber dafür kriegst du keine extra Punkte. Das heißt, nimm doch einfach eine Vorlage, spar dir diese Arbeits- und Lebenszeit, wo du noch selber deine eigene Vorlage entwickelst. Nimm einfach eine fertige und fertig. Da kann dir eigentlich auch keiner einen Strick draus drehen, weil es geht ja nicht darum, dass du die Arbeit in deinem Projekt abnehmen lässt, also dass irgendwer für dich die Software programmiert oder das Netzwerk konfiguriert, sondern es geht nur darum, vernünftige Vorlagen für Überschriften, Inhaltsverzeichnisse und so weiter zu haben. Und das hat ja mit deinem Beruf nichts zu tun, also mit dem Zeug, was du in der Prüfungsleistung zeigen sollst. Deswegen, nimm eine Vorlage, spar dir die Zeit und dann ist das viel einfacher damit zu starten. [13:44] So, dann habe ich eben schon gesagt, die Sachen, die du eh schon erstellst für dein Projekt, wirst du natürlich wiederverwenden. Du wirst nicht für deine Projektdokumentation nochmal ein Klassendiagramm malen, wenn du es schon in der Entwurfsphase gebracht hast. Und hier dann aber vielleicht ein wichtiger Tipp. Genauso wie beim Programmieren, wenn du Sachen wiederverwenden willst, musst du sie natürlich wiederverwendbar entwickeln. Und das ist jetzt bei den Diagrammen für die Doku genau das Gleiche. Wenn du nochmal einen Schritt weiter denkst, das Diagramm wirst du vermutlich auch in deiner Projektpräsentation nutzen. Und jetzt haben wir schon ein Problem. Die Projektdokumentation wird in Deutschland üblicherweise im DIN A4 Format, also Hochformat gesetzt. Präsentation ist eher 16 zu 9, also krasses Breitbildformat. Jetzt ist die Frage, in welchem Format erstellst du denn deinen Klassenlehrer? Machst du das für die Doku oder machst du das für die Präsi? Und da muss ich schon mal sagen, mach einfach zwei Versionen. [14:32] Also während du dein Klassendiagramm erstellst, dann musst du schon im Hinterkopf behalten, dass du dieses Ding später mal auf zwei verschiedenen Medien darstellen möchtest. Und deswegen würde ich tatsächlich dazu tendieren, wenn du nicht, ich bleibe jetzt mal beim Klassendiagramm, das kannst du ersetzen durch alles mögliche andere, was du noch machst. ein Netzplan, ein Netzwerkplan als Physi, ein Prozessablaufdiagramm als Daten- und Prozessanalyst, wie auch immer. Diese ganzen Diagramme müssen einmal im Hochformat, einmal im Querformat vernünftig dargestellt werden können. Und wenn du die Zeit hast und es einfach möglich ist, mach doch einfach direkt zwei optimierte Varianten deiner Diagramme für diese beiden Medien. Und wenn du sowieso ein Diagramm hast, was quasi quadratisch ist, also was schön als Quadrat vernünftig dargestellt werden kann, dann nimmst du halt das, weil das kannst du in beiden Medien darstellen. Aber du wirst später sehen, gerade bei der Projektpräsentation hast du sehr wenig Platz auf den Folien, weil die müssen ja entsprechend groß dargestellt werden, die Inhalte, damit man die vernünftig lesen kann. Und dann kann es sinnvoll sein, ein extra horizontal ausgerichtetes Ding zu bauen, was du sonst vielleicht eher nur hochkant für deine Doku gebaut hättest. Deswegen achte direkt, das ist ja mein Punkt hier, achte beim Erstellen deiner Artefakte darauf, dass du sie in einem Hochkantformat wie deiner Projektdokumentation vernünftig darstellen musst. [15:49] Im Zweifel, wenn du keine Zeit hast oder keine Lust, zwei Varianten zu machen, konzentrier dich auf die Hochkant-Variante, weil in deiner Doku muss das vernünftig lesbar sein und da hast du auch keine einfachen Möglichkeiten, das irgendwie aufzuteilen auf zwei Seiten oder sonst was, ohne dass die Lesbarkeit leidet. Und wenn du ein Hochkantformat in deiner Präsi zeigen willst, hast du immer die Möglichkeit, in PowerPoint zum Beispiel mit Animationen zu arbeiten, mit Zooms, mit Hoch- und Runtersliden und was auch immer du machen kannst. Da hast du ja ein ganz anderes Medium und das ist ein interaktives Medium, wo du auch selber noch hin und her schieben kannst. Aber auf einem gedruckten PDF wird das nicht so einfach funktionieren. Deswegen im Zweifel orientiere dich schon, während du die Artefakte erstellst, an einem DIN A4 Format, auf dem das nachher vernünftig dargestellt werden muss. Das wäre hier an der Stelle schon mal die Empfehlung. Dann sparst du dir nämlich einen Haufen Zeit, um die Diagramme umzuformatieren, weil sie nicht in deinen PDF passen. [16:42] So, dann nächster Punkt Text. Wir haben ja eigentlich schon gesagt, dass es in diesen acht bis zwölf Stunden darum gehen soll, dass du dich auf den Text fokussierst, weil die Artefakte kommen ja eh mit raus und viele der Texte, viele vielleicht nicht, aber einige der Texte kannst du vielleicht sogar schon eins zu eins aus deinem Antrag übernehmen. Ich denke an sowas wie eine Projektbegründung. Was sind die Anforderungen? Wie soll man das am Ende vielleicht testen? Also gibt es irgendwie ein Testszenario, Abnahmekriterien, irgendwie sowas. Das ist etwas, was du für einen Projektantrag in vielen Fällen schon schreiben musst. Projektanträge sind ja super spezifisch, je nach IHK. Das kann ich jetzt nicht für alle sagen. Aber ganz oft kannst du Texte fast eins zu eins wieder übernehmen. So, keine Ahnung, du musst dein Unternehmen grob vorstellen. Du musst in wenigen Sätzen erklären, was dein Projekt überhaupt macht. Was ist das Ziel? Wer will was von dem Projekt? Was sind die Stakeholder? Was auch immer. Also diese allgemeinen Informationen zum Projekt, die musst du schon dem Projektantrag ja normalerweise angeben, damit man dein Projekt bewerten kann, ob das zum Beruf passt. Und die könntest du in vielen Fällen einfach an deine Doku übernehmen. [17:42] Und das ist auch nicht geklaut oder sonst was, also ein Plagiat, weil du hast die Texte selber geschrieben. Und niemand sagt, dass du nichts aus dem Projektantrag übernehmen darfst für deine Projektdokumentation. Vielleicht musst du es, damit es sich vernünftig liest, ein bisschen umformulieren, kürzen oder erweitern, wie auch immer. Aber wenn du dir die Arbeit schon gemacht hast, dein Projekt auf wenigen Zeilen zu erklären für den Projektantrag, wäre es ja dumm, das Gleiche nochmal zu machen für die Projektdokumentation, wenn es eh schon fertig ist. Also Wiederverwendung, nicht nur während der Projektdurchführung, sondern auch aus dem Projektantrag kannst du die Sachen schon übernehmen. [18:17] So, jetzt sind wir im Jahr 2026. Da würde, weil ich das persönlich auch nutze, ich noch einen weiteren Tipp geben. Und zwar, tipp doch nicht so viel, sondern lass einfach die KI transkribieren und sprech deine Texte ein. Das fällt einigen Menschen vielleicht ein bisschen schwer, wenn sie nicht gewohnt sind, so wie ich das jetzt übrigens gerade mache. Ich nehme jetzt hier meinen Podcast auf, ohne dass ich da jetzt genau weiß, was ich sagen muss und wie die Sätze formuliert werden. und ab und zu ist auch mal ein Versprecher drin, ja. Aber die KI ist heutzutage, 2026, so stark, da kannst du, genau wie ich das gerade mache, einfach ein paar Sachen erzählen und die transkribiert das. [18:53] Wenn du eine schlechte KI hast, wortwörtlich mit Ams und Pausen und irgendwas, aber wenn du eine gute KI hast, ich kann nur einen Tipp geben, ohne dass ich dafür Geld bekomme, Whisperflow zum Beispiel benutze ich dafür, kriegt das sehr, sehr gut hin, auch Versprecher auszumerzen, sage ich mal. Die macht automatisch Punktlisten, Wenn du sagst, es kommt eine Auflistung oder 1, 2, 3, macht das automatisch, sei es Formatierung ist sogar mit drin, mit Satz, Endezeichen, Grammatik etc. Also das ist eine super gute KI für Transkription, aber es gibt auch noch andere, du musst jetzt nicht die benutzen. Aber wenn es wirklich um den Fließtext geht, dann kann es wirklich sehr viel Zeit sparen, wenn du nicht tippen musst. Auch wenn das für mich persönlich irgendwie auch eine komische Geschichte ist. Ich meine, wir sind Softwareentwickler, ITler, was auch immer. Und die Tastatur ist natürlich unser Weg, um mit unserem System zu kommunizieren und wird das wahrscheinlich auch noch lange bleiben. Aber der Sprachkanal ist einer, der einfach viel schneller funktioniert. Also du kannst viel schneller deine Texte einsprechen, als sie tippen. Selbst wenn du Tipp-Weltmeister bist, wirst du nicht an das Sprachtempo rankommen. Deswegen erstes vielleicht eine Überlegung, eine KI dafür zu benutzen. Und Disclaimer natürlich, achte auf Datenschutz und Security etc. [20:03] Wie bei allem, was du mit KI so machst. Wenn du da jetzt hochsensible Firmendaten eingibst für dein Abschlussprojekt, dann würde ich da vielleicht lieber keine KI für benutzen. Wobei, ehrlich gesagt, hochsensible Firmendaten als Abschlussprojekt, da hast du vielleicht auch das falsche Projekt dann gewählt. Aber das ist ein anderes Thema. Also sprich vielleicht deine Texte ein, anstatt sie zu tippen. Ernst gemeinter Tipp, ich mache das ganz ehrlich auch fast immer so. Ich habe auch schon gar keine Lust mehr zu tippen, weil das Sprechen viel, viel schneller geht und meine Lebenszeit ist begrenzt. Das ist einfach so. [20:33] So, dann gucken wir nochmal kurz, was du vielleicht während deiner Projektdurchführungszeit so an Artefakten erstellen könntest, die du halt direkt für die Doku aufbereiten könntest. Ich orientiere mich wieder jetzt stark an Softwareentwicklungsprojekten. Für andere IT-Berufe fallen dir da bestimmte Entsprechungen ein. In der Analysephase zum Beispiel gibt es Use-Case-Diagramme oder Lasten- und Pflichtenheft. Das könnte man sogar für alle anderen IT-Berufe anführen, Lasten- und Pflichtenheft oder irgendeine andere Form der Anforderungsermittlung. Das musst du sowieso machen für dein Projekt und schon hast du ein, zwei, je nachdem, drei Seiten für den Anhang schon gefüllt, wenn du das entsprechend schon mal so aufbereitest, dass du es nachher einbauen kannst in die Doku. In der Entwurfsphase jetzt könntest du Architekturdiagramme machen mit UML rauf und runter. Du kannst Mockups zeichnen, Datenmodelle erstellen, Schnittstellen, APIs beschreiben, was auch immer. Das machst du ja eh alles und sind alles wertvolle Artefakte für deine Projektdokumentation. Und auch wieder für alle IT-Berufe, Dokumentationsphase gibt es auch in jedem Projekt. Und hier reden wir jetzt wieder von Benutzer, Kunden, Anwender, Entwickler-Doku und nicht der Projekt-Doku für den Prüfungsausschuss. Die musst du eh erstellen. Da sind normalerweise auch immer drei, vier, fünf Stunden für einzuplanen, weil das sind ja dann wirklich auch umfangreiche Word-Dokumente oder Markdown oder wie auch immer du deine Doku halt erstellst für deine Kunden. Und die kannst du natürlich auch eins zu eins in deiner Projekt-Doku wieder aufführen. Vielleicht auch nur in Auszügen, weil es sonst zu lang wird. Aber die Dinger sind ja fertig. Also pack die doch nachher einfach in deine Projektdoku rein. [21:57] So, ein paar Anregungen nochmal zum Schluss, was du da alles reinpacken kannst. Ich habe auch nochmal eine eigene Episode gemacht zum Thema, was gehört eigentlich alles in die Projektdoku und was erwartet man da so. Aber hier waren jetzt nochmal ein paar Stichpunkte drin. [22:08] Und mein Fazit für heute ist, du sparst Zeit, wenn du deine Doku nicht ganz am Ende des Projektes schreibst, so wie wir das in der Softwareentwicklung und anderen IT-Projekten auch oft machen. Ja, erstmal umsetzen und ganz am Ende schreiben wir Doku und ach, dann schreiben wir doch eigentlich in den meisten Fällen gar keine Doku, weil wir haben keine Zeit mehr und das nächste Projekt kommt und das ist viel spannender. Mach doch die Doku wirklich begleitend zu deinem Projekt. So ist sie ja eigentlich auch gedacht. Du sollst deine Projektdurchführung dokumentieren und im Prüfungsausschuss demonstrieren. Und das kannst du tatsächlich am besten, wenn du das parallel zu deiner Projektdurchführung machst. Dann sind die Gedanken noch frisch. Du hast das Klassendiagramm gerade gezeichnet, dann kannst du nochmal eben zwei Sätze dazu schreiben. Und wenn es auch erstmal nur Stichpunkte sind, um die später auszuformulieren, aber du denkst dann zumindest dran und musst dir später nicht überlegen, was habe ich da jetzt vor acht Wochen nochmal gemacht? [22:57] Also sieh das als wachsendes Dokument. Ich plane aber genug Zeit ein, um dich in den Textsatz einzuarbeiten, und zwar vor der Projektdurchführung. Das wäre ganz wichtig. Und nutze gerne Vorlagen, um dir einfach die technische Zeit zu ersparen, wo du sonst selber rumfrickeln müsstest mit Überschriften, Formatierung und ich weiß nicht was. [23:14] So, das wäre meine Idee zum Thema Zeitsparen bei der Projektdokumentation. Vielleicht war für dich was Gutes dabei. Wenn ja, lass mir gerne einen Kommentar da oder gib mir Feedback. Vielleicht hast du noch andere Ideen, wie man noch mehr Zeit sparen kann. Hau es in die Kommentare unter die Episode, würde mich sehr freuen. Ansonsten wünsche dir viel Erfolg bei deiner Projektdokumentation, wichtiges Prüfungsartefakt, nicht unterschätzen, plan da vernünftig Zeit rein. [23:37] Aber mit meinen Tipps heute ist es vielleicht möglich, das auch in endlicher Zeit zu schaffen. Ich wünsche dir alles Gute, bis demnächst.

  • July 13 · 11 min

    Korrekturlesen der Projektdokumentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #16

    Um das Korrekturlesen der Projektdokumentation geht es in der sechzehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Ich empfehle dir ganz klar, deine Projektdokumentation vor der Abgabe gegenlesen zu lassen. Korrekturlesen durch dein:e Ausbilder:in, andere Personen oder auch eine KI ist aus meiner Sicht eine normale Qualitätssicherung und kein Problem, solange die Doku weiterhin deine eigene Arbeit bleibt und dir niemand den Inhalt oder die Formulierung vollständig abnimmt. Gerade weil formelle Gestaltung mitbewertet wird und die Prüfungsvorgaben oft unrealistisch sind, wäre es eher unklug, auf diese Prüfschleife zu verzichten. Inhalt Gegenlesen ist sinnvoll und aus meiner Sicht erlaubt Ich halte es für sinnvoll, die Projektdokumentation vor der Abgabe gegenlesen zu lassen. Gemeint ist das PDF (oder das ausgedruckte Dokument), das du als Prüfungsartefakt beim Prüfungsausschuss einreichst. Die kurze Antwort lautet: Ja, lass jemanden drüber schauen! Warum das wichtig ist Die Vorgaben rund um Projektzeit und Dokumentation bei den einzelnen IHKen wirken oft unrealistisch. Wenn erwartet wird, dass eine längere Projektdokumentation – manchmal 50 oder mehr Seiten – in sehr wenig Zeit vollständig fehlerfrei erstellt wird, ist das kaum praktikabel. In der Praxis sind viele Dokumentationen ohnehin schon schwer lesbar, etwa durch: Rechtschreib- und Grammatikfehler uneinheitliche Formatierung wechselnde Perspektiven im Text unvollständige oder abgebrochene Sätze Deshalb ist Gegenlesen aus meiner Sicht eine normale und notwendige Absicherung der Qualität. Selbstständigkeit bedeutet nicht: keine Korrekturhilfe Auch wenn du in der Prüfung bestätigst, dass du die Projektarbeit selbstständig erstellt hast, sehe ich Korrekturlesen nicht als Widerspruch dazu. Es geht dabei nicht darum, dass dir jemand die Dokumentation schreibt, sondern dass Fehler gefunden und Formulierungen verständlicher gemacht werden. Was nicht gemeint ist Nicht in Ordnung wäre es, wenn dir jemand anderes oder eine KI die Doku vollständig schreibt oder wesentliche inhaltliche Arbeit übernimmt. Die Dokumentation soll weiterhin deine eigene Leistung zeigen. In Ordnung ist dagegen zum Beispiel: Rechtschreibung prüfen lassen Grammatik prüfen lassen auf unklare Formulierungen hinweisen lassen formelle Fehler korrigieren lassen eine Qualitätssicherung durch eine zweite Instanz einbauen Bewertung: Form zählt mit Auch wenn der Inhalt des Projekts wichtiger ist als die äußere Form, spielt die formelle Gestaltung bei der Bewertung mit hinein. Fehler in der Dokumentation können sich also auf die Note auswirken. Wenn andere Prüflinge ihre Doku gegenlesen lassen und du nicht, kann dir das einen Nachteil bringen. Eine fehlerhafte Doku wirkt schnell unsorgfältig, selbst wenn das fachliche Projekt gut ist. Bezug zur echten IT-Praxis In der realen IT-Arbeit ist Qualitätssicherung selbstverständlich. Beispiele dafür sind: Code-Reviews Pull-Requests Vier-Augen-Prinzip Pair-Programming statische Codeanalyse Auch in echten Projekten würde niemand wichtige Ergebnisse ungeprüft weitergeben. Deshalb ist es aus meiner Sicht nur logisch, auch die Projektdokumentation als wichtiges Prüfungsartefakt prüfen zu lassen. Wirkung von Fehlern nach außen Rechtschreibfehler haben zwar nichts mit Programmieren oder Netzwerktechnik zu tun, sie können aber den Eindruck erwecken, dass unsauber gearbeitet wurde. Genau dieser Eindruck kann sich auch auf die Bewertung auswirken. Wenn schon die Doku nachlässig wirkt, wird schnell auch an der Sorgfalt im Projekt gezweifelt. KI als Prüfwerkzeug Ich halte es für völlig in Ordnung, KI zur Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder Verständlichkeit einzusetzen. Entscheidend ist, dass die KI nicht deine eigentliche Arbeit übernimmt, sondern nur als Qualitätssicherung dient. Konkretes Beispiel aus einer IHK Als Beispiel habe ich unten ein Merkblatt der IHK München verlinkt. Dort steht ausdrücklich, dass die fertige Dokumentation von möglichst vielen Personen quergelesen werden soll, idealerweise sowohl von fachbezogenen Personen als auch von Personen, die nicht in der Materie stecken. Das zeigt, dass Gegenlesen nicht nur geduldet, sondern teilweise sogar empfohlen wird. Lassen Sie die fertige Dokumentation von möglichst vielen Personen querlesen. Am besten von Fachbezogenen Personen, aber auch von Personen die nicht in der Materie drin sind. Achten Sie auch auf die Rechtschreibung in der Dokumentation, diese wird zwar nicht bewertet trägt, aber zum äußeren Erscheinungsbild erheblich mit. Fazit Mein zentraler Tipp ist: Lass deine Projektdokumentation auf jeden Fall gegenlesen. Wenn du niemanden im Unternehmen oder im privaten Umfeld hast, kann auch eine KI diese Rolle für die Korrektur und Qualitätssicherung übernehmen. Wichtig ist nur, dass die Doku inhaltlich und als Leistung deine eigene bleibt. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Orientierungshilfe zur Dokumentation IT-Berufe – IHK München Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] So, heute habe ich mal wieder ein Thema mitgebracht, was gerade in Zeiten von KI besonders oft nachgefragt wird. Und zwar, kann ich meine Projektdokumentation eigentlich korrigieren, beziehungsweise gegenlesen lassen oder wie auch immer. Also die Projektdokumentation, die ich als Prüfungsartefakt dem Prüfungsausschuss übergebe, das PDF, was je nach IHK zwischen 30 und 60 Seiten lang ist oder mal weniger, mal mehr, darf ich da eigentlich jemanden rübergucken lassen. Ja, und kurze Antwort. Ja, auf jeden Fall mach das. Du bist dumm, wenn du niemanden drüber gucken lässt. Ja, das ist meine persönliche Antwort. Wenn man dich direkt danach fragt, hast du da jemanden drüber gucken lassen, dann frag lieber jemanden, der schon mal bei deinem Prüfungsausschuss Prüfung gemacht hat, was die da vielleicht erlauben und was nicht. Also Nummer eins, wir wissen, dass die Zeitplanung und die Vorgaben und so weiter, die man bei so einer IHK für seine Prüfung bekommt, größtenteils unrealistisch, utopisch, fragwürdig sind. Ich habe schon Episoden dazu gemacht. Wie viel Zeit darf man für die Projektdokumentation aufwenden? Muss das in die Projektzeit mit rein und so weiter? Und das sind teilweise alles so unrealistische Vorgaben. Das weiß sowieso jeder, der einigermaßen Bezug zur IT hat, dass das alles hinten und vor nicht passt. Und jetzt unterschreiben die Prüflinge natürlich auch, zumindest bei unserer IHK, bei anderen gibt es sicherlich etwas Ähnliches, so etwas wie. [1:45] Ich bestätige, dass ich die Projektarbeit komplett selbstständig umgesetzt habe. So oder in anderen Worten. Und jetzt kann man natürlich hinterfragen, Moment, komplett selbstständig, wenn jetzt jemand Korrektur gelesen hat, ist das dann noch selbstständig? Und natürlich kann man auch fragen, wenn dieser jemand eine KI ist. [2:02] Ist das eigentlich eine KI-Unterstützung dann? Oder also darf ich das eigentlich oder nicht? Und jetzt muss man aus meiner Sicht ein bisschen unterscheiden, die Realität und dieses Prüfungsgedöns, was wir hier gerade vor uns haben. Und ich habe schon mehrfach in anderen Episoden gesagt, dass alle sowieso wissen, dass die Zeitplanung und Vorgaben alles super unrealistisch ist. Und wenn ich jetzt tatsächlich von einem Prüfling erwarte, so einen 50 Seiten PDF in, wenn ich ganz viel Pech habe, 12 Stunden maximal laut, Projektvorgabe, fehlerfrei mit korrekter Kommasetzung und ich weiß nicht was, dass alle Referenzen auf Bilder aufgelöst und alles, was man halt bei so einem Dokument falsch machen kann, ist richtig gemacht worden. Dass man das hinkriegt in der kurzen Zeit, das ist absolut unrealistisch. Und wenn wir das wirklich erwarten würden, dass die Leute nur diese maximale Zeit investieren würden, dann könntest du die Texte nicht mehr lesen. Also ich habe so schon Dokus, die einfach irgendwo teilweise mitten im Satz einfach enden oder wo einfach Kraut und Rüben drin ist und mal ist Blocksatz, dann wieder Flattersatz und munter von Ich in Perspektive in eine andere gewechselt. Und also es ist sowieso teilweise schon sehr schwierig, solche Sachen zu lesen. Und wenn wir den Leuten dann tatsächlich auch nur 10 Stunden dafür geben würden, dann könntest du gar nicht mehr lesen am Ende. Das ist einfach Quatsch. So, und das wissen alle an der Prüfung Beteiligten, insbesondere die Prüfenden. [3:17] Und deswegen kann ich dir nur Empfehlung geben, lass auf jeden Fall jemanden drüber gucken. [3:22] Und wenn jemand dir vorwerfen würde, dass du das nicht selbst gemacht hast, wie will die Person es denn beweisen? Ich meine, sind wir mal ganz ehrlich. Wenn ein Ausbilder, Ausbilderin da mal drüber guckt und ihr sagt, hier, das musst du umformulieren und hier ist ein Komma-Fehler. Wer will das denn im Nachhinein beweisen, dass das stattgefunden hat? Und dass du nicht tatsächlich einfach mit Microsoft Word die Rechtschreibprüfung gemacht hast und die grammatikalische Prüfung und da kam es dann her. Also das kann doch kein Mensch mehr nachweisen. Und genauso wenig kann man dir nachweisen, dass du KI eingesetzt hast, um Rechtschreibfehler zu korrigieren oder Sätze umzuformulieren. Das kann doch niemand beweisen. Und selbst wenn ich das Ding in so einen KI-Checker reinhaue, sind die Ausgaben, die da rauskommen, sowieso 100 Prozent, ja, das ist sicherlich KI generiert. Weil die wissen es ja auch nicht. Woran sollen sie es denn festmachen? [4:05] Ja gut, wenn da ein paar zu viele Bindestriche drin sind, okay. Aber ganz ehrlich, ich lese schon seit Jahr, ich kann inzwischen sagen, Jahrzehnten lese ich Projektdokumentation. Und so viel Welche, Welcher, Welches, wie ich da schon gelesen habe, das habe ich im wahren Leben selten gehört. Also die Leute fangen an zu schreiben, als würden sie Professor Dr. Tralala sein bei ihrer Projektarbeit. So redet kein Mensch in der normalen Welt. Und wenn ich da das schon seit Jahren lese, dann weiß ich, dass das nicht mit KI generiert wurde, sondern die Leute das einfach selber formuliert haben oder jemand anders drüber geguckt hat oder wie auch immer. Aber dafür kriegt man ja keinen Punktabzug. Das heißt, wenn du deine Ausbilderin, eine KI, deine Mutter, wen auch immer, über deine Doku schauen lässt und Fehler korrigieren lässt, dann ist das völlig in Ordnung. Mach das, ja? [4:55] Du musst gucken, wenn du es nicht machen würdest und andere machen das aber, dann hast du ja einen Nachteil quasi. Weil wenn ich deine Doku dann lese und die ist voll mit Fehlern, ja natürlich gebe ich dir da eine schlechtere Note als jemandem, der da halt keine Fehler drin hat. Und ist das das Wichtigste bei der Bewertung? Natürlich nicht. Es kommt immer auf den Inhalt an und das Projekt und das ist gut umgesetzt, das ist alles okay. Aber es gibt halt auch einen Bewertungspunkt, formelle Gestaltung. Und dazu gehören auch Fehler in der Dokumentation. Die dürfen und müssen und können auch von der Note abgezogen werden. Das heißt, da ist es dein Job, dich darum zu kümmern, dass das vernünftig ist. Und in der wahren Welt wäre das doch auch so. Also wenn du ein Benutzerhandbuch schreibst für die Kunden deiner Applikation und das ist voll mit Rechtschreibfehlern, was meinst du, was die Kunden dann machen? Die freuen sich erstmal nicht und die denken, okay, wenn die Doku schon so viele Fehler enthält, wie sieht es denn da mit der Software aus? Also funktioniert die überhaupt? Oder wenn da so viele Rechtschreibfehler jetzt schon drin sind, öh. [5:48] Diese Analogie ziehen Menschen halt. Hat Programmieren, in meinem Fall jetzt, oder Netzwerke einrichten, irgendwas mit Rechtschreibung zu tun? Nein. Aber viele Menschen, wenn sie Rechtschreibfehler sehen, denken halt, oh, die Person, die es geschrieben hat, rrr. Entweder, also wenn sie ganz doof denken, sagen sie, oh, der ist ja doof oder blöd, ja. Okay, aber was man zumindest sagen könnte, wie sowas wie, der hat aber nicht sehr sorgfältig gearbeitet. Weil so ein Fehler, den findet Microsoft Word sofort, rote Schlange drunter, ja. Oder den würde jeder, der das Ding zum ersten Mal liest, oder jede, sofort sehen, so ein Fehler, ja. Und das heißt auch eigentlich, dass man nachlässig gearbeitet hat. Und ich glaube, das wollen wir uns nicht nachsagen lassen. Also in jeder vernünftigen Softwareentwicklung, Qualitätskontrolle, wie auch immer, wird am Ende geprüft, ist das vernünftig gelaufen. Da gibt es einen Pull-Request, da gibt es einen Code-Review, da gibt es was auch immer. Und ich werde auch keinen Azubi auf die Produktionsdatenbank loslassen, wenn da nicht vorher jemand drüber geguckt hat. Also wenn es in einem echten Projekt noch gang und gäbe ist, Qualitätssicherung einzubauen, warum solltest du das für deinen Prüfungsartefakt, was den Großteil der Note ausmacht, nicht auftun? Natürlich ist das in Ordnung. [6:53] Heißt das, du sollst dir die Doku von jemand anderem schreiben lassen, von dem Ausbilder oder der Ausbilderin oder einer KI? Natürlich nicht. Es soll natürlich deine eigene Arbeit sein und du musst deine Arbeit demonstrieren, weil dafür kriegst du die Note. Aber am Ende jemanden die Rechtschreibprüfung machen zu lassen oder bei der Formulierung einen Hinweis geben zu lassen, wie man es besser versteht oder sonstiges, das ist kein Problem. Und das darfst du auch, wenn du unterschrieben hast, ja, ich habe alles selber gemacht. Das machen auch Leute, die ihre Doktorarbeit schreiben und das auf jeden Fall bestätigen müssen, dass jetzt einige gemacht haben. Da lassen die auch jemanden drüber gucken. Es wäre dumm, das nicht zu tun. [7:28] Also mach das unbedingt. Und in diesem Zusammenhang würde ich auch sagen, KI, um so eine Prüfung zu machen, Rechtschreibung etc., Grammatik zu prüfen, aus meiner Sicht völlig okay. Ich als Prüfender finde es super, dann kann ich die Sachen vernünftig lesen und ich habe keine Lokus, wo, also das habe ich wirklich schon mehrfach gehabt, wo einfach mit einem Satz irgendwo der Absatz endet und du denkst dir, also das ist eben nicht sorgfältig. Und dann bewerte ich natürlich auch die Arbeit des Prüflings anders, wenn das zentrale Prüfungsartefakt, von dem alle wissen, dass es so viel zählt, mit so wenig Sorgfalt behandelt wird. So kann man das ja auch sehen. Gut, ich habe sogar ein Beispiel gefunden von einer konkreten IHK, die das sogar explizit empfiehlt. Ich nehme das hier auf, Mitte 2026. Inzwischen, wenn du das hier hörst, kann das vielleicht schon wieder von der Website verschwunden sein, aber ich habe es mir runtergeladen und angeschaut. Das sagt die IHK München wortwörtlich in dem Merkblatt zur Projektdokumentation. Lassen Sie die fertige Dokumentation von möglichst vielen Personen querlesen. Am besten von fachbezogenen Personen, aber auch von Personen, die nicht in der Materie drin sind. Wortwörtliches Zitat und fachbezogen mit großem F übrigens. [8:35] So viel zum Thema. Lassen Sie das querlesen in einem Satz, wo dann selber Rechtsstaatfehler drin ist. Also ja und grammatikalisch auch vielleicht etwas fragt. Aber wir sind alle Menschen. Wir machen alle mal Fehler völlig in Ordnung. Aber ich finde es hier besonders witzig, wenn es darum geht, lassen Sie das möglichst quer lesen. Ja gut, also da steht es explizit drin. Es ist eine Empfehlung der IHK, lassen Sie das quer lesen. Wahrscheinlich haben die auch ohne Ende das Leid ihrer Prüferinnen gehört, dass man den Kram sonst nicht lesen kann. Also es gibt IHK, die empfehlen es sogar. Und der gesunde Menschenverstand sollte es auch erlauben, dass man über so ein wichtiges Prüfungsartefakt mal jemanden drüber gucken lässt. Und wenn du niemanden hast, der das für dich macht, ich weiß, es gibt einige Azubis oder Umschülerinnen, die haben es nicht so leicht im Unternehmen. Da gibt es vielleicht keinen guten Ausbilder oder Ausbilderin, die darüber gucken. Dann lass es die KI machen. Es geht nicht darum, dass du Sachen von dieser KI oder vom Ausbilder geschrieben bekommst, sondern eine Korrektur, eine Kontrolle, eine Qualitätssicherung. Sie ist einfach so. Du machst eine Feedback-Schleife zur Qualitätssicherung, was du in deinen echten IT-Projekten unbedingt auch machen musst und solltest. Jedes Projekt, was nicht irgendwo Qualitätssicherung als Oberkapitel irgendwo in der Doku hat, da würde ich schon ganz viele Fragezeichen dran schreiben. Also du machst es in der Realität auch. Wir haben sogar organisatorische Maßnahmen, wie zum Beispiel Pair-Programming, Pull-Request, etc., um sowas zu forcieren. Vier-Augen-Prinzip, tralala. Und in der Doku, die deine zentrale Note ausmacht, machst du es nicht. [9:55] Das wäre einfach genauso realitätsfähig, wie zu sagen, ich habe es in zwölf Stunden geschrieben, das Ding. Das passt einfach nicht. Also, doch ein bisschen länger geworden heute, aber das ist mein zentraler Tipp. Lass auf jeden Fall jemanden drüber gucken und wenn es kein Mensch ist, dann mach es durch eine KI. Aber lass dir nicht die Formulierung abnehmen, sondern lass es wirklich wie eine Qualitätssicherung drüber laufen und lass das Ding nicht deine Arbeit machen. Das ist nicht in Ordnung. So, das wäre es für heute. Bis zum nächsten Mal.

  • July 6 · 11 min

    Realistische Dauer der Projektdokumentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #15

    Um die realistische Dauer deiner IHK-Projektdokumentation geht es in der fünfzehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Die wichtigste Aussage ist kurz: Plane für deine Projektdokumentation so viel Zeit ein, wie du bekommen kannst. Weil die Vorgaben der IHKen stark unterschiedlich sind und die Doku einen großen Einfluss auf deine Abschlussnote hat, lohnt es sich, deutlich mehr Zeit für Formulierung, Korrekturen, Feedback und saubere Aufbereitung einzuplanen. Die knappen "offiziellen" Zeitvorgaben für die umfangreiche Dokumentation sind unrealistisch, deshalb sollte die Doku in deiner Priorisierung weit oben stehen. Inhalt Wie viel Zeit du für die Projektdokumentation einplanen solltest Die kurze Antwort lautet: so viel Zeit, wie deine IHK dir erlaubt. Praktisch heißt das aber: Plane eher mehr Zeit ein, als offiziell irgendwo steht, weil die Projektdokumentation ein zentrales Prüfungsartefakt ist und einen großen Anteil an deiner Abschlussnote hat. Unterschiedliche Vorgaben der IHKen Ein zentrales Problem ist, dass die IHKen in Deutschland nicht überall gleich vorgehen. Manche IHKen erlauben, die Projektdokumentation innerhalb der offiziellen Projektzeit zu schreiben. Andere IHKen erlauben das nicht oder machen andere Vorgaben. Teilweise gibt es sogar feste Zeitanteile, zum Beispiel 15% der Projektzeit. Bei 80 Stunden Projektzeit in der Anwendungsentwicklung wären das dann 12 Stunden für die Dokumentation. Andere IHKen machen gar keine konkrete Zeitvorgabe, sodass du faktisch bis zur Abgabe daran arbeiten kannst. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Wenn eine Person nur 12 Stunden einplanen darf und eine andere faktisch deutlich mehr Zeit nutzen kann, wirkt sich das fast zwangsläufig auf die Qualität der Dokumentation aus. Warum mehr Zeit sinnvoll ist Die Projektdokumentation wird bewertet. Entscheidend ist am Ende nicht, ob du exakt eine vorgegebene Stundenzahl eingehalten hast, sondern wie gut das Ergebnis ist. Deshalb sollte die Doku möglichst sauber und vollständig sein: Fehler korrigieren sauber formulieren Referenzen prüfen ein ordentliches Inhaltsverzeichnis erstellen Bilder und Artefakte sinnvoll in Anhang oder Dokument einbauen andere Personen Korrektur lesen lassen Die Empfehlung ist deshalb klar: Nutze jede realistisch verfügbare Zeit, um die Dokumentation rund zu machen. Offizielle Planung und praktische Realität Wenn deine IHK eine feste Zeitvorgabe macht, sollte diese natürlich in Projektplanung, Antrag und Dokumentation auftauchen. Gleichzeitig ist die Empfehlung, in der Realität trotzdem alle sinnvollen Möglichkeiten zu nutzen, um die Doku zu verbessern. Der Grund: Eine gute Note bekommst du nicht dafür, dass du nur wenig Zeit investiert hast, sondern dafür, dass die Dokumentation am Ende gut ist. Warum knappe Zeitvorgaben unrealistisch sind Gerade bei umfangreichen Dokumentationen mit zum Beispiel 40 oder 50 Seiten sind die sehr kleinen "offiziellen" Zeitvorgaben aus meiner Sicht unrealistisch. Denn zur Arbeit an der Doku gehört mehr als nur Schreiben: viele Seiten Text formulieren Inhalte überarbeiten Layout und Struktur sauber setzen Anhänge, Bilder und weitere Artefakte einbauen zusätzliche Materialien teilweise erst erstellen Eine umfangreiche, sauber gesetzte PDF-Dokumentation in nur 12 Stunden zu erstellen, ist nicht realistisch! Priorisierung: Doku vor Perfektion im Projekt Die klare Empfehlung lautet, deine Zeit nach dem Einfluss auf die Note zu priorisieren. Das bedeutet im Zweifel: lieber etwas weniger programmieren, konfigurieren oder installieren dafür mehr Zeit in die Projektdokumentation stecken Begründung: Die Doku hat einen sehr hohen Einfluss auf die Abschlussnote. Das eigentliche Projekt kannst du in Präsentation und Doku ohnehin nur ausschnittweise zeigen. Deshalb kann zusätzliche Zeit für Formulierung, Überarbeitung und Feinschliff bei der Doku mehr Wirkung auf die Bewertung haben als noch mehr Arbeit am eigentlichen Projekt. Natürlich kann man diese Prüfungslogik kritisch sehen – und das tue ich selbst auch. Denn eine umfangreiche Dokumentation zeigt nicht automatisch, wie gut jemand beruflich handlungsfähig ist. Solange die Prüfungsstruktur aber so ist wie sie ist, sollte man als Prüfling das Beste daraus machen. Zusätzlicher Zeitdruck in der Abschlussphase Diese Empfehlung ist in der Praxis nicht immer leicht umzusetzen. Gegen Ende der Ausbildung kommen oft mehrere Belastungen zusammen: laufende Arbeit im Ausbildungsunternehmen teilweise keine vollständige Freistellung in manchen Fällen Projektarbeit außerhalb der Arbeitszeit Vorbereitung auf die AP2 Vorbereitung auf Projektpräsentation und Fachgespräch Durchführung des eigentlichen Projekts Schreiben der Dokumentation Trotzdem bleibt die Doku aus Bewertungssicht ein Schwerpunkt, den du bei deiner Zeitplanung besonders beachten solltest. Abgrenzung: Projektdokumentation ist nicht dasselbe wie Benutzer- oder Entwicklerdoku Zum Schluss unterscheide bitte nochmal ganz klar zwischen den verschiedenen "Dokumentationen". Projektdokumentation Das ist das Prüfungsartefakt, um das es im gesamten Podcast geht. Fachliche Dokumentation im Projekt Dazu gehören zum Beispiel: Benutzerhandbuch Entwicklerdokumentation Klassendiagramm Administrationsdokumentation Netzplan Diese Unterlagen gehören ohnehin zum Projekt dazu und sind Pflichtbestandteile. Dafür gibt es bei vielen IHKen eigene Bewertungsanteile. Wenn solche Dokumentationen fehlen, kann sich das direkt negativ auf die Note auswirken. Realistische Planung für diese fachlichen Doku-Anteile Für diese projektbezogenen Dokumentationen sollte die Zeitplanung realistisch bleiben. Ein sehr umfangreiches Handbuch mit unrealistisch wenig angesetzter Zeit passt nicht. Kleinere Dokumentationsartefakte wie ein Netzplan oder ähnliche Unterlagen können dagegen mit wenigen Stunden realistisch geplant werden. Fazit Meine Kernaussage ist eindeutig: Investiere in die Projektdokumentation lieber mehr Zeit als zu wenig. Wegen der hohen Bedeutung für deine Note, der sehr unterschiedlichen IHK-Vorgaben und der unrealistischen offiziellen Zeitvorgaben lohnt es sich, genügend Zeit für Überarbeitung, Feedback und Feinschliff einzuplanen. Eine gute Dokumentation kann mehr Einfluss auf dein Ergebnis haben als zusätzliche Detailarbeit am eigentlichen Projekt. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] So, heute habe ich mal ein kleines Thema mitgebracht und ich glaube, heute wird es wirklich mal ein Short. Und die Frage, die ich heute behandeln möchte, ist, wie viel Zeit sollte ich für meine Projektdokumentation einplanen? Also du weißt schon, das Prüfungsartefakt, das, was du dem Prüfungsausschuss vorlegst, wo ein sehr, sehr großer Teil deiner Abschlussnote von abhängt. Ja, genau dieses Ding, was je nach IHK zwischen 20 und 60 Seiten lang sein kann oder vielleicht noch kleiner oder noch länger. Ich weiß das nicht von allen 79 IHK, aber sagen wir mal im Durchschnitt vielleicht 30, 40, 50 Seiten. Dieses Ding, was du dann wahrscheinlich über eine Online-Plattform einreichst oder ausgedruckt und gebunden und ja, auch das habe ich schon gehört, bei der IHK einreichst, damit das bewertet werden kann. Wie viel Zeit brauchst du dafür? Und das Too Long Didn’t Read, was ich immer Games by Einschieger mache, ist, ganz kurz gesagt, so viel wie deine IHK dir erlaubt. So, was soll das wieder heißen? [1:18] Du weißt, 79 IHK gibt es in Deutschland. Jede macht wieder mal so ein bisschen ihr eigenes Ding, wenn sie möchte. Die meisten halten sich auch vielleicht eine einheitliche Vorgabe. Aber einige Sachen sind in den Berufsverordnungen der IT-Berufe halt nicht einheitlich geregelt. Zum Beispiel, ob die Projektdokumentationen überhaupt in deinen 80 oder 40 Stunden Projektzeit geschrieben werden dürfen. Einige IHK erlauben das, andere nicht. Und es kommt darauf an, wie man Gesetzestexte interpretiert und wer bei der IHK was entscheidet. Und ich weiß nicht, wovon es noch abhängt. Deswegen gibt es einfach ein Wir-Wahr an verschiedenen Lösungen und an verschiedenen Vorgaben und verschiedenen Wünschen, die IACAN so an diese Abschlussprojekte haben. Und da kann es dann durchaus sein, dass es da vielleicht auch harte Vorgaben gibt. Zum Beispiel innerhalb deiner Projektzeit ist das einzuplanen mit exakt 15 Prozent deiner Zeit. Und das wäre dann bei Anmerkungsentwicklung, wenn ich 80 Stunden habe, 12 Stunden der Projektzeit. Muss dann für die Projektdokumentationen. Eingesetzt werden. Andere IHK erlauben, dass man das einfach außerhalb der Projektzeit schreiben kann und geben gar keine Zeitvorgabe. Das heißt, da hast du quasi unendlich viel Zeit, also bis zur Abgabe der Doku natürlich, um deine Doku zu schreiben. Und da sieht man schon irgendwie, dass das ein bisschen unfair ist. Also wenn IHK einen Vorgaben machen, du darfst maximal zwölf Stunden dran sitzen und andere haben quasi unendlich viel Zeit. [2:36] Wie unterschiedlich sehen diese Dokus dann wohl aus, wenn ich wirklich nur zwölf Stunden in dieses Dokument stecke? Das kann ich ja gar nicht. so gut formulieren, gestalten, die Referenzen prüfen und ich weiß nicht was alles, wie jemand, der unendlich Zeit dafür hat. Also, da sieht man schon irgendwie, dass das alleine schon unfair ist. Und deswegen muss ich ehrlich gesagt sagen, aus meiner Sicht als Prüfer empfehle ich das sogar, es ist ganz egal, was dein IHK dir für Vorgaben macht. Nutze einfach so viel Zeit, wie du kriegen kannst, und mach diese Dokumentation perfekt, in Anführungszeichen. Lass da jemanden Korrektur lesen, im besten Fall jemanden, der sich auskennt, Ausbilder, Ausbilderin vielleicht. [3:15] Korrigiere alle Fehler, die dir auffallen, mach die Referenzen sauber, mach ein vernünftiges Inhaltsbezeichnis, pack alle Bilder in den Anhang etc. Mach das Ding rund. Das ist dein Prüfungsartefakt. Das Ding wird bewertet. Und am Ende wirst du nicht eine Eins dafür kriegen, weil du exakt zwölf Stunden daran gearbeitet hast, aber das Ding sieht aus wie Grütze, sondern die Leute werden dieses Ding nehmen, was aussieht wie Grütze und werden das bewerten. Und dann guckt auch keiner mehr danach, ob du zehn oder zwölf oder dreihundert Stunden dran gesessen hast, wenn es Mist ist. Das heißt, um allein diesen Nachteil auszugleichen, dass andere IHK den Prüfling quasi unendlich viel Zeit geben für die Bearbeitung, würde ich sagen, das ist schön, dass du da solche Vorgaben hast, das schreibst du dann auch schön in deine Projektplanung rein, in den Antrag und in der Doku wiederholst du es nochmal, aber in der Realität nutzt du bitte sämtliche Zeit, die du hast, um diese Doku rund zu machen. Alles andere wäre dumm. [4:08] So, das ist meine persönliche Empfehlung. Deswegen sage ich, du hast so viel Zeit, wie deine IHK dir erlaubt, aber rechne mit deutlich mehr Zeit. Am Ende ist dieses eine Prüfungsartefakt, die Projektdokumentation, das Ding, was am meisten Anteil an deiner Abschlussnote hat. Also wäre es doch blöd, da so wenig Zeit wie möglich zu investieren. Ich würde stattdessen einfach so viel Zeit wie möglich investieren. Und ich würde sogar sagen, im Zweifel programmierst du ein bisschen weniger oder konfigurierst ein bisschen weniger oder installierst ein bisschen weniger und schreibst mehr an der Dokumente, weil das ist das Ding, was bewertet wird. Ist das gut, dass man IT-Berufe so bewertet? Darüber kann man streiten. Ich finde, das ist auch nicht die beste Wahl, um. [4:51] Herauszufinden, ob jemand seinen Beruf beherrscht, dass man ein 40-seitiges Dokument darüber schreibt, vor allem mit Hilfe von KI zum Beispiel heute oder früher auch schon, gab es immer schon Ausbilder, die drüber geguckt haben und das korrigiert haben. Also wie viel Aussagekraft hat dieses Dokument da noch? Da kann man jetzt wirklich sehr schön drüber streiten und dann auch Vorschläge machen, dass das in Zukunft vielleicht anders ist. Aber solange das nicht passiert ist und wir diese Prüfungsordnung und Struktur noch so haben, würde ich sagen, halt dich dran und hol das Beste für dich raus. Ich sage es immer wieder, die Doku, das ist das Ding, was du in deiner Hand hast, aus meiner Vorgabe jetzt hier, nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst. Du kannst das tausendmal Korrektur lesen, du kannst es eine Woche liegen lassen vor der Abgabe und dann nochmal drauf gucken. Du kannst jemand anderen drüber lesen lassen, Du kannst ganz viel Zeit investieren, bis das Ding halt vernünftig und rund ist. Und die würde ich auf jeden Fall auch investieren. [5:42] Und ganz ehrlich, wenn jemand bei einer IHK sagt, ich erwarte von dir ein 50-seitiges, perfekt gesetztes PDF-Dokument innerhalb von maximal zwölf Stunden, da sind wir uns, glaube ich, alle einig, dass das absolut utopisch ist. Das wird niemand hinbekommen. Auch wenn du dein Projekt perfekt umgesetzt hast, allein die Formulierung von so vielen Seiten Text dauert definitiv länger als zwölf Stunden. Dann kommt noch hinzu, du musst vernünftig setzen, du musst die ganzen Artefakte, Anhänge, Bilder etc. da reinbauen. Die musst du teilweise für die Doku ja sogar noch anfertigen extra. Also das ist alles völlig unrealistisch. Da sind wir uns hoffentlich alle einig. Und wenn dann tatsächlich jemand kommt und sagt, Moment, wir wollten von dir 50 Seiten haben und du hast uns tatsächlich 50 Seiten geliefert, obwohl du nur 12 Stunden Zeit hattest, wie ist das denn überhaupt möglich? [6:28] Dann tut mir leid, schneiden die Leute sich ins eigene Fleisch. Also da wird keiner nachfragen. Es wissen alle, die an dieser Prüfung beteiligt sind, dass diese Vorgaben absoluter Bullshit sind. Und deswegen geh davon aus, dass du die Zeit investieren kannst. Die Leute werden dich nicht danach fragen, wie lange du da dran gesessen hast, sondern werden das einigermaßen realistisch auch in der Zeitplanung, wenn es denn Vorgabe ist, der IHK berücksichtigt ist, dann wird da kein Mensch nachfragen, weil sowieso alle wissen, dass das alles ausgedachte Zahlen sind und deswegen nimm dir die Zeit, lass das Ding Korrektur lesen, mach das Ding rund und gib es dann ab und dann hast du alles getan, was du tun kannst, damit du da auch eine gute Note bekommst. Also, nimm dir so viel Zeit, wie du kriegen kannst, ganz blöd gesagt. Das hört sich jetzt so einfach an. Ich weiß, einige Prüflinge müssen neben dieser Projektarbeit auch noch richtig arbeiten. Das heißt, da ist das Ausbildungsunternehmen hinterher, dass man auch ein bisschen Geld verdient für das Unternehmen. Da wird man nicht freigestellt. Ich habe sogar schon von Unternehmen gehört, da muss man die Projektarbeit außerhalb der Arbeitszeit machen. Also gut, das ist jetzt heute hier nicht das Thema. Auf jeden Fall kann es ja sein, dass du in deinem Projektzeitraum noch ein bisschen Stress hast. Ach ja, da steht ja noch so eine AP2 an, für die du lernen musst. Projektpräsentation, Fachgespräch muss vorbereitet werden und dann auch noch tatsächlich eine Software entwickeln oder Netzwerk planen oder was auch immer du so machst und dann auch noch diese Doku schreiben. Also gegen Ende der Ausbildung wird es ein bisschen knapp zeitlich auch manchmal. [7:46] Von daher wird es manchmal auch schwierig, sich die Zeit damit zu nehmen. Aber halt dir nochmal vor Augen, die Doku ist das eine Prüfungsartefakt mit dem höchsten Impact auf deine Note. Der größte Teil der Note, der geht von der Doku aus. Und demnach würde ich meine Zeiten auch priorisieren. Steck da die Zeit rein, das ist am Ende, ja, wie gesagt, hat mehr Impact, wirkt sich mehr auf deine Note aus, als die Software rund zu programmieren. Weil die kannst du in deiner kurzen Präsion und einer kurzen Doku sowieso nicht komplett zeigen. Also würde ich tatsächlich lieber ein bisschen mehr Text schreiben und ein bisschen den Text umformulieren, schöner machen, etc.. [8:24] Als die Zeit in das echte Projekt zu stecken. Wie gesagt, ich persönlich finde diese Empfehlung bescheuert, weil ich natürlich eigentlich will, dass die Leute beruflich handlungsfähig werden, weil das ist der Auftrag der beruflichen Ausbildung. Und nicht, dass man schön PDF-Dateien schreiben kann. Aber wie gesagt, solange die Prüfungsstruktur so ist, würde ich empfehlen, wenn du das Beste rausholen willst, investiere die Zeit in die Doku. Übrigens, kurze Abgrenzung zum Schluss, eine Benutzer-Dokumentation, Entwickler-Dokumentation, Admin-Dokumentation, was auch immer, gehört natürlich sowieso zum Projekt dazu. Also ein Handbuch für die Benutzer oder ein Klassendiagramm für die Entwickler oder ein Netzplan für die Physikollegen. Das ist sowieso Teil der Projektarbeit, das musst du eh immer machen. Das ist bei unserer IHK zum Beispiel, allein dafür kriegt man 15% der Note. Das heißt, wenn du ein Projekt abgibst, wo keine Dokumentation drin ist und nicht die Projektdokumentation, die hier gemein ist, sondern das, was ich eben aufgezählt habe, dann kannst du schon keine, was ist es, 15%, 85%, kriegst du noch eine 2, aber du kannst schon keine 1 mehr bekommen, wenn du keine Dokumentation drin hast. Also die gehört immer da rein. Dafür gibt es auch keine Ausnahme. Das ist Pflichtprogramm quasi, ein Pflichtartefakt aus meiner Sicht in jeder Projektarbeit. [9:32] Und da muss es natürlich einigermaßen realistisch sein. Also du kannst nicht noch ein 70-seitiges Benutzerhandbuch zu deinem Projekt erstellen und dann in die Projektplanung schreiben, dafür habe ich vier Stunden gebraucht. Also das ist natürlich, das passt überhaupt nicht. Ja, so, also das muss einigermaßen realistisch sein, aber sind wir mal ganz ehrlich, ich habe jetzt irgendwie, ich habe zwei Wochen was programmiert oder ich habe eine Woche lang irgendwie was auch immer Netzwerk geplant oder so, da werde ich dann jetzt nicht noch 20 Stunden brauchen, um da jetzt einen Netzwerkplan für zu zeichnen. Also da sind wir dann mit wenigen Stunden dabei, zwei, drei Stunden oder sowas für die Doku, dann passt das. [10:03] Aber die Projektdokumentation mit all die Artefakten etc., das ist ja wirklich ein, für viele Azubis tatsächlich, die größte Arbeit, die sie bis dahin geschrieben haben. Es gibt ja auch viele Azubis, die zum Beispiel kein Abi gemacht haben, keine Facharbeit oder sonst irgendwas geschrieben haben. Und das schreibt man nicht mal eben runter. So ein 50 Seiten Ding. Ja, also das ist völlig utopisch. Deswegen plan da vernünftig Zeit ein, plan auch Feedback schleifen ein, lass da jemanden rübergucken. Ich sag’s jetzt zum dritten Mal, deswegen würde ich sagen, wir hören das mal auf, weil ich fang mir an zu wiederholen. Also nimm dir so viel Zeit, wie die IHK erlaubt, aber mach lieber doch mehr, weil dieses eine Prüfungsartefakt ist so wichtig für deine Note. Es wäre dumm, wenn du die Zeit nicht investierst. [10:43] So, das war’s für heute. Bis zum nächsten Mal.

  • June 29 · 14 min

    Einhaltung der Projektbearbeitungszeit (40 bzw. 80 Stunden) – IT-Berufe-Podcast-Shorts #14

    Um die exakte Einhaltung der Projektbearbeitungszeit (40 bzw. 80 Stunden) beim Abschlussprojekt geht es in der vierzehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Für die betriebliche Projektarbeit solltest du die vorgegebene Zeit von 40 Stunden bzw. 80 Stunden in der Anwendungsentwicklung praktisch exakt einhalten. Mehr Zeit kann zum Nichtbestehen führen, weniger Zeit ist zwar rechtlich grundsätzlich möglich, verschlechtert aber unnötig deine Prüfungsleistung. Wenn deine Planung oder die IHK-Vorgaben unklar sind, solltest du das vor dem Projektantrag klären und dein Projekt so darstellen, dass du am Ende genau auf die erlaubte Stundenzahl kommst. Inhalt Kernaussage Für die betriebliche Projektarbeit gelten feste Zeitvorgaben: 40 Stunden in den meisten IT-Berufen und 80 Stunden in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Diese Zeit solltest du im Projektantrag und in der Projektdurchführung möglichst exakt einhalten. Zeitvorgaben: mehr geht nicht Die rechtliche Grundlage – die Berufsverordnung – nennt für die betriebliche Projektarbeit eine Prüfungszeit von höchstens 80 Stunden. Daraus folgt: Weniger Zeit ist rechtlich grundsätzlich erlaubt. Mehr Zeit ist nicht erlaubt. Wenn du die erlaubte Zeit überschreitest, hältst du die Prüfungsvorgaben nicht ein und könntest dadurch durch die Prüfung fallen. Deshalb sollte in deiner Zeitplanung am Ende genau die erlaubte Stundenzahl stehen: 40 Stunden in den meisten IT-Berufen 80 Stunden in der Anwendungsentwicklung Warum die exakte Planung erwartet wird Projektplanung gehört zu den Ausbildungsinhalten in allen IT-Berufen. Dazu gehört auch, zeitliche Vorgaben einzuhalten. Auch wenn eine Planung auf die Stunde genau in der Realität oft unrealistisch ist, wird in der Prüfung erwartet, dass du dich an die formalen Vorgaben hältst. Dazu kommt: Prüfungsleistungen sollen vergleichbar sein. Ohne feste Obergrenze könnten einzelne Prüflinge deutlich mehr Zeit investieren als andere. Größere Projekte würden auch zu umfangreicheren Dokumentationen führen, die von Prüfenden gelesen werden müssten. Weniger Zeit ist zwar erlaubt, aber unklug Auch wenn das Gesetz "höchstens" sagt, ist weniger Zeit aus Sicht der Prüfungsleistung keine gute Idee. Wenn du freiwillig weniger Zeit nutzt, zeigst du weniger von deinen Fähigkeiten, nutzt deinen möglichen Bewertungsrahmen nicht aus, und stellst dich schlechter dar als jemand, der die volle Zeit sinnvoll ausschöpft. Die Aussage dazu ist klar: Weniger Zeit zu planen oder zu nutzen ist möglich, aber für deine Note eher nachteilig. Pufferzeit im Projektantrag Manche planen im Antrag bewusst Pufferzeit ein, weil Projekte nie perfekt planbar sind. Dabei gilt aber: Ob das erlaubt oder sogar gewünscht ist, hängt von der IHK ab. Es gibt IHKs, die einen Puffer akzeptieren oder fordern. Es gibt auch Fälle, in denen ein Antrag mit eingeplanter Pufferzeit abgelehnt würde. Die Empfehlung ist deshalb: Informiere dich vorher bei deiner IHK, welche Erwartungen gelten. Reiche den Antrag möglichst direkt passend ein, damit er nicht wegen solcher Punkte zurückkommt. Warum ein abgelehnter Antrag problematisch ist Wenn dein Projektantrag abgelehnt wird und du ihn überarbeiten musst, verlierst du Zeit durch Überarbeitung und erneute Prüfung, darfst du mit dem Projekt erst nach Genehmigung anfangen, und bekommst dadurch zusätzlichen Zeitdruck. Deshalb ist es sinnvoll, die formalen Anforderungen vorab zu klären. Abweichungen vom Projektantrag helfen bei Überziehung nicht Auch wenn es in Projektdokumentationen oft ein Kapitel zu Abweichungen vom Projektantrag gibt, kannst du damit keine längere Projektzeit rechtfertigen. Wenn dein Projekt mit 80 oder 40 Stunden genehmigt wurde, bleibt diese Vorgabe bestehen. Das heißt: Eine Überschreitung lässt sich nicht einfach dadurch retten, dass du sie in der Doku erwähnst. Der Prüfungsausschuss kann das als Verstoß gegen die Vorgaben werten. Umgang mit Abweichungen während des Projekts Wenn du in einer Projektphase mehr Zeit brauchst als geplant, solltest du in der Darstellung dafür sorgen, dass du diese Zeit in einer anderen Phase wieder einsparst, damit du am Ende insgesamt auf die erlaubte Stundenzahl kommst. Typisch ist dann ein Soll-Ist-Vergleich, in dem beschrieben wird, dass an einer Stelle mehr Zeit nötig war und an anderer Stelle entsprechend weniger. Auch wenn das in der Realität oft konstruiert wirkt, ist genau das Teil des Prüfungssystems. Fazit Die Antwort auf die Ausgangsfrage ist eindeutig: Mehr als die erlaubten 40 bzw. 80 Stunden solltest du nicht haben. Weniger wäre zwar grundsätzlich möglich, ist für deine Prüfungsleistung aber nicht sinnvoll. Plane dein Projekt so, dass du am Ende genau auf die vorgegebene Stundenzahl kommst. Wenn es Unklarheiten zu Pufferzeiten oder Formvorgaben gibt, kläre das vorher mit deiner IHK. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] Heute habe ich mal ein Thema mitgebracht, woran ich immer denken muss, wenn ich mir wieder Projektanträge für die betriebliche Projektarbeit anschaue. Und zwar, muss ich eigentlich die vorgegebene Zeit für mein Projekt, nämlich 40 Stunden bei allen IT-Berufen und 80 Stunden bei der kleinen Ausnahme für AmnungsentwicklerInnen, muss ich diese Zeit eigentlich einhalten oder darf ich auch mehr oder weniger Zeit für mein Projekt haben? [0:46] Und kurz vorweg gesagt, nein, du darfst nicht mehr oder weniger haben. Du solltest ziemlich genau exakt auf diese Zahl kommen. Etwas aufgeweicht, ja, du darfst auch weniger Zeit aufwenden, aber das wäre dumm, aber da kommen wir gleich drauf. Aber wenn du überziehst, hast du ein Problem, damit kannst du durch die Prüfung fallen. Das heißt, das solltest du auf keinen Fall machen. Deswegen nehmen wir erst mal das Daumenregel mit. In deiner Zeitplanung sollten unten exakt 40 Stunden für alle IT-Berufe außer Anbietungsentwicklung bzw. 80 Stunden für die Anbietungsentwicklung stehen. Alles andere ist nicht so sinnvoll. Und da gucken wir jetzt mal drauf, warum das so ist. Also Nummer 1, Abweichungen nach unten sind grundsätzlich okay, aber dumm. Aber wir gucken mal warum. Und zwar schauen wir als allererstes mal auf die gesetzliche Grundlage, die Berufsverordnung. Und da weißt du vielleicht, wir haben sieben verschiedene IT-Berufe, die alle einzelne Berufsverordnungen teilweise haben, beziehungsweise der Fachnummer hat gerade eine mit vier Unterpunkten für die einzelnen Fachrichtungen und so weiter. Aber du kannst dir die alle online angucken. Besetztes Texte sind frei verfügbar. Und ich nehme jetzt einfach mal den Paragraf 12, der FIE aus BF, also der Berufsverordnung für die Fachinformatiker. Und den findest du ziemlich genau, exakt so formuliert auch in allen anderen IT-Berufsverordnungen. [2:01] Und da steht in Paragraf 12, Absatz 2, die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagenlagen, höchstens 80 Stunden. Die Prüfungszeit beträgt höchstens 80 Stunden. Kurz zusammengefasst. So, höchstens steht da. Da steht nicht, du musst exakt auf 80 Stunden kommen, was ja sowieso völlig unrealistisch ist. Kein Mensch kann ein Projekt so gut planen, dass er exakt genau 80 Stunden braucht. Sind wir uns alle einig, dass das sowieso Quatsch ist, glaube ich. Aber höchstens heißt, ich darf auch weniger. So steht es erstmal im Gesetz. Das heißt aber, höchstens heißt inklusive 80, aber darüber ist es vorbei. Das heißt, mehr ist nicht. Wenn du also länger gebraucht hast, dann hast du dich nicht an diese Vorgaben zur Prüfung gehalten und dann könntest du deswegen durch die Prüfung fallen. [2:50] So wie mein Beispiel in meinem Prüfungskurs war, dein Chef gibt dir 100 Euro mit, um Brötchen zu kaufen und dann kommst du wieder und sagst, ja Chef, ich habe 110 ausgegeben. Ja, das ist schön, aber das war nicht dein Budget. Und was ist dann das Endergebnis? Du musst die 10 Euro auf deine eigenen Tasche zahlen, außer du hast einen vernünftigen Chef, der gibt dir das Geld dann wieder, weil dafür hast du leckere Brötchen geholt. Aber so mal als Beispiel, wenn du ein Budget hast, was du einhalten musst, dann kannst du auch nicht sagen, ja, sorry, ich habe es doppelt so viel ausgegeben. So, das geht nicht, kann man nicht machen. Und hier ist es auch so, wenn es exakte Vorgabe ist, halte ich an 80 Stunden, mehr geht nicht und du machst mehr. Ja, dann kann man dich deswegen durch die Prüfung fallen lassen, weil du einfach nicht an diese Vorgaben dich gehalten hast. Das ist nicht gut. So, vor allem gehört Projektplanung in allen IT-Berufen zu den Ausbildungsinhalten. Da steht ein Ausbildungsrahmenplan drin, Projektplanung, das gehört auf jeden Fall dazu, das muss man lernen in jedem IT-Beruf. Und früher war das sogar explizit in der Verordnung genannt unter dem Punkt zeitliche Vorgaben einhalten. Dieser Begriff, zeitliche Vorgaben ein, stand explizit in der Berufsordnung in allen IT-Berufen, was man da vermitteln musste. Heute ist es ein bisschen aufgeweicht und so ein bisschen schwammig, Projektplanung und so weiter. Aber gehört dazu. Ich kann, wenn ich Software-Entwicklungsprojekte zum Beispiel plane, auch nicht sagen, ich brauche irgendwas zwischen 100 und 1000 Personentagen. [4:06] Die wollen das schon ein bisschen genauer wissen, die Leute, die das Geld dafür bezahlen. Und deswegen gehört das zum Ausführungsinhalt dazu. Und da kann ich auch nicht mal mein Abschlussprojekt sagen, irgendwas zwischen 10 und 100 Stunden. Das geht nicht. Man muss es schon vernünftig planen. So, wir sind uns alle einig, dass diese Planung sowieso utopisch, unrealistisch und meistens komplett überzogen wird in der Realität. [4:28] Aber das heißt nicht, dass du das in deiner Doku auch so schreiben musst unter deinem Projektantrag, sondern da erwarten halt alle formale Vorgabe 80 Stunden. Also halt dich dran und mach nicht mehr. [4:39] Also, machst du zu viel, kannst du durchfallen. Wenn du Glück hast und du hast die Planung schon im Projektantrag überzogen, dann wird man einfach deinen Projektantrag ablehnen und sagen, hier anpassen, maximal 80 Stunden, maximal 40 Stunden, was auch immer. Dann ist es gut. Aber angenommen, wir würden das erlauben, dass du mehr machen darfst, da könnte ja jeder Prüfling jetzt einfach lustig überziehen, wie er oder sie halt Bock hat. Und was haben wir dann für Projekte? Die dauern auf einmal 100 Stunden. Ja, okay, 200 Stunden. Ist das noch okay? 300 Stunden? Also wie lange wollen wir den Prüflingen denn erlauben, ihr Projekt zu machen? Und am Ende ist es dann ja auch nicht mehr vergleichbar. Einer, der 300 Stunden investiert hat und jemand, der 40 investiert hat, da muss ja was ganz anderes rauskommen von der Qualität her. Also man muss es irgendwie vereinheitlichen. Außerdem, das Projekt muss ja auch von Prüfenden, wie zum Beispiel mir, gelesen werden, die Dokumentation. Und wenn wir ein 300-Stunden-Projekt dokumentiert haben mit, wie viele Seiten sollen denn da rauskommen? 100 Seiten? Wer soll denn sowas lesen in seiner Freizeit? Das ist ja alles Ehrenamtlich, das Prüferamt. Das heißt, das funktioniert nicht, deswegen müssen wir immer eine Grenze setzen und die ist halt laut Gesetz bei 40 Stunden bis 80 Stunden gesetzt, also halt dich dran. Nach oben hin. So, jetzt steht aber ja höchstens im Gesetz, du darfst also weniger Stunden investieren, aber da frage ich jetzt einfach mal, warum willst du das machen? Warum solltest du das machen? Klar, du kannst sagen, ja, ich habe einfach keinen Bock zu arbeiten, ich mache einfach weniger. Ja, okay, Aber hier geht es ja um deine Prüfungsleiste und dafür kriegst du ja eine Note. [6:03] Und wenn du jetzt freiwillig auf Zeit verzichtest, die du investieren könntest, um eine bessere Note zu bekommen, warum solltest du das tun? Ich habe auch mal einen Short aufgenommen zu der sinnvollen Anzahl an Seiten der Projektdokumentation. Wenn du eine erlaubte Vorgabe von 15 Seiten hast, warum willst du 13 abgeben? Das ist dumm, weil wenn du irgendwie eine schlechtere Note als 100 Prozent bekommst, wirst du dich ja immer fragen, so, hm, hat es an den zwei Seiten gelegen? Hätte ich noch was unterbringen können, was mir die Note verbessert hätte? Und die Antwort ist wahrscheinlich ja. Das heißt, hier ist es genauso. Warum willst du ein Projekt in weniger Zeit umsetzen? Dann kannst du ja weniger von deinem Beruf, von deinen Fähigkeiten zeigen, als jemand, der die 80 Stunden ausgereizt hat. Also du machst dich ja schlechter damit. Du stellst dich ja unter jemand anderen, der die Zeit ausgenutzt hat. Also warum solltest du das tun? Ist ja dumm einfach. Deswegen mach es nicht. Und in einigen Projektanträgen habe ich schon sowas gelesen, wie eine Pufferzeit eingeplant. Sowas wie, ich weiß ja nicht, was passiert. Ich kann ein Projekt nicht 100% perfekt genau planen, auch wenn es nur 80 oder 40 Stunden sind. Deswegen plane ich zwei Stunden Puffer ein, vier Stunden Puffer ein. Und auch hier wieder, wie bei sehr, sehr vielen anderen Dingen auch, kann das von deiner IHK abhängen, ob das okay ist oder nicht. Ich habe schon davon gehört, dass einige IHK’en sogar fordern, dass man einen Puffer einplant. [7:23] Also das ist wieder völlig unterschiedlich. Wenn das bei mir jemand einplanen würde, würde ich einen Antrag ablehnen. Die Zeit ist komplett zu verplanen. Ende. Weiß ich, dass das unrealistisch ist? Ja. Will ich, dass jemand dann sagt, ja, ich plane vier Stunden Puffer ein, habe also nicht meine ganze Zeit ausgereizt und irgendwie fülle ich die ja schon, weil ich gehe davon aus, dass meine Planung sowieso schrottig ist und die Puffer werden auf jeden Fall benutzt. Also was ist das wieder für eine Aussage für eine Abschlussprüfung? Also wenn ich zeigen soll, dass ich ein Projekt verplanen kann und von Anfang an sage, ich bin mir aber unsicher und plane Puffer ein. [7:54] Also ich weiß, das ist in der Realität vielleicht so, aber dann müssen wir halt ein bisschen gucken, das ist eine Prüfungsleistung und da muss man halt vielleicht das Optimum rausholen. Ja, man kann das Pro und Kontra argumentieren. Ist der Puffer jetzt gut oder schlecht? Und das ist jetzt müßig, darüber nachzudenken. Im Zweifel fragst du, wie bei allen Themen deine IHK, ob da ein Puffer nötig ist oder ob du auch weniger Zeit einplanen kannst. Warum auch immer du das machen willst, ich habe es ja gerade erklärt. Aber wenn deine IHK konkrete Vorgaben dazu hat oder irgendwas erwartet, wäre es natürlich gut, das zu wissen. Und bei einigen, wie gesagt, ich habe es gehört, da muss halt Zeit X als Puffer eingeplant werden, weil man halt, also ich finde es ja auch irgendwo nachvollziehbar, man weiß, dass es sowieso unrealistisch ist, sie planen und dann plant man halt Puffer ein. Okay, trotzdem erwarten die dann aber am Ende, dass der Puffer auch ausgenutzt wird. Also am Ende muss man trotzdem die 80 Stunden wieder gefüllt haben sinnvoll. Also das ist alles, ach, das ist auch alles ein bisschen konstruiert hier. Naja, es ist ja nun mal einfach eine Prüfungsleistung. [8:49] So, okay. Dann sollte also normalerweise, wenn du dir nicht sicher bist oder dein IHK weiß das selber nicht oder sagt es dir nicht oder steht nicht im Internet oder wie auch immer, sollte es spätestens beim Prüfen des Projektantrags auffallen, wenn ein Prüfer, eine Prüferin den Antrag ablehnt und sagt, hier ist ein Puffer einzuplanen oder nicht, beziehungsweise planen sie die ganzen 80 Stunden ein, so wie wir das machen, dann weiß es halt. Und wenn dein Antrag durch ist, dann weißt du, dass du es richtig gemacht hast. Problem ist, wenn der Antrag abgelehnt wird und du ihn überarbeiten musst, dann brauchst du halt eine gewisse Zeit für die Überarbeitung und die erneute Prüfung und das geht alles von deiner Projektzeit ab. Deswegen würde ich gucken, dass du dich vorher informierst und den Antrag gleich so einreichst, dass er einfach genehmigt wird. Weil sonst machst du dir ohne Ende noch mehr Zeitdruck, weil du darfst ja erst mit dem Projekt anfangen, wenn dein Antrag genehmigt ist. Und wenn du noch einen neuen einreichen musst, dann dauert das teilweise zwei, manchmal sogar vier Wochen, bis du wieder ein Feedback kriegst. Und das geht natürlich alles von deiner Projektzeit ab. Deswegen informiere dich einfach vorher. [9:43] So, und was du auch nicht machen kannst, das gibt es, hast du vielleicht schon mal ein paar Beispieldokus gesehen, auf meiner Website habe ich auch ein paar Beispieldokumentationen, da gibt es ein, ab und zu gibt es da mal ein Kapitel Abweichungen vom Projektantrag, daran könnte man begründen, warum man Dinge anders gemacht hat im tatsächlichen Projekt, wie als man sie auch im Projektantrag geplant hat, aber da kannst du auch nicht sagen, ja, Abweichen vom Projektantrag habe ich für mein Projekt 100 Stunden gebraucht. Nein, das geht nicht. Wenn dein Projekt mit 80 Stunden genehmigt ist, dann hast du auch 80 Stunden einzuhalten. Und Gesetz erlaubt sowieso nicht mehr. Das heißt, da kann man sich nicht rausreden und sagen, ja, ich habe es ja in die Doku geschrieben, ich habe mehr gebraucht und deswegen haben die mir jetzt 100 Stunden erlaubt. Nein, ist nicht der Fall. Dann würdest du im Zweifel, wenn du einen bösen Prüfungsausschuss hast, einfach durchfallen, weil du hast die Vorgaben nicht eingehalten. Also, halte dich dran und versuch nicht da irgendwie drum herum zu reden. Denn wenn du wirklich realistisch dein Projekt planen solltest und das wirklich mit dieser naiven Einstellung an deine Projektarbeit rangehst, dann ist es tatsächlich auch so, meinst du, du kannst es wirklich auf eine Stunde genau planen? Meinst du, 81 Stunden oder 80 Stunden sind dann wirklich so ein Riesenunterschied? [10:54] Es ist sowieso alles unrealistisch. Das heißt, geh einfach von den 80 bis 40 Stunden aus und guck, dass du einfach genau bei der Zahl landest und dann ist dieses Prüfungsding einfach durch. So, sollte es jetzt aber dazu kommen, dass du während des Projektablaufs in irgendeiner Phase, die du da geplant hast, mehr Zeit brauchst, als du geplant hast, das wäre ja gefährlich, weil dann würdest du über die 80 Stunden kommen, dann kommt der magische Feen-Zauberstab und der, sorgt dann dafür, dass in einer anderen Phase, die später kommt, einfach ein bisschen Zeit eingespart wird und dann landest du einfach bei 40 oder 80 Stunden. So machst du das. Das heißt, wenn du also tatsächlich realistisch irgendwo mehr Zeit brauchst, dann musst du einfach dafür sorgen, dass du das magischerweise in einer anderen Phase wieder einsparst. So Klassiker ist dann so ein Soll-Ist-Vergleich. In der Projektdokur so steht, ja, in der Planungsphase habe ich etwas mehr Zeit gebraucht, weil der Prozess doch viel komplizierter war als erwartet. Dafür konnte ich in der Implementierungsphase die Zeit wieder einsparen, weil ich mir ja so viele Gedanken im Vorfeld gemacht habe. Blablabla. Wir wissen alle, dass das Bullshit ist. Sorry, ich muss das mal ganz offen sagen. [11:59] Das passt einfach nicht. Und ich weiß, dass die meisten Prüflinge deutlich länger an ihrer Projektarbeit sitzen als die erlaubten 40 oder 80 Stunden. Machen wir uns da mal nichts vor. Vor allem, weil man auch die Zeit für die Projektdokumentation mit in diesen Zeitraum rein planen muss bei den meisten IHK. Da habe ich auch schon eine Podcast-Episode dazu gemacht. Das ist so unrealistisch. Es ist halt ein bisschen ein Prüfungskonstrukt hier. Trotzdem musst du dann, weil du das jetzt ja dann weißt, dich halt exakt an diese Vorgaben halten und magischerweise geht das am Ende alles auf. Dein Projekt wird perfekt umgesetzt und du sparst hier was ein, was du an anderer Stelle gut wieder investieren kannst, sodass du unterm Strich wieder genau auf 40 oder 80 Stunden landest. Das ist die Vorgabe. Das hätten wir gern. [12:41] Ist das ein bisschen realitätsfern? Ja. Habe ich schon mal irgendein Projekt gesehen, wo es eine Abweichung gab, wo mehr Stunden rauskamen oder weniger und der Prüfling hat bestanden und eine Topnote bekommen? Nein. Also ich wäre nicht an deiner Stelle der Erste oder die Erste, der oder die es probieren möchte. Deswegen lass es einfach. Plan die Zeit genauso ein wie vorgegeben und dann passt das. Das ist mein Fazit für heute. Also Frage beantwortet. Musst du die Stunden exakt einhalten? Meine Antwort ja. [13:11] Und das war’s für heute. Bis zum nächsten Mal.

  • June 22 · 15 min

    Ist die Projektdokumentation Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h)? – IT-Berufe-Podcast-Shorts #13

    Um das Einplanen der Projektdokumentation als Teil der Bearbeitungszeit des IHK-Abschlussprojekts (40h bzw. 80h) geht es in der dreizehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Bei der Frage, ob die Zeit für die Projektdokumentation in die 40 bzw. 80 Stunden der Projektarbeit gehört, gibt es keine einheitliche Regelung, sondern es hängt von deiner IHK ab. Viele IHKen und auch der DIHK verlangen, dass diese Zeit mit eingeplant wird, auch wenn das in der Praxis oft als unrealistisch gesehen wird. Ich würde dir deshalb empfehlen, die Vorgaben deiner konkreten IHK zu prüfen und im Zweifel die Doku-Zeit vorsichtshalber in die Planung aufzunehmen. Inhalt Ob die Zeit für die Projektdokumentation zur offiziellen Projektzeit zählt, ist je nach IHK unterschiedlich geregelt. Eine einheitliche bundesweite Regelung gibt es dazu nicht, obwohl sich viele Prüflinge genau diese Klarheit wünschen. Nach der Recherche im Podcast erwarten die meisten IHKen, dass die Dokumentation innerhalb der vorgegebenen 40 oder 80 Stunden entsteht. Gleichzeitig wird das als praxisfern bewertet, weil die Projektzeit ohnehin oft knapp ist und umfangreiche Dokumentationen zusätzlich kaum realistisch in wenigen Stunden erstellt werden können. Worum es bei der Frage geht Gemeint ist die Zeit für die finale Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, also das ausformulierte Dokument mit Inhalt, Struktur, Formatierung, Bildern und Anhängen. Die zentrale Frage ist, ob diese Zeit offiziell Teil der Projektbearbeitungszeit ist oder außerhalb davon läuft. Warum es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt In den Berufsverordnungen steht, dass der/die Prüfling eine betriebliche Projektarbeit durchführen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren muss. Außerdem wird dort genannt, dass die Prüfungszeit für Projektarbeit und Dokumentation höchstens 80 Stunden beträgt, bezogen auf die Fachinformatiker:innen Anwendungsentwicklung. FIAusbV §12 (2) Der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren. Die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden. Im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, […] die Planung und Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren. Diese Formulierungen lassen sich unterschiedlich auslegen: Eine Auslegung ist, dass damit auch die finale Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss gemeint ist. Die andere Auslegung ist, dass hier die fachliche Dokumentation gemeint ist, die ohnehin zum Projekt gehört, z.B.: Entwickler:innen-Dokumentation Benutzerhandbücher Installationsprotokolle Checklisten Netzpläne Nach dieser zweiten Sichtweise gehört die fachliche Dokumentation zum echten Projekt, nicht aber das spezielle Prüfungsartefakt für den Ausschuss. Einschätzung zur Praxis Es ist eigentlich offensichtlich, dass die vorgegebenen Projektzeiten oft schon für die eigentliche Umsetzung knapp sind. Wenn dann zusätzlich noch die vollständige Projektdokumentation in dieser Zeit erstellt werden soll, finde ich das sehr unrealistisch. Besonders kritisch sehe ich, dass manche IHKen für die Dokumentation nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtzeit vorsehen. Das wären bei 80 Stunden nur 8 bis 12 Stunden, bei 40 Stunden sogar nur 4 bis 6 Stunden. Rolle von IHK und DIHK Der DIHK hat eine Empfehlung beziehungsweise Vorgabe herausgegeben, nach der die Zeit für die Projektdokumentation mit eingeplant werden soll. Deshalb ist die Tendenz eher so, dass viele IHKen diese Zeit inzwischen in die Projektzeit einrechnen. Trotzdem gibt es unterschiedliche Regelungen je nach Region: Nicht in der Zeit enthalten: z.B. Regensburg, Bayreuth, Stuttgart In der Zeit enthalten: z.B. Oldenburg, Gera, Berlin, Bonn Beispiele Umsetzungsempfehlung DIHK: drin mit 20%, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6945168/0424ce44eab4c49eab8b0c078fe7d796/dihk-umsetzungshilfe-it-berufe-data.pdf Regensburg und Bayreuth: nicht drin, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6637094/a7a0c7a26a07c581efc8f6784bdf0c3c/it-berufe-hinweise-stand-15-07-25-data.pdf Stuttgart: nicht drin, "Auch das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung (nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für den Prüfungsausschuss).", https://www.ihk.de/stuttgart/fuer-azubis/pruefungen/formulareneu6359/it-berufe-infos-ap2-6705038 Oldenburg, drin 15-20%, https://www.ihk.de/oldenburg/geschaeftsfelder/ausbildungweiterbildung/ausbildung/tipps-zur-ausbildung/it-berufe-leitfaden-abschlusspruefung-6733866 Gera, drin 20%, https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/3872458/df0b97a582369d0c4ae8bd448b1785aa/it-ihk-information-veroeffentlichung-internet-20170907-data.pdf Berlin und Bonn, drin 15%, https://www.ihk-bonn.de/fileadmin/dokumente/Downloads/Ausbildung/IT-Berufe/IT-Handreichung_IHK_Bonn_Rhein-Sieg_2.pdf In Oldenburg lehnen wir Projektanträge ab, wenn die Dokumentationszeit nicht in der Planung enthalten ist. Der Grund dafür ist die formale Vergleichbarkeit: Wer die Doku-Zeit nicht einplant, hätte auf dem Papier mehr Zeit für die eigentliche Entwicklung als andere Prüflinge. Was du für deine Planung mitnehmen kannst Prüfe zuerst die Vorgaben deiner eigenen IHK. Suche auf der Website nach Handreichungen, Merkblättern oder FAQ. Wenn du nichts findest, frage direkt nach, z.B. per E-Mail oder telefonisch. Wenn du keine klare Auskunft bekommst, ist es sinnvoll, die Zeit für die Projektdokumentation vorsichtshalber mit einzuplanen. Praktische Empfehlung Auch wenn die Regelung kritisch gesehen wird, ist die wichtigste Empfehlung, dich an die Vorgaben deiner IHK zu halten. So vermeidest du formale Probleme, z.B. eine Ablehnung deines Projektantrags. Wenn dein Antrag genehmigt wird, kannst du davon ausgehen, dass deine Zeitplanung formal passt. Fazit Die Frage, ob die Projektdokumentation zur Projektzeit zählt, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Viele IHKen rechnen sie inzwischen mit ein, andere nicht. Weil die Regelung regional unterschiedlich ist und der DIHK eher die Einplanung unterstützt, ist der sicherste Weg: bei deiner IHK nachfragen und die dortige Vorgabe konsequent umsetzen. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts FIAusbV: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin Umsetzungsempfehlungen für die Durchführung der Abschlussprüfung in den IT‐Berufen (DIHK) Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] Heute geht es um eine Frage, die sich viele Prüflinge stellen, wenn sie vor ihrer Projektdokumentation stehen. Und zwar soll ich die Zeit zum Erstellen der Projektdokumentation mit in die Bearbeitungszeit der Projektarbeit einplanen? Also ich erstelle die Projektdokumentation für den Prüfungsausschuss, das 20, 30, 40, 50 Seiten Dokument. Das muss ich ja auch irgendwie zusammenschreiben, formatieren etc. Die Zeit, die ich dafür brauche, gehört das mit in die 80 Stunden bzw. 40 Stunden meiner Projektzeit oder ist das extern und ich kann da so viel Zeit investieren, wie ich will? Und ja, es ist leider wieder so, dass die Antwort ist, es kommt drauf an. Und zwar auf die IHK. Wir haben ja 79 verschiedene in Deutschland. Und wie bei vielen anderen Themen, wo man sich fragen könnte, warum wird das nicht einfach zentral geregelt, ist es auch hier wieder so, dass jede IHK macht, was sie will, beziehungsweise machen kann, was sie will. [1:22] Kurz vorweg, die meisten IHK, die ich recherchiert habe, ich habe nicht alle 79 recherchiert, nein, aber die meisten, die ich gefunden habe, erwarten, dass die Doku jetzt in der Projektzeit geschrieben wird. Und kurz vorweg, bevor ich jetzt in die Details gehe, meine persönliche Meinung. Ich finde das total schwachsinnig. Ich finde es total bescheuert, dass wir in 40 oder 80 Stunden, was ja sowieso sehr, sehr wenig ist, um ein einigermaßen passendes Projekt umzusetzen und wo wir uns alle. [1:52] Ganz sicher sind, dass die meisten Prüflinge diese Zeit eh nicht einhalten, weil ihr Projekt deutlich länger dauert als diese 40 oder 80 Stunden, dass man dann auch noch erwartet, dass sie eine umfangreiche Projektdokumentation und bei manchen IHK’en sind das wirklich 50 Seiten mit Inhaltsverzeichnis, mit Anhang, mit Bildern, mit allem Pipapo, dann noch irgendwie damit reinquetschen. Und das muss natürlich dann an einen einigermaßen realistischen Anteil haben. Die Projektdoku darf natürlich nicht 90 Prozent der Zeit in Anspruch nehmen. Das heißt, dann gibt es so Vorgaben wie zwischen 10 und 15 Prozent. Das sind dann vielleicht, sagen wir mal, zwölf Stunden, also anderthalb Arbeitstage. Und dann kann man sich mal überlegen, wie realistisch das ist, dass ich 50 Seiten in anderthalb Arbeitstagen zusammenkriege. Ohne Fehler und wunderbar alle Referenzen aufgelöst und Bilder benannt und in der richtigen Reihenfolge und alles. Also das ist einfach utopisch unmöglich und absolut schwachsinnig, das in diese Zeit mit einzuplanen. Das ist meine persönliche Meinung zu diesem Thema. Und jetzt kommen wir zu der Meinung der IACAN. Und leider sehen viele IACAN das ein bisschen anders und sagen, nö, ist absolut sinnvoll und total realistisch, dass Prüflinge solche Dokumente auch noch innerhalb ihrer 40 oder 80 Stunden schreiben. Und deswegen ist das einzuplanen. [3:06] So, vorweg, bevor wir jetzt weiter in die Details gehen. Das eine ist, was du laut Vorgabe zu planen hast. Das andere ist die reale Welt. Und wir sind uns eh alle einig, dass die Projekte sowieso meistens nicht in der Zeit umsetzbar sind. Zumindest, wenn du einigermaßen eine vernünftige Note haben willst. Deswegen, ehrlich gesagt… [3:26] Drauf und schreibt das einfach außerhalb der Projektzeit. Und das tut mir in der Seele weh, dass ich Leuten empfehlen muss, die Regeln hier zu brechen. Ich bin ja auch Prüfer und muss dann am Ende bewerten, ob das Projekt hätte realistisch umgesetzt werden können, um dann eine Note daneben zu schreiben. Aber wenn du wirklich alles, was für dein Projekt nötig ist, in den 40 oder 80 Stunden ausschließlich umsetzen willst, dann machst du ein echt schlechtes Projekt. Das kann ich dir so schon mal sagen. Also Plan E, mehr Zeit für dein Projekt ein, als erlaubt ist. Ein offenes Geheimnis, das ich jetzt hier einfach mal ausspreche. Und wenn du dann noch 50 Seiten in anderthalb Tagen schreiben willst, also zum Leid, absolut utopisch und lächerlich. Gut, kommen wir nochmal jetzt zurück zum eigentlichen Thema. Warum gibt es überhaupt Missverständnisse? Warum kann es sein, dass die eine IHK das erlaubt und die andere nicht, dass die Zeit außerhalb der Projektzeit läuft? Es gibt ja eine Berufsverordnung und für jeden der IT-Berufe gibt es eine, für den Fachinformatiker zum Beispiel eine, die alle vier Fachrichtungen umfasst. Für die anderen Berufe gibt es eigene Berufsverordnungen. Und da steht dann im Text so etwas drin, dass man eben so ein Projekt umsetzen muss und das auch dokumentieren muss. Und da steht dann wortwörtlich zum Beispiel in Paragraf 12 Absatz 2, der Prüfling hat eine betriebliche Projektarbeit durchzuführen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren. [4:50] Das ist ein Punkt. Dann die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 80 Stunden. Ich bin jetzt beim Anwendungsentwickler, wie du gerade merkst, die anderen Berufe haben nur 40 Stunden. Und dann gibt es noch den Satz, im ersten Teil hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, kleine Auslassung, die Planung und Durchführung des Projektes anforderungsgerecht zu dokumentieren. Du siehst, ich habe jetzt hier mal ein paar Sätze rausgegriffen, wo der Begriff Dokumentation oder Dokumentieren drinsteht. Und jetzt kann man sagen, wenn man das so liest, ja, praxisbezogene Unterlagen, Dokumentation in höchstens 80 Stunden, ja, hört sich ja so an, als würde das da in die 80 Stunden reingehören. Ja, das kann man jetzt so sehen, weil da einfach der Begriff Dokumentation steht. Aber in vernünftigen IT-Projekten gibt es natürlich auch als Teil des Projekts eine Dokumentation. Zum Beispiel bei Anwendungsentwicklerinnen, für die Entwicklerkolleginnen, die sich mal in das Projekt einarbeiten sollen. Zum Beispiel ein Klassendiagramm. Oder bei Admins, die da irgendwie einen Server aufsetzen. Vielleicht ein Installationsprotokoll oder eine Checkliste, was man machen muss, um den Server zu klonen. Oder was auch immer. Oder ein Netzplan oder Sonstiges. Und wenn wir irgendwie eine Software bauen, zum Beispiel für Endanwenderinnen, da muss es vielleicht noch ein Benutzerhandbuch geben. Das ist auch eine Dokumentation. [6:10] Und jetzt steht hier auch betriebliche Projektarbeit und die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen. Und deswegen interpretiere ich, und da bin ich übrigens nicht alleine, auch viele andere Prüfende interpretieren da rein, dass es hier um die Dokumentationsteile geht, die ganz normal als Teil des Projekts umgesetzt werden. Also Benutzer, Anwender, Admin, was auch immer Dokumentation. Und nicht das Prüfungsartefakt, was für den Prüfungsausschuss da ist. Ich meine, die Abschlussprüfung hat doch den Zweck, eine praxisbezogene Projektarbeit umzusetzen. Man soll zeigen, dass man nicht nur was aus dem Buch lernen kann, sondern dass man es auch umsetzen kann. Dass man ein Projekt von A bis Z umsetzt, inklusive Anforderungsaufnahme, lalalala, und inklusive Dokumentation, die wir natürlich in echten Projekten alle ständig machen, beziehungsweise durch KI machen lassen jetzt in Zukunft, wie auch immer. Auf jeden Fall gehört das einfach mit zum Projekt dazu und das soll man ja auch zeigen. Das soll ja auch ein echtes Projekt sein. Also wieso sollte man jetzt die Zeit, die man braucht, weil das hier eine Prüfungsleistung ist und dieses besondere Prüfungsartefakt hier zu erstellen ist, warum sollte man die Zeit mit in die 80 Stunden einplanen oder 40? [7:16] Mir erschließt sich das nicht. Vor allem, wir haben ja in der Neuordnung 2020 die Zeit fürs Projekt erhöht. Von 70 auf 80 Stunden, beziehungsweise von 35 auf 40. Und jetzt kommt irgendeine IHK und sagt, ja, Moment, von den 10 zusätzlichen Stunden, liebe Anbietungsentwicklerinnen, müsst ihr aber 15 gleich wieder runternehmen, weil ihr müsst jetzt auch noch die Doku mit in die Zeit reinquetschen. So, das ist einfach kompletter, ich bin ganz ehrlich Bullshit. Das heißt, ich habe nach der Neuordnung weniger Zeit für mein Projekt als vorher, weil ich jetzt auch noch diese komische Prüfungsgeschichte damit unterbringen muss. Also ich kann mich da herrlich drüber aufregen, weil ich finde das so bescheuert, dass das ganze Ding Abschlussbreit steht sowieso ständig zur Diskussion, weil es unrealistisch ist und die Zeiten passen nicht und was. Und dann muss man da noch jetzt 15 Stunden abziehen, weil man eine Doku braucht. Also ich finde das ganz beknackt. Auf jeden Fall, es ist jetzt so, dass andere Leute halt der Meinung sind, dass in diesem Gesetzestext steht, ja, das ist offensichtlich Dokumentation, Projektdokumentation, also gehört das da rein, blablabla. [8:12] Und übrigens, ich bin nicht alleine mit der einen Meinung, es gibt aber auch viele, die der anderen Meinung sind, dass die Projektdokumentationszeit halt mit da reingehört. Unter anderem auch der DIHK, also der Deutsche Industrie- und Handelskammer Tag, der hat tatsächlich eine offizielle Empfehlung herausgegeben, beziehungsweise Ansage, ich weiß es gar nicht, oder Vorgabe einfach, dass die Zeit da nun mit einzuplanen ist. Also von daher kann ich jetzt hier schlau schnacken. Trotzdem würde ich dir den direkten Tipp geben, frag bei deiner eigenen IHK nach, was da die Vorgaben sind. Denn ich weiß, Stand heute, ich nehme das gerade Mitte 2026 auf, kenne ich mindestens für beide Seiten zwei verschiedene IHK, die es so machen oder eben auch anders machen. Das heißt, wie bei vielen formalen Fragen zu deiner Projektarbeit gilt, frag deine IHK, was da Vorgabe ist. Wenn du keine Vorgabe findest, zum Beispiel im Internet, auf der Website irgendwelche Handreichungen, Merkblätter, was auch immer zur Abschlussdoku, dann frag nach, dann ruf an, dann schick eine E-Mail. Und wenn du dann immer noch keine Aussage kriegst, dann würde ich dir tatsächlich empfehlen, plan die Zeit mit ein, weil meiner persönlichen Rechercherfahrung nach jetzt ist es so, dass die meisten IHK inzwischen die Zeit inklusive Projektdokumentation haben wollen und weil der DIHK das ja auch vorgegeben hat, wird das wahrscheinlich auch tendenziell die Richtung sein, wo die meisten IHK sich hin entwickeln werden, wenn sie da jetzt noch nicht sind. [9:37] Okay, wenn man dann guckt, was soll man denn für eine Zeit einplanen? Die meisten IHKN geben irgendwas zwischen 10 und 15 Prozent der Zeit an. Das heißt, da wären wir irgendwo bei 8 bis 12 Stunden. Alles, was da drüber liegt, ist dann wieder, also ich beziehe das immer auf die Anwendungsentwickler, da kannst du jetzt runterrechnen auf Fisis, dann bist du bei 4 bis 6 Stunden. Ja, herzlichen Glückwunsch, schreib mal 50 Seiten in 6 Stunden. Also das ist, ja, okay, lassen wir das Thema. [10:03] So, trotzdem musst du natürlich in deiner Projektarbeit die gute alte Dokumentation, die ich meine, erstellen für Benutzende und Entwicklerinnen und ich weiß nicht was. Das gehört natürlich trotzdem auch noch dazu. [10:14] Und ich meine, auch da braucht man ja ein paar Stündchen für, wenn man ein vernünftiges Benutzernbuch schreiben will. Also da siehst du, dass das alles völlig irrelevant ist. Naja, irrelevant, weil unrealistisch. Ja, ansonsten solltest du, wenn du es falsch machst, in Anführungszeichen, eigentlich sofort beim Prüfen des Projektantrags ein Feedback bekommen. Bei uns in Oldenburg wurde diese Regelung umgestellt. Vor der Neuordnung war die Projektarbeit außerhalb der Zeit und man konnte quasi Stunden und Wochen investieren, um seine Projektarbeit zu optimieren, sage ich mal. Inzwischen ist es explizit genauso, dass die IHK will, dass es in den 80 Stunden oder 40 Stunden mit drin ist. Und deswegen würden wir tatsächlich auch Projektanträge, wo das nicht der Fall ist, ablehnen. Also wenn jemand kommt und sagt, ich verplane hier meine 80 Stunden für die Softwareentwicklung komplett und die Doku ist nicht mit drin, dann lehnen wir den Projektantrag ab, weil das nicht den formalen Anforderungen entspricht. Das kannst du dir auch vorstellen, kommt ein Asubi, der quasi 10 bis 8 bis 12 Stunden mehr Zeit hat, Software zu entwickeln, weil dieses Prüfungsartefakt nicht eingepreist ist und jemand, der das dann macht und sich an die Regeln hält, hat weniger Zeit und kann demnach ja auch eigentlich nur ein kleineres Projekt umsetzen, was also vielleicht zu einer schlechten Note führt und das wäre natürlich unfair. Deswegen ist es bei uns so, wird abgelehnt, wenn es nicht zur Anforderung passt. Andere eher kann, vielleicht gucken die da gar nicht drauf oder winken das einfach durch oder wie auch immer, es dreht auch jeder sein eigenes Ding. [11:36] Gut, ich habe einfach mal ein paar Beispiele mitgebracht, was jetzt Stand Mitte 2026 so ist. Die Umsetzungsempfehlung des DIHK und da steht drin, 20% der Zeit sollen eingeplant werden, sogar noch mehr. Ich verlinke das auch gerne mal in den Shownotes, dann kannst du das einfach angucken. [11:53] Ich habe dann zum Beispiel zwei IHK gefunden, Regensburg und Bayreuth. Die sagen explizit, die Zeit ist nicht mit drin. Dann gibt es in Stuttgart, gut, Baden-Württemberg, die machen eh, was sie wollen. Das kennen wir ja schon von den Prüfungen. Aber da steht zum Beispiel auch, dass es nicht mit drin ist. Da steht dann zum Beispiel auch, das reine Dokumentieren des Projektverlaufs gehört zur Zeitplanung, aber nicht die Erstellung und Ausgestaltung der finalen Datei für den Prüfungsausschuss. Da ist also explizit nochmal das Prüfungsartefakt wieder ausgenommen. Ich habe natürlich meine eigene IHK Oldenburg, da ist es mit drin. Da haben wir 15 bis 20 Prozent angesetzt. Oh, ich hatte 10 bis 15 im Kopf. Na gut, ist egal, sogar noch mehr. Also 20 Prozent von 80 Stunden, das wären 16 Stunden. Das wären zwei komplette Arbeitstage, die mir fehlen. Ja, gut, egal. Und dann haben wir zum Beispiel noch Gera, sind es auch 20 Prozent. Berlin und Bonn sind 15 Prozent der Zeit vorzusehen. Also ich habe jetzt hier schon, ich habe für jede Seite sogar drei, vier Beispiele. Da siehst du, es geht mal so, mal so, je nachdem, bei welcher IHK du bist. Deswegen, ich empfehle dir dringend, frag bei deiner konkreten IHK nach, was muss ich machen. Und sonst, ja, siehst du spätestens beim Antrag, wenn der genehmigt ist, dann weißt du, hast du alles richtig gemacht. [13:05] Also, wenn du nicht weißt, was Sache ist, ich würde dir empfehlen, nehme es mit rein in die Zeit. Die meisten IHKern werden es so machen, weil der DIHK es halt auch empfiehlt oder vorgibt. Und du kannst dich darüber ärgern und ärgern, so wie ich. Oder du sagst einfach, ja komm, trage ich da halt eine Zeit ein. Guckt sowieso keiner drauf. Die ganzen Zeiten sind sowieso unrealistisch. Und dann setzt du es einfach um. Ja, das war jetzt heute mein Rant zu diesem Thema, weil ich finde diese Entscheidung einfach so beknackt. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Aber gut, am Ende ist es auch nur eine Zahl. dir steht und weil wir eh alle wissen, dass das ausgedachte Zahlen manchmal auch sind, ist es vielleicht auch am Ende gar nicht so schlimm. Also halt dich einfach an die Vorgaben. Dann kannst du wenigstens nicht wegen solcher Formalia, weil du irgendwo eine Stunde zu wenig geplant hast, irgendwo, also durchfallen wirst du deswegen sowieso nicht. Aber zum Beispiel könnte der Progdantrag ja abgelehnt werden, dann musst du neu machen und dann hast du weniger Zeit für die Umsetzung wegen der Frist und tralla. Also ja, ich empfehle dir, frag nach, halt dich daran und dann war es das zu diesem Thema. Und ja, jetzt weißt du auch, wie ich das sehe und dass es wie viele andere Themen auch leider nicht deutschlandweit einheitlich geregelt ist, sondern viele IHK, einfach ihre eigenen Sachen durchziehen. [14:15] Jo, das war’s für heute. Ich sag bis zum nächsten Mal. Ciao.

  • May 18 · 19 min

    Mündliche Ergänzungsprüfung – Erklärung, Benotung, Inhalte und Vorbereitung – IT-Berufe-Podcast #197

    Um die mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) inkl. Erklärung, Benotung, Inhalte und Vorbereitung geht es in der einhundertsiebenundneunzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts. Die mündliche Ergänzungsprüfung (MEP) ist die letzte Möglichkeit, wenn du in einer schriftlichen Prüfung aus Teil 2 der Abschlussprüfung durchgefallen bist und dadurch das Bestehen noch retten kannst. Sie ist nur für einen einzigen schriftlichen Prüfungsbereich in AP2 möglich, dauert etwa 15 Minuten und wird im Verhältnis 2:1 mit dem bisherigen Ergebnis verrechnet, weshalb sie eine schlechte Note nur begrenzt ausgleichen kann. Wichtig ist vor allem: Kläre Ablauf, Antrag und Termin direkt mit deiner IHK und bereite dich inhaltlich wie auf die betroffene schriftliche Prüfung vor, aber mit Fokus auf mündliches Erklären. Inhalt Mündliche Ergänzungsprüfung in den IT-Berufen Ich fasse hier die Regeln zur mündlichen Ergänzungsprüfung (MEP) nach der seit 2020 geltenden Berufsverordnung zusammen. Die MEP betrifft nur Prüflinge, die in einem schriftlichen Prüfungsbereich von Teil 2 der Abschlussprüfung durchgefallen sind und die Prüfung dadurch eventuell noch bestehen können. Wofür die MEP gedacht ist Die MEP ist dafür da, eine nicht bestandene schriftliche Prüfung in Teil 2 auszugleichen. Sie ist nicht dafür da, einfach eine Note zu verbessern. Wichtig dabei: AP1 kann nicht durch eine MEP ausgeglichen werden. Auch das Projekt in AP2 kann nicht durch eine MEP ausgeglichen werden. Die MEP ist nur für die drei schriftlichen Prüfungsbereiche von AP2 möglich: die zwei berufsspezifischen schriftlichen Prüfungen Wirtschafts- und Sozialkunde (WISO) Wann die Abschlussprüfung bestanden ist Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind (siehe Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung): Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend In mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend Für AP2 heißt das praktisch: Du hast vier Prüfungsbereiche in AP2: Projekt schriftlicher Bereich 1 schriftlicher Bereich 2 WISO In mindestens drei von diesen vier Bereichen musst du mindestens eine 4 haben. Wenn das Projekt bestanden ist, darfst du in den drei schriftlichen Prüfungen höchstens einmal durchfallen. Das bedeutet: Eine 5 in einer schriftlichen Prüfung kann noch okay sein. Zwei 5en in den schriftlichen Prüfungen reichen nicht mehr. Eine 6 in einem Prüfungsbereich von Teil 2 ist ebenfalls nicht erlaubt. Wann du in eine MEP musst Eine MEP wird relevant, wenn du durch eine schriftliche Prüfung in AP2 das Bestehen verfehlst (siehe Mündliche Ergänzungsprüfung). Typische Fälle: zwei 5en in den schriftlichen Prüfungen → eine davon muss ausgeglichen werden eine 6 → diese muss mindestens so verbessert werden, dass sie nicht als 6 stehen bleibt Dabei gilt aber immer: Du musst mit der MEP überhaupt noch rechnerisch bestehen können. Wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es keine MEP. Wer die MEP beantragen muss Rein rechtlich gilt: Der Prüfling beantragt die MEP selbst. In der Praxis kann es sein, dass die IHK das automatisch anstößt. Verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Wenn deine Noten knapp oder kritisch sind, solltest du direkt bei deiner IHK nachfragen, wie das bei dir geregelt ist. In welchen Prüfungsbereichen die MEP möglich ist Die MEP ist nur in einem einzigen schriftlichen Prüfungsbereich möglich. Voraussetzungen: der Bereich muss zu den schriftlichen Prüfungen von AP2 gehören du musst dort schlechter als ausreichend sein, also unter 50 Punkten die MEP muss für das Bestehen der Abschlussprüfung überhaupt noch etwas ändern können Nicht möglich ist: MEP im Projekt MEP in mehreren Prüfungsbereichen MEP zur reinen Notenverbesserung Wie die MEP bewertet wird Die MEP dauert in der Regel 15 Minuten. Das Ergebnis wird zusammen mit der bisherigen schriftlichen Note im Verhältnis 2:1 verrechnet: schriftliches Ergebnis zählt zweifach Ergebnis der MEP zählt einfach Das neue Ergebnis im Prüfungsbereich wird also so berechnet: (schriftlich × 2 + MEP) / 3 Was diese Gewichtung praktisch bedeutet Die MEP hat nur begrenzte Hebelwirkung. Beispiele: Bei 40 Punkten in der schriftlichen Prüfung brauchst du 70 Punkte in der MEP, um auf 50 Punkte insgesamt zu kommen. Bei 30 Punkten brauchst du 90 Punkte in der MEP, um noch auf 50 Punkte zu kommen. Bei 25 Punkten brauchst du sogar 100 Punkte in der MEP, um auf 50 Punkte zu kommen. Ab 24 Punkten oder weniger kannst du rechnerisch in diesem Prüfungsbereich nicht mehr auf 50 Punkte kommen. Deshalb ist das Ziel bei einer sehr schlechten 6 oft nicht mehr, diesen Bereich noch auf eine 4 zu bringen, sondern die 6 wenigstens auf eine 5 zu heben, damit die Prüfung insgesamt vielleicht noch bestanden werden kann. Wie der Ablauf organisiert ist Dazu gibt es keine einheitliche Vorgabe in der Berufsverordnung. Deshalb ist der Ablauf von IHK zu IHK unterschiedlich. Möglich ist zum Beispiel: MEP direkt am Tag der mündlichen Prüfung separater zusätzlicher Termin rein mündliches Fachgespräch kurze Vorbereitung auf Aufgaben Aufgaben an Tafel oder Papier mit anschließendem Gespräch Entscheidend ist: Es muss eine mündliche Prüfung sein. Sie soll etwa 15 Minuten dauern. Alles Weitere kann je nach IHK und sogar je nach Prüfungsausschuss unterschiedlich sein. Deshalb ist der wichtigste praktische Hinweis: Frag direkt bei deiner IHK nach. Verlass dich nicht auf Berichte aus dem Internet oder auf Erfahrungen von anderen Prüflingen. Welche Inhalte in der MEP drankommen können Die Fragen müssen zu dem Prüfungsbereich passen, in dem du durchgefallen bist. Beispiele: bei WISO etwa Themen wie Arbeitsrecht, Tarifverhandlungen oder Jugendarbeitsschutz bei einer fachlichen Prüfung etwa SQL, Pseudocode, UML oder andere Inhalte des jeweiligen Prüfungsbereichs Früher konnte der Themenbereich enger eingegrenzt werden. Das ist heute nicht mehr so. Maßgeblich ist jetzt der gesamte Prüfungsbereich, in dem du durchgefallen bist. Das bedeutet: Du musst dich breit auf alle Themen dieses Bereichs vorbereiten. Du kannst nicht davon ausgehen, dass nur ein einzelnes Lieblingsthema gefragt wird. Wie du dich vorbereiten kannst Die inhaltliche Vorbereitung ist im Grunde dieselbe wie für die schriftliche Prüfung, in der du durchgefallen bist. Sinnvoll ist dabei: alte Prüfungen durcharbeiten typische Themen des Prüfungsbereichs sammeln Antworten mündlich formulieren und erklären üben mit einer anderen Person üben, zum Beispiel mit dein:e Ausbilder:in, Lehrkraft oder einer erfahrenen Person Wichtig ist der Unterschied zur schriftlichen Prüfung: In der MEP musst du die Inhalte mündlich verständlich erklären können. Du solltest also nicht nur Aufgaben lösen, sondern auch üben, wie du Begriffe, Abläufe und Zusammenhänge in Worten erklärst. Einschätzung zur MEP Die MEP ist keine einfache Notenrettung, weil die 2:1-Gewichtung rechnerisch viel verlangt. Trotzdem kann sie eine echte Chance sein, wenn das Bestehen noch möglich ist. Dabei gilt: Die Prüfenden wollen in der Regel nicht, dass du scheiterst. In einer mündlichen Prüfung gibt es oft mehr Möglichkeiten, durch Nachfragen und Umschreibungen noch zu zeigen, was du kannst. Trotzdem bleibt die MEP deine letzte Chance, deshalb solltest du dich gezielt vorbereiten. Wichtigstes Fazit Die MEP betrifft nur schriftliche Prüfungsbereiche von AP2. Sie ist nur möglich, wenn du in einem Bereich unter 50 Punkten liegst und damit das Bestehen noch retten kannst. Sie dauert etwa 15 Minuten. Die Bewertung erfolgt im Verhältnis 2:1 zugunsten der bisherigen schriftlichen Note. Der genaue Ablauf ist nicht einheitlich geregelt und hängt von deiner IHK ab. Wenn deine Noten kritisch sind, solltest du sofort selbst bei deiner IHK nachfragen, wie es weitergeht und ob du etwas beantragen musst. Für die Vorbereitung solltest du die Themen der betroffenen schriftlichen Prüfung wiederholen und vor allem das mündliche Erklären trainieren. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Themen der schriftlichen IHK-Prüfungen der IT-Berufe Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung Mündliche Ergänzungsprüfung Prüfungsrechner aller Berufe von A-Z Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] Hallo und herzlich willkommen zur 197. Episode des IT-Brufe-Podcasts. Mein Name ist Stefan Macke und heute geht es um ein Thema, das ich vor langer, langer, langer Zeit schon mal im Podcast besprochen habe. Allerdings noch auf Basis der alten Berufsverordnung. Und die wurde ja 2020 komplett über den Haufen geworfen. Deswegen ist es dringend Zeit, das mal zu aktualisieren. Und zwar geht es heute um die mündliche Ergänzungsprüfung, die MEP. Was ist das? Warum braucht man das? Wann muss ich da rein? Wie wird die bewertet? Wie breite ich mich vor? Das soll heute das Thema sein. Die mündliche Ergänzungsprüfung betrifft vor allem die Prüflinge oder nicht nur vor allem, also nur die Prüflinge, die durch einen Teil, nee, nein, sorry, durch einen Bereich von Teil 2 der Prüfung durchgefallen sind. So, wir müssen aber genau auf die Begriffe hier achten. [1:10] Die Abschlussprüfung besteht ja aus zwei Teilen, der AP1 und der AP2. Und diese Teile haben jeweils Prüfungsbereiche. Die AP1 hat nur einen Bereich, nämlich die schriftliche Prüfung, aber die AP2 hat mehrere Bereiche. Und zwar einmal das Projekt, das Abschlussprojekt, was man machen muss, was natürlich auch den größten Anteil an der Note hat. Und dann gibt es aber noch drei weitere Prüfungsteile in AP2. Und zwar die zwei berufsspezifischen Prüfungen. Für Armungsentwickler ist das zum Beispiel Entwickeln und Analysieren und Entwickeln von Algorithmen, heißt das, glaube ich. Und das andere Plan eines Softwareprodukts. Und für die anderen IT-Berufe heißen die halt irgendwie anders. Die weiß ich jetzt leider nicht alle auswendig. Und da gibt es auch den dritten Teil und das ist Wieso. Wirtschaft und Soziales, der ist ja für alle Berufe, nicht nur für IT-Berufe, sondern sogar für alle Berufe identisch. Und diese drei Prüfungsbereiche plus das Projekt, das sind die vier Prüfungsbereiche in AP2. [2:03] Und wenn man durch diese schriftlichen Prüfungen, beziehungsweise eine davon oder auch zwei oder noch mehr, durchfällt, dann muss man eventuell in eine mündliche Ergänzungsprüfung, um diese schlechte Note auszugleichen. Darum geht es im Prinzip. Und was da jetzt genau die Voraussetzungen sind und wie so eine Prüfung abläuft, wenn man sich vorbereitet, das soll heute einmal das Thema sein. Es geht also darum, wenn ich eine schlechte Note habe, wenn ich irgendwo durchgefallen bin in einem der Prüfungsbereiche von AP Teil 2, wie läuft das denn ab und was mache ich da? Kurz schon mal vorweg, die AP 1, da kann man nicht durchfallen. Die AP 1, wenn du da eine schlechte Note hast, ja, dann hast du leider Pech gehabt, die kannst du nicht wiederholen. Das heißt, egal ob du eine 6 sogar hast, vielleicht auch in AP 1, du kannst trotzdem deine Prüfung insgesamt bestehen und du hast auch keine Chance, die Note wieder auszugleichen. Wenn du eine 6 hast, dann steht die da. Und auch wenn du am Ende bestanden hast, steht die 6 trotzdem auf dem Säugnis. Deswegen kann ich hier nochmal dafür ganz wichtig plädieren. Bereite dich gut auf die AP1 vor. Diese Note kriegst du nie wieder ausgeglichen, wenn die schlecht ist. Außer du wiederholst die komplette Prüfung nochmal, also deine ganze Ausbildung. Und das willst du sicherlich nicht. [3:12] Also AP1, da sind wir komplett raus. Egal wie schlecht die Note, da kannst und musst und darfst du nichts wiederholen. Wir reden hier nur über die schriftliche Prüfung von Teil 2. Das Projekt, wenn du da durchfällst, hast du auch ein Problem. Da muss man nochmal in einer gesonderten Episode vielleicht drüber reden. Da gibt es auch keine Ergänzungsprüfung, sondern es geht hier nur um die drei Prüfungsbereiche, die schriftlichen Prüfungen von Teil 2, also die beiden berufsspezifischen und Wieso. [3:38] So, dann würde ich sagen, werfen wir doch mal einen Blick in unsere Berufsverordnung und schauen einfach mal, wann man überhaupt die Prüfung besteht und was dafür nötig ist und kommen dann irgendwie darüber zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Da schauen wir einfach mal in die FI aus PF, also die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin, die FI aus PF. Die gleichen Sachen, die ich jetzt erzähle, gelten für alle IT-Berufe. Also wenn ich jetzt für die Fachinformatiker das sage, gibt es natürlich genauso eine Berufsverordnung für die anderen IT-Berufe, die Kaufmännischen und den Systemelektroniker und so weiter, sind exakt identisch aufgebaut, wörtlich eins zu eins identisch, bis auf eine Kleinigkeit. Und das ist auch der Grund, warum es tatsächlich für alle vier Fachinformatiker. [4:23] Jeweils einzelne Paragrafen für das Bestehen der Prüfung und die Münchner Gänzungsprüfung gibt. Denn der einzige Unterschied ist, dass diese Prüfungsdienstechnik Bereiche ja etwas anders heißen. Ich habe es ja gerade schon gesagt, für Amix und Mikla, Bereich 1 und 2 der schriftlichen Prüfung ist halt Algorithmik und Plan eines Softwareprodukts und für die anderen IT-Berufe heißen die halt anders. Und deswegen muss man diese Paragrafen, die ich jetzt vorlese, siebenmal doppelt und dreifach definieren, weil ja diese kleine Geschichte sich ändert, also einfach der Name der Prüfung. [4:52] Und des Prüfungsbereichs. Und für IT-Systemelektroniker kommt noch dazu, dass es ein Sperrfach gibt, aber das ist eine andere Geschichte, das gibt es für die anderen Archieberufe nicht. Worum es jetzt heute hier geht ist, wann bestehe ich die Prüfung und wann muss ich in der MEP. Und die Idee ist für alle IT-Berufe identisch, auch wenn sie in unterschiedlichen Paragrafen definiert sind. Ich fange einfach mal an mit dem Anwendungsentwickler, weil der steht einfach ganz vorne, das sind die ersten Paragrafen. Das heißt, wenn du in die VIE aus Pf in Paragraf 16 schaust, dann gibt es da die Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung. Und für die anderen drei Fachrichtungen gibt es die auch, bloß halt ein paar Paragrafen später und du wirst sehen, die sehen eins zu eins identisch aus. Und wenn du einen ganz anderen IT-Beruf machst, dann guckst du halt in deine Ausbildungsverordnung und wirst das sicherlich auch finden, ob es jetzt Paragraf 16 ist oder 17 oder 23. Das wirst du wohl herausfinden, ja. Also es gibt einen Paragrafen, der sagt, wie sind die Prüfungsbereiche zu gewichten und wann besteht man die. Und für die Anwendungsentwicklung ist das halt in Paragraf 16 definiert. Und hier wird auch nochmal einmal darauf hingewiesen, dass es diese zwei Prüfungsteile gibt mit jeweils unterschiedlichen Bereichen. Und jetzt gucken wir uns den Absatz 2 an. Und da steht drin, die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen, Achtung, auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 17, da werden wir dann ja gleich darauf eingehen, wie folgt bewertet worden sind. Also alles, was jetzt kommt, musst du immer so verstehen, dass du eventuell auch noch eine MEP einschiebst, um eine deiner Noten zum Beispiel höher zu ziehen, auszugleichen, wie auch immer. Aber grundsätzlich bestehst du die Prüfung, wenn. [6:20] Du im Gesamtergebnis von Teil 1 und 2 mindestens ausreichend hast. Das heißt, du nimmst das Gesamtergebnis von Teil 1 und von Teil 2, rechnest das zusammen und guckst, dass du da über 50% kommst. Bist du mal so größer gleich 50, ne? Ab 50% hast du bestanden. Gesamtergebnis von beiden 50%. Dann Punkt Nummer 2, im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens ausreichend. Das heißt, hier wird nochmal explizit gesagt, in Teil 2 musst du eine 4 haben, 50%. Teil 1 irrelevant. Du kannst in Teil 1 eine 6, eine 5 haben, völlig egal, solange du im Gesamtergebnis über 50% kommst, alles gut. Aber in Teil 2 musst du insgesamt alleine auf ausreichend kommen, auf 50%. Da kannst du nicht einzeln durchfallen und dann trotzdem die Prüfung bestehen, das geht nicht. [7:06] Also Gesamtergebnis Teil 1 und 2 zusammen 4, Teil 2 alleine auch mindestens 4. Und jetzt kommt der wichtige Punkt für die MEP, in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens ausreichend. Das heißt, wir gucken nochmal, welche Prüfungsbereiche gibt es. Wir haben deine beiden fachspezifischen schriftlichen Prüfungen, die Wieso-Prüfung als dritte schriftliche Prüfung und wir haben das Projekt. Das Projekt ist auch Bereich von Teil 2. Das heißt, du musst in all diesen vier Prüfungsbereichen in mindestens dreien davon eine 4 haben, also 50%. Und diese Ergänzungsprüfung kann man aber jetzt ja nur für die schriftlichen Prüfungen machen und nicht fürs Projekt. Deswegen gucken wir uns im weiteren Fall jetzt einfach mal nur diese drei Bereiche an. Und weil ja drei von vier bestanden sein müssen und wenn wir das Projekt jetzt ausklammern, musst du in mindestens zwei der drei schriftlichen Prüfungen durch sein. Ausreichend haben, 50%. Geh mal davon aus, dass du das Projekt auf jeden Fall bestehen musst und wenn du dann noch drei schriftliche Prüfungen hast, musst du in zwei davon mindestens eine vier haben. Anders formuliert heißt das, du kannst in einer schriftlichen Prüfung durchfallen, aber das war’s. Also zwei Fünfen, du bist raus. [8:20] Und jetzt kommt Punkt Nummer 4 hier noch. In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 darfst du ungenügend haben. Das wäre die 6. Also wir drehen das jetzt mal um und machen das ganz konkret. Wenn du in den drei schriftlichen Abschlussprüfungen von Teil 2 eine 6 hast oder zwei 5, dann bist du raus. Dann bestehst du deine Prüfung nicht und musst wiederholen. [8:42] Andersherum heißt das, wenn du eine 5 hast, kannst du noch bestehen. Das ist völlig in Ordnung, solange die anderen Sachen eingehalten sind. Also wenn du eine 5 hast, mit den gesamten anderen Noten aus Teil 2, aber insgesamt auf 50% kommst, auf eine 4, ist das völlig okay. Und das ist ja relativ einfach, sagen wir einfach mal. Wenn wir mal gucken, die zählen ungefähr, ne, die zählen ungefähr alle gleich, die drei schriftlichen Prüfungen zählen alle 10% der Note. Das heißt, machen wir es mal ganz konkret. Du hast in Wieso 60 Prozent und in deiner ersten schriftlichen Prüfung, die berufsspezifisch ist, 50 Prozent. Und in deiner zweiten hast du leider nur 40 Prozent. Dann hast du trotzdem bestanden, weil 40 plus 60 plus 50 sind 150. Geteilt durch drei sind 50 Prozent. Das heißt, du hast insgesamt in Teil zwei eine Vier, ein Ausreichend, hast damit bestanden. Auch wenn du eine Fünf hast, diese 40 Prozent, die kannst du quasi ausgleichen durch die 60 Prozent in der anderen Prüfung. aufaddiert, geteilt durch 3. Wenn du dann auf 50% kommst, dann hast du bestanden. So, das ist jetzt auf der Audiospur schwer zu erklären mit der ganzen Rechnerei und das ist schwer zu folgen. Deswegen guck dir einfach die Online-Rechner an. Da gibt es einen Haufen von verschiedenen Websites, die solche Online-Prüfungsrechner für die IT-Berufe haben. Es gibt übrigens auch in Anführungszeichen offizielle Rechner von der IHK. Von einer der IHK, besser gesagt. [9:58] Verlinke ich auch in den Shownotes zu dieser Episode. Das ist einfach eine Excel-Datei. Kannst du dir runterladen und da ist dann quasi die offizielle Berechnung, kannst dir auch angucken, wie das gerundet wird und so weiter. Manchmal kommt es ja wirklich auf die Nachkommastelle an, auf ein halbes Prozent, ob das dann auf- oder abgerundet wird, um die Prüfung zu bestehen. Von daher zieh dir einfach die Excel-Datei, trag dir mal deine Daten ein und dann weißt du, ob du bestehst oder nicht. Damit rechnet auch deine IHK. [10:21] Gut, also wir fassen nochmal zusammen. Hast du eine 5, kannst du bestehen. Hast du zwei Fünfen oder eine 6 in den schriftlichen Prüfungen, dann bist du auf jeden Fall raus. So und jetzt kommen wir nochmal zurück zum Einleitungssatz von Absatz 2 in der Vorrufsordnung. Auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung. Das heißt, wenn du jetzt zwei Fünfen hast oder eine 6, dann kannst du trotzdem noch bestehen, indem du diese Note durch die Ergänzungsprüfung ausgleichst. Darum geht es. Das heißt, bei zwei Fünfen müsstest du mit der Ergänzungsprüfung eine Fünf loswerden, also die auf eine Vier heben. Bei einer Sechs müsstest du mit einer MEP mindestens die Sechs auf die Fünf heben, damit du bestehst. Weil mit einer Fünf ist ja okay, kannst du bestehen, aber die Sechs darf halt nicht stehen bleiben. Das heißt, wann musst du in eine Ergänzungsprüfung? Ganz einfache Kiste. Hast du zwei Fünfen, musst du eine davon ausgleichen. Hast du eine Sechs, musst du die auf jeden Fall ausgleichen. Ja, und wenn du natürlich noch eine Sechs und eine Fünf hast, Ist ja gut, dann wird es irgendwann schwierig. Also du musst diese anderen Vorgaben einhalten. Insgesamt 50 Prozent in allen Prüfungsbereichen von Teil 2. Und wenn du das hinkriegst, dann hast du die Prüfung bestanden. Und ich sage mal schon so, eine 6 auszugleichen auf eine 4, auf 50 Prozent ist schon extrem schwierig. Wir machen mal ein kurzes Brechenbeispiel. Das werde ich gleich dann auch mal an ein, zwei Beispielen wiederholen. [11:40] Wir haben nämlich noch gar nicht den Paragrafen uns angeschaut zur Münchner Ergänzungsprüfung, wie das berechnet wird. Aber ich spoiler schon mal so ein bisschen, wenn du eine 6 hast, also zum Beispiel 30 Prozent in einem Prüfungsteil, dann musst du tatsächlich 90 Prozent in der Ergänzungsprüfung holen, um diese 6 auf eine 4 hochzuziehen. Das ist also schon heftig. Ich meine, wenn du eine 6 hast, das ist ja, wie soll ich das sagen, da hast du echt nicht viel gewusst. Und es ist jetzt relativ unrealistisch, dann in der Ergänzungsprüfung zum gleichen Thema auf einmal 90%, also eine sehr gute 2 zu holen, um dann insgesamt auf eine 4 zu kommen. Also das ist schon unrealistisch. Deswegen geht es wahrscheinlich bei einer 6 eher darum, dass du die 6 auf eine 5 hebst, um dann halt damit deine Prüfung zu bestehen. Das ist zwar kein guter Abschluss, in Anführungszeichen, aber das Ding auf eine 4 zu heben ist in den meisten Fällen utopisch. Und das mit den 90% funktioniert ja nur, wenn du exakt 30% hast, wenn du weniger hast. Und ja, ich nehme das jetzt hier Anfang 2026 auf. Wir haben gerade die schriftlichen Prüfungen korrigiert letzte Woche. Da waren einige Sechsen leider dabei in einem schriftlichen Teil. Und das sind dann manchmal 15 Punkte, 16 Punkte. Da ist es dann rein rechnerisch schon gar nicht mehr möglich, auf eine 4 zu kommen überhaupt. [12:54] Das heißt, das funktioniert bis, ja, müsste ich jetzt mal im Kopf rechnen, ich glaube bis 25 Punkten. Wenn du 25 Punkte hast, also eine dicke 6, und dann 100% in die Ergänzungsprüfung holst, dann kommst du auf die 50%, aber das ist ja unrealistisch, schon 25 auf 100, ganz ehrlich. Also von daher, da geht es dann meistens darum, auf eine 5 zu kommen, um gerade so mit einem Auge durch die Prüfung zu kommen quasi. Und wenn du zwei 5 hast, dann musst du aber wirklich eine davon auf eine 4 heben, weil du darfst das halt nur eine 5 haben. So, das ist jetzt mal zur Einleitung mit ein bisschen Beispielen und Rechnerei und jetzt gucken wir uns mal die Paragraphen zur Ergänzungsprüfung an, was da so drin steht. [13:34] So, in der Vieh-Ausbüffe ist direkt der nächste Paragraf, der Paragraf 17 der zur mündlichen Ergänzungsprüfung. Und der geht los mit dem ersten Absatz. Der Prüfling kann in einem Prüfungsbereich eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragen. Das heißt, erster Punkt, der Prüfling ist selbst dafür verantwortlich, diese MEP zu beantragen. Man kriegt die nicht automatisch. So steht es im Gesetz. Wie es in der Realität läuft, ist natürlich eine andere Frage. Die meisten IHK werden automatisch, wenn man ein schlechtes Ergebnis hat, eine MEP ansetzen, weil die Leute wollen ja durch die Prüfung kommen und wenn das jetzt jeder einzeln beantragen müsste und die Leute vergessen das, dann sind sie durchgefallen, müssen ein halbes Jahr. Also die meisten IHK werden das wahrscheinlich von sich aus regeln, aber rein rechtlich müsstest du selbst diese Ergänzungsprüfung beantragen. Jetzt kommt Nummer zwei. [14:20] Dem Antrag ist stattzugeben, wenn er für einen der folgenden Prüfungsbereiche gestellt worden ist. A. Und jetzt kommen die fachspezifischen Namen der Prüfung. Ich bin jetzt hier im Bereich Anwendungsentwicklung, also Planen eines Softwareprodukts. B. Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen. Oder C. Wirtschaft und Sozialkunde. So, und hier würden jetzt halt in den anderen Paragraphen die Namen deiner jeweiligen Prüfungsteile stehen, wenn du nicht Anwendungsentwicklung wärst. Und hier siehst du schon, es muss also in einem der schriftlichen Prüfungen sein. Du kannst nicht das Projekt ausgleichen. Das ist nicht möglich. Projekt durch, dann bist du leider durch. Das ist so. Also da gibt es keine MEP. Nur in einer der drei schriftlichen Prüfungen kannst du eine MEP machen. Jetzt kommt Satz 2. Wenn der benannte Prüfungsbereich schlechter als mit ausreichend bewertet worden ist. Das heißt, auf Deutsch gesagt, du musst durchgefallen sein. Du musst unter 50 Prozent haben. [15:12] Du kannst also mit einer MEP nicht deine Note aufbessern. Angenommen, du hast jetzt, weiß ich nicht, eine 4 oder eine 3 und willst aber eine 1. Das geht leider nicht. Also die MEP ist nur dafür da, deine Prüfung zu bestehen, wenn du eigentlich durchgefallen wärst. Du kannst sie nicht noch einfach mal munter beantragen, um deine Note hochzuziehen oder so, weil du Lust hast. Das funktioniert nicht. Es geht hier nur ums Bestehen oder nicht. Und Nummer drei, das ist auch nochmal wichtig, wenn die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann. Auf Deutsch gesagt, du darfst nur eine MEP machen, wenn du danach auch die Prüfung bestehen kannst. Wenn du zum Beispiel schon drei Fünfen hast oder eine Fünf und eine Sechs oder so und es ist rein rechnerisch gar nicht mehr möglich, die Prüfung zu bestehen, dann wird dich auch keiner eine mündliche Ergänzungsprüfung machen lassen. Das ist ja vergebene Liebesmüh für dich und auch für den Prüfungsausschuss. Die prüfen dann irgendwas und am Ende bist du trotzdem durchgefallen. Also das wird nicht passieren. Das heißt, du darfst nur in einer der schriftlichen drei Prüfungen eine MEP beantragen, auch nur, wenn du da durchgefallen bist, also unter 50 Prozent hast, und auch nur, wenn du dann im Endergebnis noch bestehen kannst. Und wenn das nicht mehr möglich ist, gibt es auch keine MEP. Ganz einfach. [16:19] So, jetzt kommt der nächste Punkt. Die mündliche Ergänzungsprüfung darf nur in einem einzigen Prüfungsbereich durchgeführt werden. Das heißt, wenn du durch drei Prüfungen durchfällst, kannst du nicht drei MEPs machen und bist dann trotzdem durch. Dann ist durchgefallen wirklich durchgefallen. Sondern du kannst eine einzige Ergänzungsprüfung machen, um eine 6 oder eine 5 hochzuziehen oder auszugleichen. Wenn du mehrere Probleme hast, dann kannst du dich schon auf einstellen, in einem halben Jahr nochmal die Prüfung zu machen. Da hast du keine Chance. Du kannst jetzt nicht nochmal drei MEPs machen, weil du alle 5 hast. Das funktioniert leider nicht. Eine einzige MEP ist möglich. Dann kommt Absatz 3, die mündliche Ergänzungsprüfung soll 15 Minuten dauern. Also quasi wie das Fachgespräch. Präsentation, Fachgespräch, MEP dauern alle 15 Minuten. Hier steht, soll 15 Minuten dauern. [17:06] Kann auch mal 16 dauern oder 14, je nachdem, aber 15 ist das Richtmaß. Und dann kommt 4, bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 zu 1 zu gewichten. Was bedeutet das? Da sehen wir jetzt, dass so eine MEP gar nicht so viel Hebelwirkung hat, denn dein bisheriges Ergebnis wird mal 2 genommen und das Ergebnis der MEP wird mal 1 genommen und das wird dann geteilt durch 3 dein neues Ergebnis. Beispiel von eben, wenn du 40% geschrieben hast, also eine 5, dann wird das mal 2 genommen, also 80 und dann kommt deine Ergänzungsprüfung dazu, angenommen du hast da 50% geholt, dann wird gerechnet 80 plus die 50, das sind 130 und jetzt müssen wir aber nochmal durch 3 teilen, um auf eine Note zu kommen und 130 durch 3 sind leider weniger als 50, das heißt du bist im Endergebnis trotzdem durchgefallen. Wie können wir jetzt ausrechnen, was du haben musst, damit du bestehst? Bleiben wir bei den 40%. Die 40%, die du geschrieben hast, wird verdoppelt, also 80. Und jetzt kann man ja ein bisschen mathematisch überlegen. Wenn am Ende das Ding geteilt durch 3 gerechnet wird und du dann auf 50% kommen musst, dann wäre ja das Minimum, was du erreichen musst, durch zweimal altes Ergebnis plus einmal neues, 150. Weil 150 geteilt durch 3 ist 50%, dann hättest du bestanden. [18:32] Jetzt können wir das also einfach ein bisschen umstellen und ein bisschen rechnen. Wenn du 40 Prozent hast, nimmst du das Ding mal 2, sind die 80. Und jetzt musst du eigentlich nur noch die Differenz bis 150 erreichen. Das wäre 150 minus 80 sind 70. Das heißt, wenn du 40 geschrieben hast, musst du 70 Prozent in der MEP holen, damit du insgesamt auf 50 Prozent und damit auf das Bestehen kommst. Und du siehst schon, das ist ganz schön viel. 40 ist, naja, eine mittlere 5, ziemlich genau die Mitte der 5. Und jetzt musst du aber 70 Prozent, also eine, naja, schlechte 3 in der MEP holen, um das auszugleichen. Und von 5 auf 3, ich meine, das sind zwei Noten dazwischen. Das ist jetzt also nicht so einfach. Man kann jetzt also nicht sagen, ja, ich mache mal eben eine MEP und dann rette ich mir den Arsch. Auf Deutsch gesagt, du musst da ganz schön viele Punkte holen aufgrund dieses Verhältnisses, aufgrund der Gewichtung. Und deswegen mein Beispiel von vorhin, wenn du eine 6 hast, 30 Prozent, 30 mal 2 sind 60, 150 minus 60. Sind 90%. Das heißt, du musst eine gute 2 holen, um eine 6 ausgleichen zu können. [19:38] Wenn wir das jetzt mal umdrehen und ein bisschen rechnen, wenn wir mal 2 nehmen und wir fangen mit 25% an, weil du eine gute 6 hast mit 25%, die geht da bis 0, dann hast du 25 mal 2 sind 50 und 150 minus 50 sind 100. Das heißt, das wäre das Maximum, wenn du in einer MEP 100% holst, also perfekt die MEP machst, dann kannst du maximal 25 Punkte in einer Prüfung ausgleichen. Anders formuliert, ab 24 Punkten ist vorbei. Wenn du 24 Punkte oder schlechter in einem dieser drei schriftlichen Prüfungen hast, dann kannst du nicht mehr auf 50% in dieser Prüfung kommen. Es ist nicht mehr möglich. Rein rechnerisch geht das nicht. [20:21] Und wie gesagt, ich habe jetzt gerade schon erzählt, wir haben ein paar mehr Prüfungen dieses Jahr, die unter 24 Punkten waren, auf jeden Fall. Und da kann es dann wirklich nur noch darum gehen, aus der 6 eine 5 zu machen. Alles andere ist nicht realistisch. Und dann kann man nur die Daumen drücken, dass nicht in dem anderen Prüfungsteil noch irgendwo eine 5 da steht, weil sonst ist es halt vorbei. Das heißt, wenn man eine 6 hat und in den anderen Teilen eine 4 oder besser, dann kriegt man es noch hin, indem man die auf eine 5 hebt. Aber ansonsten ist man mit einer 6 leider raus, weil du es rechnerisch einfach nicht ausgleichen kannst. Funktioniert nicht. [20:52] Also, es ist nicht immer das Ziel, in einer mündlichen Ergänzungsprüfung für diesen Prüfungsbereich auf 50 Prozent zu kommen, also auf eine 4, sondern es geht meistens darum, wenn man wirklich schlechte Prüfungen hat, dass man insgesamt noch auf diese 50 Prozent für alle Prüfungsbereiche kommt und nur eine 5 da stehen hat. Das ist eigentlich das Ziel, was viele Prüflinge haben werden. Es geht hier also nicht darum, oh, ich mache nochmal eben die MEB und am Ende habe ich doch noch eine 1. Na, nee. Allein durch diesen letzten Satz, die Nummer 4 in dem Paragrafen hier, das Verhältnis 2 zu 1, ist es rechnerisch unmöglich, auf eine wirklich gute Note noch zu kommen mit der MEP. Es funktioniert einfach nicht. Also, wir fassen nochmal zusammen. Du musst die MEP selbst beantragen. In der Realität wird deine IHK das aber sehr wahrscheinlich automatisch für dich machen. Es darf nur in einem der schriftlichen Prüfungsteile passieren. Diese Prüfung muss schlechter als 4 sein, also ab 49 abwärts. Und du darfst auch nur die MEP machen, wenn du insgesamt noch bestehen kannst. Und wir haben ja gerade schon ein paar Beispiele gesehen, dass das teilweise recht schwierig ist. Also in dem Fall kannst du dich eigentlich davon verabschieden, wenn du zwei Fünfen hast und nicht mehr ausgleichen kannst oder so eine schlechte Sechs. Dann musst du leider die Prüfung wiederholen in einem halben Jahr. Das geht nicht anders. Die mögliche Ergänzungsprüfung dauert 15 Minuten und Gewichtung ist 2 zu 1. So ein paar Berechnungsbeispiele hatten wir jetzt. Dürfte die formale Geschichte, sag ich mal, klar sein. Und jetzt kommen wir zum nächsten Teil. [22:15] Und zwar stellen sich natürlich viele Prüflinge, die in eine MEP müssen, die Frage, oh Gott, wie läuft das denn ab? Gibt es einen separaten Termin? Wird das einfach nach der Prüfung gemacht? Etc. Und da kann ich leider nur die Antwort geben. Kommt drauf an. Und worauf kommt es an? Naja, auf eine der 79 IHK, bei der du geprüft wirst, weil das ist nicht geregelt. Ich habe jetzt alles aus dem Gesetz, aus der Berufsverordnung vorgelesen zur MEP. Hier steht also nirgends mehr drin, es ist am Tag der möglichen Prüfung durchzuführen oder Sonstiges. Es gibt keine weiteren Vorgaben. Das heißt, es liegt jetzt einfach an deiner IHK, wann und wo und wie du geprüft wirst. [22:52] Es soll eine mündliche Prüfung sein von 15 Minuten. Das ist der einzige Teil, der vorgegeben ist. In unserem Fall, ich kann es von mir berichten, von IHK Hollenburg, wir machen es so, dass wir die MEPen, das ist ja eingeschränkt auf eine einzige, man kann ja nur eine einzige MEP machen, wie gerade vorgelesen. Und deswegen machen wir die immer direkt am Prüfungstag, wo der Prüfling auch vor Ort ist. In unserem Fall, wir haben ein großes Einzugsgebiet, da fahren die Leute teilweise eine Stunde, teilweise anderthalb Stunden bis zur Prüfung. Und wenn man da jetzt noch einen zweiten Termin macht, wo man nur für 15 Minuten herfahren muss. Das ist sowohl für den Prüfling, allerdings auch für den Prüfungsausschuss extrem nervig, weil wir kommen auch nicht alle aus Oldenburg selber und fahren teilweise ich selber zum Beispiel auch über eine Stunde zur Prüfung. Und das ist ja alles Ehrenamt und Freizeit, beziehungsweise geht bei den meisten Leuten von der Arbeitszeit ab und die Arbeitgeber stellen frei. Das heißt, da wollen wir nicht nochmal für 15 Minuten für eine Person irgendwo hinfahren. Das ist einfach viel zu aufwendig. Deswegen machen wir das einfach am gleichen Tag. Ich weiß aber, dass es bei anderen IHKern durchaus einen separaten Termin nur für Ergänzungsprüfung gibt. Also kurz gesagt wieder mal, es kommt drauf an. Frag bei deiner IHK, wie es da geregelt ist. Einige IHKern schicken dann sogar Einladungen raus, wo drin steht, hier und da und dort ist die Ergänzungsprüfung. [24:04] Das ist wirklich ganz, ganz unterschiedlich. Und bitte verlass dich da weder auf meine Aussagen noch auf irgendwas anderes im Internet oder bei Reddit oder sonst wo. Frag bei deiner IHK nach. Das ist das einzige Verlässliche für deine Prüfung. Niemand anderes aus dem Internet kann dir da weiterhelfen. Und selbst wenn du einen Prüfling hast, der bei deiner IHK geprüft wurde, vielleicht ist das inzwischen verändert worden. Vielleicht macht der eine Ausschuss das so und der andere Ausschuss das so. Wir haben zum Beispiel in Oldenburg drei verschiedene Ausschüsse, die arbeiten weder am gleichen Standort noch nach exakt den gleichen Vorgaben im gleichen Raum etc. Das heißt, es kann von Ausschuss zu Ausschuss sogar noch unterschiedlich sein. Also bitte, bitte, bitte, frag bei deiner IHK nach und verlass dich nicht auf irgendwas anderes, was du sonst wo gelesen hast. Außer auf der offiziellen Seite deiner IHK. Wenn du da was liest, kannst du davon ausgehen, dass das stimmt. [24:50] Okay, also kurz gesagt, wann und wo die stattfindet, kommt darauf an. In unserem Fall ist es so, dass wir es einfach nach den restlichen Prüfungen am Tag der mündlichen Prüfung machen, also nach Präsentation im Fachgespräch. Dann geht in unserem Fall der Prüfung nochmal einmal raus. Wir überlegen uns Fragen für die mündliche Ergänzungsprüfung und dann kommt der Prüfung wieder rein und dann geht er bloß. Die letzte MEP, die ich hatte, war tatsächlich im Bereich WISO. Da haben wir uns einige alte WISO-Prüfungen geschnappt, haben ein paar Themenbereiche rausgesucht und haben darüber halt ein zweites Fachgespräch geführt, wenn man so will. Und das war dann unsere MEP. Auch das kann von IHK zu IHK und von Ausschuss zu Ausschuss komplett unterschiedlich sein. Ich habe schon gehört von Ausschüssen, die erstmal schriftliche Aufgaben dem Prüfling geben, die er in Ruhe vorbereiten kann und dann wird darüber ein Fachgespräch geführt. Ich habe schon gehört von Aufgaben, die man an einer Tafel lösen musste. Sowas wie formulieren Sie ein SQL-Statement oder machen Sie dies und das im Pseudocode und dann an der Tafel. Also es gibt da ganz, ganz unterschiedliche Ausprägungen. Auch das kann ich dir nicht verbindlich für deine IHK und deinen Ausschuss sagen. Wenn die IHK dir das erzählt, wie das geht, dann ruf da an und frag nach. Aber im Zweifel wissen die das noch nicht mal, weil die Ausschüsse das unterschiedlich machen. Du musst immer daran denken, die IHK ist das Verwaltungsorgan, kümmert sich um die Termine und Einladungen und alles. Aber der Prüfungsausschuss, der bestimmt deine Note, der prüft dich. Und der hat im Prinzip die Freiheit, diese Prüfung zu gestalten, wie er möchte. Denn, wie wir gerade gesehen haben, im Gesetz ist da nichts vorgegeben, außer 15 Minuten unmündlich. [26:15] Okay, also auch hier, da kannst du dich dann vielleicht an Erfahrungsberichten von anderen Prüflingen orientieren, vielleicht im Internet irgendwo mal gucken, im Forum, bei Reddit etc., ob irgendwer von deiner IHK schon mal eine MEP hatte. Und dann kannst du da fragen, wie es abgelaufen ist. Aber auch hier, bevor du im Internet einen Thread aufmachst, ruf doch mal bei der IHK an oder schick eine E-Mail hin. Denn die wissen wohl mit einer MEP, dass man da vielleicht ein bisschen nervös wird und tausend Fragen hat. Und da sollten die dann darauf reagieren und antworten. Dann als, weiß ich nicht, Ausbildungsberaterinnen gibt es dann, glaube ich, bei der IHK, die helfen dir dann. [26:47] Die sind dafür zuständig. Das heißt, wenn du verlässliche Informationen zu deiner MEP haben willst, bitte, ich wiederhole es nochmal, weil ich sehe so viele Beiträge im Internet, wo du dann fragen, wie ist das dann bei der IHK XY, wie werde ich denn da geprüft? Ja, weiß ich nicht, keine Ahnung. Frag doch bitte bei der IHK nach. Wie gesagt, 79 verschiedene, alle machen es unterschiedlich. Also einmal anrufen, Hörer in der Hand nehmen oder Handy in der Hand nehmen, Hörer gibt es ja gar nicht mehr und ruf da mal an und frag mal nach. Also, in unserem Fall ist es dann so, Prüfling kommt rein, es wird rein mündlich gemacht, wir bereiten nichts vor, wir lassen die Leute auch nichts an der Tafel schreiben und es ist eine rein mündliche Prüfung quasi wie das Fachgespräch, nur eben, und das ist jetzt ganz wichtig, zu Themen aus dem Prüfungsbereich, wo der Prüfling eben durchgefallen ist. Das heißt zum Beispiel Wieso, habe ich gerade gesagt, dann stellen wir halt Fragen zu Mutterschutzgesetz oder zu Tarifverhandlungen oder zu Streikrecht oder weiß ich nicht, Jugendarbeitsschutzgesetz und was da alles halt drankommt in Wieso. Das kann jetzt halt von A nach B, können wir uns da irgendwas ausdenken, es muss halt zu diesem Prüfungsbereich passen. Oder wenn es zum Beispiel Entwicklung von Algorithmen ist, dann fragen wir irgendwas zu Pseudocode oder zu SQL oder zu irgendwelchen Ur-Mail-Diagrammen oder so etwas. Das muss halt zu dem Prüfungsbereich passen. Aus diesem Bereich kommen die Fragen. Und das wäre jetzt auch der letzte Punkt für heute. Wie bereite ich mich auf die MEP vor? Ja, quasi genauso wie auf den jeweiligen Prüfungsbereich, wo du durchgefallen bist. Das ist jetzt ein toller Tipp, weil du bist ja da durchgefallen. Also hat das offensichtlich nicht so gut funktioniert mit der Vorbereitung. [28:13] Manchmal liegt es aber auch einfach an Zeitdruck in der Prüfung. Man schafft die Aufgaben nicht mehr und so weiter. Und deswegen ist es dann vielleicht für eine mündliche Ergänzungsprüfung gar nicht mal so schwierig, weil man kann sich da ein bisschen mehr Zeit lassen. Es ist mündlich, man kann umschreiben. Ja, man muss nicht auf den Punkt präzise, zack, auf den Text in drei Zeilen exakt genau das beschreiben. Das heißt, vielleicht fällt es dir einfach einfacher, so eine mündliche Ergänzungsprüfung zu machen, als es auf dem Papier zu machen. Aber falls das nicht der Fall ist und du dich einfach nur schlecht vorbereitet hast oder große Wissenslücken hast, dann wird es natürlich interessant. Dann musst du einfach die Themen nochmal nacharbeiten, die du dir schon für die schriftliche Prüfung hättest anschauen müssen. Ganz einfach. Und da kann ich dann nur empfehlen, guck dir die alten schriftlichen Prüfungen an. Inzwischen, wir sind im Jahr 2026, wo ich das hier aufnehme, gibt es elf oder zwölf alte Prüfungen und die kannst du rauf und runter dir durchschauen. Auf meiner Website habe ich noch eine große Liste mit bisherigen Themen in den schriftlichen Abschlussprüfungen, zumindest für Einwilligungsentwicklung, für die anderen Fachbereiche leider nicht. Aber du könntest dir die Prüfung einfach selber durchgucken. Und schauen, was kommen denn da so für Themen dran. Und darauf musst du dich vorbereiten. Und in diesem Fall dann eben nicht so, dass du sie schriftlich auf Papier bringst, sondern eben mündlich. Das heißt, du übst, wie du das formulierst. [29:23] Vielleicht in unserem Beispiel jetzt SQL. Versuchst du mündlich mal SQL-Abfragen zu formulieren, ja? Falls du das so geprüft wirst. Wie gesagt, bei deiner IHK kann das halt anders laufen. Du musst es vielleicht doch noch auf Papier machen, ja? Aber im Kern ist es ja eine mündliche Prüfung. Das heißt, du musst üben, wie du diese Inhalte auf der Audiospur vernünftig und verständlich erklärst. Also im Prinzip von der Prüfungsart bereitest du dich genauso vor wie auf dem Fachgespräch. Von den Inhalten bereitest du dich so vor wie das, was in der schriftlichen Prüfung drankommt, wo du durchgefallen bist. Und im besten Fall hilft natürlich Ausbilder, Ausbilderinnen dabei, dass ihr sowas einfach mal simuliert. Also, was für Fragen könnten denn gestellt werden zum Thema SQL oder zum Thema, weiß ich nicht, Firewall, Netzplan, Wieso, wie gesagt, Mutterschutzgesetz oder was auch immer, ja, dann spiel das einfach mal durch. Das heißt, Vorbereitung würde ich genauso empfehlen wie das Fachgespräch mit einer anderen Person wirklich mal zu sprechen. Im besten Fall mit einer Person, die sich auskennt und die sagen kann, ob das richtig war oder nicht. Also, Ausbilder, Ausbilderin, dafür sind die ja da. Das ist ja eigentlich deren Job, das zu tun, ja. Und inhaltlich, wie gesagt, guck die alten Prüfungen durch, such dir ein, zwei Themen raus und sprich das dann einfach mal mit Ausbilder-Ausbauern durch. [30:33] Früher war es so, vor der Neuordnung, dass der Prüfling sogar sich selber aussuchen konnte, in welchem Bereich man geprüft wird, also in welchem Themenbereich. Man konnte das also zum Beispiel runterdampfen auf Softwareentwicklung oder Datenbanken oder so etwas. Das ist inzwischen aber nicht mehr möglich. Inzwischen ist einfach das Thema der durchgefallenen Prüfung das Thema der MEP. Das heißt, genauso breit, wie die schriftliche Prüfung ist, ist das Themenfeld für die mündliche Ergänzungsprüfung. Du musst dich also auf alles vorbereiten. Du kannst nicht sagen, ach ja, ich bin in dem Teil durchgefahren, da werden die ja mich bestimmt SQL fragen. Nee, die Prüfer und Prüferinnen können sich halt selber aussuchen, was sie aus diesem Themengebiet abfragen. Das ist genauso wie in der schriftlichen Prüfung, da hast du auch keinen Einfluss drauf. Dann machst du den Umschlag auf und wunderst dich, oh, das kam dran, ja, super. Und genauso ist es in der MEP auch. Also bereite dich auf alle Themen vor, guck die alte Prüfung an und üb das Zeug auf der Audiospur mit Ausbilder, Ausbilderin, Lehrer, Lehrerin, wem auch immer, irgendein fertiger Azubi-Kollege, wenn du keine Ausbilder, Ausbilderin hast. Aber irgendwie bereite dich am besten darauf vor, dass du das mündlicher machen musst. Das ist durchaus was anderes. Ein Beispiel jetzt hier mal Use-Case-Diagramm der UML auf dem Papier zu zeichnen, oder auf der Audiospur zu erklären, wie du es zeichnen würdest. Ja, das ist ein bisschen was anderes. [31:48] Würde ich jetzt als Prüfender ein UML-Use-Case-Diagramm in der möglichen Prüfung abfragen? Eher nicht, weil es ist ja halt eben ein visuelles Ding. Aber man könnte vielleicht sowas fragen wie, was ist denn überhaupt ein Use-Case-Diagramm? Und was ist denn ein Akteur? Oder wie würde der denn aussehen? Oder was ist denn überhaupt ein Use-Case? Solche Sachen könnte man fragen. Aber so nach dem Motto, zeichnen Sie mir mal hier in Ihren Gedanken ein Use-Case-Diagramm. Solche Aufgaben finde ich persönlich natürlich maximal dämlich. Das heißt aber nicht, dass irgendwelche anderen Prüfungsausschüsse das nicht genau so machen. Oder wie eben erklärt, das dann einfach an der Tafel machen lassen. Ist ja auch okay. Also, da sind die Prüfungsausschüsse völlig autonom und können sich selber ausdenken, wie sie diese Prüfung gestalten. Also, wenn du was zeichnen musst, ist das so. Da kannst du dich auch nicht beschweren oder sonst irgendwas, weil, wie gesagt, die einzige Vorgabe ist, mündlich und 15 Minuten. [32:33] So, fassen wir nochmal zusammen. Du bereitest dich vor mit alten Prüfungen. Du bereitest dich aber so vor, dass du es mündlich vortragen kannst. Am besten mit einer anderen Person zusammen, Ausbilder, Ausbilderin. Und ja, dann war es das eigentlich. Bereit dich auf alle Themen vor, die in diesem jeweiligen Prüfungsteil drankommen können. [32:51] So, jetzt haben wir glaube ich alles. Zu MEP. Fassen wir nochmal kurz zusammen. Die MEP musst du machen, wenn du zwei Fünfen oder eine Sechs hast. Du musst sie nutzen, um insgesamt in Teil 2 auf 50% zu kommen. Meistens ist das nicht möglich, zum Beispiel eine Sechs auszugleichen, sondern einfach nur auf eine Fünf zu kommen, damit du insgesamt auf die 50% kommst. Es geht hier nicht darum, irgendwelche aus deiner Sicht schlechten Prüfungsteile zu verbessern, sondern es geht nur, wenn du da auch wirklich durchgefallen bist. Und es gibt eine einzige Ergänzungsprüfung. Wenn du damit deine Note nicht ausgleichen kannst, dann bist du durchgefallen und musst leider in einem halben Jahr nochmal ran. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Wann die durchgeführt wird, wo und wie, das ist völlig unterschiedlich, je nach IHK. Deswegen frag da vor Ort nach, wie das bei dir vielleicht ablaufen wird, ob du selber den Antrag stellen musst, ob die IHK das schon für dich macht. Das sind wichtige Fragen, die du dir stellen musst. Denn wenn du am Ende es beantragen hättest müssen und vergisst es und fällst deswegen durch, das wäre natürlich extrem schade. Also kümmere dich rechtzeitig, sobald du siehst, oh, meine Noten, da komme ich aber nicht mehr auf die 50. Dann ist das Erste, was du machen musst, anrufen bei deiner IHK und fragen, wie geht es jetzt weiter, was muss ich machen. Verlasse dich nicht darauf, dass das alles schon irgendwie automatisch man sich um dich kümmern wird, sondern werde selber aktiv, frag nach, was du machen musst und verlass dich nicht auf irgendwelche random Aussagen aus dem Internet, sondern frag bei deiner IHK nach. Ich kann es jetzt nur noch mal wiederholen, weil das so wichtig ist. [34:21] Ruf da an, frag nach oder schick eine E-Mail, wenn du dich anrufen willst. Aber kümmere dich bei deiner IHK darum und nicht irgendwo anders im Internet. So, und dann ist ansonsten die mündliche Ergänzungsprüfung aus meiner Sicht aber recht entspannt, weil die Prüfenden, wie die dir da gegenüber sitzen, die wollen ja auch dein Bestes. Ich meine, die MEP ist dafür da, damit du gerade noch die Prüfung bestehen kannst und das wollen die Prüfenden auch. Die Prüfenden haben keinerlei Interesse daran, dich absichtlich durchfallen zu lassen, damit du im halben Jahr nochmal geprüft werden musst. Wir müssen die ganzen Prüfungen ja dann nochmal korrigieren und wir müssen dich nochmal zum Fachgespräch einladen etc. Also wir haben da ja auch nichts davon. Im Gegenteil. Das heißt, die Prüfenden wollen auch, dass du bestehst und wollen dir helfen. [35:01] Etwas bessere Noten als die fünf oder sechs, die man geschrieben hat, hat durchaus realistisch. Im mündlichen kann man halt viel mehr umschreiben und irgendwo nochmal Punkte geben, als wenn man das hart auf Papier aufgeschrieben hat. Ja, das heißt, die Prüfenden sind ein bisschen nachsichtiger und werden dir sicherlich vielleicht auch nicht die allerhärtesten Fragen stellen, sondern halt so in die Richtung, dass du noch eine Chance hast, durch die Prüfung zu kommen. Davon musst du einfach mal ausgehen. Und wenn du einen Prüfungsausschuss hast, der es tatsächlich darauf anlegt, dich durchfallen zu lassen, okay, dann hast du Pech gehabt, aber dann sollten das vielleicht auch keine Prüfenden sein. Ja, die meisten Prüfenden sind pro Prüfling eingestellt und wollen dir helfen. Und ich glaube, es gibt eigentlich keinen Prüfungsbereich, wo das besser geht als in der mündlichen Prüfung. Weil da kann man mit geschickten Fragen und so weiter, kann man da schon den Prüfling auch mehr unterstützen, als wenn man, ja, wie gesagt, leeres Blatt Papier, da kann ich halt nur sechs draufschreiben. Aber mit ein bisschen Nachfragen im mündlichen Bereich kriegen wir dich schon in die richtige Richtung, sodass du die Prüfung bestehst. Ja, also mach dir da nicht zu viel Gedanken. Die Prüfenden sind normalerweise alle sehr nett und wollen dir helfen und wollen dich unterstützen. [36:04] Du musst dich natürlich aber auch ein bisschen darauf vorbereiten. Es ist deine letzte Chance, die Prüfung noch zu bestehen. Das müsstest du keine machen. Also setz dich nochmal hin, reiß dir den Hintern auf, guck dir alle Themen nochmal an, üb das Ganze mit einer anderen Person, damit du da gut dastehst in der MEP. Und dann ist es auch durchaus realistisch, dass du mit der MEP deine Prüfung noch bestehst. Ja, das will ich da sagen. Also, wenn du in die MBP gehst, heißt das nicht automatisch, dass du es nicht mehr schaffen kannst, sonst würde die MBP gar nicht angeboten, sondern geh davon aus, dass man dir helfen will, die Prüfung noch zu bestehen, aber tu auch was dafür. Ja, das will ich damit sagen. [36:38] So, jetzt haben wir heute alles, glaube ich. Ich denke, das war ein guter Refresher, ein gutes Upgrade für dieses häufig nachgefragte Thema der mündlichen Ergänzungsprüfung. Ich hoffe, es war für dich dabei. Falls du den MBP musst, ich drücke dir beide Daumen, dass du damit trotzdem noch deine Prüfung bestehst. Und ja, wenn ich dir geholfen habe, dann lass mir gerne einen Kommentar da, am besten direkt unter der Episode. Da freue ich mich auf dein Feedback. Und jetzt alles Gute für die Prüfung. Mach’s gut und bis zum nächsten Mal.

  • May 11 · 12 min

    Umgang mit Fehlern in der Projektdokumentation in der Projektpräsentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #12

    Um den Umgang mit Fehlern in der Projektdokumentation in der Projektpräsentation und im Fachgespräch geht es in der zwölften Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Wenn dir nach Abgabe deiner Projektdokumentation Fehler auffallen, solltest du in der Projektpräsentation immer mit der korrigierten Version arbeiten und größere inhaltliche Fehler offen, aber knapp ansprechen. Triviale Formfehler wie Rechtschreibung oder Kommas musst du nicht thematisieren. Entscheidend ist ein professioneller Umgang: Fehler nicht leugnen oder ignorieren, sondern zeigen, was du daraus gelernt hast, wie du sie korrigiert hast und welche Folgen sie für das Projekt haben. Inhalt Umgang mit Fehlern nach Abgabe der Projektdokumentation Wenn dir nach der Abgabe deiner Projektdokumentation noch Fehler auffallen, gilt grundsätzlich: korrigieren statt ignorieren. Kleine formale Fehler musst du nicht extra erwähnen, größere inhaltliche Fehler solltest du dagegen offen und professionell behandeln. Grundidee Die Projektdokumentation, die Projektpräsentation und das Fachgespräch sind getrennte Prüfungsleistungen. Deshalb solltest du Fehler aus der Doku nicht einfach in die Präsentation übernehmen, nur weil die Doku schon abgegeben ist. In der Präsentation solltest du immer die korrigierte Fassung zeigen. Wichtig ist dabei: Fehler offen ansprechen, wenn sie relevant sind keinen großen Fokus auf die Fehler legen zeigen, wie du den Fehler erkannt und behoben hast deutlich machen, was du daraus gelernt hast Warum Fehler oft erst später auffallen Zwischen Abgabe der Dokumentation und Präsentation oder Fachgespräch liegen oft mehrere Wochen. In dieser Zeit bereitest du deine Präsentation vor und schaust dir Inhalte wie Kostenrechnung, Amortisation, Diagramme oder Projektplanung nochmal an. Dabei kann dir auffallen, dass etwas falsch gerechnet, unvollständig oder inhaltlich nicht mehr passend ist. Welche Fehler du ignorieren kannst Triviale formale Fehler musst du nicht ansprechen. Dazu gehören z.B.: Rechtschreibfehler fehlende Kommas falsche Seitenzahlen kleinere Verweisfehler Solche Kleinigkeiten führen nicht dazu, dass du durchfällst, und sind in der Präsentation nicht relevant. Welche Fehler du korrigieren und ggf. ansprechen solltest Relevant sind inhaltliche Fehler, also alles, was Auswirkungen auf das Projekt oder die Bewertung haben kann. Beispiele aus dem Text sind: Rechenfehler in der Kosten- oder Amortisationsrechnung Fehler in der Zeit- oder Ressourcenplanung vergessene Arbeitsstunden von Mitarbeitenden falsche oder nicht mehr passende technische Entscheidungen fehlende oder falsche Diagramme geplante, aber nicht umgesetzte Features Solche Fehler können zu einer anderen Einschätzung des Projekts führen. Deshalb solltest du sie professionell behandeln. Professioneller Umgang mit Fehlern Fehler zu machen ist normal, auch in echten IT-Projekten. Entscheidend ist nicht, dass nie etwas schiefläuft, sondern wie du damit umgehst. Genau das ist auch in der Prüfung relevant. Ein professioneller Umgang bedeutet: den Fehler erkennen einschätzen, wie schwerwiegend er ist überlegen, ob und wie er korrigiert werden kann die Auswirkungen auf das Projekt benennen erklären, wie du solche Fehler künftig vermeiden willst Das entspricht auch dem Verhalten im Berufsalltag. Wer merkt, dass sich ein Projekt später amortisiert oder länger dauert, darf das nicht verschweigen. Was in die Präsentation gehört In der Projektpräsentation solltest du nur dann auf einen Fehler eingehen, wenn er für die gezeigten Inhalte relevant ist. Kleine Auswirkungen Wenn sich durch einen Rechenfehler am Ergebnis praktisch nichts ändert, kannst du in der Präsentation einfach die korrigierte Version zeigen und den Fehler kurz mit einem Nebensatz erwähnen. Beispiel aus dem Text: Die Amortisation verschiebt sich nur um wenige Monate. Die Entscheidung für das Projekt bleibt trotzdem gleich. Dann reicht ein kurzer Hinweis, dass die Rechnung in der Doku leicht falsch war, das Endergebnis aber unverändert bleibt. Größere Auswirkungen Wenn ein Fehler deutliche Folgen hat, solltest du ihn klar benennen. Das kann z.B. sinnvoll sein, wenn: das Projekt sich gar nicht mehr amortisiert mehrere Features nicht umgesetzt wurden sich wesentliche Projektentscheidungen ändern Dann kann es sogar sinnvoll sein, dafür eine eigene Folie einzuplanen und nachvollziehbar zu erklären: was anders gelaufen ist als geplant warum das passiert ist welche Konsequenzen das hatte wie du damit umgegangen bist Was du nicht tun solltest Unprofessionell wäre es, einen bekannten Fehler absichtlich in der Präsentation zu wiederholen Fehler zu ignorieren Fehler zu leugnen lange auf Fehlern herumzureiten in der Präsentation Fehler anzusprechen, die dort gar nicht vorkommen Wenn ein fehlerhaftes Diagramm in der Präsentation gar nicht gezeigt wird, musst du es dort auch nicht thematisieren. Du sollst dich nicht unnötig schlechter machen. Vorbereitung auf das Fachgespräch Auch wenn du einen Fehler in der Präsentation nicht ansprichst, solltest du dich auf Fragen dazu im Fachgespräch vorbereiten. Mindestens ein Teil des Prüfungsausschusses hat die Doku gelesen und könnte den Fehler gefunden haben. Dann ist eine gute Reaktion z.B.: den Fehler bestätigen sagen, dass er inzwischen erkannt und korrigiert wurde die Auswirkungen kurz erklären So kann es sein, dass du in der Doku für den Fehler einen Punkt verlierst, im Fachgespräch aber einen positiven Eindruck hinterlässt, weil du professionell damit umgehst. Besonderheit beim Prüfungsausschuss Nicht alle Prüfenden haben deine Dokumentation zwingend gelesen. In vielen Ausschüssen wird die Arbeit aufgeteilt. Deshalb gilt für die Präsentation generell: geh nicht davon aus, dass alle deine Doku kennen erkläre dein Projekt so, dass auch neue Zuhörende folgen können verschwende keine Präsentationszeit mit langen Fehlererklärungen Gerade deshalb solltest du Fehler nur kurz und zielgerichtet ansprechen. Einfluss auf die Note Ein einzelner Fehler führt normalerweise nicht dazu, dass du durchfällst. Das Projekt wird als Gesamtleistung bewertet. Auch mit kleineren oder sogar größeren Fehlern kannst du noch eine gute oder sehr gute Note erreichen. Kritisch wird es eher dann, wenn du unprofessionell reagierst, also z.B.: Fehler bewusst verschweigst sie abstreitest Ausreden suchst Zentrale Kernaussage Wenn dir nach der Abgabe Fehler auffallen: bleib ruhig korrigiere inhaltliche Fehler zeige in der Präsentation immer die richtige Version sprich relevante Fehler kurz und offen an bereite dich auf Nachfragen im Fachgespräch vor zeige, was du daraus gelernt hast Vorbeugung vor der Abgabe Am besten ist es natürlich, Fehler schon vor der Abgabe zu vermeiden. Dafür kann es helfen, die Doku vor dem Einreichen noch einmal von anderen gegenlesen zu lassen, z.B. durch: dein:e Ausbilder:in andere Personen im Umfeld ein geeignetes KI-Tool für Rechtschreibung und Kommasetzung Das Optimum ist immer der Fehler, den du gar nicht erst machst. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute geht es um ein Thema, was wirklich sehr häufig gefragt wird, und zwar bezüglich der beiden Prüfungsleistungen, Projektdokumentation und Projektpräsentation und Fachgespräch. Wie soll ich damit umgehen, wenn ich in meiner Projektdokumentation Fehler finde, und zwar nachdem ich sie abgegeben habe? Soll ich das in der Projektpräsentation ansprechen? Soll ich die korrigieren? Soll ich darauf hinweisen? Soll ich das ignorieren? Soll ich es leugnen? Wie gehe ich mit Fehlern in der Doku um, nachdem die Doku abgegeben ist. Und es kommen dann ja noch zwei Prüfungsleistungen, nämlich die Präsentation und das Fachgespräch, wie gerade auch schon gesagt. Und es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, wie ich mit diesen Fehlern umgehen kann. Und wie man am besten damit umgeht, ich würde erst mal sagen, wir fangen wieder mit dem Too Long den Read an. Ich würde sagen, immer korrigieren. Wenn dir Fehler auffallen, korrigiere sie im Nachhinein. Trivialitäten auf jeden Fall einfach stillschweigend sogar korrigieren. Und große Sachen explizit aber ansprechen, wenn sie irgendwie wichtig fürs Projekt sind und krass andere Entscheidungen zur Folge hätten oder das Projekt auf einmal drei Jahre länger braucht, um sich zu automatisieren oder Sonstiges. [1:23] Das würde ich auf jeden Fall ansprechen, aber keinen Fokus auf die Fehler legen. Projektpräsentation und Fachgespräch sind separate Prüfungsleistungen. Die haben zwar mit dem gleichen Thema zu tun, nämlich dein Projekt, aber die Projektpräsentation ist eine eigenständige Prüfungsleistung, unabhängig von der Doku. Also auch wenn du der Doku durchfällst, mal als Beispiel, könntest du eine Projektpräsentation bestehen, weil das sind halt zwei getrennte Prüfungsleistungen. Also, kurz gesagt, sprich die Fehler an, geh offen damit um, kommuniziere das und sag, dass du was gelernt hast, aber leg nicht den Fokus auf die Fehler. Und was ich jetzt genau damit meine, da gehen wir jetzt in den nächsten Minuten drauf ein. Fangen wir mal vorne an. Um was für Fehler soll es heute überhaupt gehen und warum kann und darf oder muss man die überhaupt korrigieren? Ich glaube, das Zweite ist einfacher zu beantworten. Zwischen der Abgabe der Dokumentation und der Projektpräsentation und Fachgespräch liegen bei vielen Prüflingen tatsächlich mehrere Wochen. Also jetzt mal nur als Beispiel. Ich nehme das gerade 2026 auf. Da war die Prüfung Ende April und zum Beispiel bei meiner IHK war dann eine Woche später die Abgabe. Also Anfang Mai musste man die Projektdokumentation abgeben. [2:28] Die Fachgespräche und Projektpräsentationen gehen aber bis Ende Juni. Das heißt, fast zwei Monate liegen eventuell dazwischen, zwischen Abgabe der Doku und dem mündlichen Prüfungstermin. Und in anderen Bundesländern, das richtet sich ja oft auch nach den Schulferien, wann die anfangen. Es sind ja auch immer Lehrer und Lehrerinnen mit im Prüfungsausschuss. Und die werden natürlich nur in den Schulzeiten eingesetzt. Das heißt, je nachdem, wann die Ferien starten, kann das halt noch später sein oder eben auch früher. Das kommt halt ganz auch so ein bisschen aus dem Bundesland an. Und natürlich auch noch auf die IHK die Räumlichkeiten haben muss, etc. Also eine Terminplanung mit so vielen Prüfenden und Prüflingen ist grundsätzlich sehr schwierig. Aber bei vielen Prüflingen wird es so sein, dass, ich sage mal, mehrere Wochen zwischen Projektdokumentation, Abgabe und den anderen beiden Prüfungen an Prüfungsleistungen liegen werden. So, und das kann natürlich dann sein, dass man in diesen Wochen nochmal auf sein Projekt schaut, vielleicht um die Projektpräsentation vorzubereiten. Überraschung. Da guckt man sich vielleicht die Sachen nochmal an. Da kommen ja auch wichtige Inhalte nochmal in die Präsi. sowas wie eine Kostenrechnung, Amortisation, irgendwelche Diagramme, die gezeichnet wurden, eine Projektplanung, eine Zeitplanung, etc. Das gehört natürlich auch alles in die Präsi. Habe ich schon genug Podcast-Debison zu gemacht zu dem Thema. Da guckt man sich dann vielleicht nochmal an, was habe ich eigentlich in der Doku da geschrieben? Vielleicht weiß man das nicht mehr auswendig, weil es schon ein paar Wochen her ist. [3:41] Und dann stellt man fest, oh, da habe ich mich ja irgendwie verrechnet oder oh, das stimmt ja gar nicht oder ich habe ja gar nicht Framework X genommen, sondern inzwischen Y oder weiß der Geier was. [3:50] Und jetzt ist die Frage, wie gehe ich dann mit solchen Sachen um? Und fangen wir mal mit den kleinen Fehlerchen an. So, ich habe irgendwo ein Komma vergessen oder ein Rechtschreibfehler oder Sonstiges. Das ist natürlich völlig… Es ist sinnfrei, das zu erwähnen. Ja, das kann jedem mal passieren. Selbst nach der Abgabe kann man auf der Titelseite noch einen Rechtsstaatfehler finden. Das habe ich auch schon oft genug gesehen. Also niemand, kein Mensch ist fehlerfrei und deswegen wirst du jetzt auch nicht durchfallen oder eine Note oder geschweige denn vielleicht nur einen Punkt abgezogen bekommen, weil irgendwo mal ein Komma fehlt. Also wenn wir das machen würden, dann würden reihenweise Leute durch die Prüfung fallen und das passiert nicht. [4:23] Also solche Sachen sind, ich nenne die jetzt mal triviale Fehler oder es ist irgendwo, keine Ahnung, ein Verweis nicht richtig und eine Seitenzahl stimmt nicht oder sowas. Solche Trivialitäten interessieren natürlich keinen Menschen in der Projektpräsentation, da brauchst du gar nicht drauf hinweisen. Und das würde ich auch nicht ansprechen oder so. Das ist einfach, ja, ist passiert, fertig. Im Zweifel fällt das noch nicht mal im Prüfenden auf, dass irgendwo ein Komma fehlt. Also von daher, das ignorieren wir einfach. Aber wenn du jetzt solche Sachen gemacht hast, wie ich gerade schon gesagt habe, Kosten, eine Amortisationsrechnung zum Beispiel, du hast irgendwo falsch summiert Oder du hast irgendwo eine falsche Rechnung gemacht, hast falsche Zahlen benutzt oder so. Und dann stellt sich heraus, oh, das Projekt amortisiert sich doch erst drei Monate später und nicht nach dem ursprünglich ausgerechneten Termin oder so etwas. Oder du hast, keine Ahnung, ein Diagramm gezeichnet, was gar nicht zur Realität passt oder du hast dich irgendwo vertan. Oder, keine Ahnung, es gibt, sag ich mal, inhaltliche Fehler, die sich auch auf das Projekt auswirken. Da sehen die Oberflächen auf einmal anders aus, wie du bauen solltest. Oder das Projekt hat ein gewisses Feature gar nicht, was du eigentlich eingeplant hast. oder, keine Ahnung, statt drei Firewalls brauchst du doch nur zwei oder. [5:23] Alles, was halt wirklich sich inhaltlich auf das Projekt bezieht, davon rede ich jetzt, wenn ich Fehler korrigieren sage. Alles andere formale Fehler wie Rechtschreibung etc. Kannst du auf jeden Fall ignorieren. Aber irgendwas, was vielleicht zu einer unterschiedlichen Einschätzung im Projekt geführt hätte, bei dir und auch bei den Prüfenden. Also zum Beispiel, wie gesagt, Rechenfehler, Planungsfehler in der Zeitplanung. Du hast Ressourcen vergessen, einen zu planen. Arbeitsstunden von Mitarbeitenden hast du nicht eingeplant. Zum Beispiel, da habe ich schon so oft gesehen, da schreibt jemand in seinem Text bei einem Anwendungsermittlungsprojekt, ja, ein Kollege hat noch drei Stunden ein Code-Review gemacht. Und dann gucke ich in die Kostenplanung und stelle fest so, hä, wo sind denn diese drei Stunden? Die tauchen da gar nicht auf. So sind einfach vergessen worden. Aber je nach Stundensatz macht das halt vielleicht mal 200 Euro schon aus insgesamt, wenn jemand drei Stunden auf so ein Projekt drauf guckt. Und das wurde einfach nicht mit eingeplant. Und das führt dann dazu, dass natürlich, wenn ich die Amortizierungsrechnung mache, das Ding sich später amortisiert, weil ich Kosten vergessen habe. Ganz einfach. Solche Sachen. Oder ich habe vielleicht bestimmte Frameworks, habe ich gerade schon mal angesprochen, benutzt, die sich inzwischen aber überholt haben, die ich gar nicht wirklich verwendet habe. Oder ich habe es anders gelöst. Oder ich habe vergessen, ein Diagramm einzufügen, was ich eigentlich gemalt habe. So, keine Ahnung. Ahnungsermittlung wieder beim Klassiker. Use-Case-Diagramm habe ich eigentlich erstellt. Ist aber gar nicht in der Doku zum Beispiel. Solche Sachen. Da ist jetzt die Frage, wie gehe ich damit um? Und grundsätzlich, habe ich ja gerade schon gesagt, jeder Mensch macht Fehler. Also erstmal Ruhe bewahren. Du fällst jetzt wegen einem Fehlerchen nicht durch die Prüfung. Klar, eventuell gibt es einen Punktabzug. [6:51] Aber wahrscheinlich wird das nicht dazu führen, dass du jetzt hier ein arge Bedrängnis bekommst, nur weil du da irgendwo einen kleinen Inhalt mal vergessen hast oder so. Das kann halt passieren. Wir sind alle nur Menschen. So, jetzt ist aber die Frage, wie gehst du professionell mit diesem Fehler um? Und das ist ja auch etwas, was wir in der Prüfung auf jeden Fall bewerten. Wir gucken ja nicht nur darauf, dass du eine schöne Rechtschreibung hast, sondern vor allem geht es darum, wie sieht inhaltlich dein Projekt aus? Hast du das vernünftig geplant? Hat das einen passenden Umfang? Zeig das alles das, was du als Abschlussprüfung zeigen musst. Hast du alles gelernt, was für deinen Beruf wichtig war? Und dazu gehört natürlich auch eine Planung, eine Kostenkalkulation, Amortisation etc. Aber natürlich, auch in der Realität, können natürlich in Projekten Fehler passieren. Da wurde irgendwie was falsch geplant oder man hat sich verschätzt oder stellt sich raus, oh, mitten im Projekt gibt es eine neue Java-Version und ich muss hochziehen oder was auch immer. Und auf einmal passt alles von und hin nicht mehr. Das ist ja normal. Ich glaube nicht, dass es in der Realität irgendein Projekt gibt, was 100% so funktioniert, wie es geplant wurde. Das gibt es nicht. Und dann zeigt sich ja der Unterschied zwischen guten und schlechten Prüflingen darin, wie sie denn damit umgehen, mit solchen gefundenen Fehlern. Und das ist dann demnach eigentlich auch Teil der Prüfungsleistung, wenn so ein Fehler passiert, dass du vernünftig damit umgehst und dann genau wie im echten Leben auch überlegst, was wäre jetzt sinnvoll? Soll ich diesen Fehler einfach stillschweigend ignorieren und meinem Chef nicht sagen, dass sich das Projekt doch erst ein Jahr später amortisiert? [8:14] Das wäre für die Realität auch keine gute Idee. Denn wenn der Chef dann irgendwann merkt, eigentlich hätten wir schon Kohle einnehmen müssen, aber ist noch nichts auf dem Konto. Was ist da los? Dann wird er ja auch zu dir kommen oder sie und sagen, was hast du denn da gemacht? Und dann ist natürlich uncool zu sagen, ach ja, das wusste ich zwar, aber ich habe es dir nicht gesagt, lieber Chef. Das ist gar keine gute Idee. Ja. Wenn wir mal überlegen, wie es in der Realität ist, du, keine Ahnung, du machst ein Projekt zum Einstieg und jemand anderes wartet darauf, dass du fertig bist und kann dann darauf aufbauend weitermachen, dann kannst du ja auch nicht einfach schweigen und sagen, ach ja, ich brauche zwar zwei Wochen länger, aber ich sage es keinem. Weil die Leute warten ja darauf. Und je früher du weißt, dass etwas zum Beispiel später fertig wird, desto früher musst du es auch weitergeben an die Leute, die darauf warten. Weil sonst verzögert sich alles Weitere und die Leute werden unruhig, das ganze Projekt wird vielleicht verschoben etc. Das können wir auf gar keinen Fall machen. Das heißt, wenn dir was auffällt, kommunizieren. So ist es in der Realität und so erwarten wir es auch in der Projektarbeit. Und wenn dir jetzt im Nachhinein ein Fehler auffällt, dann ist es sinnvoll, damit vernünftig umzugehen, zu sagen, ja, ich habe hier einen Fehler gemacht, ich habe das erkannt. [9:18] Und nicht einfach, ja, ich habe es erkannt, Ende. Sondern viel wichtiger ist jetzt natürlich, was mache ich denn jetzt damit? Also vielleicht eine erste Einschätzung. War das ein schlimmer Fehler? Kann ich den korrigieren? Wenn ja, wie habe ich den korrigiert? Oder war das etwas, das ich gar nicht korrigieren kann, was so schlimm ist, dass das ganze Projekt jetzt auf einmal scheitert? Das ist natürlich blöd in so einer Abschlussprüfung, aber theoretisch könnte das ja auch passieren. Aber dann kannst du trotzdem immer noch die Prüfung bestehen. Ich mache nochmal eine andere Episode dazu, ob das Abschlussprojekt erfolgreich sein muss. Und Spoiler, nein, muss es nicht. Weil in der Realität scheitern ja auch. Was war das im Chaos-Report? Den gibt es, glaube ich, zu Projekten. Ich glaube, zwei Drittel aller Projekte scheitern in irgendeiner Form. Werden nicht rechtzeitig fertig, kosten mehr oder irgendwelche Features fehlen. Und von daher ist es eher die Normalität in der Realität, dass Projekte nicht erfolgreich sind. Jetzt mal, ja klar, in der Prüfung will man natürlich, dass das Projekt erfolgreich ist. Man denkt ja auch an die Note und so. Und ehrlich gesagt, ich habe noch keine Projekte dabei gelesen, wo das Projekt tatsächlich gescheitert ist. [10:14] Überraschenderweise funktionieren die IHK-Projekte alle. Ja, es ist klar, es geht ja hier um eine Prüfung. Das ist vielleicht nicht so das echte Leben. Und man schreibt natürlich vielleicht auch nicht hundertprozentig alles auf, was nicht gut funktioniert hat. Das ist ja auch alles in Ordnung. Aber grundsätzlich wäre es kein Problem, wenn das Projekt in irgendeiner Form scheitert, weil das sogar eher realistisch ist, als alles schön zu reden und zu schreiben. [10:35] So, also wir fassen nochmal zusammen. In der Realität musst du mit deinen Fehlern ja auch irgendwo umgehen. Das erwarten wir von einem professionellen Softwareentwickler, Administrator oder was auch immer du als IT-Beruf lernst. Und so erwarte ich das dann auch von dir in der Prüfung. Also wenn du jetzt merkst, Mensch, ich habe da einen Fehler gemacht, dann ist die Frage, was hätte ich denn tun können, um den zu vermeiden? Was mache ich, damit es beim nächsten Mal nicht nochmal passiert? Was habe ich jetzt im Nachhinein getan, um den Fehler zu beheben? Und das wäre dann ein Inhalt, der dann in der Projektpräsentation zum Beispiel kommen könnte, wenn der Fehler so groß ist, dass sich das lohnt oder wichtig ist, das anzusprechen. Bleiben wir nochmal bei meinem Beispiel mit meiner Amortisationsrechnung. Wenn sich das Ding erst drei Monate später amortisiert, aber das Projekt, weiß ich nicht, trotzdem zehn Jahre im Einsatz ist und es keinerlei Ausführung darauf hätte, das Projekt umzusetzen oder nicht, ob die Amortisation jetzt drei Monate später oder früher stattfindet. Also, das war jetzt ein komischer Satz. Also angenommen, egal ob du ein oder zwei Monate später dein Projekt erst amortisierst, wenn es keine Ausführung darauf gehabt hätte, dass du das Projekt auch umsetzt, weil das Projekt sowieso viel länger im Einsatz ist als diese ein, zwei Monate, dann ist das ja im Prinzip irrelevant für die Entscheidung, die du aus dieser Amortisationsrechnung triffst, nämlich das Projekt umzusetzen. Wenn sich jetzt herausstellt, oh, ich habe so viele Kosten vergessen, dass sich das Projekt niemals amortisieren wird, das ist natürlich ein anderes Thema. Das musst du dann natürlich nochmal ansprechen. [11:54] Aber wenn es jetzt ein, zwei Monate, okay, du hast einen Rechenfehler drin, ja, dann würde ich sogar so weit gehen, in der Präsi einfach die korrigierte Amortisationsrechnung zu zeigen und eventuell mit einem kleinen Nebensatz darauf hinzuweisen. Ach, übrigens in der Projektmodellation habe ich mich hier ein bisschen verrechnet, das waren zwei Monate mehr oder weniger, was auch immer. Das Endergebnis ist aber das gleiche. Wir setzen das Projekt um, weil, lalalala, also eine Begründung wäre natürlich trotzdem interessant. Das heißt, in der Projektpräsentation auf jeden Fall immer die korrigierte Variante zeigen. Es ist absolut bescheuert, wenn du etwas Fehlerhaftes gefunden hast in deiner Doku, das dann fehlerhaft zu übernehmen in die nächste Prüfungsleistung, obwohl du weißt, dass es falsch ist. Das ist einfach dämlich. Das kannst du in der Realität auch nicht machen, wenn du weißt, das Projekt, ich bleibe immer bei diesem Beispiel, weil das so schön griffig ist mit der Amtionsrechnung, das kannst du auch auf alle möglichen anderen Inhalte deines Projekts beziehen. Wenn du weißt, dass das fehlerhaft ist und du zeigst es dann. [12:47] Das ist doch super unprofessionell. Du musst es doch korrigieren, auch in der Realität. Weil die Leute werden ja vielleicht sogar, im besten Fall, werden sie das nachrechnen, was du da gezeigt hast und merken dann, hä, das ist ja fehlerhaft. Warum ist das denn nicht aufgefallen? Und dann musst du sagen, ach ja, eigentlich ist es mir aufgefallen, aber ich habe es nicht korrigiert. Ich meine, wie dumm ist das? Also du hast einen Fehler gemacht, dann musst du dazu stehen und dann musst du vor allem dafür sorgen, dass das Ding korrigiert wird und dass jetzt halt irgendwie nicht dein Unternehmen Geld verliert, weil du da irgendwo einen Fehler gemacht hast. Also, es ist, wie gesagt, es ist ja menschlich, Fehler zu machen, aber man muss halt damit umgehen und sie ausbügeln, sag ich mal. Also, bei den Prüfenden würde ich jetzt halt sagen, ja, kurz ansprechen, war falsch, ist aber egal quasi, weil Endergebnis ist das Gleiche und fertig. Wenn du jetzt richtig krasse Fehler gemacht hast in deinem Projekt, dann würde ich da vielleicht eine extra Folie für machen und sagen so, hier anders als geplant konnte ich diese drei Features nicht umsetzen, weil, so, und dann wird das halt vernünftig erklärt und dann musst du aber auch mit den Konsequenzen nehmen und sagen, ja, ich konnte die nicht umsetzen, dafür habe ich aber die Zeit in andere Sachen investiert oder es hat sich herausgestellt, es hat länger gedauert, dadurch sind die Features weggefallen, der Kunde war aber trotzdem zufrieden, weil das waren nur die Soll-Features und nicht die Muss-Features oder wie auch immer. Also du musst es halt auch erklären, was jetzt passiert. Und das unterscheidet halt, wie gesagt, einen professionellen ITler oder ITlerin von jemandem, der sagt, oh Fehler, interessiert mich nicht, ich mache nur, was man mir sagt, ich denke nicht nach. Ja, sowas wollen wir nicht. [14:08] Okay, Hinweis nochmal zu den Prüfenden. Der Prüfungsausschuss muss ja paritätisch mit mindestens drei Menschen besetzt sein. Lehrer, Lehrerin, Arbeitnehmerin und Arbeitgeberin, Vertreter. Und jetzt ist es einfach so, du weißt, die machen das alle im Ehrenamt, kriegen dafür keine Kohle. Und in den meisten Prüfungsausschüssen wird es so sein, dass nicht alle Leute, die da sitzen, deine Dokumentation überhaupt gelesen haben. Also mindestens zwei sollten es schon sein, weil wenn ein Mensch alleine über die Note entscheidet, das ist ja auch nicht ganz richtig. Aber sind wir ehrlich, in der Realität muss das Ganze auch irgendwie in endlicher Zeit stattfinden. Und wenn ich mir vorstelle, ich habe glaube ich, dieses Jahr haben wir 40 Prüflinge, mündliche Prüfungen bei uns. Und wenn ich 40 Projektdokumentationen lesen müsste, wann soll ich das machen? Das ist ja mehr als eine ganze Arbeitswoche, die ich nur für das Lesen benötige. Das ist unmöglich, das darzustellen. Und das heißt, die meisten Prüflinge, nicht Prüfungsausschüsse in der Realität, werden die Arbeit in irgendeiner Form aufteilen. Und dann kann das so sein, dass zwei Leute aus dem Prüfungsausschuss deine Doku gelesen haben, aber die anderen, die da eventuell noch sitzen und mindestens eine Person ist das, die haben deine Doku eventuell gar nicht gesehen, gelesen. [15:19] Das ist nochmal ein anderes Thema auch für die Präsentation. Geh davon aus, dass nicht alle Prüfenden deine Doku kennen. Das heißt, erzähl alles nochmal, als wenn da jemand sitzen würde, der es noch nie gehört hat. Aber das ist nochmal ein Thema für eine andere Episode. Aber heute geht es ja darum um die Fehler. Das heißt, wenn zwei Leute die Doku gelesen haben und zwei vielleicht diesen Fehler, den du gemacht hast, erkannt haben, die dritte Person, die weiß davon vielleicht noch gar nichts, weil sie deine Doku gar nicht kennt. Ja, manchmal sitzt übrigens noch mehr Leute im Prüfungsausschuss und die haben dann sicherlich auch alle die Doku nicht gelesen oder doch. Es kommt auf die IHK an. Also man kann es auch nicht pauschal sagen, aber meiner Erfahrung nach wird in den meisten Ausschüssen die Arbeit aufgeteilt, sodass nicht alle deine Projektdokumentation überhaupt kennen. Und dann kannst du dir überlegen, wenn du jetzt den Fehler lang und breit erklärst, wo eine Person mindestens dabei ist, die den Fehler noch gar nicht gesehen hat, dann ist das vielleicht ein bisschen verschenkte Zeit. [16:05] Also fokussier dich nicht auf deine Fehler. Geh kurz darauf ein. Zeig, was du daraus gelernt hast und was du getan hast, um den Fehler zu korrigieren. Aber mach da jetzt nicht einen mega Aufstand von. Weil im Zweifel wissen gar nicht alle, dass du diesen Fehler überhaupt gemacht hast. Und selbst die Prüfenden, die deine Doku gelesen haben, denen ist der Fehler vielleicht auch gar nicht aufgefallen. Ich meine, das ist ja manchmal nicht so offensichtlich, dass da ein richtig krasser Schnitzer drin ist. Deswegen bitte nicht so den Fokus drauflegen. Aber wenn du es erkannt hast, dass es falsch war, dann bitte ansprechen. Und vor allem erzählen, was du daraus gelernt hast, wie du damit umgegangen bist. [16:37] So, ansonsten, wenn du zum Beispiel einen Fehler gemacht hast bei irgendwas, was du in der Präsi gar nicht zeigen willst, auch nochmal ein Thema für eine andere Episode, die Präsi sind 15 Minuten, da kannst du nicht dein gesamtes Projekt zeigen. Es ist einfach viel zu kurz, das heißt, du hast weniger Möglichkeiten als in einer Doku. Jetzt mal nur ein Beispiel, du hast 10 Diagramme in einer Doku, in der Präsi kannst du aber nur 5 davon zeigen, weil die Zeit nicht reicht. Wenn du einen Fehler gemacht in einem der Diagramme, was du gar nicht zeigst, dann sollte es ein bisschen gesunder Menschenverstand sein, zu sagen, ich habe einen Fehler gemacht, den ich in der Präsi gar nicht zeige, dann brauche ich auch nicht darauf eingehen. Also du musst dich ja nicht selber schlechter machen, als du bist. Du musst ja deine Präsi nicht anfangen mit, ich habe übrigens hier und da und dort noch sieben Fehler gemacht, da gehe ich zwar heute gar nicht darauf ein, weil diese Artefakte interessieren hier in der Präsi niemanden, aber ich erzähle es euch trotzdem, dass ich Fehler gemacht habe. So, das ist natürlich Quatsch. Aber wenn du zum Beispiel, weiß ich nicht, in einem Verteilungsdiagramm einen Fehler in der Doku hattest und zeigst das Verteilungsdiagramm auch in der Präsentation, dann wäre es natürlich sinnvoll, dieses Diagramm zu korrigieren und kurz zu sagen, hey, in der Doku hatte ich das auch, da ist mir aber ein kleiner Fehler unterlaufen, so habe ich das korrigiert. So, das reicht ja schon. Du musst nicht stundenlang dich selber geißeln, sagen, oh Gott, ich habe es falsch gemacht, sondern es ist sehr wichtiger, wie gehst du damit um? Wie gesagt, immer der Blick auf die Zukunft. Was habe ich gemacht, damit es nicht normal vorkommt? Wie habe ich den Fehler korrigiert? Was ist das für eine Konsequenz für das Projekt gewesen? Das ist das, was wir da sehen wollen. Und dann kannst du sogar. [17:55] Auch mit gemachten Fehlern trotzdem noch mit einem sehr gut aus der Präse oder dem Fachgespräch gehen. Weil das zeigt ja dann eine Professionalität, ich wiederhole mich glaube ich jetzt zum x-ten Mal, wie du mit den Fehlern umgegangen bist. Weil wir können Fehler nicht verhindern, selbst mit dem besten Entwicklungs- und ich weiß nicht was Prozess, können Fehler auftreten. Wir sind halt Menschen, wir sind keine Maschinen und selbst die können Fehler machen, wenn sie falsch programmiert sind. Also viel wichtiger, geh vernünftig mit dem Fehler um, anstatt den irgendwie an den Tisch fallen zu lassen oder noch besser zu leugnen, dass du ihm gedacht hast, nein, das stimmt ja nicht, nein, wo haben sie das denn gelesen? Nicht in meiner Doku. Habe ich auch schon gehabt. Tatsächlich in einer Präsentation, bis wir uns im Fachgespräch danach. Hä? Das weiß ich gar nicht mehr. Steht das so in meiner Doku wirklich? So nach dem Motto, wollen Sie mich gerade verarschen? Und also das geht überhaupt gar nicht. Also wenn du Fehler machst, dann steh dazu und erklär, was du daraus gelernt hast und wie du sie korrigiert hast. Das ist es. Und wenn die Inhalte aber nicht in einer Präsentation vorkommen, wie gesagt, Verteilungsdiagramm zeigst du gar nicht, dann sprich es auch nicht an. [18:52] Aber bereite dich auf das Fachgespräch vor mit diesem Fehler. Denn natürlich haben mindestens zwei, würde ich mal behaupten, Prüfende deine Doku gelesen und vielleicht diesen Fehler gefunden. Und das vielleicht machen wir mal zu sehr wahrscheinlich haben sie diesen Fehler gefunden, weil das ist ja die Aufgabe der Prüfenden, deine Arbeit zu kontrollieren. Dann werden sie wahrscheinlich solche Fehler finden. Und dann werden sie dich vielleicht auch im Fachgespräch darauf ansprechen. Auch hier wieder, das ist alles vielleicht, vielleicht, vielleicht, weil das Fachgespräch sind ja auch nur 15 Minuten und da wollen wir auch noch viele andere Sachen fragen und nicht nur auf deinen Fehlern rum. Also wenn es jetzt ein krasser Schnitzer ist und ich habe den als Prüfender gefunden, dann spreche ich dich darauf an. Aber eventuell auch nicht, weil ich habe noch tausend andere Themen, die ich mit dir besprechen will in 15 Minuten und dann interessiert mich der Fehler gar nicht. Aber vorbereiten darauf kannst du dich trotzdem, weil wenn man dich dann anspricht, so hier, haben Sie ja nicht gesehen, in Ihrem Verteilungsdiagramm, da fehlt ja noch hier der Server und das passt ja so gar nicht. Dann kannst du sagen, oh ja, das ist richtig, das habe ich auch gesehen. Inzwischen ist es auch korrigiert und das hat folgende Konsequenz, bla bla bla. [19:49] Und dann ist die Sache fein. Und dann kann man den eventuellen Fehler in der Doku dafür abziehen, dass du diesen, also kann man dir einen Punkt in der Doku dafür abziehen, dass du diesen Fehler gemacht hast. Aber im Fachgespräch kriegst du sogar einen Pluspunkt dafür, weil du dich darum bemüht hast, das zu korrigieren, das erkannt hast. Und das spricht ja auch für irgendeine Form von Qualitätssicherung, dass es im Nachhinein zumindest nochmal aufgefallen ist, dass der Fehler da war und dass du ihn auch korrigiert hast und so weiter. [20:13] Also, ja, jetzt sind wir doch bei 20 Minuten gelandet. Ich wollte auf jeden Fall sagen, wenn du Fehler gemacht hast, steh dazu, Du sprichst sie gegebenenfalls sogar an, geh aktiv damit um, zeig, dass du professionell mit solchen Fehlern umgehen kannst, dass du was daraus gelernt hast, dass du irgendetwas tust, damit das in Zukunft nicht nochmal passiert. Das wäre vielleicht das Wichtigste, Learning, dass du das einmal zeigst. Aber du musst dich nicht auf deine Fehler fokussieren. Du musst nicht sagen, oh, das und das und das war alles falsch. Vor allem nicht beinhalten, die du eh nicht in der Präsentation hast. Aber bereite dich auf mögliche Fragen im Fachgespräch dazu vor. Das wäre auf jeden Fall sinnvoll. Also, ich hoffe, das hat dir jetzt ein bisschen geholfen. Wenn dir Fehler auffallen, dreh nicht durch. Auch im Nachhinein. Ich habe es schon eingangs gesagt, Dokus gehabt, wo direkt auf der Titelseite der Dokumentation Rechtschreibfehler war. Ja nun, das kann halt passieren. Das erkennt man meistens erst, nachdem man auf Absenden gedrückt hat und die Doku unwiderruflich hochgeladen wurde. Das ist manchmal so. Also mach dich nicht verrückt wegen solcher kleinen Fehler oder auch selbst wegen größerer Fehler, wenn du irgendwo zwei Stunden eine Zeitplanung vergessen hast. Deswegen fällst du nicht durch die Prüfung, deswegen kriegst du keine vier, sondern es ist immer ein großes Gesamtkunstwerk, dieses Projekt. Und da kann links und rechts mal ein kleines Fehlerchen auftreten, das ist überhaupt kein Problem. Trotzdem kannst du noch eine gute oder sehr gute Note bekommen. Für solche Sachen dreht dir da keiner den Hals um. [21:33] Man dreht dir aber den Hals um, wenn du die Sachen ignorierst, wenn du sie bewusst leugnest, dass es den Fehler gibt oder so etwas. Das ist absolut unprofessionelles Verhalten. Überleg mal, das würdest du im Alltag auch nicht machen, wenn dein Chef zu dir kommt und sagt, sie haben hier aber was falsch gemacht. Nein, Chef, auf gar keinen Fall. Und es war jemand anders. [21:51] Also wie lange willst du dann da noch arbeiten? Kannst du dir überlegen. Wenn du Fehler machst, steh dazu, überleg dir, wie du damit umgehst, wie du es in Zukunft verhinderst. Vielleicht kennst du den Spruch, ich weiß nicht, ist angeblich so ein Urban Myth, Ich glaube von so einem IBM-Manager, der irgendwie mal so einen Mitarbeitenden zu sich gerufen hat und gesagt hat, hier, was haben Sie denn da für einen Fehler gemacht? Das hat 100.000 Euro gekostet oder Dollar oder was auch immer. Und dann hat der Mitarbeiter schon befürchtet, oh Gott, der schmeißt mich raus und Hilfe. Und der Chef schmeißt ihn aber nicht raus. Und dann fragt er, wieso wäre ich denn jetzt nicht rausgeschmissen? Ja, weil ich gerade 100.000 Dollar in ihre Fortbildung investiert habe. So ganz blöd gesagt. Also wenn du aus den Fehlern lernst, dann ist das doch fürs Unternehmen am Ende gut, weil ganz sicher, vorausgesetzt du lernst wirklich daraus, wirst du diesen Fehler ja nicht nochmal machen. Jemand anders, der den Fehler aber nicht gemacht hat, der kann ihn vielleicht wiederholen und deswegen ist das tatsächlich auch eine Investition in dich als Mitarbeitenden, wenn man dir die Fehler verwendet. [22:48] Wie soll ich das sagen? Durchgehen lässt sich blöd an. Natürlich wollen wir keine Fehler machen. Niemand ist daran interessiert, dass alle Mitarbeiter möglichst viele Fehler machen. Das ist ja Quatsch. Aber wenn mal ein Fehler passiert, dann sollte man daraus lernen und dann sollte das Unternehmen daraus lernen, wie man sowas in Zukunft verhindern kann. Das ist professionelles Vorgehen und Fehler zu leugnen und zu sagen, ich war es gar nicht oder das ist aber nicht meine Schuld, das bringt niemanden weiter und stellt dich auch in ein ganz schlechtes Licht und ja, das wollen wir auch, wir wollen ja die Prüfung möglichst realitätsnah haben und in der Realität wollen wir solche Mitarbeitenden auch nicht haben, also fang nicht an, irgendwas zu leugnen oder zu widersprechen oder ja, das kommt gar nicht gut an, weder in der Realität noch in der Prüfung. Steh dazu, lehren daraus, mach es beim nächsten Mal besser. Das ist die Kernaussage. So, ich glaube, jetzt habe ich alles. Ich hoffe, du hast meine Einstellung dazu verstanden. Und ja, wenn du anderer Meinung bist, schreib mir gerne einen Kommentar oder vielleicht hast du sogar Beispiele, wo du selber einen Fehler zugegeben hast und wo es positiv ausgegangen ist. Ganz besonders freuen würde ich mich natürlich auch über Gegenbeispiele. So, hey, ich habe einen Fehler zugegeben. Am Ende haben sie gesagt, du bist durchgefallen, wenn du einen Fehler gemacht hast. Das fände ich absolut realitätsfähig in der Prüfung. Aber bei 79 IHK mit jeweils x verschiedenen Prüfungsausschüssen kann das deutschlandweit natürlich auch noch ein bisschen anders gehandhabt werden. Also das hier ist jetzt meine Meinung für einen professionellen Umgang mit Fehlern. Wenn du andere Erfahrungen gemacht hast oder Geschichten gehört hast, kommentiere gerne unter der Episode, das würde mich sehr interessieren natürlich. [24:10] Ansonsten hoffe ich, dass es heute ein bisschen geholfen hat. Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Projektpräsentation und das Fachgespräch und falls du noch nicht abgegeben hast, auch die Doku. Und da nochmal, der beste Fehler ist der, den du gar nicht machst. Das heißt, wenn du vor Abgabe der Doku nochmal jedem mal über die Doku drüber gucken lässt, zum Beispiel Ausbilder, Ausbilderin oder im Jahr 2026 vielleicht auch die KI, die dann sowas wie Kommasetzungsfehler oder Rechtschreibung zumindest glatt ziehen würde, das wäre auf jeden Fall auch empfehlenswert. [24:36] Denn wenn du einen Fehler gar nicht zugeben musst, weil du ihn nicht gemacht hast, ist das natürlich das Optimum. So, jetzt haben wir es aber auch. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

  • May 4 · 7 min

    Sinnvolle Prüfungsvorbereitung mit alten IHK-Prüfungen – IT-Berufe-Podcast-Shorts #11

    Um eine sinnvolle Prüfungsvorbereitung mit alten IHK-Prüfungen geht es in der elften Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Ich empfehle dir, für die schriftliche Abschlussprüfung mit alten Prüfungen zu lernen und dabei mit den neuesten anzufangen. Wichtig ist aber, dass du immer den aktuell gültigen Prüfungskatalog prüfst, weil sich Inhalte durch Neuordnungen und Anpassungen verschieben oder wegfallen können. Für WiSo sind auch sehr alte Prüfungen sinnvoll, bei AP1 und AP2 musst du genauer schauen, welche alten Prüfungen thematisch noch zu deinem Prüfungsteil passen und dir idealerweise zusätzlich Feedback von deinem/deiner Ausbilder:in holen. Inhalt Alte Prüfungen sind grundsätzlich sinnvoll Ich halte es für sehr sinnvoll, dich mit alten Prüfungen auf die schriftliche Abschlussprüfung vorzubereiten. Das gilt sowohl für AP1 als auch für AP2. Am besten startest du aber immer mit den neuesten Prüfungen und arbeitest dich dann chronologisch rückwärts vor. Je aktueller eine Prüfung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch gut zu den heutigen Anforderungen passt. Wichtig ist dabei eine Einschränkung: Du solltest alte Prüfungen nie blind durcharbeiten, sondern immer mit dem aktuell gültigen Prüfungskatalog abgleichen. Inhalte können sich durch die Neuordnung der IT-Berufe oder durch Änderungen am Prüfungskatalog verschieben, neu dazukommen oder wegfallen. Was sich seit der Neuordnung verändert hat Vor der Neuordnung 2020 gab es: eine Zwischenprüfung eine Abschlussprüfung mit: GA1 GA2 WiSo Alte Zwischenprüfung Die frühere Zwischenprüfung ist mit den heutigen Prüfungen praktisch nicht mehr vergleichbar. Sie bestand stark aus Multiple Choice und behandelte allgemeine IT-Themen für alle IT-Berufe. Dieser Prüfungsteil wurde ersatzlos gestrichen. Deshalb ist er für deine Vorbereitung heute nicht mehr relevant. WiSo Beim WiSo-Teil hat sich im Grunde nichts Wesentliches verändert. Die Themen und die Art der Fragen sind seit vielen Jahren ähnlich geblieben. Es geht dort um allgemeine wirtschaftliche und soziale Inhalte wie: Wirtschaft, Rentabilität Märkte, Angebot und Nachfrage Arbeitsverträge Gewerkschaften, Streik, Betriebsrat Deshalb kannst du für WiSo auch sehr alte Prüfungen verwenden, sogar viele Jahre zurück. Als Untergrenze empfehle ich mindestens die letzten fünf Jahre, also bei zwei Terminen pro Jahr etwa zehn Prüfungen. Wie alte und neue Prüfungsteile zusammenhängen Für die fachlichen Teile gibt es grobe Entsprechungen zwischen alt und neu: alte GA1 entspricht am ehesten der heutigen AP2 alte GA2 entspricht am ehesten der heutigen AP1 Der Hintergrund: Die GA1 war berufsspezifisch, ähnlich wie die heutige AP2. Die GA2 war für alle IT-Berufe gleich und damit eher mit der heutigen AP1 vergleichbar. Warum du immer den aktuellen Prüfungskatalog brauchst Es gab nicht nur 2020 eine große Neuordnung, sondern auch weitere Änderungen: 2018: kleinere Reform mit Datenschutz und Datensicherheit in der Prüfung 2020: große Überarbeitung der IT-Berufe 2025: Anpassung der Prüfungskataloge Dadurch kann es passieren, dass alte Prüfungen Themen enthalten, die heute nicht mehr geprüft werden, oder umgekehrt, dass heute Themen relevant sind, die in älteren Prüfungen noch gar nicht vorkamen. Ein Beispiel dafür ist SQL: In der AP1 wurde SQL mit dem neuen Prüfungskatalog gestrichen. In der AP2 ist SQL heute relevant. Deshalb kann es sein, dass du für bestimmte Berufe oder Prüfungsteile passende SQL-Aufgaben nicht direkt in alten AP2-Prüfungen findest, sondern eher in älteren AP1-Prüfungen oder in AP2-Prüfungen anderer IT-Berufe, zum Beispiel der Anwendungsentwicklung. Ein weiteres Beispiel ist RAID, das in der AP1 ebenfalls nicht mehr relevant ist, aber in älteren Prüfungen noch häufig vorkommt. So gehst du bei alten Prüfungen sinnvoll vor Ich empfehle dir dieses Vorgehen: Prüfungskatalog besorgen Dort steht, welche Themen aktuell für AP1 oder AP2 in deinem Beruf relevant sind. Mit den neuesten Prüfungen anfangen Zuerst den Prüfungsteil bearbeiten, auf den du dich konkret vorbereitest. Dann chronologisch rückwärts arbeiten So lange, bis du bei den Prüfungen ab 2020 angekommen bist. Danach Prüfungstrainer nutzen Zum Beispiel die Prüfungstrainer aus dem U-Form-Verlag mit prüfungsnahen Aufgaben und Lösungen. Erst danach sehr alte Prüfungen ergänzend anschauen Für AP2 eher alte GA1 Für AP1 eher alte GA2 Wichtig ist dabei immer: Wenn ein Thema heute neu in einem Prüfungsteil ist, kannst du auch in anderen alten Prüfungen nach passenden Aufgaben suchen, selbst wenn sie ursprünglich für einen anderen Prüfungsteil oder einen anderen IT-Beruf gedacht waren. Lass dich von alten Aufgaben nicht verunsichern Wenn du in älteren oder auch noch relativ neuen Prüfungen Aufgaben zu Themen findest, die laut aktuellem Prüfungskatalog nicht mehr drankommen sollen, ist das kein Widerspruch. Der Grund ist einfach, dass diese Prüfungen noch auf älteren Regelungen basieren. Deshalb gilt: Nicht jede alte Aufgabe ist heute noch relevant. Nicht jedes heute relevante Thema ist in alten Prüfungen sofort leicht zu finden. Maßgeblich ist immer der aktuelle Prüfungskatalog. Wenn dort ein Thema nicht mehr enthalten ist, musst du es bei knapper Zeit nicht gezielt für diesen Prüfungsteil lernen. Es ist natürlich trotzdem nicht falsch, solche Inhalte grundsätzlich zu können. Lösungen nie nur stumpf vergleichen Wenn du mit alten Prüfungen lernst, solltest du deine Antworten nicht nur mit den Lösungshinweisen vergleichen. Dabei gilt: Es gibt meist keine echten Musterlösungen, sondern nur Lösungsvorschläge oder Lösungshinweise. Gerade bei offenen Aufgaben kann es mehrere richtige Wege geben. Das betrifft zum Beispiel: Datenbankmodellierung Pseudocode andere Aufgaben mit Transferleistung Deshalb musst du nicht verzweifeln, wenn deine Lösung anders aussieht als auf dem Lösungbogen. AP1 und AP2 werden von Menschen korrigiert, die dabei einen Bewertungsspielraum haben. Feedback ist ein wichtiger Teil der Vorbereitung Ich finde es sinnvoll, alte Prüfungen gemeinsam mit deinem/deiner Ausbilder:in oder einer anderen fachkundigen Person durchzusprechen. So kannst du besser einschätzen: ob deine Lösung trotzdem Punkte bekommen würde wo deine Denkfehler liegen ob eine alternative Lösung fachlich in Ordnung ist Besonders hilfreich ist das bei offenen Aufgaben, bei denen nicht nur eine einzige Formulierung korrekt sein kann. Im Ausbildungsalltag mit meinen eigenen Azubis wird etwa jeden Monat eine alte Prüfung bearbeitet und danach mit einem/einer Ausbildungsbeauftragten besprochen. Fazit Ja, du kannst auch mit ganz alten Prüfungen lernen. Ich würde aber nicht damit anfangen. Mein Vorschlag ist: zuerst die neuesten Prüfungen dann passende Prüfungstrainer danach bei Bedarf ältere Prüfungen und sehr alte Prüfungen nur ergänzend und gezielt Für WiSo sind auch sehr alte Prüfungen gut nutzbar. Für AP1 und AP2 musst du dagegen genauer prüfen, welche Aufgaben heute noch zu deinem Prüfungskatalog passen. Alte Prüfungen sind ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung, am sinnvollsten zusammen mit Feedback und ergänzt durch eigenes Lesen, Umsetzen, Programmieren oder Administrieren. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Vorbereitung auf die schriftliche Abschlussprüfung Fachinformatiker Anwendungsentwicklung: Prüfungstrainer Abschlussprüfung Teil 2 Fachinformatiker Systemintegration: Prüfungstrainer Abschlussprüfung Teil 2 Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute geht es um ein Thema, was regelmäßig inzwischen viermal im Jahr immer wieder angefragt wird. Und zwar, wie bereite ich mich am besten auf die schriftliche Abschlussprüfung vor? Warum viermal im Jahr? Naja, es gibt vier Termine im Jahr. Es gibt zweimal die AP1 im Frühjahr und im Herbst und zweimal die AP2 im Sommer und im Winter. Und immer sind die Fragen dieselben. Wie bereite ich mich darauf vor? Was kommt dran? Etc. Ich habe, glaube ich, als allererste Folge oder eine meiner allerersten Folgen in diesem Podcast schon Tipps zur Prüfungsverwaltung gegeben und habe ich vor kurzem auch nochmal aktualisiert. Aber heute geht es um eine ganz spezielle Frage in diesem Zusammenhang. Und zwar kann, soll, muss ich auch mit älteren Prüfungen mich vorbereiten? Oder soll ich nur die neuesten Prüfungen durchgehen? Und ja, da möchte ich auch mal drauf eingehen. Kurz vorweg schon mal, guck dir am besten so viele alte Prüfungen wie möglich an. Das kann auf jeden Fall nicht schaden. Aber mit einer kleinen Einschränkung bedenke immer, was der aktuelle Umfang an Themen für deine konkrete Prüfung ist, die gerade vor dir steht, weil der kann sich ändern. [1:23] So, und jetzt tun wir mal ein bisschen weiter aus. Vor der Neuordnung der IT-Berufe 2020 gab es eine Zwischenprüfung und eine schriftliche Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung, das sage ich schon mal gleich vorweg, die kannst du eigentlich mit keiner der heutigen Prüfungen mehr vergleichen. Das war ganz viel Multiple Choice und einmal rundum um alle möglichen IT-Sachen für alle Berufe, auch gleich für alle IT-Berufe. Und der Prüfungsteil ist tatsächlich einfach ersatzlos gestrichen und den brauchst du dir tatsächlich auch nicht mehr angucken. Das kannst du ad acta legen, das interessiert keinen Menschen mehr. [1:53] Aber dann gab es noch die eigentliche Abschlussprüfung früher, war ja nicht aufgeteilt in 1 und 2, sondern eben die Zwischenprüfung und dann kam die Abschlussprüfung und da gab es zwei Teile. Einmal die sogenannten ganzheitlichen Aufgaben 1 und ganzheitliche Aufgaben 2, GA1 und GA2 oder GH1, GH2 abgekürzt. Und den Visoteil. Und den Visoteil, den Spoiler ich schon mal, der ist, da kannst du dir eigentlich alle Prüfungen auch von vor 20 Jahren angucken, weil die Themen sind halt im Großen und Ganzen gleich geblieben. Die Fragestellung ist gleich geblieben. Es ist Multiple Choice, genau wie früher. Es wird mal schnell ausgewertet. Also an der Prüfung hat sich eigentlich überhaupt gar nichts verändert. Und die ist ja noch nicht mal nur für die IT-Berufe gleich, sondern so ziemlich für alle anderen Berufe auch gleich. Es sind halt ganz allgemeine Fragestellungen zur Wirtschaft, zu Märkten, zu, weiß ich nicht, Arbeitsverträgen und einfach Wirtschaft und Soziales. Es hat halt eigentlich nichts mit IT zu tun. Das heißt, wenn du die Prüfung dir angucken willst, auch die letzten 20 Jahre rückwärts, mach das, super Idee. Ansonsten sage ich ja, mindestens die letzten 5 Jahre angucken und da hast du, weil es ja aktuell 2 Prüfungstermine pro Jahr gibt, schon mal 10 Prüfungen, auf jeden Fall locker und hast damit einen Großteil der Fragen, die dir gestellt werden, in deiner Visu-Prüfung wahrscheinlich abgedeckt. Also das ist das Ding, wo du am einfachsten für lernen kannst mit alten Prüfungen, würde ich sagen. So, und dann gab es aber noch die GA1 und GA2. [3:13] Und damals war es halt auch schon so, dass wir einen Teil in der Prüfung hatten, der für alle IT-Berufe gleich war. Das war in diesem Fall die GA2. Und dann gab es den Teil, der für den jeweiligen Beruf fachspezifisch war, also Anbietungsentwicklung, Systemintegration, etc. Und das war die GA1. Und jetzt kann man am ehesten vergleichen die alte GA1 mit dem, was wir heute in der AP2 schreiben. Weil das ist ja rein fachspezifisch. Die AP2 ist komplett unterschiedlich für jeden IT-Beruf. Das ist das, was früher die GA1 war. Und die alte GA2 ist am ehesten vergleichbar mit dem, was wir heute in der AP1 schreiben. Also Inhalte für alle IT-Berufe gleich, eher oberflächlich, eher in die Breite. [3:54] So, und jetzt kannst du dir natürlich vorstellen, wenn es diese alten Prüfungen gibt, vielleicht kann man die ja noch zum Lernen benutzen. Und ich würde sagen, ja klar, kannst du die dafür benutzen. Trotzdem würde ich natürlich empfehlen, mit den neuesten Prüfungen anzufangen. Ist ja klar, du machst eine neue Ausbildung im Jahr, weiß nicht, 2026, 2027, schreibst du die Prüfung. Da ist es vielleicht nicht sinnvoll, sich Prüfungen von 1997 anzugucken. Da hat sich inzwischen natürlich auch sehr viel geändert. Aber es ist ja nun mal so, in der IT gibt es mal eine Neuordnung. Die letzte war 2020. Davor tatsächlich, hat kaum jemand mitbekommen, aber 2018 gab es auch eine kleine Reform der IT-Berufe. Da wurde nämlich zum Beispiel Datenschutz und Datensicherheit mit in die Prüfung aufgenommen, was vorher gar nicht explizit drin war. So, das heißt, wir hatten 2018 eine kleine Anpassung, 2020 die große Überarbeitung der IT-Berufe. Und jetzt gibt es aber auch noch sowas wie die Anpassung der Prüfungskataloge. Und das hat jetzt 2025 zuletzt stattgefunden. Das heißt, da wurde nicht der Beruf überarbeitet, sondern nur die Liste der Themen, die in der Prüfung drankommen können. Sowas kann ja auch passieren. So, und jetzt haben wir halt folgende Situation. Egal, welche alte Prüfung du dir anguckst, es kann sein, dass sie nicht mehr zu dem passt, was du in deiner Prüfung abgefragt werden kannst, weil sich entweder der Beruf oder der Prüfungskatalog oder was auch immer sonst noch geändert hat. Das heißt, grundsätzlich musst du bei alten Prüfungen eh immer gucken, ist das für mich noch relevant und ist das für diese Prüfung, auf die ich mich gerade vorbereite, relevant. Du kannst dir auch alte AP1en angucken. Hilft dir nicht so viel, wenn du dich gerade auf die AP2 vorbereitest. [5:20] Außer du nimmst eine AP1, in der noch SQL drin war, weil das wurde jetzt gestrichen mit dem neuen Prüfungskatalog 2055, ist aber heute auf jeden Fall in der AP2 überall drin. Das heißt, wenn du dir jetzt alte AP2en zum Beispiel anguckst als FISI, Hast du da vielleicht gar keinen SQL drin? Inzwischen ist das aber notwendig. Es gibt nur leider keine alte Prüfung, wo es drin ist, weil das ist ja erst seit einem Jahr so. Verstehst du das Problem? Ich hoffe, ja. Das heißt, du kannst dir anhand der alten Prüfung auf jeden Fall zu den jeweiligen Themen, die drankommen können, Beispielaufgaben angucken. Und das ist auch absolut sinnvoll, die durchzugehen. Und wenn du jetzt halt merkst, oh, als Fisi muss ich eigentlich SQL können, ja, dann suche ich mir doch alte Prüfungen raus, wo SQL-Aufgaben drin sind. Und das kann dann eine alte AP1 sein, das kann eine AP2 für Anwendungsentwickler sein, weil da war schon immer SQL drin. Also, es kommt halt ganz drauf an, auf welche Prüfung bereitest du dich vor und dann musst du dazu die passenden Prüfungen da anschauen. [6:11] Ein Riesenthema für alle IT-Berufe gleich ist ja die AP1. Da hat sich jetzt durch einen neuen Prüfungskatalog einiges geändert. Da ist zum Beispiel SQL halt rausgeflogen und RAID zum Beispiel sind so zwei Sachen, die mir auswendig immer einfallen. Wenn du dich jetzt auf die AP1 aktuell vorbereitest, kannst du die beiden Themen streichen, wirst aber in den alten Prüfungen sehr viele Aufgaben dazu finden, weil das früher halt drin war. Und da kommt natürlich auch eine gewisse Unsicherheit. So, hä, im Prüfungskatalog steht es nicht drin, in den alten Prüfungen ist es aber. Ja, weil die halt auf einem alten Prüfungskatalog basierten. Und jetzt kann man natürlich im Internet sich tausend Gerüchte und Diskussionen anschauen. Kann SQL vielleicht doch wieder in der API 1 drankommen? Ja, potenziell ja. Ich habe keine Glaskugel, ich kann es nicht sagen. Aber wenn im offiziellen Prüfungskanalog steht, SQL ist raus. [6:52] Dann musst du dich erstmal nicht darauf vorbereiten unter der Voraussetzung, dass du nicht genug Zeit hast, um das alles zu lernen. Ist es schlimm, wenn du SQL kannst? Nee, im Gegenteil. Ich finde es super, wenn jeder IT-Lehrerin SQL kann. Und dann ist mir auch egal, ob es zur AP1 oder AP2. Aber wenn du wenig Zeit hast und dich gezielt vorbereiten willst, dann brauchst du dich auf jeden Fall für die AP1 nicht mehr auf SQL vorbereiten. So, und das ist jetzt nur ein Thema. Das kann sich ja nächstes Jahr auch wieder verschieben. Vielleicht gibt es da noch einen neuen Prüfungstilolog. Und es gibt halt auch noch andere Themen außer SQL, die verschoben wurden. [7:20] Und das will ich eigentlich damit sagen. Du musst einfach schauen, was ist für dich, für deine Prüfung relevant. Und dazu guckst du in den aktuell gültigen Prüfungskatalog. Den kannst du dir für 7,10 Euro, kostet der, glaube ich, beim U-Vorm Verlag kaufen oder von deinem Ausbildungsunternehmen kaufen lassen. Die haben den auch hoffentlich schon, wenn sie ein vernünftiger Ausbildungsbetrieb sind. Und da guckst du rein. Und da steht dann für AP1 musst du lernen, zack, zack, zack, zack. Und für deine AP2 in deinem Beruf musst du lernen, zack, zack, zack, zack. Das ist das, worauf du dich vorbereiten musst. Und dann gehst du alte Prüfungen durch, chronologisch rückwärts, fängst mit den neuesten an, weil da die Chance am größten ist, dass sie schon zu diesem Prüfungskatalog passen. Aber irgendwann wirst du feststellen, spätestens im Jahr 2024 sind Aufgaben drin, die es heute entweder nicht mehr gibt oder die es auf jeden Fall noch mehr geben wird, weil sich halt Themen vielleicht hin und her geschoben haben zwischen den Prüfungsteilen. Und wenn du jetzt alte Aufgaben brauchst für ein Thema, was jetzt neu in der AP2 zum Beispiel gekommen ist, kannst du in alte AP1 gucken oder sogar noch weiter zurück in alte GA2, wenn du für die AP1 lernst zum Beispiel. Also grundsätzlich finde ich es gut, mit allen alten Prüfungen zu lernen, aber es macht natürlich Sinn, mit den neuesten anzufangen. Das ist ja ganz klar. [8:26] Also lass dich nicht verunsichern, wenn du dann in diesen neueren Prüfungen Aufgaben siehst zu Themen, die eigentlich gar nicht mehr drankommen sollen. Du weißt ja jetzt, woran es liegt. Die Prüfungen. Berufe, aber alle Berufe, nicht nur die Berufe, sind nicht starr. Da wird mal was überarbeitet, da wird mal was hin und her geschoben, was ja auch sinnvoll ist, finde ich. Nur bei den alten Prüfungen wird man dann halt als Prüfling, wenn man sich nicht damit auseinandersetzt, vielleicht ein bisschen verwirrt. [8:48] Also meine Strategie, fang mit der letzten Prüfung für den Teil, für den du dich vorbereitest, AP1, AP2 an, und gehe dann rückwärts immer weiter zurück, bis du keine Prüfung mehr hast. Und das wird dann im Jahr 2020 sein. dann kannst du gerne zu den alten GA1 oder GA2 wechseln. Irgendwann wird es natürlich dann thematisch nicht mehr ganz so relevant, weil es dann immer mal zehn Jahre her ist. Dafür gibt es dann aber noch als Ergänzung die Prüfungstrainer aus dem U-Form Verlag. Vielleicht kennst du die. Das sind so DIN A4 Büchlein, wo halt auch nochmal, ich glaube, zehn IHK-Prüfungen drin sind. Also prüfungsnahe Aufgaben. Sind keine offiziellen Prüfungen, aber Aufgabenstellungen, die sehr, sehr ähnlich sind. Und natürlich gibt es dazu die entsprechenden Lösungen auch. Und die guckst du dir dann auch noch an. Und dann hast du, also ich nehme es jetzt 2026 hier auf, die Neuordnung war 2020. Das sind dann schon mindestens 10, 11 neue Prüfungen, zumindest nach der Neuordnung, die du machen kannst. Mindestens ein, zwei auch schon nach dem neuen Prüfungskatalog, die du machen kannst. Und wenn dir das dann immer noch nicht reicht, dann guckst du dir halt die alten Prüfungen an. Aber sogar vorher noch würde ich mir die Prüfungstrainer anschauen, weil die sind natürlich auch auf dem neuesten Stand. Also chronologisch rückwärts die letzten Prüfungen, dann die Prüfungstrainer. Und wenn du dann immer noch Zeit über hast, dann guckst du die in Anführungszeichen Uraltprüfungen von früher an und dann wäre die GA1 für die AP2 relevant und die GA2 für die AP1. Also die Zahlen genau umgedreht, wie es früher mal war. [10:12] So, und wenn du jetzt mit den Prüfungen lernst, wäre es natürlich auch sinnvoll, dass du da auch irgendwie dir ein Feedback zu einholst. Du kannst natürlich in die Musterlösungen gucken, wobei Musterlösungen gibt es da ja nicht. Das sind immer nur Lösungsvorschläge oder Lösungshinweise. [10:25] Deswegen verzweifle da nicht, wenn du es nicht exakt so formulierst oder exakt so zeichnest, wie es in der Lösung steht. Das sind immer nur Hinweise. Und zumindest die AP1 und AP2 wird von Menschen korrigiert, die da auch einen gewissen Entscheidungsrahmen haben, ob sie da Punkte vergeben oder nicht. Und deswegen würde ich dir den Tipp geben, das immer mit deiner Ausbilderin, mit deinem Ausbilder auch durchzusprechen, was du da an Lösungen hast. Wenn du natürlich die perfekte Muskellösung hingeschrieben hast, super. [10:52] Aber wenn du Abweichung hast, und das passiert ganz schnell mal, wenn du was modellieren musst, eine Datenbank zum Beispiel, oder wenn du Pseudocode-Aufgaben hast oder so, wo man auch ein bisschen Transferleistung hat, da kriegt man vielleicht nicht die hundertprozentige Musterlösung hin oder hat einfach eine andere Idee, das Problem zu lösen. Stichwort Pseudocode. Gibt es gefühlt 700 verschiedene Wege, irgendwas zu programmieren. Und da ist vielleicht das Feedback von einem anderen Menschen, im besten Fall von jemandem, der sich auskennt, also Ausbilder, Ausbilderin vielleicht, ganz hilfreich, damit du nicht nur in deinem stillen Kämmerlein da irgendwie was lernst und dich ärgerst, wenn du nicht so dicht an der Musterlösung bist. Also, nur mal ein Beispiel, wie ich das oder wie wir das bei uns im Unternehmen mit unseren Azubis machen. Die sollen im Durchschnitt jeden Monat eine alte Prüfung durchgehen und sie dann aber auch nicht nur mit den Musterlösungen stumpf vergleichen, sondern es gibt dann immer auch einen Termin mit einem Ausbildungsbeauftragten bei uns, der das dann mit denen auch durchspricht. Und dann zum Beispiel bei so einer Frage, wie hätte ich hierfür noch einen Punkt gekriegt, auch eine Antwort geben kann. Das wäre natürlich super. Besonders toll wäre es natürlich, wenn diese Person auch Prüfender oder Prüfende ist. Dann kann ich es natürlich nochmal besser sagen, als jemand, der noch nie mit der Prüfung da zu tun hatte. Aber normalerweise sollte man es ja vielleicht ein bisschen einschätzen können, ob die Antwort da passen würde oder nicht. [12:04] So, und dann wäre das auch mein Tipp, um sich mit alten Prüfungen vorzubereiten. Also Antwort auf die Frage, kannst du mit ganz alten Prüfungen lernen? Ja, wäre nicht mein präferierter Weg. Ich würde das miteinander anfangen, klar, aber je mehr du dich vorbereitest, desto besser, vorausgesetzt du hast genug Zeit dafür und dann kannst du auch mit den älteren Prüfungen lernen, wie gerade schon beschrieben. So, das war meine, ja, nicht ganz so kurze Antwort zur Frage, soll ich auch mit alten Prüfungen lernen, aber ich habe es ein bisschen erklärt, damit du auch weißt, was da der Hintergrund ist. Ich hoffe, es hilft dir ein bisschen bei deiner Prüfungsvorbereitung. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, egal, ob du noch die AP1 oder AP2 vor dir hast. Das wird schon. Guck dir die alten Prüfungen an, ergänze das Ganze um Feedback mit deinem Ausbilder, deine Ausbilderin. Natürlich darfst du auch gerne mal ein Buch lesen und auch selber was umsetzen und programmieren und administrieren. [12:50] Genau, aber die Prüfungen sind sicherlich ein ganz wichtiger Bestandteil, also die alten, um sich auf die neuen Prüfungen vorzubereiten. Jo, das war’s dazu. Ich drück die Daumen für deine Prüfung. Mach’s gut, bis zum nächsten Mal.

  • April 27 · 17 min

    Platzierung von Artefakten in der Projektdokumentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #10

    Um die sinnvolle Platzierung von Artefakten in der Projektdokumentation geht es in der zehnten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Inhalt Ich empfehle dir für die Projektdokumentation als klare Daumenregel, Artefakte wie Diagramme, Tabellen, Code, Screenshots oder Berechnungen in den Anhang zu packen – besonders dann, wenn sie größer als eine halbe Seite sind. Im Fließtext sollte stattdessen stehen, warum du ein Artefakt erstellt hast, wie es dir im Projekt geholfen hat und was du daraus abgeleitet hast. Nur kleine, direkt erklärungsbedürftige Artefakte können aus Gründen der Lesbarkeit ausnahmsweise in den Fließtext. Was ich mit Artefakten meine Mit Artefakten sind alle Bestandteile der Projektdokumentation gemeint, die kein eigentlicher Fließtext sind. Dazu zählen zum Beispiel: Diagramme wie UML-Diagramme oder ER-Modelle Tabellen, etwa für Kosten oder Zeitplanung Code Netzwerkpläne Testprotokolle Berechnungen und Formeln Screenshots und Fotos Zentrale Daumenregel Meine Empfehlung ist klar: Alle Artefakte gehören grundsätzlich in den Anhang. Alles, was größer als eine halbe Seite ist, sollte auf jeden Fall in den Anhang. Nur wenige Ausnahmen sprechen dafür, ein Artefakt direkt im Fließtext zu platzieren. Warum Artefakte besser in den Anhang gehören Der wichtigste Grund ist die begrenzte Seitenzahl für den Fließtext. Viele IHKs machen dafür klare Vorgaben, zum Beispiel 15 Seiten Fließtext und 25 Seiten Anhang. Diese Vorgaben unterscheiden sich aber je nach IHK teilweise deutlich. Wichtig ist deshalb: Prüfe immer die konkreten Vorgaben deiner IHK. Verlasse dich nicht pauschal auf Angaben aus dem Internet. Wenn du Artefakte in den Fließtext einbaust, verbrauchen sie dort Platz. Dadurch bleibt weniger Raum für erklärenden Inhalt, der in der Bewertung oft entscheidend ist. Eine Seite Klassendiagramm im Fließtext ist dann eben keine Seite Fließtext mehr. Seitenzahl ist nicht das eigentliche Problem Entscheidend ist nicht, ob am Ende 14 oder 15 Seiten dort stehen. Entscheidend ist, ob wichtige Inhalte fehlen. Wenn zum Beispiel in einem Projekt ein bestimmtes Artefakt sinnvoll oder zu erwarten ist, dann fehlt ohne dieses Artefakt möglicherweise ein relevanter Inhalt. Umgekehrt hilft es auch nicht, die maximale Seitenzahl auszuschöpfen, wenn dabei inhaltlich etwas Wichtiges fehlt. Die Seitenzahl ist also nur ein Rahmen. Bewertet werden am Ende die Inhalte, nicht bloß die Zahl auf der letzten Seite. Ausnahme: Lesbarkeit Der wichtigste Grund, ein Artefakt doch im Fließtext zu platzieren, ist die Lesbarkeit. Das kann sinnvoll sein, wenn: ein Artefakt sehr erklärungsbedürftig ist der zugehörige Text direkt daneben stehen sollte ständiges Blättern oder Springen zwischen Text und Anhang das Verständnis erschwert Beispiele dafür können sein: eine kurze, erklärungsintensive Code-Stelle eine kleine Berechnung oder Formel eine kompakte Kostenberechnung eine grobe Zeitplanung eine Amortisationsrechnung Dabei bleibt die zweite Daumenregel bestehen: Ist das Artefakt größer als eine halbe Seite, gehört es trotzdem in den Anhang. Denn wenn Erklärung und Artefakt ohnehin nicht mehr gemeinsam auf eine Seite passen, geht der Vorteil für die Lesbarkeit wieder verloren. Artefakte nicht als Seitenfüller verwenden Artefakte sollten nicht dazu dienen, den Fließtext künstlich aufzublähen, wenn dir sonst Inhalt fehlt. Wenn große oder unpassende Artefakte ohne echten Grund im Fließtext stehen, kann das bei der Bewertung als Hinweis gesehen werden, dass dort eigentlich zu wenig sinnvoller Textinhalt vorhanden ist. Solche Artefakte werden inhaltlich nicht als Ersatz für fehlende Erklärungen gewertet. Wichtig dabei: Es gibt nicht automatisch Punktabzug wegen einer bestimmten Seitenzahl. Punktabzug entsteht dann, wenn dadurch erkennbare inhaltliche Lücken bleiben. Artefakte haben einen Zweck Eine Projektdokumentation sollte nicht aus einer bloßen Sammlung von Artefakten bestehen. Nicht ausreichend ist zum Beispiel: Überschrift ein Satz wie "Ich habe ein UML-Diagramm erstellt, siehe Anhang" sonst keine weitere Erklärung Artefakte haben keinen Selbstzweck. Sie sollen zeigen, dass du methodisch gearbeitet hast und dir vor der Umsetzung Gedanken gemacht hast. Beispiele: In der Anwendungsentwicklung helfen Klassendiagramme, ER-Modelle oder Architekturskizzen dabei, die Struktur vor der Implementierung zu planen. In der Systemintegration helfen Netzwerkpläne oder Sicherheitsüberlegungen dabei, Anforderungen und Rahmenbedingungen sauber zu analysieren. Artefakte sollen also nicht nur für die Prüfung da sein, sondern einen praktischen Nutzen im Projekt haben. Was in den Fließtext gehört Im Fließtext sollte stehen: warum du ein Artefakt erstellt hast wie du dabei vorgegangen bist welche Besonderheiten dir dabei aufgefallen sind wie dir das Artefakt im weiteren Verlauf geholfen hat was du darauf aufbauend später gemacht hast Ein gutes Beispiel wäre nicht nur zu schreiben, dass ein Klassendiagramm existiert, sondern zu beschreiben: welche Klassen notwendig waren welche Beziehungen oder Abstraktionen sich ergeben haben welche Erkenntnisse daraus entstanden sind wie das Diagramm später bei der Implementierung geholfen hat Das Artefakt selbst kommt dann in den Anhang, der Kontext und die Einordnung gehören in den Fließtext. Fazit Die Kernaussage ist: Artefakte in den Anhang Erklärungen, Einordnung und Nutzen in den Fließtext Ausnahmen im Fließtext sind nur dann sinnvoll, wenn kleine Artefakte direkt zum Verständnis beitragen. Für fast alles andere gilt: Anhang. So nutzt du sowohl den Fließtext als auch den Anhang sinnvoll aus und zeigst nicht nur Ergebnisse, sondern auch dein methodisches Vorgehen. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute geht es mal um eines meiner Lieblingsthemen, wenn ich wieder Projektdokumentation lese und bewerten darf. Und zwar um die Platzierung von Artefakten in der Projektdokumentation. Diesen Begriff Artefakt, den benutze ich ganz häufig im Blog, im Podcast, in meinen Videos. Was ist damit gemeint? Kurz zum Einstieg. Ich meine mit Artefakt alles, was in der Dokumentation oder in deiner Präsentation später auch, was kein Fließtext ist. Also Beispiel Projektdokumentation, irgendwelche Diagramme, UML-Sachen, ER-Modelle, Amortisationsrechnung, wenn du die grafisch machst, aber auch Tabellen, zum Beispiel Kostenaufstellung oder deine Zeitplanung. Code natürlich, wenn du Anwendungsentwicklung machst, irgendwelche Pläne, Netzwerkpläne oder Sonstiges oder ein Testprotokoll oder so. Oder auch wenn du Berechnungen machst, irgendwelche Formeln oder Sachen, die nacheinander berechnet werden, zum Beispiel bei der Amortisationsrechnung. Und selbstverständlich auch Screenshots, wenn du Fotos machst aus der echten Welt, solche Dinge, das sind für mich alles Artefakte. Also Dinge, die kein Text sind, wobei, ja, Code ist Text, okay. Aber ich glaube, du verstehst, worauf ich hinaus will. Fließtext im Verhältnis zu alles andere sind Artefakte. Und ich mache es gerne zum Einstieg nochmal, wie in anderen Episoden auch, so ein Too Long Didn’t Read oder Didn’t Here in diesem Fall. Meine Empfehlung ist, pack alle Artefakte in den Anhang. Es gibt wenig Gründe dafür, Artefakte in deinen Fließtext zu packen. Also du schreibst einen Satz, machst dann ein Artefakt da rein und schreibst dann weiter. [1:48] Daumenregel sollte sein, alles in den Anhang. Und absolute Daumenregel aus meiner Sicht ist, alles was größer ist als eine halbe Seite, auf jeden Fall in den Anhang. So und jetzt gibt es vielleicht ein, zwei kleine Ausnahmen, wo man Artefakte auch in den Fließtext packen sollte oder darf oder vielleicht sogar muss. Da gehen wir gleich nochmal drauf ein. Aber als Daumenregel kannst du schon mal mitnehmen, alle Artefakte in den Anhang, insbesondere wenn sie größer sind als eine halbe Seite. [2:13] So, jetzt gehen wir mal die Details da durch. Warum ist das so? Warum ist das sinnvoll? Also, vielleicht vorweg, die meisten IHK’n machen irgendwelche Vorgaben für deine Projektdokumentation, was die Seitenzahl angeht. Und das sind meistens Maximalforgaben, also zum Beispiel maximal 15 Seiten Fließtext und 25 Seiten Anhang. So ist es zum Beispiel bei der IHK Oldenburg, wo ich beschäftigt bin. Ganz wichtig vorweg, guck dir unbedingt die Vorgaben deiner IHK an. Es gibt nämlich 79 verschiedene in Deutschland und die machen im Zweifel alle unterschiedliche Vorgaben. Also orientier dich nicht an irgendwas, was du im Internet gehört oder gelesen hast, sondern frag bei deiner IHK nach, wo du deine Note nachher bekommst, was die Vorgaben sind. Ich gehe jetzt mal einfach davon aus, dass es 15 Seiten für Fließdecks sind und 25 für Anhang. So ist es bei uns. Aber das kann stark abweichen. Ich habe teilweise Vorgaben gesehen bis 10 Seiten runter plus nochmal 5 im Anhang oder so. Also wirklich deutlich weniger. Es gibt aber auch nach oben Abweichungen. Also guck einfach nach, was gilt für dich und dann orientierst du dich an diesen Zahlen. Ich gehe jetzt mal von den 15 Seiten aus und dann ist es üblicherweise so, dass du deine Seitenzahl maximal ausreizen möchtest. Dafür habe ich auch eine eigene Episode, einen kleinen Short aufgenommen, verlinke ich auch nochmal in den Shownotes, warum ich dann empfehlen würde, die Seitenzahl auszufüllen. Kurz gesagt, was ist, wenn du nicht alles ausfüllst? Kriegst du eine schlechte Note? Ja, dann hast du deine Chancen, die du hättest, halt nicht genutzt. Du hast zu wenig Inhalt geliefert, kriegst dafür einen Punktabzug. Blöd, ja? Also versuch die Seitenzahl auszunutzen und so gut es geht, alles mit sinnvollen Inhalten zu füllen. [3:40] Und dann solltest du, wenn du sinnvolle Inhalte hast, sowas wie Lastenpflichtenheft, UML-Diagramme und ich weiß nicht, was du alles erstellen kannst für dein Projekt, auch dazu ein Hinweis in der verlinkten Episode, solltest du genug Inhalt haben, um deine Fließtext-Seiten zu füllen, aber auch um den Anhang zu füllen. Meistens sogar eher für den Anhang noch mehr, allein schon, wenn du was programmierst. Code-Beispiele, da kannst du ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel zeigen und Screenshots und ich weiß nicht mehr. Also normalerweise solltest du keine Probleme haben, um diese Seitenzahl zu erreichen. Es sollte eher ein Problem sein, zusammenzustreichen, um wieder auf die Seitenzahl runterzukommen, wenn du drüber bist. Das ist meine persönliche Einstellung. Wenn das nicht geht bei deinem Projekt, hast du vielleicht ein zu wenig umfangreiches Projekt oder du hast einfach einen Haufen Artefakte vergessen, die in der Prüfung möglicherweise erwartet werden, aber dazu auch mehr in einer anderen Episode. Heute geht es ja darum, wenn du diese ganzen Inhalte hast, wo packst du sie hin? [4:32] Und ich würde halt sagen, dass du Fließtext locker füllen kannst und den Anhang genauso. Und wenn du jetzt Artefakte in deinen Fließtext packst, dann gehen die ja von der Seitenzahl für deinen Fließtext ab. Also keine Ahnung, du hast 15 Seiten Fließtext und mittendrin hast du aber eine ganze Seite Klassendiagramm. Dann hast du natürlich eine Seite weniger für den Text, weil das Klassendiagramm braucht dir auf, diese eine Seite. Das heißt, du hast also nicht wirklich 15 Seiten Fließtext, sondern nur 14, weil eine Seite davon ist halt ein Klassendiagramm. [5:01] Und das ist ja blöd, weil auf dieser Seite Fließtext hättest du ja auch noch Inhalte unterbringen können, die jetzt vermutlich fehlen. Und hier auch nochmal, ich habe es in einer anderen Episode auch schon gesagt, wenn ich über Punktabzug oder Notenabzug oder Durchfallen spreche, dann hat das nie etwas damit zu tun, ob am Ende da 14 oder 15 Seiten stehen, sondern es hat immer etwas damit zu tun, dass Inhalte nicht da sind, die erwartet werden. Ja, dass du irgendwas Wichtiges nicht gezeigt hast. Keine Ahnung, wenn du zum Beispiel gar kein Klassendiagramm hast oder gar kein Code in einem Anwendungs-Ermütungsprojekt, würde ich sagen, da fehlt was, weil das würde ich schon ganz gern sehen. Ja, und da hilft es auch nicht, wenn du 15 Seiten Fließtext voll ausgereizt hast, aber du hast trotzdem kein Klassendiagramm gemacht. Und das ist jetzt nur ein Beispiel. Ja, es ist nicht für jedes Projekt ein Klassendiagramm sinnvoll. Es ist nur ein Beispiel. Aber wenn ich es erwarten würde in deinem Projekt, aber du hast es nicht gemacht und dafür trotzdem 15 Seiten geschrieben, dann fehlt mir halt trotzdem was. Ja. Und auch wenn du nur 14 hast und dir fehlt das Klassenlegramm, fehlt mir das Klassenlegramm. Also bitte, häng dich nicht an dieser Seitenzahl auf und denk auch nicht, dass die Prüfer dir Punkte abziehen, nur weil du nicht die richtige Seitenzahl hast. [6:03] Sondern es geht immer um die jeweils fehlenden Inhalte. Und deswegen versuchen wir die Seiten möglichst mit sinnvollen Inhalten zu füllen und dann aber auch bis zum Maximum, weil sonst vergibst du dir halt die Chance, diese Inhalte zu zeigen. [6:16] So, also Artefakte im Fließtext, die reduzieren deine verfügbaren Seiten für den Fließtext und das ist schlecht. Deswegen gehören die in den Anhang. Dafür ist auch meistens extra eine Vorgabe für die Anhangseiten gegeben, denn auch da müssen wir uns ein bisschen reduzieren und können ja einfach 100 Seiten Anhang hinterpacken. Ja, das geht einfach nicht. So, jetzt habe ich gesagt, alle Artefakte in den Anhang. Jetzt gibt es eine Sache, die du abwägen musst, und zwar die Lesbarkeit. Du musst dir ja vorstellen, deine Dokumentation wird von Menschen wie mir gelesen, korrigiert. Und die wollen natürlich auch verstehen können. Und wenn du jetzt sehr erklärungsintensive Artefakte in deiner Dokumentation hast, ich nehme mal ein Beispiel, weiß ich nicht, eine halbe Seite Quelltext mit super fancy Algorithmen, wo man wirklich jede zweite Zeile erklären muss, weil man die sonst nicht versteht. Oder du hast ein super kompliziertes Netzwerk-Therakum gezeichnet mit drei Firewalls, mit irgendwelchen Port-Forwardings und weiß der Geier was und du musst da ganz, ganz viel zu erklären. Dann kann es sinnvoll sein, das Artefakt direkt in den Text zu platzieren, weil dann kann ich auf einer Seite, die ich gerade offen habe oder mir sogar ausgedruckt habe, auch das gibt es noch bei Prüfenden im Jahr 2026, überhaupt keine Frage, weil korrigieren mit Rotstift kann man hervorragend auf Papier übrigens. Das hat sich nicht viel geändert in den letzten Jahrzehnten. [7:30] Deswegen, wenn ich das alles auf einer Seite habe, kann ich das wunderbar auf einen Blick sehen, kann das verstehen, kann zwischen Text und Abbildung hin und her springen und kann das super nachvollziehen. Toll. Habe ich allerdings meinen Erklärungstext auf Seite 5 und mein Artefakt im Anhang auf Seite 27, dann muss ich halt immer hin und her blättern, was gar nicht mal so schlimm ist, das kriegt man schon mal hin, aber wenn Menschen wie ich, die das auf dem iPad zum Beispiel lesen, das dann vergleichen wollen, dann wird es schwierig, weil dann muss ich immer hin und her jumpen im Inhaltsverzeichnis und das dauert jedes Mal ein paar Sekunden, bis ich die Seite gefunden habe und so weiter und das ist einfach nervig. Das heißt, es ist nicht förderlich fürs Verständnis, wenn die Sachen so weit auseinander liegen. [8:06] Jetzt ist es so, wenn du wirklich sehr erklärungsbedürftige Artefakte hast, kannst du die vielleicht in den Text packen. Da würde ich trotzdem meine zweite Daumenregel ziehen und sagen, wenn das Ding länger ist als eine halbe Seite, packe es trotzdem in den Anhang. warum? Angenommen, das Klassenlehrgramm von eben wäre eine ganze Seite groß, dann passt das ja eh nicht mehr auf die Seite, wo der Erklärtext steht. Also müsstest du sowieso beim Lesen scrollen. Auf Seite 14 ist die Erklärung, auf Seite 15 das Klassenlehrgramm. Ja, super, da muss ich ja trotzdem immer hin und her blättern, beziehungsweise hoch und runter scrollen. Da habe ich ja nichts gewonnen. Das heißt, größere Artefakte auf jeden Fall immer in den Anhang und kleinere und welche, die vielleicht auch wirklich nur sinnvoll sind in Verbindung mit dem Text, keine Ahnung. Deine Kostenberechnung, wo am Ende dann steht, das Projekt hat 2395 Euro gekostet und direkt darüber wäre es dann schön, vielleicht die Formel zu sehen, wie du es berechnet hast, damit ich nicht 20 Seiten hin und her springen muss, um diese winzige Kleinigkeit daraus zu ziehen. Also es gibt so ein paar Sachen, wie zum Beispiel die grobe Zeiteinplanung deiner 40 oder 80 Stunden oder eben deine Amortisationsrechnung, deine Kostenberechnung. Solche Dinge, die kann man auch im Fließtext platzieren. Die sind aber meistens auch nicht sehr lang. Die sind vielleicht eine Viertelseite, vielleicht maximal eine halbe Seite lang. Und wie gesagt, dann greift dann halt meine Regel, dass du das auch nach oben in den Fließtext packen kannst. Aber ansonsten würde ich sagen, alles in den Anhang. Also Lesbarkeit ist aus meiner Sicht der einzige Grund, warum man das in den Fließtext packen sollte. [9:29] So, und jetzt nochmal gesagt, wenn du diese Fleece-Seiten quasi damit aufblähen möchtest, dass du sie mit Artefakten zukleisterst, weil dir einfach nicht einfällt, was du da an Fleece-Sext noch schreiben könntest. [9:45] Dann würde ich sagen, tu das lieber nicht. Weil, ganz ehrlich, auch wenn vielleicht der Eindruck entsteht, die Prüfenden sind alle irgendwie alte, weiße Männer, jenseits der 60 und wissen eigentlich gar nicht mehr so genau, was da heute Phase ist in der IT. Ist nicht so. Die Prüfenden sind auch nicht doof. Die sind ja nicht umsonst Prüfende geworden. Haben also mindestens mal selber auch die Prüfung absolviert und sind meistens langjährig irgendwo beschäftigt, in der Ausbildung, Ausbilder oder Geschäftsführer, was auch immer. Also das sind ja keine Vollidionen, die da sitzen. Und wenn ich jetzt eine Doku lese, wo auf jeder zweiten Seite ein großes Bild ist, dann werde ich dir das einfach von der Seitenzahl abziehen. Ganz einfach. Also ich gehe am Ende, wenn ich die Doku gelesen habe, gehe ich den Fließtext durch und ziehe mir alle Artefakte von der Seitenzahl ab, die also mindestens größer als eine halbe Seite sind. Wenn sie quasi sinnfrei sind an der Stelle und nicht erklärungsbedürftig, würde ich sie auch abziehen, wenn sie kleiner als eine halbe Seite sind. Das heißt, ich gucke wirklich alle Fließtextseiten durch, sehe ich ein Artefakt, ziehe ich das ab und am Ende komme ich auf Seitenzahl 12 statt 15, auch wenn die letzte Seitenzahl 15 ist, weil halt einfach drei Seitenartefakte dazwischen waren. Ja, so mache ich das. Und jetzt nochmal zur Erklärung. Das heißt nicht, dass du deswegen jetzt eine Notabzug kriegst oder auch nur ein Prozentpünktchen Abzug bekommst, sondern für mich ist das nur ein Indiz. Ich sehe jetzt, oh, statt 15 Seiten hat er oder sie eigentlich nur 12 oder 13 Seiten gefüllt. [10:59] Da kann ja dann irgendwo nur noch eine Lücke sein, was vielleicht noch fehlt in dem Projekt. Und dann gucke ich natürlich, welcher Inhalt fehlt denn und dafür gibt es dann den Punktabzug. Also nicht für die reine Seitenzahl. Ich kann es nur nochmal wiederholen. Also, denk nicht, dass die Prüfenden Idioten sind. Die haben normalerweise schon ein paar mehr Dokus gelesen und korrigiert und erkennen solche Tricks natürlich auch. [11:24] Gut, also orientier dich am eigentlichen Problem, löst das Problem, pack sinnvollen Inhalt in die Doku und fülle deine Seiten nicht mit Rummel auf, mit irgendeinem Müll oder mit irgendwelchen aufgeblähten Artefakten oder damit du auf 15 Seiten kommst. Das funktioniert nicht, weil die Prüfenden das halt dann wieder abziehen, so wie ich zum Beispiel. So. [11:44] Und dann nochmal vielleicht, weil ich das auch sehr oft sehe, Artefakte, schön und gut, sind auch sehr wichtig, aber deine Dokumentation sollte halt nicht einfach eine reine Ansammlung von Artefakten sein und dein Fiestext dann ausschließlich aus sowas bestehen wie, ja, ich habe ja auch noch ein UML-Diagramm gezeichnet, siehe Anhang. Ja, und dann kommt das UML-Diagramm im Anhang, das ist super, aber Vleecex gibt es dazu dann gar nicht, sondern da steht einfach nur Überschrift Softwarearchitektur und da steht da ein Satz, ich habe auch eine Architekturskizze gemacht, siehe Anhang 5. [12:11] So, so füllt man den Vleecex nicht, denn Artefakte haben keinen Selbstzweck oder stehen einfach nur so da, sondern du machst sie aus irgendeinem Grund. Du sollst dir zeigen, dass du auch methodisch vorgegangen bist bei deiner Projektdurchführung. Und insbesondere mal bei der Softwareentwicklung, da fange ich halt nicht einfach an zu programmieren, sondern mache ich mir erst mal Gedanken, was ist denn vielleicht mit meiner Architektur? Welche Komponenten könnte es denn geben? Wie möchte ich die abstrahieren? Erzähl mal. Und als Fisi das Gleiche, da sage ich nicht einfach, ja, ich installiere jetzt hier mal die Firewall, dann gucken wir mal, sondern du musst erst mal analysieren, welcher Traffic muss da durch, welche Ports müssen freigegeben werden, was ist mehr Security und tralala. Das heißt, bevor du am Ende das Ding wirklich einbaust, hast du dir hoffentlich genug Gedanken im Vorfeld schon gemacht. Damit das am Ende auch funktioniert. Und genauso ist es bei der Softwareentwicklung ja auch. Das heißt, diese Artefakte, die haben einen Sinn. Ich zeichne ein ER-Modell nicht einfach nur für die Prüfung, weil die Prüfenden das sehen wollen, sondern weil mir das bei der Arbeit hilft. Wenn ich anfange zu programmieren und weiß noch nicht mal, welche Daten ich abbilden muss. So kann ich doch nicht vorgehen. Ich brauche doch ein Zielbild, wo ich hin will. Wie sollen meine Tabellen aussehen, meine Klassen in der Objektorientierung? Was gibt es denn? Woran muss ich denn denken? Welche Besonderheiten gibt es? Dafür sind die Artefakte da. Die sollen dir helfen. Und das sollst du auch in deiner Projektdokumentation und später in der Präsentation zeigen, dass die dir geholfen haben und dass du die absichtlich gemacht hast und nicht einfach nur gezeichnet hast, weil du ja auch noch eine Prüfungsleistung abgeben musst. Das heißt, die sind immer in einen Kontext zu setzen. [13:29] Und im besten Fall beschreibst du diesen Kontext im Fließtext. Das heißt, anstatt zu sagen, ich habe hier ein Klassendiagramm, siehe Anhang, sagst du, bevor ich angefangen habe zu programmieren, habe ich mir Gedanken gemacht, welche Klassen ich brauche. Ich habe das Ganze in einem Klassendiagramm modelliert. Dabei ist mir schon aufgefallen, oh, hier gibt es aber eine Vererbungsbeziehung. Oder hier habe ich ein Interface eingezogen, weil die Abstraktion hier sinnvoll war. Und analog zum Netzwerkplan. Oh, hier ist mir aufgefallen, das ist ein ganz anderes Subnet. Da musste ich noch einen Router dazwischen setzen. Oder weiß der Geier was. Das heißt, so etwas sieht man ja in einem Diagramm viel offensichtlicher, als wenn man einfach anfängt und dann merkt, oh, habe ich gar nicht daran gedacht. So wollen wir nicht Software entwickeln, so wollen wir keine Systeme planen. Da brauchen wir diese Artefakte. [14:07] Wie die dir geholfen haben, wie du die erstellt hast, was vielleicht die Besonderheiten an diesem konkreten Artefakt sind. Das sind Dinge, die du im Fließtext beschreiben musst, weil die kann man an dem Artefakt alleine nicht erkennen. Ich gucke mir dein Klassendiagramm an und denke mir, ja, das ist ein Klassendiagramm. Aber was hast du da mitgenommen? Was sind die Besonderheiten? Wie bist du darauf gekommen? Das ist etwas, wofür der Fließtext da ist. Das heißt, reine Artefaktsammlung, siehe Seite 15, bitte nicht machen, sondern vernünftige Erklärungen im Fließtext. Zumindest meine Herleitung und vielleicht auch einen Ausblick, was du damit dann getan hast. Klassendiagramm ist immer mein Lieblingsbeispiel. Ich zeichne eins, um dann später in der Implementierungsphrase mich daran zu orientieren und die Klassen zu programmieren. Dann ergibt das auch einen Sinn. Du hast das Klassendiagramm nicht einfach nur gemalt, sondern du hast es auch benutzt, um darauf aufbauend etwas anderes zu machen. Und im besten Fall ist dir das dann leichter gefallen. Es ging schneller oder war einfach besser, als hättest du das Diagramm nicht gezeichnet. In diese Richtung wollen wir was im Fließtext lesen. und dann gerne natürlich das Artefakt, aber eben halt im Anhang. [15:05] So, das war mein Take, glaube ich, zu den Artefakten und wo die hingehören und warum du überhaupt welche machst. Und jetzt nochmal als Fazit für heute. Daumenregel nochmal zum Mitnehmen. Alle Artefakte in den Anhang packen, insbesondere wenn sie größer sind als eine halbe Seite. Dann auf jeden Fall. Dann gibt es eigentlich keinen Grund, die in den Fließtext zu packen. Es gibt wenige Ausnahmen, die ich ein bisschen aufgeführt habe. Vielleicht eine Kostenberechnung, eine Amortisationsrechnung, ein paar Formeln oder so etwas oder eine Zeitplanung, die grobe Zeitplanung. Das kann man vielleicht im Fließtext lassen, aber für fast alle anderen Artefakte würde ich sagen, immer einen Anhang. Bäm. [15:41] Wichtig wäre, dass du die dann trotzdem in deinem Fließtext referenzierst, dass die Artefakte nicht einfach so im Anhang stehen und dann wundert man sich auch, Mensch, der hat ja auch ein Klassenergaben gezeichnet. Schön, dass ich davon gar nichts gelesen habe im Fließtext. Sondern die müssen natürlich alle referenziert und im besten Fall auch erklärt und eingeordnet werden. Was haben sie dir gebracht? Warum hast du das gemacht? Was hast du vielleicht aufbauen darauf später gemacht? Das gehört dann in den Fließtext dazu. Also Artefakte in den Anhang, Erklärungen, Einordnungen, Besonderheiten in den Fließtext. Und so kannst du auch locker, locker, locker deine Vorgaben füllen, was den Fließtext angeht und was den Anhang angeht. Also Seiten, leere Seiten, beziehungsweise Seiten, die du nicht ausgenutzt hast, müssen meiner Meinung nach nicht sein. Du kannst genug Inhalte produzieren, die dann aber auch wirklich einen Mehrwert für den Prüfenden bieten und dir dann hoffentlich auch eine gute Abschlussnote bestellen. Darum geht es ja am Ende. [16:29] Also das war es zum Thema Artefakte in der Projektdokumentation. Ich hoffe, es hat dir ein bisschen geholfen. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg für deine Projektdokumentation und bis zum nächsten Mal.

  • April 20 · 18 min

    Sinnvolle Anzahl der Seiten der Projektdokumentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #9

    Um eine sinnvolle Anzahl der Seiten der Projektdokumentation geht es in der neunten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Ich würde dir bzgl. der Anzahl der Seiten deiner Projektdokumentation raten, dich immer zuerst an den konkreten Vorgaben deiner IHK zu orientieren, weil Umfang und Regeln je nach IHK unterschiedlich sein können. Die vorgegebene Seitenzahl ist in der Regel eine Obergrenze, die du nicht überschreiten solltest, gleichzeitig solltest du den verfügbaren Platz möglichst mit sinnvollen Inhalten nutzen, weil zu wenig Text meist nicht wegen der Seitenzahl, sondern wegen fehlender Inhalte zum Problem wird. Für mich gilt deshalb: nicht künstlich aufblasen, aber Fließtext und Anhang so gut wie möglich mit bewertbaren, fachlich passenden Inhalten füllen. Inhalt TL;DR: Schreib exakt so viele Seiten in deiner Projektdokumentation, wie es deine IHK erlaubt, und nutze den maximalen Umfang möglichst sinnvoll aus, ohne ihn zu überschreiten. Erst auf die Vorgaben deiner IHK schauen In Deutschland gibt es viele verschiedene IHKen und sie können bei der Projektdokumentation unterschiedliche Vorgaben haben. Deshalb solltest du dich nicht auf Aussagen aus Social Media oder aus "dem Internet" verlassen, sondern immer die Unterlagen deiner eigenen IHK prüfen. Typische Unterschiede können sein: erlaubte Seitenzahl im Fließtext Regelungen zum Anhang Umgang mit Verzeichnissen Vorgaben zu Schriftgröße und Schriftart Pflicht zu Deckblatt oder bestimmten Bestandteilen Mein Rat ist deshalb: Schau in die Merkblätter, Handreichungen oder Vorgaben deiner IHK und orientiere dich genau daran. Die Seitenzahl ist normalerweise eine Maximalvorgabe Die vorgegebene Seitenzahl meist eine Obergrenze. Es geht also nicht darum, die Seiten zwanghaft vollzumachen, sondern darum, nicht darüber zu liegen. Der Hintergrund dafür ist aus meiner Sicht vor allem organisatorisch und fair: Prüfende müssen viele Dokumentationen in begrenzter Zeit lesen umfangreiche Dokumentationen sind in der Praxis schwer zu bewerten alle Prüflinge sollen unter vergleichbaren Bedingungen bewertet werden Als typischen Rahmen gibt es meist 10 bis 20 Seiten Fließtext, je nach IHK. Oft gibt es zusätzlich eine eigene Begrenzung für den Anhang. Ein Beispiel aus Oldenburg: 15 Seiten Fließtext maximal 25 Seiten Anhang maximal Verzeichnisse und bestimmte formale Bestandteile zählen dabei nicht mit Zu viele Seiten können zu Abzügen führen Wenn du die maximale Seitenzahl überschreitest, hast du die Vorgaben nicht eingehalten. Ich vergleiche das gerne mit einem Budget, das überschritten wird: Wenn 15 Seiten erlaubt sind, dann sind 16 eben formal zu viel. Ich sage aber auch: wegen einer kleinen Überschreitung fällt man nicht automatisch durch die Folgen hängen von Bewertungskriterien und dem jeweiligen Prüfungsausschuss ab formale Fehler führen eher zu kleineren Abzügen als zu einem kompletten Duchfallen Trotzdem bleibt mein Hinweis eindeutig: Überschreite die erlaubte Seitenzahl nicht. Zu wenige Seiten sind nicht direkt das Problem Ich betone hier nochmal, dass niemand allein deshalb Punkte abzieht, weil du weniger Seiten abgegeben hast als maximal erlaubt. Eine Dokumentation mit weniger Seiten ist formal erst einmal in Ordnung. Das eigentliche Problem ist für mich etwas anderes: Wenn du deutlich weniger schreibst, fehlen oft wichtige Inhalte. Der Punktabzug kommt dann nicht wegen der Seitenzahl, sondern wegen nicht dokumentierter Inhalte. Mein Beispiel dazu: Wenn ich bei einem Softwareprojekt ein Klassendiagramm erwarten würde und es fehlt, dann ziehe ich dafür Punkte ab. Nicht, weil noch freie Seiten übrig waren, sondern weil ein inhaltlich sinnvoller Bestandteil fehlt. Mein praktischer Rat: Nutze den verfügbaren Platz aus Ich empfehle dir, die erlaubte Seitenzahl möglichst vollständig zu nutzen, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sonst etwas Relevantes fehlt. Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass du die Seiten mit beliebigem Material oder KI-generiertem Fülltext aufblasen sollst. Wichtig ist mir dabei: keine inhaltsleeren Wiederholungen keine künstlich verlängerten Beschreibungen keine sinnlosen Diagramme ohne Aussagekraft stattdessen nur Inhalte, die einen fachlichen Mehrwert haben und bewertet werden können Wie ich auf Seitenzahl und Inhalt schaue Beim Lesen von Projektdokumentationen betrachte ich Artefakte im Fließtext gedanklich anders als reinen Fließtext. Dazu zähle ich zum Beispiel: Abbildungen Tabellen Diagramme Codeschnipsel Berechnungen Wenn mitten im Fließtext viele solcher Elemente stehen, ist das für mich ein Hinweis darauf, dass der eigentliche beschreibende Text kürzer ausfällt. Das führt nicht automatisch zu einem Abzug, aber es kann ein Indiz sein, dass Inhalte eventuell zu knapp dargestellt wurden. Entscheidend bleibt für mich immer der Inhalt, nicht die nackte Seitenzahl. Was du in eine Projektdokumentation aufnehmen könntest Hier kommt eine ganze Reihe von Inhalten, die in einem typischen Projekt der Fachinformatiker:innen, besonders in der Anwendungsentwicklung, vorkommen können. Vieles davon gilt auch für andere IT-Berufe. Anforderungen Anforderungsermittlung Lastenheft Pflichtenheft User Storys Product Backlog Architektur und technische Modelle Architekturskizzen UML-Diagramme Klassendiagramme Sequenzdiagramme Zustandsdiagramme Komponentendiagramme Deployment-Diagramme Infrastruktur und Systemdarstellung Netzwerkpläne Server-Erreichbarkeit Ports und technische Zusammenhänge Datenmodellierung und Schnittstellen ER-Modelle relationale Tabellenmodelle JSON-Strukturen OpenAPI-Beschreibungen bei REST-APIs Prozesse und Abläufe dokumentierte oder optimierte Prozesse Modellierung mit BPMN EPK Aktivitätsdiagramme Umsetzungsnachweise Quellcode aus Produktivcode oder Testcode Screenshots Konfigurationsdateien Fotos von umgesetzten Arbeiten Projektorganisation Vorgehensmodell wie Scrum, Wasserfall oder Kanban Beschreibung des Entwicklungsprozesses Ticket-System Code-Review Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten organisatorische Abläufe Planung und Wirtschaftlichkeit Zeitplanung für die 40 bzw. 80 Stunden Ressourcenplanung detaillierte Tabellen Kostenkalkulation Amortisationsrechnung Gegenüberstellung von Kosten und Einsparpotenzial Mit dieser Liste will ich zeigen, dass bei einem normalen Projekt schnell viele sinnvolle Inhalte zusammenkommen können und 15 Seiten deshalb durchaus knapp werden können. Meine abschließende Motivation für dich Ich gebe dir am Ende noch einen Gedanken mit: Wenn du eine schlechte Note bekommst oder sogar durchfällst, obwohl du noch freie Seiten gehabt hättest, wirst du dich möglicherweise fragen, ob zusätzliche sinnvolle Inhalte den Unterschied gemacht hätten. Deshalb mein Fazit: halte die Maximalvorgabe deiner IHK ein überschreite sie nicht nutze den verfügbaren Platz aber möglichst aus fülle ihn nur mit sinnvollen, bewertbaren Inhalten Für mich ist genau das der sinnvolle Weg, damit deine Projektdokumentation zeigt, was du in deiner Ausbildung gelernt hast und was du im Projekt tatsächlich geleistet hast. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Inhalte der Projektdokumentation Gliederung der Projektdokumentation (Teil 1) Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute geht es um ein Thema, was immer wieder für Aufsehen sorgt oder Aufregung auf, vor allem im Internet, gerade bei TikTok, unter meinen letzten Videos, die ich gerade gepostet habe, während ich das hier aufnehme. Und zwar zum Thema Seitenzahlen in der Projektdokumentation bei dem Abschlussprojekt der IT-Berufe. Und ja, Kernfrage, die ich heute beantworten will, ist, wie viele Seiten sollte meine Projektdokumentation haben? Also vor allem Fließtext, aber auch Anhang, wie viele Seiten sind da sinnvoll? Und ich mache mal so ein Too-Long-Din't-Read zum Einstieg. Wenn du nicht weiterhören willst als hier, schreib einfach genauso viele Seiten voll, wie deine IHK dir erlaubt. Das war's. Und jetzt kommen wir kurze Erklärungen, warum das so ist. Fangen wir vielleicht mal ganz vorne an. Deine IHK erlaubt dir was? Hä? Ja, denn wir erinnern uns, wir haben in Deutschland 79 verschiedene IHKen. Und die machen für ihre Abschlussprojekte, für die IT-Brufe alle eventuell unterschiedliche Vorgaben. Einige machen auch keine Vorgaben oder haben einfach nichts online oder was auch immer, machen stillschweigend irgendwelche Vorgaben. Aber erstmal ist Fakt, wir haben verschiedene IHK'en und die machen potenziell unterschiedliche Vorgaben, was den Umfang einer Projektdokumentation angeht. Das heißt von, ich glaube, 10 bis 20 Seiten Fließtext habe ich schon verschiedene Vorgaben gesehen. [1:34] Einige nehmen den Anhang mit dazu, andere nicht. Verzeichnen es raus oder doch nicht. Und es gibt überall die Möglichkeit für jede IHK, das individuell festzulegen. Es ist nicht deutschlandweit standardmäßig überall gleich. Das schon mal vorweg. Wie bei ganz vielen anderen Sachen auch übrigens zur Abschlusspräsentation und Projektdokumentation. Immer erstmal gucken, was die eigene IHK vorgibt. Weil das kann teilweise sehr krass unterschiedlich sein zu irgendwas, was du irgendwo anders im Internet liest oder gehört hast. Also guck immer, was deine IHK dir vorgibt. Daran musst du dich orientieren und nicht an irgendwas, was du irgendwo mal gehört hast bei TikTok, Instagram oder YouTube. Ja, deine IHK vergibt, nein, die IHK gibt dir nicht die Note, der Prüfungsausschuss gibt dir die Note, aber die orientieren sich natürlich an den Vorgaben der jeweiligen IHK. Also bitte erstmal darauf gucken. Und im einfachsten Fall guckst du auf der Website deine IHK, da gibt es normalerweise Merkblätter, Handreichungen, Vorgaben, was auch immer, zur Projektarbeit in den IT-Berufen. Ja, es gibt Projektarbeiten auch in anderen Berufen....

  • April 13 · 23 min

    Stakeholder für deine IHK-Projektarbeit – IT-Berufe-Podcast-Shorts #8

    Um Stakeholder für deine IHK-Projektarbeit geht es in der achten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Ich zeige dir in diesem Podcast-Short, warum Stakeholder für jedes IHK-Abschlussprojekt zentral sind: Von ihnen kommen die Anforderungen, an denen sich später die Qualität deines Projekts misst. Dabei solltest du nicht nur an Kund:innen und Benutzer:innen denken, sondern auch zum Beispiel an Projektleitung, Betrieb, Support, Datenschutz, Gesetzgeber, Sicherheitsverantwortliche, Management, externe Dienstleistende oder technische Rahmenbedingungen. Ich empfehle dir, alle relevanten Stakeholder systematisch zu sammeln, ihre Anforderungen zu dokumentieren und zu priorisieren, damit dein Projekt nicht an übersehenen Anforderungen scheitert. Stakeholder und Anforderungen im IHK-Abschlussprojekt Ich erkläre dir, warum die Stakeholder-Analyse in praktisch jedem Abschlussprojekt für die IHK-Prüfung wichtig ist. Egal ob du in der Anwendungsentwicklung, Systemintegration oder in einem kaufmännischen IT-Beruf arbeitest: Du brauchst eine Anforderungsanalyse. Dabei geht es darum, herauszufinden, wer was von deinem Projekt erwartet und welche Anforderungen daraus entstehen. Die Anforderungen musst du aufnehmen, dokumentieren, priorisieren und konkretisieren. Sie sind entscheidend für den Projekterfolg, denn Qualität bedeutet: Grad der Übereinstimmung mit den Anforderungen. Wenn Anforderungen fehlen, unklar sind oder übersehen wurden, kannst du am Ende nicht sicher sagen, ob dein Projekt wirklich erfolgreich ist. Was Stakeholder sind Ich fasse Stakeholder als alle Personen, Rollen, Institutionen oder auch Rahmenbedingungen auf, die: Interesse an deinem Projekt haben, Einfluss auf dein Projekt haben, oder von deinem Projekt betroffen sind. Wichtig ist: Nicht alle denkbaren Stakeholder sind in jedem Projekt relevant. Die Liste soll dir helfen, mögliche Stakeholder nicht zu vergessen. Warum Stakeholder oft übersehen werden Ich beobachte häufig, dass Prüflinge nur an folgende Stakeholder denken: Kund:innen beziehungsweise Auftraggeber:innen Endbenutzer:innen Dabei werden viele weitere Stakeholder vergessen, obwohl sie ebenfalls konkrete und teilweise harte Anforderungen an das Projekt haben. Wenn du nur einzelne Stakeholder berücksichtigst, kann dein Projekt später scheitern, weil wichtige Anforderungen fehlen. Mögliche Stakeholder und ihre typischen Anforderungen Kund:innen oder Auftraggeber:innen Diese Stakeholder bezahlen das Projekt oder geben es in Auftrag. Ihre typischen Interessen sind: Einhaltung des Budgets Einhaltung von Terminen Erreichen der Business-Ziele Kund:innen sind nicht automatisch auch die Menschen, die das Ergebnis später benutzen. Endbenutzer:innen Das sind die Personen, die mit der Software oder dem System tatsächlich arbeiten. Ihre Anforderungen können ganz anders sein als die der Kund:innen, zum Beispiel: einfache Bedienung gute Performance Zuverlässigkeit Das gilt nicht nur für Software, sondern auch für Systeme in der Systemintegration. Projektleitung Auch die Projektleitung ist ein Stakeholder. In deinem IHK-Projekt kannst das auch du selbst sein. Mögliche Anforderungen sind: Planungssicherheit Risikominimierung Reporting Gerade im Prüfungsprojekt ist Planungssicherheit wichtig, weil du nur eine begrenzte Stundenzahl hast. Entwickler:innen beziehungsweise Administrator:innen Die Personen, die das System später weiterentwickeln oder betreiben, haben ebenfalls Anforderungen. Beispiele sind: wartbarer Code stabile Systeme gute Testbarkeit definierte Deployment-Prozesse stabile APIs eventuell Anforderungen an UX, UI oder Barrierefreiheit Für die Systemintegration können zusätzlich wichtig sein: hohe Verfügbarkeit Skalierbarkeit Monitoring Alerts IT-Betrieb und Support Dieser Stakeholder wird oft vergessen, obwohl das System nach der Einführung meist über längere Zeit betrieben wird. Typische Anforderungen sind: Wartbarkeit im Betrieb Logging Dokumentation klare Prozesse für Fehlerfälle Datenschutz und Compliance Sobald dein Projekt in einem regulierten Umfeld stattfindet, können daraus verbindliche Anforderungen entstehen. Beispiele sind: DSGVO-Konformität Datensparsamkeit Zugriffskontrollen Monitoring weitere organisatorische oder technische Vorgaben Ich nenne auch zusätzliche Vorschriften wie Code-Reviews, Vier-Augen-Prinzip oder neue regulatorische Anforderungen. Staat und Gesetzgeber Je nach Branche gelten weitere gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel: Anforderungen an Barrierefreiheit Aufbewahrungspflichten revisionssichere Archivierung Diese Vorgaben können sehr konkrete Anforderungen an Software oder Infrastruktur auslösen. Sicherheitsverantwortliche Im Unternehmen kann es Rollen geben, die Sicherheitsanforderungen vorgeben. Beispiele sind: Zugriffsschutz Verschlüsselung Pentests vor dem Go-live Solche Punkte musst du bei Zeit, Budget und Planung berücksichtigen. Kulturkreis Wenn Software international eingesetzt wird, entstehen Anforderungen durch Sprache und Nutzungskontext, zum Beispiel: Übersetzungen unterschiedliche Schreibrichtungen Datumsformate Zahlenformate Management oder Geschäftsführung Diese Stakeholder interessieren sich vor allem für die wirtschaftliche und strategische Seite des Projekts, zum Beispiel: Amortisation Return on Investment strategische Passung Budget und Portfolio Skalierbarkeit Externe Dienstleistende Wenn externe Unternehmen beteiligt sind, können zusätzliche Anforderungen entstehen, etwa: technische oder organisatorische Schnittstellen Kommunikationswege Service-Level-Agreements Hardware beziehungsweise vorhandene Infrastruktur Auch technische Rahmenbedingungen können wie ein Stakeholder wirken. Beispiele sind: begrenzte CPU- oder RAM-Ressourcen Netzwerklatenzen begrenzter Speicherplatz Diese Limitierungen beeinflussen direkt, wie du dein Projekt umsetzen kannst. So kannst du in deinem Projekt vorgehen Ich empfehle dir ein schrittweises Vorgehen: Stakeholder sammeln Überlege zuerst, wer Interesse an deinem Projekt haben könnte. Stakeholder gruppieren Zum Beispiel in intern und extern oder nach anderen sinnvollen Kriterien. Repräsentierende Personen auswählen Du kannst nicht mit allen sprechen, also such dir passende Ansprechpersonen oder Rollen aus, etwa Key-User:innen. Anforderungen erheben Das kann oft einfach über Gespräche passieren. Bei Gesetzen oder Spezialthemen kannst du auch Fachpersonen wie Datenschutz- oder Sicherheitsbeauftragte einbeziehen. Anforderungen dokumentieren und priorisieren Schreib die Anforderungen auf, formuliere sie einheitlich und priorisiere sie. Daraus kann zum Beispiel ein Lastenheft entstehen. Widersprüche und Prioritäten prüfen Später kannst du analysieren, welche Anforderungen besonders wichtig sind und ob es Konflikte zwischen ihnen gibt. Beispiel aus einem kleinen Web-App-Projekt Ich nenne zum Schluss ein einfaches Beispiel: Benutzer:innen wollen eine einfache Oberfläche Admins wollen zum Beispiel Rechteverwaltung, Security-Vorgaben und Logging gesetzliche Vorgaben wie DSGVO müssen bei personenbezogenen Daten eingehalten werden Selbst bei einem kleinen Projekt kommen also schnell mehrere Stakeholder zusammen. Fazit Ich mache deutlich, dass du in deinem Projekt nicht nur an Kund:innen oder Benutzer:innen denken solltest. Es gibt viele weitere mögliche Stakeholder, deren Anforderungen dein Projekt beeinflussen. Wenn du diese Anforderungen frühzeitig sammelst, dokumentierst und priorisierst, reduzierst du das Risiko, dass dein Projekt an übersehenen Anforderungen scheitert. Genau daran entscheidet sich letztlich auch, wie erfolgreich und qualitativ dein Projekt ist. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute möchte ich mich mal mit einem Thema beschäftigen, was in, ja, eigentlich allen IT-Abschlussprojekten für die IHK-Prüfung relevant ist, und zwar die Stakeholder bei deinem Projekt. Welche es da so gibt, was die für Anforderungen haben könnten und welche du vielleicht vergessen hast bei deiner Stakeholder-Analyse, darüber wollen wir heute mal sprechen, sehe ich nämlich ganz oft. Normalerweise gehört zu jedem IT-Projekt, egal welche Fachrichtung, Systemmitigation, Anwendungsentwicklung, kaufmännisch, ganz egal, müssen wir eine Ist-Analyse machen, eine Anforderungsanalyse, sorry, bringe ich ein bisschen durcheinander gerade, die Anforderungsanalyse. Um die soll es heute gehen. Das heißt, welche Anforderungen soll dein Projekt überhaupt umsetzen? Und das ist ganz egal, ob ich eine Software entwickle oder irgendein System installiere, konfiguriere oder irgendein Angebot berechne. Ganz egal, was ich für ein Abschlussprojekt habe, es geht immer darum, wer will eigentlich was haben und für wen mache ich das und was wollen diese, meistens sind es Menschen oder Rollen oder Organisationen, Institutionen können es auch sein, wir gleich nochmal sehen, was wollen die von mir? Was haben die für konkrete Anforderungen an mein Projekt? Und diese Anforderungen muss ich aufnehmen, die muss ich dokumentieren, die muss ich im besten Fall priorisieren, die muss ich verfeinern und konkretisieren. Mit diesen Anforderungen steht und fällt der Erfolg meines Projekts. Denn du kennst vielleicht noch aus einer der unzähligen anderen Episoden, wo ich das Thema angesprochen habe, die Definition von Qualität. [1:39] Qualität ist der Grad der Übereinstimmung mit den Anforderungen. Und wenn ich keine Anforderungen habe oder die Anforderungen halb habe oder vergessen habe oder unklar habe, dann weiß ich gar nicht, ob ich qualitativ gearbeitet habe, ob ich fertig bin, ob das Projekt wirklich das tut, was es soll, weil ich eine Anforderung übersehen habe, vergessen habe etc....

  • April 6 · 17 min

    Eh-Da-Kosten und laufende Kosten bei der Projektarbeit – IT-Berufe-Podcast-Shorts #7

    Um "Eh-Da-Kosten" und laufende Kosten bei der Projektarbeit geht es in der siebten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Ich zeige dir, dass du in der Kostenbetrachtung deines Abschlussprojekts nicht nur neu angeschaffte Dinge einplanen solltest, sondern auch vorhandene Ressourcen wie Arbeitszeit, Server, VMs oder Lizenzen. Solche "EDA-Kosten" sind nicht kostenlos, weil sie Ressourcen binden und damit Opportunitätskosten verursachen. Außerdem solltest du laufende Kosten wie Betrieb, Wartung, Strom, Lizenzen oder Support immer mit berücksichtigen und dir dafür möglichst Pauschalen oder Stundensätze aus deinem Unternehmen geben lassen. Inhalt Worum es mir geht Ich zeige dir, dass in Projektdokumentationen und Präsentationen oft wichtige Kosten vergessen werden. Dadurch wirkt ein Abschlussprojekt schnell zu günstig oder amortisiert sich unrealistisch schnell. Für eine realistische Kostenbetrachtung solltest du nicht nur neu angeschaffte Dinge berücksichtigen, sondern alle Kosten, die durch dein Projekt entstehen. Vorhandene Ressourcen sind nicht kostenlos Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass vorhandene Ressourcen nichts kosten, nur weil sie schon im Unternehmen da sind. Genau darum geht es bei den sogenannten "EDA-Kosten": der Server ist schon da die Lizenz ist schon bezahlt der/die Kolleg:in ist sowieso im Unternehmen du erhältst ohnehin deine Ausbildungsvergütung Ich mache klar: Das ist keine sinnvolle Rechnung. Alles, was du für dein Projekt nutzt, kostet Geld und muss letztlich von Kund:innen mitfinanziert werden. Opportunitätskosten Ein wichtiger Gedanke dabei sind die Opportunitätskosten, also die Kosten der entgangenen Gelegenheit. Beispiele: Wenn ein:e Softwareentwickler:in zwei Stunden deinen Code reviewt, kann diese Person in der Zeit nichts anderes für das Unternehmen leisten. Wenn dein Projekt auf einem vorhandenen Server läuft, stehen CPU, RAM, Storage oder Netzwerkkapazität nicht mehr vollständig für andere Anwendungen zur Verfügung. Wenn eine VM im Cluster Ressourcen belegt, können diese Ressourcen nicht für andere VMs genutzt werden. Auch wenn diese Ressourcen schon vorhanden sind, entstehen deinem Projekt dadurch also reale Kosten. Kosten fair und anteilig umlegen Ich erkläre, dass Kosten nicht zufällig bei einem einzelnen Projekt landen dürfen. Wenn mehrere Projekte dieselbe Infrastruktur nutzen, sollten die Kosten fair verteilt werden. Beispiel: Wenn auf einem Server bereits zehn Projekte laufen und durch das elfte ein neuer Server nötig wird, darf nicht nur dieses elfte Projekt die gesamten Kosten tragen. Stattdessen müssen die Kosten anteilig auf alle Projekte umgelegt werden, die diese Ressource nutzen. Das gilt auch für: Server VMs Lizenzen Arbeitszeit von Kolleg:innen andere gemeinsam genutzte Ressourcen Kosten nicht selbst im Detail berechnen Ich empfehle dir, diese Kosten möglichst nicht selbst bis ins kleinste Detail auszurechnen. Besser ist es, dir Werte aus dem Unternehmen geben zu lassen, zum Beispiel von: Personalabteilung IT-Betrieb Rechnungswesen Buchhaltung Controlling Sinnvoll sind zum Beispiel: Stundensätze für Mitarbeiter:innen Pauschalen für VMs oder Serverbetrieb Gemeinkostensätze anteilig umgelegte Lizenzkosten So zeigst du, dass du an die Kosten gedacht hast, ohne unnötige Rechenfehler einzubauen. Laufende Kosten nicht vergessen Ein weiterer häufiger Fehler ist, nur die einmaligen Projektkosten zu betrachten. Ich mache deutlich, dass IT-Projekte fast immer auch laufende Kosten verursachen. Dazu gehören zum Beispiel: Stromkosten Wartung Updates Lizenzkosten Cloud-Kosten Support-Verträge Betriebsaufwand durch Admins Diese Kosten fallen auch nach Projektende weiter an. Wenn du sie nicht berücksichtigst, wird die Amortisationszeit zu kurz dargestellt und die Kalkulation unrealistisch. Warum das für die Amortisation wichtig ist Ich betone, dass eine längere Amortisationszeit nicht schlimm ist. Problematisch ist vielmehr, wenn laufende Kosten weggelassen werden. Dann scheint das Projekt wirtschaftlicher, als es tatsächlich ist. Auf Dauer würde ein Unternehmen Verluste machen, wenn solche laufenden Kosten bei allen Projekten ignoriert würden. Beispiele für mögliche Kosten Für Systemintegration Mögliche Kosten können sein: Server oder VM-Ressourcen CPU, RAM und Storage Backup-Systeme Monitoring Arbeitszeit von Admins für Einrichtung, Betrieb und Wartung Für Anwendungsentwicklung Mögliche Kosten können sein: IDE-Lizenzen weitere Software-Tools Testsysteme oder Staging-Systeme Datenbanken CI/CD-Pipelines oder Build-Server genutzte Infrastruktur-Ressourcen Für andere IT-Berufe gilt sinngemäß dasselbe. Meine Empfehlung für deine Projektdokumentation Ich würde dir empfehlen: Erstelle zuerst eine Liste aller genutzten Ressourcen. Prüfe dann, welche Kosten dafür im Unternehmen angesetzt werden. Nutze möglichst Pauschalen, Stundensätze oder Gemeinkosten statt eigener Detailrechnungen. Berücksichtige sowohl einmalige als auch laufende Kosten. Lege gemeinsam genutzte Ressourcen bei Bedarf anteilig auf dein Projekt um. Verwende diese Werte anschließend für eine realistische Amortisationsrechnung. Fazit Meine Kernaussage ist: Nicht nur neue Anschaffungen verursachen Kosten, sondern auch alles, was bereits vorhanden ist und von deinem Projekt genutzt wird. Vorhandene Ressourcen sind nie kostenlos. Zusätzlich solltest du immer laufende Kosten mit einplanen. Wenn du das sauber machst, wirkt deine Kostenbetrachtung realistischer und vollständiger. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Betriebsabrechnungsbogen (BAB) für die IT-Berufe (AP1 und AP2) Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Heute möchte ich mich mal mit einem Thema beschäftigen, was ich sehr häufig falsch in Anführungszeichen in Projektdokus und Präsentationen wähle. Und zwar das Thema der EDA-Kosten, beziehungsweise auch der laufenden Kosten. Und ich bringe noch ein Passwort mit rein, die Opportunitätskosten. Heute soll es also um die Kostenbetrachtung deines Abschlussprojekts gehen. Und wir haben da oft ein Problem, dass nicht alle Kosten betrachtet werden. Und dass das Projekt sich dann super schnell amortisiert oder halt viel zu geringe Kosten einfach hat, um das irgendwie realistisch einplanen zu können in so einem Unternehmen. Und deswegen will ich da heute einmal kurz darauf eingehen, was da häufig vergessen wird, was das überhaupt ist, was ich damit meine und wie man das dann besser machen könnte. Also Nummer eins, es geht darum, bei deiner Projektarbeit dein Projekt auch realistisch einzuschätzen, was die Kosten angeht. Du sollst ja nicht einfach sagen, ja, ich habe da 80 Stunden als Zubi daran gesessen. Ich bin ja eh im Unternehmen, die bezahlen mir Ausbildungsvergütung. Ja, ich habe da so ein bisschen rumprogrammiert und ich habe da so ein paar Server installiert und ja, das hat das Unternehmen am Ende eigentlich nichts gekostet. [1:20] Nee, so ist es nicht. Sondern alles, was du für dein Projekt machst und was auch im Unternehmen für dein Projekt gemacht wird, bereitgestellt etc., kostet irgendetwas. Das Geld dafür muss irgendwo herkommen. Auch deine Ausbildungsbegütung bezahlt ja irgendwer am Ende. Und ich spoiler schon mal, wer das macht, eure Kunden bezahlen das. Dein Chef überweist dir das zwar, aber der kriegt das Geld ja auch nicht aus dem, das fällt ja auch nicht vom Himmel, sondern das kommt von den Kunden, die am Ende dann eure Produkte kaufen oder eure Dienstleistungen in Anspruch nehmen, eure Waren kaufen, was auch immer. Und alle diese Kosten an deinem Projekt müssen auf die Kosten für die Kunden umgelegt werden, damit die am Ende das Ding bezahlen. Weil das Geld fällt nicht vom Himmel, auch wenn man das vielleicht glaubt. Das ist nicht so, das muss erwirtschaftet werden. Und ja, dein Projekt verursacht Kosten und die musst du einplanen. Und heute gehe ich mal auf die Kosten ein, die dabei gerne vergessen werden. Weil, was so die low hanging fruit ist, ich habe als Anwendungsentwickler zum Beispiel 80 Stunden gearbeitet, also plane ich mich 80 Stunden ein. Oder als Systemintegrator plane ich mich 40 Stunden ein. Ja, okay. Offensichtlich sind das Kosten natürlich anfallen, aber es gibt noch ganz viele mehr. Und da geht es halt eben nicht nur darum, was extra für dein Projekt zum Beispiel gekauft wurde. Also wenn extra für dein Projekt eine Hardware angeschafft wurde, ein Server gemietet wurde oder sowas. Das ist natürlich offensichtlich. Aber mir geht es heute um die vielleicht etwas versteckten Sachen, an die ganz viele Prüflinge leider nicht denken. und das sehe ich dann immer in den Dokus. Und zwar, ähm. [2:42] Geht es mir um diese E-Da-Kosten. Das ist jetzt kein Fachbegriff. Ich weiß gar nicht, wo ich den selber mal gehört habe. Ich glaube, irgendwo im Rechnungswesenunterricht oder Vorlesung mal irgendwo. Also es geht darum, Dinge, die E-Da sind. Also es ist keine Abkürzung, sondern du formulierst das so, ja, der Server, der ist ja E-Da. Der steht ja unten im Keller, den haben wir ja E. Dann lasst uns doch nochmal eben mein Projekt da mit drauf installieren und fertig. Dann haben wir keine Kosten quasi. Also die Dinger sind ja E-Im-Unternehmen. Der Kollege sitzt da E. Der kriegt sein Gehalt. ja, also der muss ja nicht nur für mein Projekt jetzt mehr Geld bekommen. Deswegen, ja, EDA kostet nichts. Und das sind meine sogenannten EDA-Kosten. Und das ist leider Quatsch. Denn auch wenn die EDA sind, machen wir mal jetzt verschiedene Beispiele, den Softwareentwickler, der am Ende dein Projekt reviewen soll, ja. Der sitzt da vielleicht zwei Stunden dran. Und ja, der ist eh im Büro, die zwei Stunden. Aber in diesen zwei Stunden kann er ja nichts anderes machen, weil er ja deinen Code reviewt zum Beispiel, ne. Und das nennt man dann sogenannte Opportunitätskosten....

  • March 30 · 22 min

    Darstellung von Code in Projektdokumentation und Projektpräsentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #6

    Um die Darstellung von Code in Projektdokumentation und Projektpräsentation geht es in der sechsten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts. Zusammenfassung der Episode In der aktuellen Episode meiner Podcast-Shorts dreht sich alles um die Kunst der Codepräsentation in Dokumentationen und Präsentationen – ein Thema, das gerade in der Prüfungsphase viele Prüflinge beschäftigt. Ich gebe praktische Tipps, wie ihr euren Code optimal aufbereitet, um in euren Dokumentationen und Präsentationen zu glänzen. Wir reden darüber, wie der Code in Dokumentationen anders aussehen sollte als in der IDE. Wichtig ist die Lesbarkeit: Setzt auf Struktur und Kontrast, und überlegt euch, ob der Dark Mode wirklich die beste Wahl ist. Ich erkläre, wie ihr den Fokus auf relevante Codeabschnitte legt und unwichtige Details ausblendet. Außerdem teile ich meine besten Hacks für PowerPoint, damit ihr euren Code Schritt für Schritt einblenden könnt – so zieht ihr die Aufmerksamkeit eurer Prüfenden auf eure Erklärungen! Und natürlich gibt es noch Hinweise zur Farbgestaltung, denn Schwarz auf Weiß ist meist der beste Kontrast. Hört rein, holt euch nützliche Tipps und bereitet euch bestens auf eure Prüfungen vor. Ich bin gespannt auf euer Feedback und wünsche euch viel Erfolg bei euren Projekten! ✨🎧 Inhalt Zusammenfassung Die Episode behandelt die Frage, wie Quelltext in Projektdokumentationen und Projektpräsentationen einer Abschlussprüfung für Fachinformatiker Anwendungsentwicklung sinnvoll dargestellt werden sollte. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass in Prüfungsunterlagen häufig Code-Screenshots aus der IDE verwendet werden, oft zusätzlich im Dark Mode. Die zentrale Aussage lautet, dass Code in der Prüfung nicht so präsentiert werden sollte, wie er in der Entwicklungsumgebung für die tägliche Arbeit angenehm ist, sondern so, dass er im jeweiligen Medium optimal lesbar, verständlich und bewertbar ist. Ausgangslage und Prüfungsbezug Im Kontext der AP2 und der anschließenden Projektdokumentation sowie Projektpräsentation spielt Code eine zentrale Rolle, da er den Kern der Arbeitsleistung von Anwendungsentwicklerinnen und Anwendungsentwicklern darstellt. Dabei wird der Begriff „Code“ weit gefasst: Gemeint ist nicht nur klassischer Programmcode in Sprachen wie Java, C# oder PHP, sondern auch andere textbasierte Artefakte wie Jenkinsfiles, Dockerfiles oder Konfigurationsdateien, sofern sie Teil der technischen Lösung sind. Da diese Artefakte in Dokumentation und Präsentation bewertet werden, müssen sie so aufbereitet sein, dass Prüfende sie ohne unnötige Hürden erfassen können. Zentrale Qualitätsziele Für die Darstellung von Code in Prüfungsartefakten nennt die Episode drei Kernziele: Lesbarkeit Der Code muss visuell gut erfassbar sein. Dazu gehören ausreichende Schriftgröße, geeigneter Kontrast und eine Darstellung, die sich an das Ausgabemedium anpasst. Verständlichkeit Der gezeigte Ausschnitt muss in kurzer Zeit nachvollziehbar sein. Besonders in der Präsentation darf der Umfang nicht so groß sein, dass das Publikum während der Erklärung den Überblick verliert. Bewertbarkeit Gezeigt werden sollte genau das, was die eigene Leistung belegt. Unwichtige oder automatisch erzeugte Inhalte erschweren die Beurteilung und lenken vom eigentlichen Beitrag ab. Unterschied zwischen IDE und Prüfungsmedium Ein zentraler Punkt ist die Trennung zwischen Entwicklungsumgebung und Prüfungsmedium. In der IDE wird Code unter anderen Bedingungen gelesen und bearbeitet als in einer Dokumentation oder Präsentation: In der IDE wird oft an einem Bildschirm mit individueller Konfiguration gearbeitet. Die Dokumentation kann auf Papier, Tablet oder Laptop gelesen werden. Die Präsentation findet typischerweise in einem hellen Raum statt, oft mit Beamer oder Monitor. Daraus folgt, dass Formatierungsentscheidungen aus der IDE nicht automatisch für Doku oder Präsentation geeignet sind. Auch Seitenverhältnisse unterscheiden sich deutlich: Präsentationen meist im Format 16:9 Dokumentationen typischerweise im DIN-A4-Format Code sollte deshalb für jedes Medium separat aufbereitet werden, etwa durch angepasste Zeilenumbrüche und kompaktere Formatierung. Kritik an Screenshots Von Screenshots aus der IDE wird klar abgeraten. Dafür werden mehrere technische Gründe genannt: Screenshots sind nicht verlustfrei skalierbar; beim Zoomen werden sie unscharf oder pixelig. Text bleibt bei Vergrößerung nicht sauber lesbar. Screenshots enthalten oft störende IDE-Elemente wie Fehlermarkierungen, Warnungen, Refactoring-Hinweise oder Hinweise zur Code-Historie. Solche Einblendungen lenken von der eigentlichen Aussage ab und können im Prüfungskontext sogar unerwünschte Fragen auslösen. Empfohlen wird daher, Code als echten Text in Dokumentation oder Präsentation einzufügen. Das verbessert Skalierbarkeit, Lesbarkeit und Bearbeitbarkeit deutlich. Empfehlungen zur Formatierung Für die Formatierung des Codes werden mehrere konkrete Hinweise gegeben: Verwendung einer Monospace-Schriftart, damit Einrückungen und Ausrichtung korrekt bleiben Anpassung von Zeilenlängen und Umbrüchen an das Zielmedium Gegebenenfalls Änderung von Code-Konventionen für die Darstellung, etwa geschweifte Klammern ans Zeilenende statt in eine separate Zeile zu setzen, um Platz zu sparen Nur die relevanten Ausschnitte zeigen, nicht vollständige, kompilierbare Dateien Schlüsselwörter oder Modifier wie public, static, final weglassen, wenn sie für die Aussage nicht relevant sind Syntax-Highlighting verwenden, aber nur in einer Form, die die Lesbarkeit unterstützt Die Episode betont, dass Prüfungsunterlagen keine originalgetreue Abbildung der IDE sein müssen. Erlaubt und sinnvoll ist vielmehr eine auf das Publikum optimierte Darstellung. Bewertung des Dark Mode Ein Schwerpunkt der Episode ist die Kritik am Dark Mode in Dokumentation und Präsentation. Dabei wird ausdrücklich nicht der Dark Mode im Entwicklungsalltag kritisiert, sondern dessen Übertragung in Prüfungsunterlagen. Für Dokumentationen Gegen dunkle Hintergründe in der Dokumentation sprechen laut Episode mehrere Gründe: Schwarzer Text auf weißem Hintergrund bietet den besten Kontrast für das Lesen. Weißer oder farbiger Text auf schwarzem Hintergrund ist schlechter lesbar, insbesondere mit Syntax-Highlighting. Ausdrucke mit schwarzem Hintergrund verbrauchen unnötig viel Toner oder Tinte. Kommentare und Korrekturen auf ausgedruckten Seiten sind auf dunklem Hintergrund schlechter sichtbar. Für Präsentationen Auch in Präsentationen wird der Dark Mode als problematisch beschrieben: In hellen Räumen erscheint Schwarz oft eher grau, wodurch der Kontrast sinkt. Bei Displays oder Monitoren können dunkle Flächen stärker spiegeln. Reflektionen können die Sicht auf den Code zusätzlich erschweren. Die pragmatische Empfehlung lautet daher: Code für die Prüfung möglichst dunkel auf hellem Hintergrund darstellen. Verständlichkeit in der Präsentation Für die Präsentation wird empfohlen, Code nicht in großen Blöcken auf einer Folie zu zeigen. Stattdessen sollte er schrittweise eingeblendet werden, etwa zeilenweise. Begründung: Das Publikum liest sonst sofort den gesamten Code und hört der Erklärung nicht mehr zu. Die Aufmerksamkeit lässt sich besser steuern. Relevante Teile können gezielt erläutert werden. Diese Vorgehensweise ist mit Textobjekten in Präsentationstools deutlich einfacher als mit Screenshots. Auswahl des gezeigten Codes Besonders wichtig ist die Auswahl der Inhalte. Gezeigt werden sollte nur Code, der die eigene fachliche Leistung sichtbar macht. Nicht geeignet sind laut Episode insbesondere: generierte Getter und Setter Standard-Konstruktoren triviale Framework- oder Binding-Logik austauschbare Konfigurationsausschnitte ohne inhaltliche Tiefe HTML-Standardmarkup ohne projektspezifische Aussage Stattdessen sollte der Fokus auf dem fachlich interessanten Teil des Projekts liegen, zum Beispiel: projektspezifische Logik ein selbst entwickelter Algorithmus zentrale Teile der Domäne nicht triviale Datenverarbeitung Logik, die klar die eigene Denk- und Entwicklungsleistung zeigt Fazit der Episode Die Episode versteht Code-Darstellung als Teil der Prüfungsleistung. Ziel ist nicht, die gewohnte IDE-Darstellung zu reproduzieren, sondern die Inhalte so aufzubereiten, dass Prüfende sie schnell erfassen und fair bewerten können. Entscheidend sind dabei eine textbasierte statt bildbasierte Darstellung, hohe Lesbarkeit, reduzierte und zielgerichtete Ausschnitte sowie die Konzentration auf den individuellen fachlichen Beitrag. Die Kernaussage lässt sich so zusammenfassen: Für Dokumentation und Präsentation sollte Code mediengerecht vereinfacht, formatiert und ausgewählt werden, damit er die eigene Leistung klar und ohne Ablenkung zeigt. Höre dir jetzt die Podcast-Episode an! Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Kontrast und Farben Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Während ich das hier aufnehme, sind schon wieder viele Prüflinge im Prüfungsstress, denn die AP2 steht an. Und direkt danach ist bei vielen IHK ja schon die Abgabe der Projektdokumentation. Und danach kommt dann die Projektpräsentation und dann ist endlich die Ausbildung beendet. Und ich werde auch dieses Jahr wieder einige Artefakte mir anschauen dürfen, Projektdokumentation lesen, Projektpräsentation anschauen und natürlich dann bewerten. Und da ich ja nun mal Anwendungsentwicklerinnen prüfe, werde ich da natürlich, solange wir noch Code schreiben müssen, als Anwendungsentwicklerinnen auch Code präsentiert bekommen. Entweder in der Doku oder in der Präsi oder im besten Fall in beiden. Denn das ist ja nun mal der Kern unseres Ausführungsberufs und das gehört natürlich dazu. [1:03] Und Code, damit meine ich nicht nur Programmiersprachencode, Java, C Sharp, PHP, was auch immer....

  • Dec 15, 2025 · 53 min

    Das neue IT-Weiterbildungssystem – Berufsspezialist und Bachelor Professional in IT – IT-Berufe-Podcast #196

    In der einhundertsechsundneunzigsten Episode des IT-Berufe-Podcasts bespreche ich mit Thomas Schmidt von BZEcom (Bildungszentrum für E-Commerce und IT) die neuen IT-Weiterbildungen, die 2024 eingeführt wurden. Wir analysieren die Hintergründe der jüngsten Veränderungen im Weiterbildungssystem für IT-Fachkräfte, insbesondere die Einführung des Berufsspezialisten in IT auf DQR-Stufe 5 und Bachlor Professional auf DQR-Stufe 6. Thomas erläutert die Fachrichtungen wie Datenanalyse, IT-Beratung und Informationssicherheit, die spannende Karrieremöglichkeiten bieten. Wir gehen auch auf das Prüfungsverfahren des neuen Abschlusses und dessen Vereinbarkeit mit dem Berufsleben ein. Zudem diskutieren wir die Finanzierungsmöglichkeiten, einschließlich des Aufstiegs-BAföG, die angehenden Fachkräften im IT-Bereich Unterstützung bieten. Diese Episode bietet wertvolle Informationen für jede und jeden mit Interesse an der Weiterentwicklung im IT-Bereich. Inhalt In dieser Episode des IT-Berufe-Podcasts widmen wir uns einem äußerst spannenden Thema: IT-Weiterbildungen und den neuen Abschlüssen, die 2024 in Kraft getreten sind. Ich führe ein ausführliches Interview mit Thomas Schmidt, der beim Bildungszentrum für E-Commerce und IT tätig ist. Thomas bringt uns auf den neuesten Stand, was die Veränderungen im Weiterbildungssystem für IT-Fachkräfte betrifft und erläutert die neuen Möglichkeiten, die sich aus den Überarbeitungen ergeben. Zunächst diskutieren wir die Hintergründe der Anpassungen, die notwendig wurden, weil die vorherigen Abschlüsse, insbesondere die sogenannten Operative Professionals am Markt nicht gut angenommen wurden. Die Reaktionen von Arbeitgebern waren klar: Sie benötigten Fachkräfte, die spezialisiert sind, aber nicht unbedingt Führungspositionen einnehmen. Daher wurde der Berufsspezialist in IT geschaffen, der auf Ebene 5 des deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) angesiedelt ist und nun als attraktive Alternative für all diejenigen gilt, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und stoffliche Expertise nachweisen wollen. Thomas erläutert die zahlreichen Fachrichtungen innerhalb dieses neuen Abschlusses: Darunter fallen die Spezialisierungen in Datenanalyse, IT-Beratung, Informationssicherheit, Softwareentwicklung und Systemintegration. Dieser Fokus auf spezielle Fachkompetenz eröffnet nicht nur zahlreiche Karrieremöglichkeiten, sondern erlaubt es auch, dass sich Fachinformatiker oder Kaufleute für Digitalisierungsmanagement nach der Ausbildung gezielt weiter qualifizieren, ohne den traditionellen Weg eines Universitätsstudiums gehen zu müssen. Wir besprechen auch das Prüfungsverfahren für den Berufsabschluss sowie den Bachelor Professional in IT, der nun auf derselben DQR-Stufe wie ein Bachelorabschluss an Universitäten eingestuft ist. Thomas erklärt, dass die Prüfung sowohl schriftliche als auch praktische Bestandteile umfasst, einschließlich der Präsentation eines Projekts, was eine direkte Anwendung des erlernten Wissens im beruflichen Kontext darstellt. Dies ist besonders interessant für all jene, die bereits im Beruf stehen und sich fachlich verbessern möchten. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vereinbarkeit der Weiterbildung mit dem Berufsleben. Thomas gibt Einblicke in dieFlexibilität der Kurse, die sowohl in Abendveranstaltungen als auch in kompakten Blockkursen angeboten werden. Zudem werden die Teilnehmer bei der Vorbereitung auf die IHK-Prüfung durch praxisnahe Fallstudien unterstützt, um sicherzustellen, dass sie nicht nur für die Prüfung lernen, sondern auch wertvolles Wissen für ihren späteren Berufsalltag erhalten. Abschließend nimmt Thomas auch Bezug auf die Finanzierung dieser Weiterbildungen, einschließlich des Aufstiegs-BAföG, welches eine bedeutende Unterstützung für angehende Professionisten im IT-Bereich bietet. Er ermutigt alle, die an einer Weiterbildung interessiert sind, sich nicht nur um das persönliche Wachstum zu kümmern, sondern auch aktiv nach Anerkennung und Ermutigung von Arbeitgebern zu suchen. Diese Episode bietet umfassende Einsichten und Anregungen für alle, die an IT-Weiterbildungen interessiert sind, und zeigt die vielfältigen Möglichkeiten auf, die sich durch neue Abschlüsse ergeben können. Diese Fragen klären wir im gemeinsamen Gespräch: Wie kam es dazu, dass die bisherige IT-Weiterbildung modernisiert/überarbeitet wurde? Was sind die neuen IT-Berufsspezialisten bzw. Bachelor Professional in IT überhaupt? Für wen sind diese Abschlüsse geeignet und was bringen sie mir? Warum wurden die Abschlüsse neu entwickelt? Welche unterschiedlichen Berufsspezialisten gibt es? Wie ist der Zusammenhang von Berufsspezialisten und Bachelor Professional in IT? Was sind die Inhalte? Wie ist der Ablauf und die Dauer? Gibt es z.B. Blended Learning oder nur Präsenz/online? Wie sieht die Abschlussprüfung aus? Welche Qualifikationen sind Voraussetzung für die Weiterbildung? Warum sollte ich Bachelor Professional in IT werden und nicht einfach (dual) studieren gehen? Ist der Bachelor Professional in IT wirklich schon so anerkannt wie ein "richtiger" Bachelor, z.B. für Laufbahnen im öffentlichen Dienst? Wie bekannt/anerkannt sind die Abschlüsse bei Arbeitgebern? Welche Förderungen gibt es? Was ist das Aufstiegs-BAföG? Was fördert es genau? Wie läuft die Beantragung? Wie läuft die Rückzahlung? Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts IHK-Weiterbildung zum Operative Professional mit Simon Stork - Anwendungsentwickler-Podcast #127 (der inzwischen überholte Abschluss) Thomas Schmidt bei LinkedIn Website zur IT-Weiterbildung von BZEcom IT-Karriere leicht(er) gemacht - Weiterbildungssystem neu aufgestellt – Rechtsverordnungen seit Ende 2024 in Kraft Neuordnung des IT-Weiterbildungssystems (BiBB) Das Aufstiegs-BAföG: die attraktivste Aufstiegsförderung aller Zeiten Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode Einführung in die IT-Weiterbildung Stefan:[0:22] Herzlich willkommen zum IT-Berufe-Podcast, dem Podcast rund um die Ausbildung in den IT-Berufen. In dieser Episode gibt es ein spannendes Interview zum Thema IT-Weiterbildungen, und zwar dem neuen Berufsspezialisten bzw. Bachelor Professional in IT. Viel Spaß! Stefan:[0:40] Hallo und herzlich willkommen zur 196. Episode des IT-Berufe-Podcasts. Mein Name ist Stefan Macke und heute habe ich ein spannendes Interview mitgebracht für dich, Und zwar geht es um die neuen IT-Weiterbildungen. Vielleicht hast du das schon mitbekommen. Es gibt ja nicht nur die Ausbildung in Deutschland, sondern darauf aufbauen kann man sich ja auch fort- und weiterbilden. Und gerade Ende 2024 wurde das Weiterbildungssystem in der IT total überarbeitet. Früher, das hast du vielleicht schon mal mitbekommen, ich habe sogar eine Podcast-Episode dazu gemacht, hieß das Ding, was man danach machen konnte, Operative Professional. Und das wurde aber wohl am Markt nicht ganz so gut angenommen, sage ich mal vorsichtig. Und deswegen wurde das jetzt komplett überarbeitet und ist seitdem tatsächlich auch gleichbedeutend mit zum Beispiel einem Bachelorabschluss, den du an einer Hochschule machen kannst. Das ist laut dem DQR, dem Qualifikationsrahmen, auf der gleichen Stufe wie ein Universitätsabschluss. Und deswegen denke ich, dass das auf jeden Fall spannend ist, falls du deine Ausbildung schon beendet hast oder kurz davor schlägst und dir überlegst, Mensch, was soll ich denn danach machen? Soll ich studieren gehen oder was eigentlich? Was ist denn überhaupt die Alternative? Und genau über diese Alternative wollen wir heute mal sprechen. Und dazu habe ich mir einen spannenden Gesprächspartner mitgebracht, den Thomas. Der stellt sich auch gleich einmal vor, was er dazu überhaupt zu sagen hat zu Gespräch mit Thomas über IT-Weiterbildung Stefan:[1:58] diesem Thema und was so sein Hintergrund ist. Und ja, das war es mit vorgeplänkelt, würde ich sagen. Ich gehe mal direkt rein ins Interview. Viel Spaß dabei. Stefan:[2:08] Ja, erstmal hallo Thomas, schön, dass du heute da bist und mit mir über das spannende Thema der IT-Weiterbildung sprechen möchtest. Das habe ich bislang noch vernachlässigt, weil ich mich selber auch wirklich gar nicht gut damit auskenne. Da bin ich sehr froh, dass du euch hier bist und ein bisschen was darüber erzählen möchtest. Und bevor wir aber in das Thema eintauchen, würde ich mal so ein paar Standardfragen stellen. Und als allererstes natürlich frage ich dich, gut, wie du heißt, haben wir es gerade gehört, aber wer bist du, wo arbeitest du und warum bist du heute überhaupt hier? Erzähl doch mal ein bisschen was zu dir. Thomas:[2:32] Ja, hallo Stefan. Erstmal schön, dass ich da sein darf und was erzählen darf über die IT-Weiterbildung. Ja, Thomas Schmidt, also ich habe keinen Namen, sondern eine allgemeine Bezeichnung bekommen von meinen Eltern. Ich bin tatsächlich zuständig beim Bildungszentrum für E-Commerce und IT für Außenfortbildung. Ich habe tatsächlich IT nicht gelernt. Ich bin Politikwissenschaftler gelernt und habe mich aber immer mit Außenfortbildung beschäftigt und bin da tatsächlich jetzt in leitender Position zuständig, um das Unternehmen und Produktlandschaft weiterzuentwickeln. Stefan:[3:09] Okay, das heißt, du machst in der Außenweiterbildung nicht nur die IT, sondern auch noch, so als Beispiel, noch ein, zwei andere Berufe, irgendwas dabei? Thomas:[3:15] Genau, weil wir Bildungsanleitung für E-Commerce und IT sind, natürlich im E-Commerce-Bereich eben auch tätig, um dort für die Spezialisten im Online-Handel sozusagen noch was zu bieten. Stefan:[3:26] Okay, der Ausbildungsberuf gibt es inzwischen, glaube ich, Kaufmann, Frau für E-Commerce. Thomas:[3:30] Genau, Kaufmann, Kauffrau im E-Commerce ist die Seite, die tatsächlich dafür sorgen, dass der Shop funktioniert, dass die Produkte eingestellt werden, den ganzen Customer Journey Bereich funktioniert, Kennzahlen ausgewertet werden und die haben halt die Möglichkeit,...

  • Nov 10, 2025 · 5 min

    Prüfungsvorbereitungskurs zur AP1 – IT-Berufe-Podcast-Shorts #5

    Zusammenfassung der Episode: Prüfungsvorbereitung für die AP1 🎧 Hey Leute! Ich bin's, Stefan Macke, euer Begleiter auf dem Weg zur AP1! 🙌 Heute dreht sich alles um die brandneue Prüfungsvorbereitung, die ich für euch ins Leben rufe. Wenn du deine Skills aufpolieren willst, bist du hier genau richtig! Was erwartet dich? Wir tauchen in wichtige Themen ein – vom ISO/OSI-Modell über UML-Diagramme bis hin zu Subnetting und IPv6. Keine Angst, ich mach das alles verständlich und hands-on! 😉 Besuche meine Seite

  • Jul 28, 2025 · 11 min

    Berechnung des eigenen Stundensatzes – IT-Berufe-Podcast-Shorts #4

    💼 Der Stundensatz für deine Projektdokumentation – Berechne ihn bitte nicht selbst! Hey, angehender IT-Profi! Heute dreht sich alles um ein Thema, das jeder Azubi kennt: den Stundensatz in der Projektdokumentation. Wie oft ich schon gefragt wurde, „Wie berechne ich meinen Stundensatz?“ – keine Sorge, ich hab’s auch mal durchgemacht! 🤷‍♂️ 📊 Warum ist der Stundensatz wichtig? Deine Projekte brauchen eine klare Kostenrechnung, egal ob sie klein oder groß sind. Wenn du über 80 Stunden arbeitest, kommt da so einiges zusammen! Doch solltest du deinen Stundensatz selbst berechnen? Klare Antwort: Lass es sein! 🚫 Das kann nur schiefgehen. 🏢 Arbeitgeber-Perspektive Die Berechnung muss aus Sicht deines Arbeitgebers geschehen. Versicherungen, Gemeinkosten – da wird viel mehr aufgerufen, als du vielleicht denkst. Du willst dir da keine falschen Zahlen umhängen – schau dir lieber die Zahl an, die die Personalabteilung für dich hat. 🔍 Warum nicht selbst rechnen? Die Wahrheit ist: Es gibt ganze Abteilungen, die sich mit solchen Kalkulationen beschäftigen. Wenn du versuchst, es selbst zu machen, könntest du auf die Nase fallen und unrealistische Stundensätze herausbekommen – 4 Euro? Unmöglich! 150 Euro? Nur in Ausnahmefällen! 🤦‍♂️ 📋 Die einfache Lösung Frag einfach bei deiner Personalabteilung nach – so sparst du dir den Stress. Halte fest, was im Stundensatz alles enthalten ist, und notiere das in deiner Dokumentation. Ein einfacher Satz reicht: „Der Stundensatz beträgt 40 Euro inklusive aller Kosten.“ 😊 🔑 Fazit: Mach's dir leicht! Zusammengefasst: Berechne deinen Stundensatz nicht selbst. Frag nach und nutze die Zahl, die dir dein Unternehmen gibt. Vielleicht interessiert dich mehr darüber, wie die Berechnung erfolgt – ich habe dafür auch einen Podcast gemacht! Also, hör rein, aber lass die Finger von der Selbstkalkulation! Viel Erfolg bei deiner Projektdokumentation! 🖥️✨ Inhalt 📊 Warum benötigst du einen Stundensatz? Für deine Projektdokumentation ist es wichtig, eine Kostenrechnung zu machen. Das ist Pflichtprogramm, egal ob es sich um ein kleines oder großes Projekt handelt. Schließlich musst du auch deine Arbeitszeit berücksichtigen, und die kann bei 80 Stunden oder mehr schnell zusammenkommen! Das ist besonders relevant für Anwendungsentwickler und andere IT-Berufe. Doch nun zur entscheidenden Frage: Solltest du diesen Stundensatz selbst berechnen? Klare Antwort: Nein! 🙅‍♂️ Der Prozess ist so komplex und zeitaufwendig, da kannst du nur etwas falsch machen. Viele Azubis greifen zum einfachsten Mittel – sie nehmen einfach ihre Ausbildungsvergütung und rechnen damit. Falsch! Das ist nur die Sicht auf deinen Nettoeinkommen. Aber dein Arbeitgeber hat noch viel mehr auf dem Zettel, was es zu beachten gilt. 🏢 Die Perspektive des Arbeitgebers Die Berechnung des Stundensatzes muss also aus Sicht des Arbeitgebers erfolgen. Was deine Vergütung sind, ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Arbeitgeber müssen Sozialversicherungen, zusätzliche Versicherungen und eine ganze Reihe von Gemeinkosten wie Hardware oder IT-Infrastruktur einpreisen. Diese Kosten werden dann auf deine Projektpreise umgelegt. Glaub mir, das dabei den Überblick zu behalten, ist kein Zuckerschlecken und sollte nicht in deine Hände gelegt werden! 🔍 Warum solltest du das nicht selbst tun? Die Wahrheit ist: Da gibt es ganze Abteilungen, die sich mit dieser komplexen Kalkulation befassen – Buchhaltung, Controlling, Rechnungswesen – du hast bestimmt schon von ihnen gehört. Die sind dafür zuständig und nicht du! Wenn du also versuchst, selbst einen Stundensatz zu berechnen, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit wichtige Aspekte übersehen und dich in einem Schlamassel wiederfinden. Das Schlimmste, was passieren kann? Du bekommst am Ende einen unrealistischen Stundensatz – von 4 Euro bis 150 Euro habe ich alles gesehen. Aber sei mal ehrlich, wie realistisch ist das? 4 Euro? Viel zu wenig, um damit leben zu können. Und die 150 Euro? Naja, in einem Großkonzern vielleicht, aber auch das ist eher die Ausnahme. 🤷‍♂️ 📋 Die richtige Herangehensweise Der Schlüssel ist, dass du einfach die Zahl von deiner Personalabteilung oder dem zuständigen Kollegen anfordest. So viel einfacher und weniger stressig. Notiere dir, was in diesem Stundensatz steckt – zum Beispiel: Ausbildungsvergütung, Lohnnebenkosten und Gemeinkosten. Das musst du in deiner Projektdokumentation anmerken, um zu zeigen, dass du verstehst, wie dieser Wert zustande kommt. Schreib einfach einen kurzen Satz, z.B.: "Der vorgegebene Stundensatz beträgt 40 Euro und beinhaltet alle notwendigen Kosten." 😊 Wichtig ist, dass du nicht versuchst, diesen Stundensatz selbst zu potenzieren oder zu analysieren – das führt nur zu Verwirrungen und Zeitverschwendung! 🔑 Fazit: Mach es dir einfach! Zusammengefasst heißt das: Berechne deinen Stundensatz nicht selbst. Frag einfach nach und nutze die Zahl, die dir dein Unternehmen bereitstellt. Und klar, es ist wichtig, dass du weißt, wie man diesen Stundensatz grundsätzlich berechnet. Aber du musst nicht ins Detail gehen und jede Kleinigkeit ausrechnen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie die Berechnung eigentlich funktioniert, habe ich dazu auch einen Podcast aufgenommen – schau dir das auf jeden Fall an, aber verabschiede dich von der Idee, es selbst in deiner Doku zu machen. Du kannst nur verlieren – und das will ja keiner, oder? 💪 Mach’s gut und viel Erfolg bei deiner Projektdokumentation! 🖥️✨ Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Zusammensetzung des Stundensatzes - Häufige Fragen im Fachgespräch Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] Wie berechne ich den Stundensatz für meine Projektdokumentation korrekt? Ich weiß nicht, ob es eine Frage gibt, die mir häufiger gestellt wurde in den letzten Jahren. Und meine Antwort ist immer dieselbe. Lass es einfach sein. Berechne deinen Stundensatz bitte nicht selbst. Und heute will ich mal kurz darauf eingehen, warum das meine Standardantwort ist. Fang vorhin an. Stundensatz, wofür brauchen wir den? Du musst natürlich für deine Projektarbeit, also für das Projekt, das du umsetzt, in deiner Projektdokumentation eine Kostenrechnung machen. Das gehört, würde ich einfach mal pauschal sagen, bei jedem Projekt dazu. Egal, ob es sich am Ende amortisiert oder nicht. Das ist eine ganz andere Frage. Werde ich an anderer Stelle nochmal beantworten. Aber dass du die Kosten betrachten musst, das ist aus meiner Sicht Pflichtprogramm und ich glaube auch aus Sicht vieler anderen Prüfenden. Und da ist meistens der größte Brocken dein Anteil. Das heißt, deine, im Fall von Anführungsentwicklerinnen, 80 Stunden Arbeit, in den anderen IT-Berufen halt 40 Stunden. Da kommt ganz gut was zusammen, wenn man so eine Woche beziehungsweise zwei arbeitet. Und das sollte man in die Kosten auf jeden Fall einplanen. Ja, wenn man jetzt nicht gerade eine riesen Serveranschaffung als Fisi macht zum Beispiel, dann wird da nicht mehr viel Großartiges dazukommen, außer die eigene Arbeitsleistung. Deswegen sollte man das auf jeden Fall vernünftig mit einrechnen. Überhaupt keine Frage. Jetzt ist nur die Frage, die für dich interessant ist. Solltest du das selber machen? Und da ist meine ganz klare Antwort Nein. [1:41] Wenn du schon mal irgendwo in der Schule oder sonst irgendwo was zum Thema Stundensatz gehört hast, dann müsstest du wissen, wie kompliziert und umständlich und umfangreich es ist, einen richtigen Stundensatz für eine Person zu berechnen. Und was ich leider dann sehr, sehr häufig sehe in so einer Projektdokumentation, und das kann ich schon gar nicht mehr erzählen, wie oft ich das gesehen habe, dann nehmen dann halt einfach die Azubis ihre Azubi-Vergütung im dritten Ausbildungsjahr, teilen das durch ihre Arbeitstage, teilen das nochmal durch die Stunden pro Arbeitstag und schwupp, fertig ist der Stundenlohn. Stundenlohn, ich sage selber schon falsch, der Stundensatz natürlich. Übrigens Unterschied Lohn, Gehalt, Ausbildungsvergütung und Stundensatz. Solltest du dir unbedingt angucken für die Abschlussprüfung. [2:18] Hier geht es um den Stundensatz. Und das ist natürlich nicht alles, was da drin steckt. Das ist so die, wie soll ich sagen, die Sicht eines Arbeitnehmenden, der sagt, ja, das Geld, was bei mir auf dem Konto landet, das ist ja mein Stundensatz, ist ja klar. Ja, nee, sondern du musst den Stundensatz natürlich aus Sicht deines Arbeitgebers berechnen. Und der zahlt natürlich noch einen Haufen mehr Geld, als nur das, was bei dir auf dem Konto landet. Und müsste man jetzt nochmal den Unterschied zwischen Netto und Brutto wiederholen. Das wollte ich mir heute sparen. Aber es geht eben nicht nur darum, was du bekommst, sondern es gibt noch einen Haufen weiterer Kosten, die dein Arbeitgeber für dich zahlen muss. Nummer eins wären zum Beispiel die Sozialversicherungen, die on top kommen. Da gibt es vielleicht noch zusätzliche Versicherungen, die für dich abgeschlossen werden. Es gibt vielleicht, weiß ich nicht, vermögenswirksame Leistungen. Es gibt ganz sicher einen Riesenhaufen an Gemeinkosten, die in deinem Stundensatz mit drin sein müssen. So zum Beispiel deine Hardware, dein PC, dein Laptop, mit dem du jeden Tag arbeitest, der fällt nicht vom Himmel und den schenkt dir dein Arbeitgeber auch nicht, sondern der muss den auch irgendwie finanziert bekommen. Und wie funktioniert das? Indem er alle diese Dinge in deinen Stundensatz einpreist und der Kunde, der dich dann bucht und dein Projekt bezahlt, das darüber finanziert. Das heißt, alles, was nicht im Stundensatz drin ist, muss dein Arbeitgeber aus seiner eigenen Tasche zahlen. Und das will er nicht oder sie. [3:33] Das heißt, es ist kein kleines Unterfangen, mal eben einen Stundensatz für einen Entwickler oder einen Physi oder was auch immer auszurechnen. Dafür gibt es eigene Abteilungen, zum Beispiel Buchhaltung, Rechnungswesen, Controlling,...

  • Jul 21, 2025 · 8 min

    Prüfungsvorbereitungskurse zur Abschlussprüfung – IT-Berufe-Podcast-Shorts #3

    In dieser Episode bespreche ich die Entwicklung meiner Online-Kurse zur Prüfungsvorbereitung für IT-Berufe und die Einführung eines kostenpflichtigen Modells zur Sicherstellung einer konstruktiven Lernumgebung. Ich teile die Struktur der Kurse, die über eine Plattform mit aufgezeichneten Sitzungen laufen, und lege besonderen Wert auf Interaktivität während der wöchentlichen Live-Sitzungen. Aktuell fokussiere ich mich auf die AP2-Anwendungsentwicklerinnen und plane die Integration praktischer Themen wie Pseudocode. Durch ein flexibles Abo-Modell haben Teilnehmer jederzeit Zugang zu Materialien und können aktiv an den Kursen teilnehmen. Ich lade Interessierte ein, sich unter https://dieperfekteihkpruefung.de zu informieren und bewerbe meine erschwinglichen Angebote zur gezielten Prüfungsvorbereitung. Inhalt In dieser Episode sprechen wir über die Entwicklung und die Fortschritte meiner Online-Kurse zur Prüfungsvorbereitung für IT-Berufe. Ich schildere die Gründe, warum ich im Jahr 2025 kostenlose Vorbereitungskurse angeboten habe und was schiefgelaufen ist. Der Herausforderungen im Chat und das Bedürfnis, eine konstruktive Lernumgebung zu schaffen, haben mich dazu bewogen, ein kostenpflichtiges Modell einzuführen, um ernsthafte Teilnehmende von Störenfrieden zu trennen. Ich erkläre, wie wichtig es ist, die Qualität des Unterrichts durch diese Maßnahme zu sichern und lade Interessierte ein, sich unter https://dieperfekteihkpruefung.de zu informieren und anzumelden. Aktuell biete ich spezifisch für die AP2-Anwendungsentwicklerinnen einen Kurs an, da ich nach einer soliden Basis für die Teilnehmer suchen musste. Ich erläutere die Struktur der Kurse, die über eine Plattform laufen, auf der alle Sessions aufgezeichnet werden. So können sich die Teilnehmer die vergangenen Meetings jederzeit anschauen. Ich lege großen Wert auf Interaktivität und ermutige meine Teilnehmenden, Fragen zu stellen und aktiv zu diskutieren, insbesondere während der wöchentlichen Live-Sitzungen. Diese finden dienstags um 18 Uhr in Microsoft Teams statt, und ich betone die Notwendigkeit eines gültigen Teams-Kontos, um anonymen Störungen vorzubeugen. Ich beschreibe, wie die Kursinhalte auf die praktischen Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmt sind. Beispielsweise plane ich, demnächst mit wichtigen Prüfungsthemen wie Pseudocode zu beginnen. Dabei ist es mein Ziel, passende Ressourcen zur Einarbeitung bereitzustellen und während der Live-Sitzungen gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten. Es geht dabei nicht um das Wiederholen von Prüfungsfragen, sondern um eine interaktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten. Das Konzept eines umgedrehten Klassenzimmers steht hier im Zentrum; die Teilnehmer sollen sich die Erklärungen im Vorfeld anschauen und in den Live-Terminen aktiv an den Übungen teilnehmen. Das Abo-Modell ermöglicht es den Teilnehmern, jederzeit einzusteigen und an laufenden Kursen teilzunehmen, ähnlich einem Streaming-Service. Dadurch haben sie Zugang zu sämtlichen Materialien, die im Laufe des Jahres erstellt werden, und profitieren von der Flexibilität, wann und wie sie lernen möchten. Mein Ziel ist es, eine erschwingliche und zielgerichtete Vorbereitung zu bieten, die den Bedürfnissen von Auszubildenden und Umschülern gerecht wird. Zusammenfassend erläutere ich die flexiblen Strukturen meines Dauerangebots, die geringen Kosten und die Möglichkeit, sich jederzeit anzumelden oder abzumelden. Interessierte können sich auf meiner Webseite weiter informieren und ich hoffe, bald viele motivierte Teilnehmer begrüßen zu dürfen, um gemeinsam auf die Herausforderungen der Prüfungen hinzuarbeiten. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts https://dieperfekteihkpruefung.de Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Du hast doch mal Online-Kurse zur Prüfungsvorbereitung angeboten. Wann geht es damit eigentlich weiter? Die Frage wird mir in letzter Zeit auch oft per E-Mail gestellt. Und ja, es stimmt, ich habe 2025 mal mehrere Wochen lang kostenlose Prüfungsvorbereitungskurse angeboten. Zur AP1 für alle IT-Brufe und zur AP2 für Anwendungsentwicklerinnen. Leider, das ist nicht so gut ausgegangen. Es gab ziemlich ätzende Sachen im Chat. im Chat von Teilnehmenden und ja, das habe ich dann eingestellt. Und seitdem habe ich mir aber eine Alternative überlegt und biete kostenpflichtige Prüfungsvorbereitungskurse an, um einfach die Leute rauszusieben, die nur Stress machen wollen und Ärger machen wollen. Wenn du da dabei sein möchtest, kannst du mal gucken unter dieperfekteihkprüfung.de Prüfung mit UE, mit Ü soll das auch gehen, aber mach mal lieber mit UE. Und da kannst du dich anmelden. Aktuell habe ich nur einen Kurs für die AP2 für Anwendungsentwicklerinnen. Ich habe noch nichts für AP1 und auch nicht für die anderen IT-Berufe. Ich muss ja erst mal mit irgendwie was anfangen. Und das Ganze läuft über eine Kursplattform. [1:32] Alle unsere Meetings werden aufgezeichnet, als Video online gestellt, auch mit Transkription und Zusammenfassung und allem Schnickschnack. Das habe ich alles mit KI soweit automatisiert, dass ich da nicht so viel Arbeit mit habe. Das heißt, du kannst dir alle bisherigen Termine jederzeit anschauen, sobald du dich anmeldest. Und ja, was heißt überhaupt Termin? Es gibt jede Woche einen regelmäßigen Termin mit mir. Das ist aktuell, wenn ich das hier aufnehme, 2025, immer der Dienstagabend um 18 Uhr für ein und eine Viertelstunde, also bis 19.15 Uhr. Und da treffen wir uns dann live in Microsoft Teams. Man braucht auch einen gültigen Teams-Account und kann nicht anonym teilnehmen. Wie gesagt, es gab da Ausfälle im Chat und das hätte ich nicht gerne nochmal. Deswegen brauchst du ein gültiges Teams-Konto und kannst dann jederzeit an diesem Termin teilnehmen. Was heißt jederzeit? Also Dienstagabend immer an dem Termin teilnehmen und dann kannst du auch live Fragen stellen zu dem Thema, was wir bearbeiten. [2:27] Genau, wir haben auch schon live Präsentationen für die AP2 gemacht, also nicht die Schriftgeprüfung, sondern die Münchenprüfung, Präsentationen, die ich durchgeschaut habe und dann Feedback gegeben habe. Wir haben Fachgespräche schon geübt mit Teilnehmenden, die dann auch das Mikro anstellen durften und so weiter, aber normalerweise läuft das so, dass du dann chatten kannst. Und ich erzähle dann was zu einem Thema. Ich würde jetzt in den nächsten Wochen, also ich nehme das jetzt hier auf, im Juli 2025, in den nächsten Wochen würde ich dann quasi mit den Standardprüfungsthemen für die schriftliche Prüfung AP2-Anmeldungsentwicklerinnen wieder von vorne loslegen, in Anführungszeichen. Und zwar geht es weiter mit Pseudocode. Sicherlich ein Thema, was viele, viele Prüflinge interessiert und wo viele ein Problem mit haben. Und die Idee ist dann, dass ich im Vorfeld Ressourcen bereitstelle zur Einarbeitung im Pseudocode, zum Beispiel meine Podcast-Episode oder ein YouTube-Video oder sowas und dann wollen wir in diesen Terminen gemeinsam Aufgaben lösen, damit dann auch wirklich ein Mehrwert entsteht, weil sonst kann ich auch einfach, ja, das Zeug, was ich da erzähle, kann ich auch als Podcast aufnehmen. Also wo ist dann da der Mehrwert dieses Online-Kurses? Die Idee ist, dass man dann halt dann gemeinsam an den Aufgaben arbeitet, sich Feedback einholt, eigene Lösungsvorschläge macht und dann auch Feedback dazu kriegt und so weiter. Also wirklich interaktiv und dann halt eben Aufgaben zusammenbearbeitet. Das sind natürlich nicht die echten IHK-Aufgaben, das geht ja nicht, Copyright etc., sondern selbst Ausgedachte, die aber sehr dicht in der Prüfung dran sind. Ich mache das ja nun schon ein paar Jahre und ich weiß wohl, was da so ungefähr abgefragt wird. [3:53] Und ja, die Idee ist dann das sogenannte, das wollte ich schon sagen, blended learning, aber ist es gar nicht, inverted classroom. Das heißt, man macht nicht zusammen eine Erklärung des Themas, sondern man kriegt die Erklärung vorher, zum Beispiel per Video und macht dann gemeinsam die Aufgaben. Deswegen inverted classroom, weil normalerweise ist ja im Unterricht, in der Schule, kennst du es bestimmt andersrum. Du machst deine Hausaufgaben alleine und hast keine Hilfe und der Lehrer erzählt dir das einfach nur oder die Lehrerin und wir drehen es halt um. [4:21] Sodass das auch wirklich einen Mehrwert bietet, wenn du bei den Live-Terminen teilnimmst. Wenn du nicht kannst, wie gesagt, du kannst dir auch die Aufzeichnungen anschauen, aber ja, da kann man halt keine Fragen stellen. Das ist halt doof, ne? Ja. Und ich habe mir gedacht, wenn schon Prüfungsvorbereitungskurs, dann so, wie er vielleicht zur Zielgruppe passt, kennst vielleicht schon andere Prüfungsvorbereitungskurse von den IHK oder anderen Anbietern. Und da ist das dann halt immer eine recht große Summe für x Termine. Und das ist aber, finde ich, immer sehr kurzfristig vor den Prüfungen und also nicht auf langfristiges Lernen ausgelegt. Und es kostet halt auch immer eine Stange Geld. Deswegen habe ich mir das anders überlegt. Ich mache wöchentlich einen Präsenztermin, wo du dabei, also Präsenz in Microsoft Teams, alles online natürlich, wo du dabei sein kannst. und dann aber das ganze Jahr über quasi. Also nicht nur kurz vor der Prüfung, sondern du kannst jederzeit, auch wenn du das hier später hörst, jederzeit einsteigen und machst dann halt ab dem Termin live mit. Kannst dir aber auch, wie gesagt, alle bisherigen Aufzeichnungen anschauen, sobald du angemeldet bist. Also es ist so, ich vergleiche das so ein bisschen wie so ein Netflix-Abo oder Amazon Prime-Abo, ja. Du kannst einfach jederzeit dazukommen, guckst dir das an, was es schon gab und wenn du dich abmeldest, ja, dann kannst du es halt nicht mehr angucken und kommst halt auch nicht an die neuen Live-Termine. [5:27] Und ja, damit das überhaupt funktioniert, ist das Ganze auch ein Abo-Modell. Das heißt,...

  • Jul 14, 2025 · 7 min

    Anzahl der Folien in der Projektpräsentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #2

    In dieser Episode behandeln wir die oft gestellte Frage nach der idealen Anzahl von Folien für Projektpräsentationen. Ich erkläre, dass die Folienanzahl irrelevant ist für die Qualität der Präsentation. Entscheidender ist die Präsentationszeit von 15 Minuten, innerhalb der die Inhalte klar und strukturiert vermittelt werden sollten. Ich empfehle, visuelle Elemente zu nutzen und den Text auf Folien zu minimieren, um das Publikum anzusprechen. Animationen sollten sinnvoll eingesetzt werden, und es ist wichtig, einen roten Faden zu erkennen. Letztlich zählt der Inhalt, nicht die Anzahl der Folien. Übe intensiv, um sicher im Zeitrahmen zu bleiben und viel Erfolg bei deiner Präsentation! Inhalt In dieser Episode beleuchten wir die häufige Frage: Wie viele Folien sind ideal für eine Projektpräsentation? Dies ist ein Thema, das ich oft angesprochen bekomme, vor allem von Menschen, die sich unsicher sind, ob ihre Anzahl an Folien zu viel oder zu wenig ist. Vorab möchte ich klarstellen, dass die Anzahl der Folien für die Qualität einer Präsentation irrelevant ist. Ob es zwölf oder hundert Folien sind, hat keinen Einfluss auf die Bewertung oder die Inhalte, die präsentiert werden. Der Schlüssel liegt in der Präsentationszeit, die in den meisten Fällen 15 Minuten beträgt. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Folienanzahl nichts darüber aussagt, wie lange es dauert, sie zu präsentieren. Du kannst eine Folie zügig behandeln oder viel Zeit darauf verwenden. Das entscheidende Kriterium ist, ob du deine Präsentation in der vorgegebenen Zeit von 15 Minuten schaffst. Es spielt keine Rolle, ob du dies mit einer einzigen Folie oder mit vielen Folien tust, solange der Inhalt stimmt und die Präsentation strukturiert und verständlich ist. Ich empfehle, den Präsentationsstil und die Technik so zu wählen, dass sie zu dir passen. Wenn du visuell präsentierst, werden deine Folien automatisch vielfältiger sein. Mein persönlicher Rat: Setze auf visuelle Elemente und halte Text auf den Folien auf ein Minimum. Dies fördert das Verständnis und macht deinen Vortrag ansprechender. Eigene Fotos sind oft besser geeignet als generische Bilder, da sie authentischer wirken und das Publikum schneller ansprechen. Ich verdeutliche, dass es keine Vorschrift gibt, die besagt, dass Textfolien verboten oder Bildfolien vorgeschrieben sind. Der Stil sollte dir entsprechen und dir das Vertrauen geben, deine Präsentation in der Zeit zu bewältigen. Animationen auf Folien können unterstützend wirken, sollten aber sinnvoll eingesetzt werden. Egal, ob du ein paar Folien oder viele Folien verwendest, die Dauer deines Vortrags bleibt konstant und von entscheidender Bedeutung ist der Inhalt. Zudem erlebe ich manchmal Präsentatoren, die während des Vortrags ununterbrochen klicken, ohne dass sich der Folientext ändert. Hier wird deutlich, dass es auch technische Aspekte gibt, die die Folienanzahl beeinflussen können. Der eigentliche Inhalt bleibt in beiden Fällen gleich, egal wie viele Folien verwendet werden. Lass dich nicht von anderen beeinflussen, wenn sie dir sagen, dass du zu viele oder zu wenige Folien hast. Wichtig ist, dass du deinen Vortrag klar und verständlich hältst, einen roten Faden erkennbar machst und die Zeit von 15 Minuten einhältst. Zusammengefasst: Übe deine Präsentation intensiv, bis du sicher in der Zeit liegt. Die Anzahl der Folien ist dabei nicht das entscheidende Kriterium. Viel Erfolg bei deiner Projektpräsentation! Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:21] Wie viele Folien soll ich für meine Projektpräsentation erstellen? Diese Frage wird mir recht häufig gestellt in dieser oder anderer Form. Zum Beispiel, ich habe schon zwölf Folien für die Präsentation. Ist das zu viel? Oder ich habe gesehen, auf deiner Website gibt es Präsentationen mit 100 Folien. Wie kann man das überhaupt schaffen in der Zeit? Und ja, egal wie man die Frage stellt, die Antwort ist immer die gleiche. Es ist völlig irrelevant. Die Anzahl der Folien sagt genau 0,0 über die Qualität der Präsentation aus, über die Bewertung, über die Inhalte oder irgendwas. Die Anzahl ist völlig unwichtig, uninteressant, nebensächlich, ganz egal. Das wäre so meine Kernaussage erstmal. Warum ist das so? [1:06] Die Anzahl der Folien sagt überhaupt gar nichts darüber aus, wie lange du brauchst, um die Folien vorzutragen. So simpel ist es. Du kannst eine Folie eine Minute lang offen lassen oder eine Sekunde. Das heißt, es ist völlig egal, ob du 12 oder 120 Folien hast. Denn das Wichtige, was du einhalten musst, und das ist die einzige Vorgabe, die du hast, du musst deine Präsentationszeit einhalten. Und das sind 15 Minuten. Und wenn du diese 15 Minuten einhältst, dann ist es egal, ob du es mit einer Folie machst oder mit gar keiner, weil du was an die Tafel malst oder mit 120 Folien und die aber 15 Minuten auf den Punkt exakt ablieferst. Das Einzige, woran du dich orientieren musst, ist, schaffe ich meine Präsentation in der vorgegebenen Zeit? Und dann ist es völlig egal, wie viele Folien nutzt, denn das hängt einfach von deinem Präsentationsstil ab, Nummer 1, aber Nummer 2 auch teilweise von der Technik, die du einsetzt. Darf mal abgesehen, dass es auch Präsentationssoftware gibt, die gar nicht mit Folien arbeitet, sondern irgendwie so rein-raus-zoomen und ich weiß nicht, was es da alle gibt, da ist die Folienzahl auch völlig egal. [2:06] Aber wenn wir mal von den klassischen PowerPoint-Präsentationen ausgehen, was ja einfach ein Großteil der Projektpräsentationen in den IT-Berufen ist, ist ja klar. Und ob es jetzt PowerPoint oder Open-Source-Software ist oder auf Mac, ist völlig egal. Du weißt, was ich meine. Sondern es geht einfach darum, wenn du dir Folien vorstellst, musst du auf die Zeit kommen. Und das muss zu deinem Vortrag passen und deinen Vortrag unterstützen. Und wenn du jemand bist, der sehr visuell präsentiert, der viele Bilder hat, dann wirst du automatisch mehr Folien haben als jemand, der super viel Text auf die Folie packt, weil einfach das Vorlesen der Texte ja schon viel länger dauert, als ein paar Bilder durchzuklicken. [2:39] Meine persönliche Meinung hast du im Podcast und auf der Website sicherlich schon oft gehört. Ich bin gar kein Freund von Text auf Folien. Ich mag es sehr, sehr visuell und deswegen meine ganz klare Empfehlung, mach mehr Folien, mach weniger Inhalt auf die Folien, mach es eher visuell, mach Bilder und so weiter. Haben wir beim letzten Mal schon drüber gesprochen, beziehungsweise ich, dass du dann am besten eigene Fotos machst und keine generierten Fotos benutzt. Und dann ist es auch viel, viel nachvollziehbar, was du da gemacht hast, weil ich die Bilder viel schneller erfassen kann zum Beispiel. Wenn ich deinen Text, lesen muss auf der Folie. Und deswegen ist es doch überhaupt nicht schlimm, wenn du eine Präsentation hast mit 100 Folien, solange, und das ist immer, immer, immer mein Credo, dein Punkt rüberkommt, deine Präsentation auf dem Punkt genau 15 Minuten lang ist und alles drin ist, was ich von deinem Projekt wissen will. Und dann kann dir niemand einen Punkt dafür abziehen, weil du eine Folie zu viel oder wenig hattest. Das ist völlig irrelevant. Sondern es geht darum, fehlt mir ein Inhalt. Und das sage ich immer wieder. Bitte verstehe diese Folge heute nicht falsch. Ich sage nicht, du darfst keine Textfolien benutzen oder du musst Bildfolien nehmen oder sonst irgendwas. Du musst vor allem einen Stil nehmen, der zu dir passt und wo du ganz sicher bist, dass du es in 15 Minuten schaffst und aber alle wichtigen Inhalte zu deinem Projekt rüberbringst. Das ist der Kern, der hier am wichtigsten ist. Und dafür ist völlig irrelevant deine Folienanzahl. Ich mache nochmal ein Beispiel für diese Technikabhängigkeit. [4:01] Du kennst vielleicht Animationen in Folien. Kann man auch darüber sprechen, ob man die gut findet oder nicht. Das ist hier gar nicht der Punkt. Spoiler, ich finde es zum Beispiel gut, wenn sie den Vortrag unterstützen, habe ich überhaupt gar kein Problem mit Animationen. Und wenn sie wild in Anführungszeichen sind, dann heißt das meist, dass die Animationen einfach nur aufgrund der Animation genutzt wird, aber nicht, um irgendeinen Punkt hervorzuheben oder wirklich einen Mehrwert zu bringen. Solche Animationen sind Schrott. Aber wenn du gute, die deinen Vortrag unterstützen, benutzt, habe ich überhaupt kein Problem mit Animationen. Aber die Frage ist, wie du sie technisch umsetzt. Du kannst zum Beispiel auf einer PowerPoint-Folie mit diesem Animations, ich weiß gar nicht, wie das Ding da heißt, auf einer Folie 27 Schritte, wo irgendwelche Pfeile sich bewegen, auf einer einzigen Folie machen, dann ändert sich deine Folienzahl nicht. Trotzdem dauert das Ding fünf Minuten, wenn du es vorträgst. Du kannst aber auch jeden einzelnen Animationsschritt auf eine einzelne Folie packen, was dann zum Beispiel den Vorteil bietet, dass du das in einem Vorschaufenster siehst, im Präsentationsmodus und auch zurückklicken kannst und siehst, was passiert. Also es gibt verschiedene Pro- und Kontra-Argumente, entweder Animationen auf der Folie oder auf mehrere Folien zu machen. Am Ende ist es aber das gleiche Ergebnis. Das, was du vorträgst, die Animation, dauert exakt genau gleich lange, Nur einmal ist sie auf fünf Folien verteilt und einmal auf eine. So, wo ist da jetzt der Unterschied? Soll ich da jetzt einen Punkt dafür abziehen, weil du einmal fünf und einmal eine Folie benutzt hast? Das ist einfach Quatsch. Du siehst, das Wichtige ist, der Inhalt, dein Vortrag. Und wenn du was auf den Folien hast, sollen die den Vortrag unterstützen. Das muss rüberkommen. Anzahl irrelevant. [5:25] Und was ich auch schon mal gesehen habe, das finde ich immer ein bisschen irritierend, aber habe ich zum Beispiel auch schon gesehen,...

  • Jul 7, 2025 · 9 min

    KI-generierte Bilder in der Projektpräsentation – IT-Berufe-Podcast-Shorts #1

    In dieser Episode des IT-Berufe-Podcasts beginne ich ein neues Format, in dem ich häufig gestellte Fragen beantworte. Zunächst diskutiere ich die Nutzung von KI-generierten Bildern in Projektpräsentationen und empfehle, diese zu meiden. Basierend auf persönlichen Erfahrungen betone ich, dass Stockfotos oft unpassend und austauschbar sind. Ich ermutige die Zuhörer, eigene Fotos zu erstellen, um Authentizität und Emotionen zu vermitteln. Zusätzlich gebe ich Tipps zur Verbesserung der Bildqualität und zeige alternative Darstellungen wie Screenshots oder Diagramme auf. Ziel ist es, die individuelle Geschichte jedes Präsentierenden hervorzuheben. Inhalt In dieser Episode beginne ich mit einem neuen Format des IT-Berufe-Podcasts, das auf die häufigsten Fragen eingeht, die ich regelmäßig über verschiedene Kanäle wie E-Mail, Instagram, YouTube und selbst TikTok erhalte. Anstatt wiederholt individuelle Antworten via Nachricht zu geben, möchte ich diese Informationen im Audio-Format aufbereiten, damit andere Hörer ebenfalls davon profitieren können. Die Idee ist, die Fragen prägnant und informativ zu beantworten, ohne in langen Gesprächsrunden zu versinken. Die erste zentrale Frage, die ich behandle, bezieht sich auf die Verwendung von KI-generierten Bildern in Projektpräsentationen. Diese Frage wird mir häufig gestellt, insbesondere in Bezug auf deren Relevanz und Effektivität. Meine klare Antwort ist, dass Sie solche Bilder besser meiden sollten. Ich leite dies aus persönlichen Erfahrungen ab, die ich bereits vor Jahren in meinem Blog geteilt habe, wo ich dazu geraten habe, auf ClipArts zu verzichten, da sie visuell langweilig und emotionslos sind und oft als unpassendes Beiwerk fungieren. Ich betone, dass die Verwendung von Stockfotos dieselben Probleme mit sich bringt – diese Bilder sind oft nicht einzigartig und stellen die Projekte nur unzureichend dar. In vielen Fällen können mehrere Präsentationen das identische Bild verwenden, was einen Eindruck von Austauschbarkeit erzeugt, während jedes Projekt doch eine individuelle Geschichte zu erzählen hat. Daher empfehle ich, eigene Fotos zu machen, um echte Emotionen und eine authentische Verbindung zu schaffen. Heutzutage haben Smartphones eine exzellente Kameraqualität. Daher ist es einfach, selber Bilder zu erstellen, die speziell auf das eigene Projekt zugeschnitten sind. Dies zeigt nicht nur das tatsächliche Projektumfeld, sondern hebt auch die individuellen Leistungen hervor. Ich stelle klar, dass diese persönlichen Fotos wesentlich mehr Aussage haben und die Leidenschaft und Arbeit des Präsentierenden reflektieren, im Gegensatz zu jeglichen generierten Inhalten – sei es von einer KI oder aus Stockfoto-Datenbanken. Ich gehe auch auf spezifische Szenarien ein, bei denen es sinnvoll sein kann, Screenshots oder Fotos des Codes oder von Diagrammen zu machen, anstatt abstrakte oder generische Bilder zu benutzen. Dies zeigt, dass sich der Präsentierende Gedanken über das Projekt gemacht hat und bereit ist, seinen eigenen Beitrag zu präsentieren. Zudem gebe ich Tipps, wie man mit einfachen Mitteln die Bildqualität verbessern kann, wie zum Beispiel der Einsatz von Tiefenunschärfe beim Fotografieren. Zusammengefasst ist mein Hauptanliegen, darzulegen, dass die Nutzung von KI-generierten Bildern in der Projektpräsentation nicht empfehlenswert ist. Stattdessen empfehle ich, eigene Bilder anzufertigen, die direkt mit der eigenen Arbeit verbunden sind. Damit kann jeder Präsentierende seine eigene individuelle Geschichte erzählen und sein Engagement und seine Kreativität effektiv präsentieren. Dies war die erste Episode des IT-Berufe-Podcast short, in der ich hoffe, dass Sie wertvolle Einblicke gewinnen konnten. Links Permalink zu dieser Podcast-Episode RSS-Feed des Podcasts Transkription der gesamten Episode Automatisch erzeugte Transkription der Episode [0:20] Moin und herzlich willkommen zu einem neuen Format, was ich hier mal ausprobiere. Vielleicht warst du schon etwas irritiert, als du das Podcast-Intro gehört hast, was jetzt seit 195 Episoden ähnlich ist. Seit der Umbenennung von Anwendungsentwickler-Podcast auf IT-Berufe-Podcast hat sich ein bisschen geändert. Okay, aber sonst ist es gleich geblieben. Und jetzt habe ich mir einfach mal was Neues überlegt. Und zwar kriege ich relativ häufig per E-Mail bei Instagram, bei YouTube, wo auch immer man mich kontaktieren kann. Neuerdings auch bei TikTok übrigens immer mal wieder Fragen rund um die IT-Ausbildung. Und ich habe mir gedacht, bevor ich jetzt einzelne Leuten immer wieder per E-Mail antworte und immer wieder gleiche schreibe, könnte ich bestimmte Sachen, die mir häufig gestellt werden, auch einfach im Audio-Format bearbeiten. Dann haben nämlich auch andere was davon, zum Beispiel du, der das jetzt hier gerade hört. Deswegen fange ich doch jetzt mal mit diesem neuen Format an. Die Idee ist, dass ich jetzt hier nicht stundenlang irgendwas erzähle, sondern wirklich kurz und knackig auf eine Frage antworte. Kurz und knackig heißt bei mir natürlich trotzdem, dass es ein paar Minuten dauert. [1:18] Aber wenigstens keine Stunde oder mehrere Stunden. Das ist auch ganz gut. Und ja, das war jetzt kurz die Erklärung zu diesem neuen Format. Und jetzt würde ich sagen, starten wir auch direkt mit der ersten Frage. Und die, die mir in letzter Zeit, ich nehme das jetzt hier 2025 auf, glaube ich, mit am häufigsten gestellt wurde, war, was mache ich in meiner Projektpräsentation mit KI-generierten Bildern? Oder allgemein auch KI-generierte Inhalte, aber ganz oft wird nach Bildern gefragt. Und ja, meine Antwort darauf, also sollte man KI-generierte Bilder in der Projektpräsentation benutzen, ja oder nein? Kurze Antwort, too long didn't read, beziehungsweise too long didn't listen to, wie auch immer man das nennen will. Nein, mach's nicht. Und jetzt kommt die lange Antwort. Ich habe schon vor Jahren inzwischen, ich glaube, es war einer meiner allerersten Beiträge auf meinem Blog. [2:00] Davon abgeraten, ClipArts in der Projektpräsentation zu benutzen. Was war damals meine Begründung? Die wirken absolut langweilig, überhaupt nicht emotionenweckend, haben nichts mit dem konkreten Projekt zu tun, sondern sind einfach so Beiwerk. Ich musste hier auf die Folie noch irgendwas Grafisches packen, weil mir irgendwer das gesagt hat und dann nehme ich einfach das erstbeste, was mir einfällt, ein ClipArt. [2:22] Anstatt sich richtig hinzusetzen, sich richtig Gedanken zu machen, was zum Projekt passendes, vielleicht sogar ein eigenes Bild zu machen, wurden halt einfach Cliparts genutzt, die null Emotionen wecken. Ich habe auf meinem Blog so ein Beispiel von einem kleinen Hündchen, einmal als Clipart und einmal als echtes Foto. Und da wird jeder Mensch sofort sagen, egal ob man Hunde mag oder nicht, das ist nicht die Frage, aber emotional sprechender ist auf jeden Fall das Bild. Und das Clipart, er weckt genau null Emotionen. Und in den letzten Jahren hätte ich diesen Artikel jetzt umändern können von Clipart in Stockfotos, weil das war dann das, was als nächstes kam. Leute haben irgendwo gehört, es müssen Bilder in die Präsentation, also schmeißen sie die erstbeste Stockfotosuchmaschine an. Weiß ich nicht, was gibt es heutzutage, Pixabay und was es da sonst noch so gibt. Und suchen danach irgendwas und nehmen das erstbeste Foto. Und so kam es dann auch, dass ich in mehreren Präsentationen schon das exakt selbe Foto gesehen habe, weil zu so einem abstrakten Begriff wie, also abstrakt nicht, aber was mir gerade einfällt, ist ein Vergleich von zwei Frameworks zum Beispiel. Und da wurde halt einfach Vergleich oder Comparison in die Bildsuchmaschine eingegeben. Und was kam da immer als erstes? Ein Bild mit zwei Obstkörben. Und auf der einen Seite waren Äpfel drin und auf der anderen Seite waren Bieren drin. Also Äpfel mit Bieren vergleichen. [3:35] Und das ist so das Erste, was einem einfällt, wenn man an einen Vergleich denkt. Und das ist absolut langweilig. Und ich will das gar nicht unbedingt abwerten, dass das so langweilig ist. Was ich viel schlimmer finde, ist, dass die Person, die präsentiert, sich halt null Gedanken gemacht hat. Sie zeigt halt nicht, dass sie sich Mühe gegeben hat, sondern einfach nur, dass sie das Erstbeste genommen hat, ihr eingefallen ist, beziehungsweise der Bildsuchmaschine eingefallen ist. Und diese tolle Idee haben auch viele andere Prüflinge gehabt. Und so kommt es dann, dass Präsentationen die gleichen Bilder verwenden. Was ich problematisch finde, weil es sind ja komplett unterschiedliche Projekte und es entsteht dann irgendwie der Eindruck, als hätten wir miteinander zu tun, aber ist ja gar nicht so. Also, warum zur Hölle will man Cliparts benutzen, will man Stockfotos benutzen oder im Jahr 2025 will man KI-generierte Bilder benutzen? Das ist das gleiche Prinzip. Die erwecken genau null Emotionen. Man sieht immer, dass sie KI generiert sind. Okay, das mag in Zukunft besser werden, dass man das nicht mehr erkennt, aber darum geht es mir nicht, sondern sie haben einfach nichts mit deiner Arbeit und deinem Projekt zu tun. Es ist halt etwas, was du nicht selber gemacht hast. Es ist immer etwas, was von draußen kommt, was nie hundertprozentig zu deinem Projekt passen wird und immer etwas gekünsteltes ist, was mit deiner eigentlichen Arbeit nichts zu tun hat. Und deswegen ist seit Jahren meine Empfehlung, mach doch einfach selber Fotos für deine Projektpräsentation. Du kannst einfach heutzutage mit jedem Handy, egal ob iPhone, Android oder was auch immer, jedes Handy hat eine vernünftige Kamera. [4:58] Damit kannst du einfach kurz ein Foto machen, das dauert eine Sekunde, dann hast du ein Bild, was niemand anders auf der Welt außer dir so nachstellen kann. Das heißt, es ist eine ganz individuelle Geschichte, nur für dein Projekt und deine Projektpräsentation. Und es zeigt exakt genau das, was du gemacht hast. Dein Projektumfeld,...

Showing 1–20 of 20 episodes