
Weil ohne Gott kein Reichtum ist: Franziskus und die "edle Frau Armut"
Ref.: Prof. Dr. Ludger-Ägidius Schulte OFMCap, Rektor der CTS Hochschule Münster und des Bildungsstandorts CTS Berlin Als am 3. Oktober 2026 der Heilige Franziskus den Tod nahen spürte, ließ er sich nackt auf die Erde legen. Er wollte beim Hinübergang in die Ewigkeit wirklich gar nichts mehr besitzen. Was aber hat Bruder Franz gemeint, wenn er ausgerechnet die Armut als "edle Frau" besang, der er sich mit dem Herzen eines leidenschaftlichen Liebhabers hingeben wollte? Ist Armut nicht ein Übel, das es zu bekämpfen gilt? An seinem 800. Todestag tasten wir uns in der Lebenshilfe mit dem Kapuzinerpater und Professor für Dogmatik, Ludger Ägidius Schulte, zu dem Geheimnis von Franziskus' Liebe zur Armut vor. „Ich, Bruder Franziskus, der Kleine, will dem Leben und der Armut unseres Herrn Jesus Christus und seiner heiligsten Mutter nachfolgen und darin bis ans Ende ausharren. Und ich bitte euch, meine Herrinnen, und gebe euch den Rat: Lebt immer in diesem allerheiligsten Leben und in der Armut. Und hütet euch sehr davor, dass ihr durch irgendeine Lehre oder irgendeinen Rat von irgendjemandem jemals davon abweicht. (Franziskus von Assisi 1226, Schreiben "Ultima voluntas" an die Heilige Klara)