
Wochenimpuls "Ich kann hupen, so lange ich will..." von Marcus M. Lübbering – 21.09.–27.09.2026
` Was Sie in dieser Folge erwartet Was passiert eigentlich, wenn man das Meditieren wie ein Werkzeug behandelt — einsetzen, wirken lassen, weglegen? Marcus M. Lübbering nimmt sich in diesem Wochenimpuls ein einziges Wort vor: Technik. Und er zeigt, wie viel Ungeduld in diesem Wort steckt. Der Weg führt weit zurück. Johannes Cassianus hat überliefert, wie die Wüstenväter beteten: mit einer Formel, immer derselben. John Main, der Wegbereiter der Weltgemeinschaft für christliche Meditation, hat daran erinnert, dass eine Technik immer auf ein Ergebnis zielt — und dass genau das der Meditation fremd ist. Laurence Freeman, der die Weltgemeinschaft heute leitet, unterscheidet deshalb zwischen dem Mantra als Kontrolle und dem Mantra als Disziplin: als einem Sich-Bereitmachen. Dass ausgerechnet ein Ökonom das sagt, der jahrelang eine Abteilung für Planung und Controlling geleitet hat, gibt der Sache ihre eigene Note. Marcus M. Lübbering erzählt davon — und von einem Buch aus dem Jahr 1986, über das er gestolpert ist: Neil McKentys Biografie über John Main. Darin steht ein Satz über das Ziel des Mantras, der auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt und auf den zweiten alles erklärt. Drei Worte, das ist alles. Sebastian Labonte hält dagegen, was er kennt: fünfzehn Jahre Yoga und Meditation, Retreats, bei denen es am Ende doch nur um Selbstoptimierung geht, und die Erfahrung, immer wieder zu erschrecken, wie weit man am Anfang noch steht. Aus dieser Spannung entsteht das eigentliche Gespräch — über Erwartungshaltung, über Frustration, über die Frage, was denn ist, wenn nach einem halben Jahr Meditation schlicht nichts passiert. Am Ende steht kein Rezept, sondern ein Bild, an das man sich morgen im Auto erinnern kann. Und ein Gedanke, der weit über die Stille hinausgeht: dass Transformation zuerst nach innen gehört, bevor man sie von einem Staat oder einer Gesellschaft erwartet. „Wir sind ja sehr ungeduldig. Wir wollen was erreichen, wir wollen die Pille einschmeißen, dann wollen wir gesund werden." — Marcus M. Lübbering „Ich war ja mal Leiter der Abteilung Planung und Controlling in der Staatskanzlei. Da habe ich immer gesagt, es ist eigentlich verrückt, einem Menschen, der eigentlich an Tieferes glaubt, so etwas anzuvertrauen." — Marcus M. Lübbering „Man kann sich aufregen, man kann schreien, man kann sich wehtun, wenn man ins Lenkrad haut — es bringt nichts. Die Ampel bleibt rot." — Sebastian Labonte Kapitelmarken 00:00 — Begrüßung: der Wochenimpuls am Sonntag 00:30 — Marcus' Woche: Kontakt zum spirituellen Zentrum des Bistums Limburg in Frankfurt 01:53 — Eine Ergänzung aus christlicher Sicht 02:40 — Johannes Cassianus und die Wüstenväter: mit einer Formel beten 03:29 — John Main: warum das Wort „Technik" Ungeduld verrät 05:23 — Die Urgrundhaltung: sich überlassen, ohne zu verzwecken 05:55 — Laurence Freeman: Mantra als Kontrolle oder als Disziplin 06:51 — Planung und Controlling in der Staatskanzlei 07:26 — Ein Buch von 1986: „In the Stillness Dancing" 07:53 — „Drei Worte, das ist alles" 08:36 — Das Mantra als Stimmgabel zwischen Bewusstem und Unbewusstem 09:37 — Die rote Ampel, die vom Hupen nichts hält 10:21 — Fünfzehn Jahre Yoga — und der Optimierungsdruck bis in die Stille 11:42 — Erwartung, Frustration und was die Wissenschaft verspricht 13:55 — Was man an einer roten Ampel stattdessen tun kann 15:11 — Peter Sedlmeier: Wir wissen viel, aber nicht, warum 15:49 — „No attachment" — eine Erinnerung aus Indien 16:36 — Transformation ist etwas Inneres — mit Roland Koch gedacht 18:15 — Ausblick: Dr. Dr. Hardy Ostry am 22. September 20:10 — Schlusswort: Dem Klang lauschen Im Gespräch erwähnt Johannes Cassianus — überliefert, wie die Wüstenväter mit einer immer gleichen Formel beteten; für Marcus M. Lübbering der Ausgangspunkt des Impulses. Ruhegebet der Wüstenväter — die frühchristliche Gebetsform, aus der die Praxis des einen Wortes hervorgeht. John Main — Wegbereiter der Weltgemeinschaft für christliche Meditation; von ihm stammt der Hinweis, dass im Wort „Technik" Ungeduld mitschwingt. Laurence Freeman — heutiger Leiter der Weltgemeinschaft; unterscheidet das Mantra als Kontrolle vom Mantra als Disziplin. Weltgemeinschaft für christliche Meditation (WCCM) — die Gemeinschaft, in deren Tradition die Meditationen der Academie stehen. Neil McKenty — Autor der 1986 erschienenen Biografie „In the Stillness Dancing. The Journey of John Main", aus der Marcus M. Lübbering ausführlich zitiert. Maranatha — das aramäische Gebetswort, das in der Folge als Beispiel für ein Mantra dient. Ulrich Ott — Meditationsforscher am Bender Institute of Neuroimaging in Gießen; Thema der vorangegangenen Folge und angekündigter Gast eines längeren Gesprächs. Peter Sedlmeier — Psychologe an der TU Chemnitz; von ihm stammt der zitierte Satz, dass wir viel über Meditation wissen, aber nicht, warum sie wirkt. Roland Koch — früherer Gast des Podcasts; sein Satz über die Rolle der Zufälle führt zum Gedanken der inneren Transformation. Soziale Marktwirtschaft — Marcus M. Lübbering sieht in ihr denselben Grundglauben: Rahmen setzen, statt das Ergebnis vorzugeben. Fachzentrum Spiritualität des Bistums Limburg (frei:raum), Frankfurt — das neue spirituelle Zentrum, mit dem die Academie Kontakt aufgenommen hat; für 2027 ist ein gemeinsamer Tag „Weisheiten aus der Wüste" im Gespräch. Dr. Dr. Hardy Ostry — Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung in den USA; er spricht am 22. September über Religion, Glaube und Gesellschaft. Konrad-Adenauer-Stiftung — die Stiftung, für die Dr. Hardy Ostry in Washington arbeitet. Academie IM AUSTAUSCH am 22. September, 18 Uhr — die in der Folge angekündigte Veranstaltung mit Dr. Hardy Ostry. Meditationsangebote der Academie Kloster Eberbach — die öffentlichen Meditationen, auf die Marcus M. Lübbering zu Beginn verweist. Wochenimpuls „Die Meditation ist mächtiger, als bisher bekannt" — die Folge der Vorwoche über die wissenschaftliche Sicht auf die Meditation. „In the Stillness Dancing. The Journey of John Main" (1986) — das Buch, aus dem zitiert wird; bewusst ohne Link, da sich keine Verlagsseite als Primärquelle bestätigen ließ. „Om tat sat" — die Sanskrit-Formel, mit der Marcus M. Lübbering seinen Impuls beschließt; ohne Link, weil keine belastbare Primärquelle geprüft wurde. Über die Academie Kloster Eberbach Die Academie Kloster Eberbach ist eine Gemeinschaft von Menschen und Einrichtungen, die christlichen Glauben und die daraus folgenden Werte in den Alltag übersetzen wollen. Ihre Arbeit ruht auf drei Säulen: Kontemplation und Meditation, Führung und Werte, Spiritualität und Gesellschaft. Zuhause ist sie im Kloster Eberbach im Rheingau. Wenn Ihnen diese Folge etwas gegeben hat: Abonnieren Sie den Podcast, dann ist der nächste Wochenimpuls am Sonntag automatisch da. Über Rückmeldungen, Fragen und Themenwünsche freuen wir uns — schreiben Sie uns über kloster-academie.de/kontakt. Hören Sie den Podcast hier: academie-kloster-eberbach.podigee.io Spotify Apple Podcasts Deezer ``
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