
Elon-Musk-Doku vor dem Aus? Der Venedig-Aufreger "Naza". Resümee der Emmy-Verleihung. JustWatch als Streaming-Alternative. All In für Tom Cruise und Warner mit "Digger". Comeback für "Resident Evil"!
Wie viel Macht hat Big Tech inzwischen über Hollywood? In dieser Folge von Box Office Inside sprechen wir über Alex Gibneys vierstündige Elon-Musk-Dokumentation, die nach ihren Festivalpremieren in Venedig und Toronto für Aufsehen sorgt – deren internationaler Kinostart aber plötzlich in der Schwebe hängt. Universal hält die Rechte außerhalb Nordamerikas, hat bislang jedoch keinen Starttermin angekündigt. Wir diskutieren, ob der Druck eines der mächtigsten Tech-Unternehmer der Welt inzwischen bis in die Veröffentlichungspolitik Hollywoods reicht – und was das für kritische Filme über Musk, Zuckerberg und die Silicon-Valley-Elite bedeutet. Außerdem blicken wir auf die Emmys und einen Streamingdienst, der sich immer stärker zum neuen Prestigezentrum des Seriengeschäfts entwickelt: Apple TV+ räumt erneut groß ab und stellt mit seinen Comedy-Erfolgen neue Rekorde auf. Ist Apple inzwischen das neue HBO? Oder fehlt den aufwendig produzierten und von Kritikern gefeierten Serien noch jener kulturelle Impact, den „The Sopranos“, „Game of Thrones“ oder „Succession“ einst hatten? Yannick zieht zudem seine Bilanz der Filmfestspiele von Venedig. Im Mittelpunkt steht die politische Kontroverse um „Naza“, den neuen Dokumentarfilm der „No Other Land“-Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor. Der einzige Dokumentarfilm im Wettbewerb wurde bewusst ans Ende des Festivals gesetzt, erhielt minutenlangen Applaus und den Spezialpreis der Jury – löste anschließend aber auch heftige Reaktionen in Israel aus. Wir diskutieren seine Perspektive auf den Gaza-Krieg und die Frage, was ein politischer Dokumentarfilm leisten muss und wo seine Grenzen liegen. Auch aus der deutschen Branche kommen Nachrichten: Nach der Übernahme von Sky durch RTL sollen rund 500 Stellen wegfallen. Wir sprechen über die Folgen der anhaltenden Konsolidierung im Mediengeschäft – und darüber, ob der Zusammenschluss wenigstens das bisher ziemlich unübersichtliche Nebeneinander von Sky, WOW und RTL+ vereinfachen könnte. Dazu gibt es Neues aus dem Streamingmarkt: JustWatch wird vom Streaming-Guide selbst zum Streaminganbieter und will mit einem werbefinanzierten Angebot unter anderem in Deutschland starten. Könnte ausgerechnet der Dienst, bei dem wir bislang nach Filmen gesucht haben, die bei Netflix & Co. fehlen, einige der immer größer werdenden Lücken in den Streamingkatalogen schließen? Im Boxoffice-Briefing feiern wir einen außergewöhnlichen Erfolg: Das Kinofest bringt die deutschen Top 20 auf mehr als zwei Millionen Besucher und beschert zahlreichen Filmen enorme Zuwächse. „Spider-Man“ überspringt die Fünf-Millionen-Marke, „Die Odyssee“ nähert sich 4,2 Millionen, „Toy Story 5“ wird zum Besuchermillionär und auch „Das gewisse Etwas“, „Vaterland“ und das „Steckerlfischfiasko“ profitieren kräftig. Nach diesem Wochenende stellt sich umso mehr die Frage: Braucht Deutschland ein zweites Kinofest im Jahr? Und dann ist da noch „Resident Evil“. Zach Creggers Reboot der Videospielreihe ist für uns eine der großen Horrorüberraschungen des Jahres – und könnte für Constantin zu einem dringend benötigten internationalen Box-Office-Hit werden. Wir sprechen darüber, warum der Film als Videospieladaption so gut funktioniert, wie Cregger nach „Weapons“ seinen nächsten Genre-Coup landet und ob „Resident Evil“ am Wochenende sogar „Spider-Man“ von der Spitze der deutschen Kinocharts verdrängen kann. Außerdem: Tom Cruises ungewöhnliche PR-Offensive für „Digger“, die Stephen-King-Neuauflage „Carrie“, Quentin Tarantinos neue Projekte und die Frage, welche Neustarts in den kommenden Wochen an der Kinokasse durchstarten könnten.